Fehlerhafte Home Page der SNB - unlauteres Verhalten der SNB

Irreführendes Zitat von der Home Page der SNB - unlauteres wissenschaftliches Verhalten der SNB

 

Nachfolgend ein Zitat von der Home Page der SNB, welches ganz klar die Irrlehre der SNB aufzeigt. 

Zitat:

 

"Bilden Sichtguthaben Fremdkapital und damit Schulden der SNB?

Sichtguthaben bei der Nationalbank - wie auch die von ihr in Verkehr gesetzten Banknoten - können ökonomisch nicht dem Fremdkapital von normalen Unternehmen oder Geschäftsbanken gleichgesetzt werden. Denn Sichtguthaben und Banknoten können nur in andere gesetzliche Zahlungsmittel getauscht werden, also wiederum in Sichtguthaben oder in Banknoten. Zudem gibt es auch kein Verfall- oder Rückzahlungsdatum, und die Höhe kann grundsätzlich von der Nationalbank bestimmt werden."

Zitat Ende

 

https://www.snb.ch/de/ifor/public/qas/id/qas_bilanz#t16

 

Es reicht nicht, wenn ich nur den Link zur SNB-Seite hier angebe. 

Denn ich muss davon ausgehen, dass die SNB dieses Zitat früher oder später stillschweigend von ihrer Home Page löschen wird. Es wird dann so aussehen, als habe sie ihren Irrtum nie begangen.

Genau das hat die SNB schon einmal getan: Im September 2013 schrieb ich auf Inside Paradeplatz in einem Beitrag unter dem Titel "Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung". 

Darin und in den Nachträgen dazu (in der nachfolgenden Diskussion) zeigte ich u.a., dass die Geldschöpfung durch die SNB falsch dargelegt wurde:

Ich zeigte, dass bei jedem neuen Kredit durch eine Geschäftsbank neues Geld entsteht.

Die SNB hatte damals auf ihrer Home Page geschrieben, Banken sammelten das Geld der Sparer und würden es dann an ihre Kunden ausleihen. So enstünde ein Multiplikator-Effekt. Mit Beispielen und Filmen vom Schweizer Fernsehen (Reto Lipp) wurde diese Irrlehre untermauert.

Mit Buchungssätzen widerlegte ich die irrige Geldtheorie von damals. 

Vier Monate später übernahm die Bank of England meine Theorie ("Money creation in a modern economy", Bank of England, Quarterly April 2014)) ohne Hinweis auf meine Arbeit. Und die SNB nahm ihre irrige Geldschöpfungstheorie stillschweigend von ihrer Home Page. 

SNB-Chef Jordan trug dann an seinem Vortrag vor der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft in Zürich (2018) meine neue Theorie vor als hätte der nie etwas anderes behauptet ("Wie Geld durch die Zentralbank und das Bankensystem geschaffen wird, 16.1.2018).

Das ist unlauteres wissenschaftliches Verhalten der SNB.

 

Marc Meyer, 30.10.2020

Beabsichtigt die SNB eine unsaubere oder gar betrügerische Buchhaltung? (in 7 Teilen)

Teil I: Einige Beispiele der SNB-Irrtümer

Teil I  

Die Behauptung von SNB-Chef Jordan, die SNB könne bei negativem Eigenkapital durch Geld drucken das Eigenkapital wieder aufstocken ist unsinnig und zeugt davon, dass Jordan Eigen- und Fremdkapital der SNB miteinander verwechselt. (Vortrag Prof. Dr. Thomas Jordan vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel, Braucht die Nationalbank Eigenkapital? 2011, S.13.) Denn bei Notenbankgeld handelt es sich um Fremdkapital der SNB.

- Die Behauptung von SNB-Chef Jordan, die SNB könne «Geld aus dem Nichts» drucken (a.a.O.) ist ebenfalls eine Irrlehre, weil es keinen einseitigen Buchungssatz gibt. Man kann nicht auf der einen Seite der Bilanz etwas buchen und auf der anderen «Nichts».

- Könnte die SNB Geld drucken «aus dem Nichts», womit sie dann Euros kauft (siehe Interview mit Prof. Dr. Ernst Baltensperger (Doktorvater von SNB-Jordan) in der NZZ, kurz vor Einführung des Mindestkurses), so würde es sich bei diesem gedruckten Geld um ein Aktivum der SNB handeln (womit die SNB dann Devisen kauft). Es entstünde bei einer Geldemission somit Eigenkapital der SNB. Auch hier tritt abermals die Verwechslung von Eigen- und Fremdkapital durch die SNB zutage.

- Die Behauptung von SNB-Jordan, die SNB könne durch Geld drucken die eigene Liquidität vergrössern ist ebenfalls unsinnig, da Liquidität ein Aktivum der SNB wäre, gedrucktes Geld ist aber ein Passivum der SNB.

- Die Behauptung von SNB-Jordan und dem Bundesrat, die SNB könne nicht illiquide werden in Franken zeugt ebenfalls davon, dass SNB und Bundesrat das Passivum «Notenbankgeld» bzw. «gedrucktes Geld» als Aktivum der SNB interpretieren anstatt als Passivum der SNB.

- Ein weiterer Irrtum von SNB-Chef Jordan besteht darin, dass er behauptet, die SNB könne von den Banken unbeschränkt Giroguthaben einfordern. Paragraph 18 des Nationalbankgesetzes sagt klipp und klar, dass die SNB von den Banken nur 4 Prozent von deren kurzfristigen Verbindlichkeiten als Mindestreserven einfordern darf.

- Ferner behauptet SNB-Jordan (a.a.O), für Notenbankgeld erhalte eine Bank nur Notenbankgeld. Das würde bedeuten, dass eine Bank aus ihren SNB-Investitionen in Notenbankgeld nie mehr herauskäme. Auch das widerspricht Paragraph 18 des Nationalbankgesetzes, woraus hervorgeht, dass eine Bank überschüssige Mindestreserven abbauen darf, wenn sie das wünscht. Gemäss Irrlehre der SNB wären die Banken aber mit überschüssigen Mindestreserven bei der SNB "eingeschlossen".

- Unsinnig ist auch die Behauptung der SNB, die SNB können mit selbst gedrucktem Geld die eigenen Schulden abbauen. Das ist unsinnig, weil die Schulden einer Zentralbank gerade aus dem emittierten Geld bestehen. Die Schulden können aber nicht vermindert werden (Verkürzung der SNB-Bilanz), wenn die SNB ihre Geldmenge ausdehnt (Verlängerung der SNB-Bilanz). Solche Behauptungen der SNB, welche jeder Logik widersprechen, sind jedoch bedenklich.

Teil II: SNB-Jordans Trugschluss bezüglich Aufhebung des Goldstandards

- Weiter behauptet SNB-Chef Jordan, seit Aufhebung des Goldstandards, könne die SNB «Geld aus dem Nichts drucken» (Vortrag vor der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Zürich, 2018, «Wie Geld durch die Zentralbank und das Bankensystem geschaffen wird» S.7 ).

Zitat Jordan:

«Seit dem Zusammenbruch des Goldstandards kann Zentralbankgeld bei der Zentralbank nicht mehr in Gold eingetauscht werden. Dies bedeutet, dass die Zentralbanken tatsächlich in der Lage sind, einfach Geld zu drucken.»

Auf diese Behauptung möchte ich hier speziell zu sprechen kommen:

Jordan meint also, seit Aufhebung des Goldstandards müsse die SNB für Notenbankgeld nichts hergeben ausser Notenbankgeld. 

Könnte die SNB tatsächlich den Banken befehlen, sie müssten der SNB Kredite zur Verfügung (in Form von Giroguthaben bei der SNB) stellen, und die SNB sei dann nicht mehr verpflichtet, den Banken diese Kredite zurückzuzahlen, so wäre das eine Enteignung der Banken durch die SNB.

Das widerspräche der Bundesverfassung Artikel 26, wonach das Eigentum garantiert ist. Zudem würde die SNB den Banken auf den von der SNB eingeforderten Kapital noch Negativzinsen verlangen; und die Banken dürften dann gemäss Behauptung von SNB-Jordan diese Guthaben von der SNB nicht einmal mehr abbauen.

Der Sinn der Minuszinsen ist aber doch, dass die Banken ihre Guthaben bei der SNB reduzieren. Gemäss SNB-Irrlehre können sie diese aber gar nicht reduzieren. Absurd.

Das sind alles Schauermärchen der SNB, insbesondere von deren Chef Prof. Dr. Thomas Jordan.

Ich möchte nun an dieser Stelle speziell auf die Behauptung der SNB eingehen, aufgrund des Goldstandards müsse die SNB das von ihr aufgenommene Fremdkapital (gedrucktes Geld) nicht mehr zurückzahlen und könne deshalb «Geld aus dem Nichts» schaffen und damit «unbeschränkt» Euros kaufen.

Wo liegen die Irrtümer der SNB?

Ich möchte dies hier gerne Schritt für Schritt erklären:

Zuerst einmal müssen wir uns fragen, was bedeutete der Goldstandard bzw. was bedeutete dessen Aufhebung und was bedeutete dessen Aufhebung eben nicht:

Beim Goldstandard emittierten Banken Geldscheine gegen Gold. Eine Bank konnte auf Vorweisen einer Banknote einen bestimme Menge Gold beziehen. Wenn nun der Goldpreis stieg, so geschah folgendes:

Mit einer Banknote lautend auf einen bestimmten Nominalwert konnte man entsprechend Gold bei der Zentralbank einfordern. Dieses Gold war dann mehr wert als der Nominalwert auf der Banknote.

Klar, dass dann bei steigendem Goldpreis die Zentralbanken geplündert wurden, um an das wertvollere Gold heranzukommen. Folge dessen musste der Goldstandard aufgehoben werden.

Auch konnten Privatpersonen mit der Zentralbank keine Geschäfte mehr tätigen. Nur die Banken, mit Konto bei der SNB, konnten fortan Zahlungen über die Zentralbank abwickeln.

Diese Abschaffung sowie die Bestimmung, dass eine Privatperson keine Geschäfte mit der Zentralbank abwickeln kann sind gut nachvollziehbar. Daraus aber abzuleiten, die SNB müsse ihre Schulden gegenüber den Banken gar nicht mehr bezahlen, ist ein Trugschluss.

Die Behauptung von SNB-Jordan, die SNB müsse gegen Notenbankgeld (Banknoten und Buchgeld bei der SNB) nur noch Notenbankgeld hergeben ist ein weiterer Irrtum der SNB; ganz zu schweigen von den Anschlussbehauptungen, die SNB könne deswegen «Geld aus dem Nichts» schöpfen, damit ihre eigenen Schulden abbauen und nicht konkurs gehen.

Warum sind diese Behauptungen der SNB falsch?

Heute haben wir nicht mehr einen Goldstandard, sondern in der Schweiz einen Devisenstandard (Wertschriftenstandard) und in anderen Ländern einen Wertschriftenstandard (u.a. eigene Staatsanleihen usw.) und teilweise sogar einen Immobilienstandard (USA) usw.

Die entscheidende Frage, auf die ich hier eingehen möchte, ist nun die, ob die SNB aufgrund der Abschaffung des Goldstandards tatsächlich nicht mehr verpflichtet ist, einer Bank mit Guthaben bei der SNB einen Vermögenswert zu übertragen als Gegenleistung für Notenbankgeld.

Anders formuliert:

Ist es korrekt, wenn SNB-Chef Jordan behauptet, eine Bank erhalte von der SNB für Notenbankgeld nur Notenbankgeld?

Mit anderen Worten:

Eine Bank erhalte für Ihr Geld bei der SNB nichts mehr – ausser wieder Geld?

Nochmals anders formuliert:

Ist es korrekt, dass eine Bank oder das gesamte Bankensystem zusammen ihre Guthaben bei der SNB nicht mehr abbauen können, obwohl dies Paragraph 18 des Nationalbankgesetzes widerspricht (nur 4 Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten der Banken darf die SNB einfordern).

Die Antwort ist klar «Nein».

Selbstverständlich muss die SNB jederzeit Vermögenswerte auf die Banken übertragen können und übertagen. Bei negativem Eigenkapital der SNB kann die SNB das aber nicht mehr - dann ist die SNB zahlungsunfähig.

Teil III: Nur Aktiven können (gesetzliche) Zahlungsmittel sein - unglaubliche Blamage für die SNB

Zuerst einmal muss man sich im Klaren darüber sein, dass es sich bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB um gesetzliche Zahlungsmittel handelt.

Im Bundesgesetz über die Währung und Zahlungsmittel von 1999 ist unter Artikel 3, Absatz 3 festgehalten:

«Auf Franken lautende Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank müssen von jeder Person, die dort über ein Konto verfügt, unbeschränkt an Zahlung genommen werden.»

Und in der Botschaft des Bundesrates zu diesem neuen WGZ heisst es:

«Gleichzeitig werden … neu auch die auf Franken lautenden Sichtguthaben bei der SNB zu gesetzlichen Zahlungsmitteln erklärt. Mit diesen Zahlungsmitteln können Geldschulden mit befreiender Wirkung erfüllt werden. Banknoten müssen dabei von jedermann unbeschränkt an Zahlung genommen werden. Bei den Sichtguthaben bei der SNB ist die Annahmepflicht auf Inhaber eines entsprechenden Kontos beschränkt.»

Kann aus diesen Formulierungen abgeleitet werden, die SNB könne mit der Emission von Notenbankgeld in Form von Sichtguthaben ihre eigenen Schulden «mit befreiender Wirkung» erfüllen?

Wir müssen zwischen einem privaten Haushalt und der SNB unterscheiden.

Wir sind uns im Klaren:

Wenn ein Haushalt eine Geldschuld mit Banknoten begleicht, so haben diese für ihn «schuldbefreiende Wirkung».

Warum?

Banknoten sind für einen Haushalt ein Aktivum. Es handelt sich um die Schuld eines dritten Wirtschaftssubjektes: Der Nationalbank.

Nochmals:

Es handelt sich bei Banknoten nicht um die Schuld des Haushaltes selber, sondern um die Schuld eines dritten Wirtschaftssubjektes - der SNB. Aus diesem Grund kann ein Haushalt mit einer Banknote, d.h. mit einem liquiden Aktivum, seine eigenen Schulden begleichen.

Der Haushalt könnte sich nicht aus seiner Schuld befreien, wenn er dem Gläubiger einfach einen Schuldbrief oder Zettel überreicht, worauf geschrieben steht, er besitze gegenüber dem Schuldner eine Schuld.

Genauso kann auch eine Geschäftsbank eine Schuld nur abzahlen, wenn sie dem Kunden, bzw. einem Girokontoinhaber einen Vermögenswert aus ihren Aktiven überlässt.

Bezahlt eine Bank eine Schuld gegenüber einem Bankkunden mit Aushändigung einer Banknote, so ist damit die Schuld der Geschäftsbank gegenüber dem Kunden ebenfalls beglichen.Die Geschäftsbank übergibt dem Kunden ja einen Schuldschein der SNB, nicht einen auf sie selbst.

Das nennt man «schuldbefreiende Wirkung» des gesetzlichen Zahlungsmittels «Banknote».

Aber aufgepasst:

Bei der Banknote handelt es sich um ein Aktivum der Geschäftsbank. Die Bank überlässt dem Kunden ein liquides Aktivum, womit sich die Bilanz der Geschäftsbank reduziert. Damit wird auch die Schuld der Bank gegenüber dem Kunden (Inhaber des Girokontos) zurückbezahlt.

Eine Geschäftsbank kann einem Kunden dessen Guthaben jedoch nicht zurückzahlen, indem sie diesem Kunden noch mehr Guthaben gutschreibt. Der Kunde will ja sein Investment in jene Geschäftsbank vermindern und nicht ausbauen. Der Kunde will nicht, dass er der Bank noch mehr Aktiven übertragen muss, damit diese ihm noch mehr Giroguthaben (Geld)  gutschreiben kann bzw. schuldet.

Eine Geschäftsbank kann also ihre Schulden nicht vermindern durch noch mehr Schulden. Um ihre Schulden abzubauen muss sie Aktiven, z.B. eine Banknote der SNB, hergeben.

Genauso bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB):

Will die SNB ihre Schulden bei einer Geschäftsbank abbauen, so kann die SNB der Geschäftsbank keine Banknoten auszahlen.

Warum nicht?

Weil eine Banknote kein Aktivum der SNB ist. Nur mit der Übergabe eines Aktivums kann man eine Schuld auf der Passivseite reduzieren. Mit der Aushändigung einer Banknote vergrössert die SNB ihre Schuld zusätzlich.

Der Gesetzesartikel besagt, eine Banknote habe eine schuldbefreiende Wirkung. Richtig: Diese gilt für sämtliche Wirtschaftssubjekte – ausser für die Zentralbank (SNB) selber.

Die Behauptung der SNB,  Notenbankgeld hätte eine «schuldbefreiende Wirkung» für die SNB selber ist eine krasse Fehlinterpretation dieses Gesetzes – eine unglaubliche Blamage für die SNB und insbesondere deren Chef. Prof. Dr. Thomas Jordan.

Dieses Gesetz wurde im Jahre 1999 formuliert. Damals hatte der heutige Chef der SNB, Prof. Dr. Thomas Jordan, bereits einen grossen Einfluss bei der SNB und es muss davon ausgegangen werden, dass er bei der Ausarbeitung dieses Gesetzes wesentlich mitbeteiligt war.

Wir haben weiter oben gesehen, dass SNB-Chef Jordans Geldtheorie mit vielen Irrtümern behaftet ist. Und hier liegt schon wieder ein verhängisvoller Irrtum von SNB-Chef Jordan vor.

Das Schweizer Bundesgesetz über die Währung und Zahlungsmittel kann das Gesetz der doppelten Buchhaltung genauso wenig aushebeln wie die Schwerkraft. Wenn im Gesetz stünde, der Rhein müsse ab sofort aufwärts fliessen, so wäre dieses Gesetz nichtig.

Das WGZ und die Botschaft des Bundesrates sind nicht nichtig: Eine als Aktivum ausgehändigte Banknote ist tatsächlich «schuldtilgend».

Die irrige Ableitung davon, eine als Passivum ausgehändigte Banknote sei ebenfalls «schuldbefreiend», ist jedoch nichtig. Sie ist genau so absurd wie ein Gesetz, das bestimmen würde, der Rhein müsse von jetzt an aufwärts fliessen; oder oben habe von jetzt an unten zu sein; oder links und rechts seien dasselbe; oder minus und plus seien dasselbe usw.

Es zeugt von einem erschreckend ungenügenden Sachverständnis, wenn unsere Nationalbank behauptet, eine von ihr emittierte Banknote besässe eine «schuldtilgende Wirkung» für die Nationalbank selber.

Teil IV: Die Behauptung der SNB, Notenbankgeld sei schuldtilgend für die SNB selber, ist nichtig

Gehen wir nun zu den Sichtguthaben der Banken bei der SNB.

Können diese eine «schuldbefreiende Wirkung» für die SNB haben, wie diese behauptet?

Mitnichten. 

Bezüglich der Giroguthaben der Banken bei der SNB gelten dieselben bilanztheoretischen Überlegungen wie bei der Banknote.

Das Gesetz besagt, dass eine Bank mit einem Giroguthaben bei der SNB eine Zahlung in Form von Buchgeld an eine andere Bank tätigen kann. Giroguthaben der Banken bei der SNB sind also für die Geschäftsbanken genauso Zahlungsmittel wie Banknoten oder die Guthaben von Leserinnen und Lesern bei einer Geschäftsbank.

Besitzt eine Leserin / ein Leser ein Guthaben auf einer Bank, so kann er der Bank die Anweisung geben, dieses Guthaben dem Konto eines anderen Kunden gutzuschreiben.

Ein Kunde bezahlt, indem er sein Guthaben bei der Bank reduzieren lässt und es einem anderen Kunden gutschreiben lässt. Die Bank reduziert dann dieses Guthaben und schreibt es einem anderen Kunden gut. Auf diese Weise nimmt die SNB eine Geldzahlung durch die Geschäftsbanken entgegen – durch entsprechende Löschung des Guthabens und erneute Gutschrift.

Da es sich bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB um gesetzliche Zahlungsmittel der Banken handelt, muss – ich wiederhole – muss die SNB diese Guthaben als Zahlungsmittel annehmen. Das kann sie nur durch Löschung derselben und erneute Gutschrift auf einem anderen Konto.

Teil V: Konkretes Beispiel eines Zahlungsauftrages an die SNB

Hat also beispielsweise die UBS bei der SNB ein Guthaben von 1.2 Mrd Franken, so kann die UBS der SNB den Zahlungsauftrag erteilen, dieses Guthaben beispielsweise der CS gutzuschreiben. Die UBS ist dann die zahlende Bank und die CS die Empfängerbank.

Wie kommt vorher aber die UBS in den Besitz eines Guthabens von 1.2 Mrd Franken bei der SNB?

Beispiel:

Angenommen, die SNB kaufe von der UBS 1 Mrd Euro zum Kurs von 1.2. Die UBS gibt also beispielsweise der EZB (oder Korrespondenzbank) den Auftrag, 1 Mrd Euro von ihrem Konto bei der EZB auf das Konto der SNB bei der EZB zu überweisen.

Im Gegenzug schreibt die SNB der UBS auf deren Konto bei der SNB 1.2 Mrd Franken gut. So entstehen neu 1.2 Mrd Schweizerfranken – gegen einen entsprechenden Euro-Betrag. Die SNB besitzt jetzt 1 Mrd Euro bei der EZB und die UBS 1.2 Mrd Franken bei der SNB.

Angenommen nun, der Euro falle auf eins zu eins.

Die UBS wolle ihre Gewinne auf dem Franken «mitnehmen» und wieder in Euro investieren.

 

Fall A)

Die UBS verkauft ihre Franken gegen Euros der SNB. Angenommen, die SNB sei bereit, ihre Euros zu verkaufen gegen Franken beim Kurs von eins zu eins. Zu diesem Zweck muss die SNB das Guthaben der UBS bei der SNB von 1.2 Mrd Franken löschen.

Im Gegenzug muss sie aber der EZB den Auftrag erteilen, 1.2 Mrd Euros von ihrem Konto bei der EZB dem Konto der UBS bei der EZB gutzuschreiben.

Das ist allerdings nicht mehr möglich:

Die SNB besitzt bei der EZB nur 1 Mrd Euros und kann deshalb der EZB nicht den Auftrag erteilen 1.2 Mrd Euros auf das Konto der UBS bei der EZB zu überweisen. Die SNB ist zahlungsunfähig.

Die SNB versteckt sich nun hinter der Argumentation, sie könne sich weigern, der UBS Euros zu verkaufen.

An diesen Strohhalm klammern sich SNB-Chef Jordan uns sein Team.

Das ist der Grund, weshalb die SNB immer mehr und mehr Euros kauft – denn sie weiss, dass im Moment, wo sie beginnt, Euros zu verkaufen, dieser fällt und sie dann ihr Eigenkapital verlieren könnte.

Die SNB weiss auch, dass sie ihre Euros dann nie mehr verkaufen könnte, weil sie nicht über genügend Vermögen besitzt, um aus dem Erlös der Euro-Verkäufe in Franken umgerechnet ihre Schulden in Franken zu begleichen.

Die SNB sitzt in der Falle.

Aus Angst davor kauft sie immer noch mehr Euros, noch mehr, noch mehr… Die SNB versucht, sich in der Falle zu installieren und darin zu leben. Das jedoch wird die SNB nicht retten können.

 

Fall B)

Die UBS verkauft der CS ihre Franken gegen Euro.

Angenommen, die UBS verkaufe der CS 1.2 Mrd Franken für 1.2 Euros zum Kurs von eins zu eins.

Nun erteilt die CS anstelle der SNB der EZB den Auftrag, 1.2 Mrd Euros ihrem Konto bei der EZB auf das Konto der UBS bei der EZB zu übertragen.

Diese 1.2 Mrd Euros kann die UBS der CS bezahlen mit ihren 1.2 Mrd Franken Guthaben, welche die UBS bei der SNB besitzt. Denn die Sichtguthaben der UBS bei der SNB sind gesetzliche Zahlungsmittel für die UBS.

D.h. die SNB muss diese als Zahlung annehmen. Das kann sie nur, indem sie diese vom Konto der UBS löscht.

Und nun kommen wir zum entscheidenden Punkt:

Um das Guthaben der UBS bei der SNB im Betrag von 1.2 Mrd Franken löschen zu können, muss – ich wiederhole – muss die SNB einen gleichgrossen Betrag auf ihrer Aktivseite löschen.

Dort besitzt die SNB aber nur 1 Mrd Euros, welche beim Kurs von eins zu eins nur noch 1 Mrd Franken wert sind. Die SNB darf somit die Löschung des UBS-Guthabens im Betrag von 1.2 Mrd Franken nicht vornehmen, weil sie nur 1 Mrd Devisen auf der Aktivseite dagegen besitzt. Die SNB darf ihre Schulden nicht einseitig löschen, ohne entsprechenden Abbau von Vermögen (Aktiven).

Die SNB ist zahlungsunfähig.

Dasselbe gilt für die nun erforderliche Gutschrift der SNB von 1.2 Mrd Franken auf das Konto der CS bei der SNB:

Die SNB dürfte der CS nur eine Gutschrift von 1.2 Mrd Franken gutschreiben, wenn sie dagegen auf ihrer Aktivseite Euros im Wert von 1.2 Mrd Franken besässe.

Diese besitzt die SNB aber nicht: Die SNB besitzt nur 1 Mrd Euros, welche ihr die UBS damals beim Kurs von 1.2 verkauft hat. Wegen des Rückgangs des Wechselkurses darf die SNB für die 1 Mrd Euros aber nur noch 1 Mrd Guthaben der CS übertragen.

Die CS will aber 1.2 Mrd. Deshalb wird die CS gegen die SNB klagen. Überschriebe die SNB der CS dennoch 1.2 Mrd Franken für die 1 Mrd Euros auf ihrer Aktivseite (beim Kurs von eins zu eins), so wäre das betrügerisch – die SNB würde rechtswidirg einen zu hohen Betrag gutschreiben.

Geschädigt wären die übrigen Banken mit Guthaben bei der SNB. Ihre Guthaben würden verwässert. In diesem Fall würden die übrigen Banken mit Konto bei der SNB gegen diese klagen

Teil VI: Die Illusion mit dem «Passivtausch»

Immer wieder wird aus dem Umfeld der SNB kolportiert, die SNB könne endlos einen «Passivtausch» vornehmen:

D.h. die SNB würde der CS einfach jenen Betrag (1.2 Mrd Franken) gutschreiben, den die UBS auf ihrem Guthaben bei der SNB besitzt usw. Für jede weiter Zahlung basiere der Gegenwert auf den ursprünglich von der UBS eingezahlten 1 Mrd Euros obwohl der Kurs damals 1.2 war und jetzt ständig fällt.

 

Irriger Vergleich mit Banknote:

Es wird wie folgt argumentiert:

Übergibt eine Privatperson einer anderen Privatperson eine Banknote, so sei das ein Passivtausch in der Bilanz der SNB. Die Banknote sei gesetzliches Zahlungsmittel. Der Empfänger habe die Banknote anzunehmen. Die Banknote könne immer weitergereicht werden ohne dass auf der Aktivseite der SNB irgendeine Veränderung geschehe.

Das ist teilweise richtig so:

Wenn die Banknoten innerhalb des SNB-Passivpostens «Notenbankgeld» die Hand wechseln, so hat das keinen Einfluss auf den Passivposten «Notenbankgeld». Es handelt sich also nicht einmal um einen Passivtausch in der Bilanz der SNB. Der Passivposten "Notenbankgeld" bleibt unverändert konstant.

Bei einer Banknote handelt es sich um ein Inhaberpapier. Der Inhaber der Banknote besitzt das Recht über die Banknote.

Und nun zum Trugschluss der SNB. Diese behauptet:

Genauso wie bei Banknoten könne auch ein Giroguthaben bei der SNB endlos von Bank A auf Bank B übertragen werden, ohnen dass die Aktivseite eine Bedeutung habe. Diese Argumentation ist jedoch oberflächlich und falsch.

Warum?

Der Notenumlauf auf der Passivseite der SNB-Bilanz umfasst sämtliche Banknoten, welche die SNB emittiert hat. Wechselt nun eine Banknote die Hand, so hat das keinen Einfluss auf die Bilanz der SNB. Die Banknote ist ein Inhaberpapier und es spielt buchhalterisch keine Rolle, wenn die Banknote an einen anderen Besitzer übergeht.

Ganz anders ist das aber bei einem Giroguthaben einer Bank bei der SNB.Ein solches Guthaben lautet auf den Namen der Besitzerbank. Es ist ein Namenzertifikat.

Wenn also die UBS ein Guthaben bei der SNB von 1.2 Mrd Franken besitzt, und dieses wird auf die CS übertragen, so muss die SNB das Guthaben der UBS zuerst löschen und dann der CS ein neues Guthaben gutgeschreiben.

Es handelt sich bei den Giroguthaben der Banken also um Namenzertifikate – nicht um Inhaberzertifikate wie bei Banknoten. Bei einem Zahlungsauftrag von der UBS an die CS kommt also zu den beiden folgenden Buchungssätzen bei der SNB:

Erstens:

Giroverbindlichkeit UBS / Devisenanlagen

plus

Zweitens:

Devisenanlagen / Giroverbindlichkeit CS

Diese beiden Buchungssätze können gekürzt werden:

Giroverbindlichkeit UBS / Giroverbindlichkeit CS

Damit würde per Saldo die Giroverbindlichkeit der SNB gegenüber der UBS abgelöst durch eine Verbindlichkeit der SNB gegenüber der CS. Das wäre ein Passivtausch innerhalb der SNB-Bilanz.

Aber aufgepasst: Zugrunde liegen zwei Buchungssätze, die in einer juristischen Sekunde gekürzt werden können.

Gehen wir einen Schritt weiter:

Das Problem liegt nun ganz klar in den Beträgen:

Beim ersten Buchungssatz:

Die Devisenanlagen haben einen Wert von 1 Mrd Franken, während das Guthaben der UBS bei der SNB 1.2 Mrd Franken beträgt.

Deshalb ist diese Buchung nicht möglich.

Beim zweiten Buchungssatz:

Die Devisenanlagen haben einen Wert von 1 Mrd Franken, während der CS 1.2 Mrd Franken gutzuschreiben sind. Auch diese Buchung ist nicht möglich.

Diese Buchungen zeigen, dass die Behauptung von SNB-Chef Jordan falsch ist, wonach die SNB gegen Notenbankgeld nur Notenbankgeld gäbe. Die SNB muss jederzeit (auf Sicht, also sofort), Zahlungsaufträge der Banken ausführen können. 

Das kann sie nur, wenn sie über genügend Aktiva verfügt, womit sie ihre Zahlungen gegenbuchen kann.

VII: Erklärung anhand einer «juristischen Sekunde»

Die Rechtslage kann auch erklärt werden anhand einer sogenannten «juristischen Sekunde»:

Will die SNB eine Zahlung der UBS von 1.2 Mrd Franken an die CS ausführen, so muss die SNB zuerst das Guthaben der UBS um 1.2 Mrd reduzieren.

Das kann sie nur, indem sie in einer juristischen Sekunde

a) der UBS 1.2 Mrd Euros zurücküberweist und dann

b) in einem zweiten Schritt die UBS der CS 1.2 Mrd überweist und

c) zuguterletzt in einem dritten Schritt die CS der SNB die 1.2 Mrd. Euros erneut zurück überweist.

 

gewünschtes Resultat:

Die SNB besitzt nun die 1.2 Mrd Euros der CS und kann folgedessen der CS 1.2 Mrd Franken gutschreiben. Die CS hat ihrerseits jetzt das Guthaben von 1.2 Mrd Franken bei der SNB (die CS hat Franken gekauft) und die UBS besitzt 1.2 Mrd Euros bei der EZB (sie hat Euros gegen Franken gekauft).

Bei der Analyse über die juristische Sekunde erkennen wir, dass die SNB zahlungsunfähig ist, wenn ihre Aktivseite nicht der Passivseite entspricht:

Die SNB müsste der UBS in der juristischen Sekunde 1.2 Mrd Euros überweisen, welche diese der CS übergibt und die CS dann wieder der SNB überweist, um dagegen 1.2 Mrd Franken gutgeschrieben zu erhalten.

Diese Überweisung ist aber nicht möglich, weil die SNB nur Euros im Wert von 1 Mrd Franken besitzt (beim Kurs von eins zu eins).

SNB-Chef Jordan irrt also, wenn er behauptet, aufgrund der Aufhebung des Goldstandards müsse die SNB keinen Vermögenswert herausgeben. Um einen Zahlungsauftrag ausführen zu können, benötigt die SNB über entsprechendes Vermögen als Gegenbuchung.

Bei negativem Eigenkapital hat die SNB aber nicht mehr genügend Vermögen, um die an sie gerichteten Zahlungsauftrage der Banken ausführen zu können. Würde die SNB Überweisungen von einer Bank auf die andere vornehmen, welche nicht durch gleichgrosse Aktiven im Portefeuille der SNB gedeckt sind, so wäre dies eine betrügerische Buchführung durch die SNB.

Es ist bedenklich, dass die SNB nun schon bald fast eine Billion Schulden aufgetürmt hat, weil sie aufgrund einer beabsichtigten unsauberen oder gar betrügerischen Buchhaltung meint und behauptet, sie müsse diese Schulden nie mehr zurückzahlen.

Die Schweizer Steuerzahler werden diese Schulden der SNB letztlich begleichen – sofern das noch möglich ist.

Marc Meyer, SNB-Beobachter, 24.10.2020

Bei negativem Eigenkapital der SNB kann diese die Zahlungaufträge der Bankekn nicht mehr ausführen

Wann ist die SNB zahlungsunfähig?

@Verehrte Leserinnen und Leser

Bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB handelt es sich um Verbindlichkeiten der SNB gegenüber den Banken auf Sicht. So steht es auch im Geschäftsbericht der SNB. D.h. die SNB muss „auf Sicht“, d.h. also sofort ihre Schulden gegenüber den Banken zurückzahlen, wenn die Banken das verlangen.¨

Gemäss Gesetz sind die Guthaben der Banken bei der SNB gesetzliche Zahlungsmittel. D.h. die Banken dürfen mit diesem Geld jederzeit bezahlen. Gegenüber der SNB bezahlen sie, indem die SNB ihr Guthaben löscht, bzw. löschen muss.

Die SNB kann auf der Passivseite ihrer Bilanz die Guthaben der Banken nur löschen, wenn sie auf der Aktivseite einen entsprechenden Betrag ebenfalls löscht, da beide Seiten der Bilanz auf bei der SNB ausgeglichen sein müssen. Dabei spielt es nicht die geringste Rolle, ob die SNB will oder nicht – sie muss.

Konklusion: 

Bei negativem Eigenkapital ist die SNB zahlungsunfähig.

 

Freundliche Grüsse

 

Marc Meyer, 21.102020

"Geld - eine Obligation der Notenbank" - Titel meiner Dissertation

Die Obligation der Notenbank - worin besteht diese?

Frage eines Kommentators, worin die Obligation der SNB bestehe

Guten Abend Herr Mendendez

Bleiben wir bei den Facts:

Erstens:

Es ging hier in erster Linie um die Frage, ob eine Zentralbank, in diesem Fall die SNB, «Geld aus dem Nichts» schaffen könne. Ich habe klar gezeigt, dass das nicht möglich ist, da eine Seite der Bilanz nicht alleine verlängert werden kann. Also ganz klar: Nein, kann sie nicht.

Zweitens:

Es ging dann um die Frage, ob SNB-Chef Jordan jemals behauptet habe, die SNB könne Geld aus dem Nichts schöpfen. Ich habe ganz klar das Zitat gegeben, wo Jordan das behauptet hat. Man will es nicht wahrhaben, versucht, die Irrlehre Jordans zu verdrehen.

Drittens:

Weiter ging es um die Frage, ob eine Zentralbank bzw. die SNB ihre eigenen Schulden begleichen bzw. abbauen könne durch Drucken von Geld, wie es SNB-Jordan ebenfalls irrtümlich behauptet. Auch hier habe ich klar gezeigt, dass die Gesamtschulden nicht verringert werden können durch zusätzliche Schulden.

Anders formuliert:

Die SNB kann die Passivseite Ihrer Bilanz nicht verkürzen, indem sie diese verlängert. Logisch. Unsinn, den da Herr Jordan verbreitet.

Viertens:

Ich wurde aufgefordert, den Gesetzestext beizubringen, wonach die SNB ihre Schulden zurückzahlen müsse. Das habe ich getan:

Ich habe a) den entsprechenden Text mit dem Schutz des Eigentums aus der Bundesverfassung vorgelegt.

b) Zudem habe ich den Artikel im Nationalbankgesetz beigebracht, wonach die SNB nur 4 Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten der Banken als Mindestreserven einfordern darf. Überfällige Reserven dürfen die Banken jederzeit wieder abbauen.

Meine ganze Argumentation tun sie «nonchalant» ab und meinen, mit dem Satz, «der Goldstandard ist abgeschafft», hier gegen mich einen K.-o.-Schlag verübt zu haben.

Weit gefehlt mein lieber Herr Mendez.

Sie hüpfen einfach weiter zu einem anderen Punkt.

Nun ist es meine Dissertation. Meine Dissertation hat tatsächlich den Titel «Geld – eine Obligation der Notenbank» (wie haben Sie dies herausgefunden?)

Nun kurz zur Entstehung dieses Titels:

Die herkömmlich Geldtheorie behauptete, bei einer Expansion der Geldmenge biete die Zentralbank mehr Geld an (Verschiebung der Angebotskurve nach rechts und unten) und deshalb würden die Zinsen fallen. Der Zins wurde als der Preis des Geldes betrachtet und auf der Ordinate des Geldmarktmodelles abgetragen. Bei einer Expansion der Geldmenge steigt aber auch die Inflation.

Das ist ein Wiederspruch in sich selbst:

Zinsen und Inflation verhalten sich im Modell eines vollkommenen Markte ceteris paribus gleichgerichtet und nicht invers.

Bereits als Student irritierte mich dieser Widerspruch immens und eine vertiefte Analyse meinerseits ergab, dass der Zins nicht der Preis des Geldes ist, sondern dessen Rendite:

Die Ordinate des Geldmarktmodells ist dem nach nicht mit dem Zins des Geldes zu beschriften, sondern mit dem Kurs oder Preis des Geldes. Ich argumentierte sodann, dass das Geld Fremdkapital bzw. eine Obligation der SNB sei.

Deshalb falle bei einer expansiven Geldmenge der Wert oder Preis oder die Kaufkraft des Geldes, während die Zinsen wie bei einer Obligation invers steigen.

Nochmals anders formuliert:

Es wird in der Geldtheorie seit Jahrzehnten behauptet, die Zentralbanken würden bei einer expansiven Geldpolitik das Geld (oder Liquidität) «günstig» ins System pumpen. D.h. die Zentralbank verlange auf dem von ihr emittierten Geld einen tiefen Zinssatz. Geld wäre demzufolge ein Aktivum der ZB. Aber das ist falsch – es handelt sich um ein Passivum.

Das ist falsch:

Geld ist nicht ein Aktivkredit der ZB, sondern ein Passivkredit – Fremdkapital.

Seither versuchen die Zentralbanken, sich aus der Schusslinie zu nehmen mit der Behauptung, es handle sich um eine Schuld der Zentralbank, welche diese nicht zurückzuzahlen habe (u.a. Thomas Jordan, Axel Weber usw.).

Deshalb könne eine Zentralbank nicht konkurs gehen – sie verbreiten das Märchen eines Perpetuum mobile. «Die SNB kann Geld schöpfen aus dem Nichts und damit alle ihre Schulden begleichen».

Bei dieser Argumentation wird übersehen, dass das emittierte Geld selber die Schuld der Zentralbank ist. Und diese Schuld kann nicht vermindert werden durch noch mehr Schulden.

SNB-Jordan behauptet, dass seit der Abschaffung des Goldstandards kein Anspruch mehr auf Aushändigung von Gold seitens der SNB bestehe. Das ist ein gravierender Irrtum der Zentralbanker weltweit, dem auch Sie, Herr Mendendez, hier aufsitzen: Die Abschaffung des Goldstandards bedeutete zwei Dinge:

Erstens:

Notenbankgeld konnte fortan nicht nur gegen Gold emittiert werden, sondern auch gegen andere Vermögenswerte, wie z.B. Devisen. In den USA gibt es auch Notenbankgeld gegen Immobilien.

Und seit den Covid-19 Krediten in der Schweiz gibt es hierzulande auch Notenbankgeld gegen Betriebskredite. Zahlt ein Unternehmen seinen Betriebskredit zurück, so verringert sich dadurch die Bilanz der SNB wieder – also ganz klar:

Die SNB muss den Betriebskredit an das Unternehmen zurückverkaufen. Das Unternehmen darf den erhaltenen Kredit zurückkaufen bzw. amortisieren.

Folge:

Die SNB bucht den entsprechenden Kredit auf ihrer Aktivseite aus sowie das durch den Betriebskredit entstandene Guthaben auch. Es besteht also eine Verkaufspflicht der SNB.

Genauso wie ein Unternehmen seinen Betriebskredit von der SNB zurückkaufen kann, genauso können die Banken mit Guthaben bei der SNB andere Aktiven der SNB zurückkaufen – denn Sie vergessen Herr Mendez: Die SNB ist Schuldnerin und zwar «auf Sicht».

Die Aufhebung des Goldstandards hat lediglich bewirkt, dass Zentralbanken Geld auch gegen andere Vermögenswerte als Gold emittieren können. Daraus aber zu folgern, die Zentralbanken müssten ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen ist weit verfehlt.

Zweitens:

Wir haben heute einen Devisenstandard; und da die SNB Schuldnerin ist, muss sie ihre Schulden gegen Devisen ebenfalls begleichen. Es ist natürlich kindlich-naiv als Beispiel einen Privatmann schildern zu wollen, der an den Bankschalter der SNB geht mit einer Banknote und Gold will. Die SNB wickelt keine Geschäfte mit Privatpersonen ab.

Vielmehr sieht die Realität wie folgt aus:

Mit ihren Guthaben bei der SNB können die Banken jederzeit der SNB einen Zahlungsauftrag erteilen. Die SNB muss diesen ausführen, weil sie eine Verbindlichkeit hat.

Sogar im Geschäftsbericht der SNB werden die Guthaben der Banken bei der SNB als «Sicht-Verbindlichkeiten» aufgeführt. «Sicht-Verbindlichkeit» bedeutet eine Schuld auf Sicht, d.h. diese muss also sofort zurückbezahlt werden, falls gewünscht.

Wenn also beispielsweise die SNB von der UBS Euros gegen Franken kaufen will, so erteilt die UBS beispielsweise der EZB den Auftrag, Euros von ihrem Konto auf das Konto der SNB zu überweisen.

Die EZB darf das nicht verbieten.

Werden die Franken von der UBS wieder zurückgewechselt, so verläuft die Buchung umgekehrt.

Zu behaupten, eine Zentralbank könne diesen internationalen Devisenhandel unterbinden ist realitätsfern.

Ich komme zum Schluss:

Das Guthaben einer Bank bei der SNB ist umgekehrt eine Schuld der SNB bei der Bank. Die Bank hat somit das Recht, mit ihrem Guthaben eine Zahlung zu veranlassen. Die SNB muss dann das Guthaben entsprechend löschen und einen entsprechenden Betrag von ihren Aktiven auf ein anderes Konto überweisen.

Liefert eine andere Bank die Euros, so muss die SNB der Empfängerbank den entsprechenden Frankenbetrag gutschreiben. Das darf sie rechtens aber nur, wenn sie über die entsprechenden Aktiva verfügt.

Andernfalls wäre das eine betrügerische Buchhaltung (ich habe div. Beispiele weiter unten gegeben; vielleicht sollten Sie sich halt mal die Mühe nehmen, diese zu lesen).

Kurz:

Die Behauptung von SNB-Jordan ist falsch, wonach die SNB für Notenbankgeld nur Notenbankgeld gäbe. Da es sich bei den Guthaben der Banken bei der SNB um gesetzliche Zahlungsmittel handelt muss die SNB – nochmals – muss die SNB diese Guthaben auch als Geld annehmen, d.h. die Guthaben löschen; das kann sie aber nur bei entsprechenden Aktiven.

Bei negativem Eigenkapital kann dies SNB das nicht mehr und ist deshalb zahlungsunfähig. Die SNB müsste in diesem Fall auf ihrer Passivseite einen grösseren Betrag löschen, als sie auf der Aktivseite zur Verfügung hat. Täte sie das trotzdem, so wäre das betrügerisch: Sie würde die rechte Seite der Bilanz stärker verkürzen als die linke. Das geht nicht rechtens.

Und nochmals:

Die SNB ist Schuldnerin. Sie ist in der Pflicht und abhängig. Und sie darf per Gesetz nur 4 Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten der Banken einfordern. Zudem darf sie die Banken nicht enteignen - sie darf nicht unbeschränkt Guthaben von den Banken einfordern und diese dann nicht mehr zurückzahlen.

Ihre Argumentation hier und jene von SNB-Chef Jordan ist kommunistisch.

Freundliche Grüsse Marc Meyer, 20.10.2020

Kann die SNB "Geld aus dem Nichts" schöpfen, wie SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan behauptet? Kann die SNB mit "Geld aus dem Nichts" ihre eigene Schulden begleichen?

Replik auf die Diskussion zu einem Artikel von Klaus Stöhlker auf Inside Paradeplatz zum Thema SNB: "Wird die Schweizerische Nationalbank zur Feuerwehr?", vom 10.10.2020

Sehr verehrte Leserinnen und Leser

Auf "Inside Paradeplatz" ging ich auf die Diskussion ein zu einem Beitrag von Klaus Stöhlker. Es gab ein wildes Durcheinander bezüglich der Frage, ob die SNB "Geld aus dem Nichts" "schöpfen" oder erschaffen könne.

 

Gerne möchte ich eine Stellungnahme, die ich dort posten werde, auch hier veröffentlichen .

 

Es geht insbesondere um die Frage, ob und wie eine Zentralbank ihre Geldschulden tilgen kann.

 

SNB-Beobachter, Marc Meyer, 18.10.2020

 

Meine Stellungmahme auf IP von heute, 18.10.2020

 

Sehr verehrte Leserinnen und Leser

Eigentlich hätte ich anderes zu tun, als die immer wiederkehrenden Irrtümer der SNB hier richtigzustellen. Aber es ist so verwirrend, was hier geschrieben wird – und es ist systemrelevant – wie ein Kommentator treffend schreibt, dass ich einige wichtige Irrtümer hier nochmals richtigstellen möchte.

Stein des Anstosses ist die Behauptung von Herr Stöhlker, die SNB könne «Geld aus dem Nichts» schaffen. Ich habe diesen Punkt aufgegriffen – und schon ist die Diskussion wieder entbrannt.

Einige Kommentatoren schreiben: ja die SNB könne Geld aus dem Nichts schöpfen und andere behaupten das Gegenteil. Ein Kommentator behauptet sogar beides.

Wieder ein anderer stellt in Frage, ob SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan wirklich behauptet habe, die SNB könne «Geld aus dem Nichts» erschaffen. Ich habe ihm ganz klar das Zitat gegeben. Trotzdem meint dieser nun, «Geld aus dem Nichts» würde ich anders interpretieren als «Geld aus dem Nichts».

Wie bitte?

Die Befürworter der SNB-Irrlehre winden sich und drehen sich im Kreis. Es darf einfach nicht wahr sein, dass die SNB eine Irrlehre verbreitet. Doch es ist wahr.

 

Ein weiterer Kommentator zitiert nun eine Botschaft des Bundesrates vom 26. Mai 1999 zum neuen WGZ.

Darin hiesse es, bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB handle es sich ebenfalls um gesetzliche Zahlungsmittel. «Mit diesen Zahlungsmitteln können Geldschulden mit befreiender Wirkung erfüllt werden.»

Der Kommentator fügt hinzu: «Die Schweizerische Nationalbank ist nicht ausgenommen, auch sie kann mit diesen Zahlungsmitteln Geldschulden mit befreiender Wirkung erfüllen – dies effektiv aus dem Nichts und praktisch unbegrenzt.»

Sie sehen, verehrte Leserinnen und Leser: Es herrscht hier ein riesigen Durcheinander auch unter den Kommentatoren, welche die SNB unterstützen: Die einen behaupten, die SNB könne «Geld aus dem Nichts schaffen» und die anderen bezweifeln, dass die SNB-Chef Jordan jemals gesagt habe.

Es ist Zeit, endlich Klarheit zu schaffen, denn die Frage ist «systemrelevant».

Dieser Kommentator hier verwechselt eine «Geldschuld» mit einer «Warenschuld».  Jeder Geldschuld steht eine Warenschuld gegenüber (es sei denn, ich wechsle z.B. eine Hunderternote in zwei Fünfzigernoten).

Wenn Sie, verehrte Leserin, verehrter Leser, im Laden eine Ware kaufen, so hat der Laden eine Warenschuld und Sie haben eine Geldschuld. Kaufen Sie eine Aktie, so ist die Aktie die Warenschuld und Sie bezahlen mit Geld Ihre Geldschuld. Kaufen Sie Dollars gegen Franken, so sind die Dollars die Warenschuld und Sie besitzen eine Geldschuld (in Franken).

Gehen Sie an einen Bankschalter und verkaufen dort ein Goldstücklein für 100 Franken, so haben Sie eine Warenschuld und die Bank eine Geldschuld. Die Bank bezahlt ihre Geldschuld, indem sie Ihnen auf ihrem Konto eine Gutschrift erteilt.

Kaufen Sie das Goldstück zurück, was Sie dürfen, so hat die Bank eine Warenschuld und Sie haben eine Geldschuld. Diese Geldschuld von Ihnen bezahlen Sie, indem die Bank Ihr Giro-Guthaben oder Geld-Guthaben entsprechend tilgt.

Mit Giralgeld wird also wie folgt bezahlt:

Hat die Bank gegenüber einem Kunden eine Geldschuld, so schreibt sie dem Kunden auf dessen Konto ein Giroguthaben gut. Hat der Bankkunde eine Geldschuld gegenüber der Bank, so wird sein Guthaben auf seinem Girokonto entsprechend verringert.

Ich wiederhole:

Ein Bankkunde bezahlt gegenüber einer Bank, indem die Bank das Giroguthaben des Kunden entsprechend löscht. Das muss sie tun.

Gehen wir nun zu den Guthaben der Banken bei der SNB:

Angenommen, die SNB kaufe von der Bank A eine Milliarde Euros zum Kurs von 1.20. Die SNB hat nun gegenüber Bank A eine Geldschuld von 1.2 Mrd Franken. Diese Geldschuld tilgt die SNB, indem Sie der Bank A auf deren Konto bei der SNB 1.2 Mrd Franken gutschreibt.

Ich wiederhole:

Die SNB bezahlt ihre Geldschuld gegenüber Bank A, indem sie auf das Konto des Warenlieferanten (hier Devisenlieferanten, Bank A) ein Guthaben gutschreibt. Die SNB bezahlt also die Euros, indem sie Franken der Bank A gutschreibt.

Die Bank A hingegen hat eine «Warenschuld» gegenüber der SNB von 1 Mrd Euros. Diese Schuld tilgt die Bank A, indem Sie beispielsweise der EZB (oder einer Korrespondenzbank in Deutschland) den Auftrag erteilt, von ihrem Konto bei der EZB 1 Mrd Euros auf das Konto der SNB bei der EZB zu übertragen. (Die EZB löscht dann das Guthaben der Bank A in Euro von 1 Mrd Euro und schreibt neu der SNB 1 Mrd Euro gut.)

Resultat: Die SNB besitzt jetzt ein Guthaben von 1 Mrd Euro bei der EZB und die Bank A besitzt ein Guthaben von 1.2 Mrd Franken bei der SNB.

Will nun die Bank A ihre Franken wieder verkaufen gegen Euros, so darf sie diese Euros bezahlen mit ihrem Guthaben bei der SNB. Die SNB ist verpflichtet, das Giroguthaben der Bank A als Geld anzunehmen. Bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB handelt es sich ja um gesetzliche Zahlungsmittel.

Die SNB nimmt die Geldschuld der Bank A an, indem sie das Guthaben der Bank A bei der SNB entsprechend verringert. Die SNB muss das tun, da es sich bei der Giroguthaben der Banken bei der SNB um gesetzliche Zahlungsmittel handelt.

Nochmals:

Wie nimmt die SNB das Geld der Bank A an?

Ganz einfach:

Sie löscht das Guthaben der Bank A von 1.2 Mrd Franken. Die Bank A hat das durch das Gesetz festgeschriebene Recht, ihr Guthaben bei der SNB als gesetzliches Zahlungsmittel zu verwenden, bzw. dieses ganz oder teilweise löschen zu lassen. Genauso, wie Sie das Recht haben, ihr Guthaben auf einer Bank löschen zu lassen für eine entsprechende Gegenleistung der Bank.

Die SNB nimmt also Geld entgegen, indem sie das Guthaben von Bank A löschst.

Umgekehrt hat die SNB nun eine Warenschuld gegenüber Bank A, welche der Geldschuld von Bank A gegenübersteht. «Geldschuld» gegen «Warenschuld».

Die Warenschuld der SNB besteht darin, dass sie Devisen (hier Euros) liefern muss bzw. auf das gewünschte Konto übertragen lassen muss. Die SNB muss folglich der EZB nun den Auftrag geben, 1 Mrd Euros von ihrem Konto bei der EZB auf das Konto der Bank A zu übertragen.

Ist der Wechselkurs unverändert 1.2 geblieben, so ist das kein Problem. Ist zwischenzeitlich der Euro aber von 1.2 auf eins zu eins gefallen, so hat die SNB ein Problem: Sie besitzt auf ihrem Konto bei der EZB nur ein Guthaben von 1 Mrd Euros. Sie benötigt aber 1.2 Mrd Euros, um den Zahlungsauftrag der Bank A ausführen zu können. Es fehlen der SNB 200 Mio Euros.

Konklusion:

Die SNB ist zahlungsunfähig und konkurs.

Der Gesetzesartikel, wonach Banknoten und Giroguthaben gesetzliche Zahlungsmittel sind, belegt, dass die SNB die Giroguthaben der Banken als Zahlungsmittel annehmen, d.h. löschen muss und demgegenüber eine entsprechende Warenschuld hat (in Devisen; Geldschuld aus Euro-Sicht).

Die SNB macht sich lächerlich, wenn sie behauptet, die Giroguthaben der Banken bei er SNB seien einerseits gesetzliche Zahlungsmittel und andererseits auch behauptet, ein Kunde könne damit keine Zahlungen tätigen. (SNB-Jordan: Für Notenbankgeld gibt es nur Notenbankgeld; Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Zürich, a.a.O.).

Was die SNB nicht begriffen hat ist, dass eine Zahlung mit Giralgeld durch Gutschrift und Löschung erfolgt. Will eine Bank mit ihrem Giroguthaben bei der SNB (gesetzliches Zahlungsmittel) eine Zahlung tätigen, so muss – ich wiederhole – so muss die SNB das Guthaben der Bank bei ihr löschen und ihre entsprechende Warenschuld erfüllen.

 

Der obige Kommentator begeht auch noch einen weiteren Fehler:

Er schlägt auch leichtsinnig Paragraph 18 des Nationalbankengesetzes in den Wind, wonach die SNB per Gesetz nur das Recht hat, 4 Prozent Giroguthaben der Banken als Mindestreserve einzufordern und nicht «unbeschränkt», wie SNB-Jordan behauptet (a.a.O.).

 

Ich hoffe, mit diesen Argumenten zur Klärung der Frage beigetragen zu haben, ob die SNB Konkurs gehen kann oder ob sie durch «Geld drucken aus dem Nichts», einen Konkurs abwenden kann, wie SNB-Jordan meint.

Marc Meyer, SNB-Beobachter, 17.10.2020

Die SNB ist von Sinnen - Nur noch Donald Trump kann unsere Nationalbank vor ihrer Kamikaze-Geldpolitik retten

Bemerkungen zur vierteljährlichen Lagebeurteilung der SNB vom 24.9.2020

 

Erstens:

Abermals betont die SNB, an ihrer «expansiven» Geldpolitik festzuhalten.

Was bedeutet «expansive» Geldpolitik?

Es bedeutet, dass die SNB der inländischen Wirtschaft Kapital «günstig», d.h. zu einem tiefen Zinssatz anbietet.

Schauen wir uns die Bilanz der SNB etwas näher an: Da sehen wir, dass die SNB der Schweizer Wirtschaft praktisch keine Kredite zur Verfügung stellt. Seit Beginn der Corona-Krise gewährt sie Covid-19 Kredite im Betrag von rund 10 Milliarden Franken – garantiert vom Bund (d.h. von den Steuerzahlern notabene).

Ihre Investitionen im Ausland betragen dagegen über 850 Milliarden Franken. Die SNB betreibt somit eine im Ausland fast 100 Mal expansivere Geldpolitik als in der Schweiz.

 

Zweitens:

Die Minuszinsen, welche die Banken der SNB zu bezahlen haben, sind nicht expansiv, sondern kontraktiv: Die SNB entzieht dadurch den Banken Kapital. Die SNB hat offenbar immer noch nicht den Unterschied zwischen ihren Aktiv- und Passivzinsen verstanden.

 

Drittens:

Die SNB schreibt:

«Die Nationalbank stellt dem Bankensystem im Rahmen der SNB-COVID-19- Refinanzierungsfazilität (CRF) weiterhin grosszügig Liquidität zur Verfügung.»

Nochmals:

Bei einer Bilanzsumme von fast einer Billion gewährt die SNB im Inland Kredite von 10 Milliarden, d.h. rund einem Prozent – und die SNB nennt das «grosszügig» - zumal sie sich dieses Prozent erst noch vom Bund und damit von den Steuerzahlern garantieren lässt.

Herr Jordan sagt dies – ohne rot zu werden.

Und die Medien übernehmen es, ohne nachzudenken. Die SNB missbraucht die Medien (insbesondere die NZZ und das SF) als ihre «Bodyguards». Die verteidigen jeden Unfug der SNB.

 

Viertens:

Die SNB sei bereit, verstärkt am Devisenmarkt zu intervenieren schreibt die SNB. Wir halten uns vor Augen:

Die SNB besitzt bald eine Billion Devisen – und sie will verstärkt weiterkaufen. Noch nie – ich wiederhole – noch nie hat die SNB eine Exitstrategie aufgezeigt.

Die SNB ist von allen guten Geistern verlassen – auch die Medien, welche die ausweglose Geldpolitik der SNB durchwinken, ohne auch nur andeutungsweise zu hinterfragen.

Wohin führt der Weg der SNB?

Ganz klar in die Sackgasse.

Das wird ein böses Erwachen geben. Man kann nur hoffen, dass Donald Trump der SNB vorher noch den Riegel schiebt. Er ist der einzige, der das noch kann. Er ist der Einzige, der die SNB vor sich selbst schützen kann  - und uns schützen kann vor unserer SNB.

Je früher desto besser – für die Schweiz und uns alle.

 

Fünftens:

Zu den Vorwürfen am Rande der SNB-Telefonkonferenz bezüglich der zwischenmenschlichen Probleme bei der SNB.

Natürlich kann ich zu den konkret genannten Vorwürfen keinerlei Stellung beziehen.

Als «SNB-Beobachter» sehe ich nur an die Mauern der SNB heran aber nicht dahinter.

Schon 1993 habe ich in meinem Buch «Arbeitslosigkeit – die grosse Verantwortung der Wirtschaftswissenschaft» darauf hingewiesen, dass die SNB einer «Festung im Krieg» gleiche.

Die SNB tut alles, um immer «Recht zu behalten» und jede Kritik zu unterdrücken. Wer sie kritisiert kann nicht bei einer Bank arbeiten.

Die SNB ist eine «One-man-Show» mit Thomas Jordan. Der lässt keine Kritik zu.

Jahrelang zeigte ich auf, dass die Geldtheorie falsch ist. Die SNB wollte nichts davon wissen.

Erst als die Bank of England meine Argumentation übernahm, strich die SNB ihre Irrlehre teilweise von ihrer Home Page und übernahmt die Theorie der Bank of England, die ursprünglich aber von mir stammt.

Die SNB desinformiert auch unseren Bundesrat, der dann die Irrtümer der SNB kolportiert.

Auch jetzt verbreitet die SNB immer noch Irrtümer und verwechselt Aktiven und Passiven ihrer Bilanz bzw. Eigen- und Fremdkapital in ihrer Bilanz.

Dass niemand innerhalb der SNB die Irrlehre ihres Chefs durchschaut ist m.E. unmöglich – in der SNB muss ein Klima der Unterdrückung herrschen – anders ist es gar nicht möglich.

Es ist höchste Zeit, dass die «Mauern von Jericho» endlich – endlich! – einstürzen – wie auch immer.

Es wird die Zeit kommen, da wird bei der SNB kein Stein auf dem anderen bleiben.

Marc Meyer, SNB-Beobachter, 24.9.2020

SNB: Bagatellisierung ohne Ende

St. Galler Kantonalbank bagatellisiert SNB-Holzweg - Replik auf Diskussionsbeitrag der St. Galler Kantonalbank vom 21.9.2020

Im Hinblick auf die vierteljährliche Lagebeurteilung der SNB vom kommenden Donnerstag hat die St. Galler Kantonalbank ihre «SGKB Investment views» veröffentlicht.

Darin wird der Holzweg der SNB-Geldpolitik erneut bagatellisiert:

 

Erstens:

Die St. Galler Kantonalbank bezeichnet die Devisenanalgen der SNB als «Devisenreserven».

Zur Erinnerung: Bei Devisenanalgen handelt es sich um Vermögen der SNB, das in Fremdwährungen angelegt ist und auf der Aktivseite der SNB-Bilanz verbucht wird. Bei Reserven handelte es sich jedoch um Eigenkapital der SNB, das auf der Passivseite der SNB verbucht würden.

Die St. Galler Kantonalbank verwechselt also auch Aktiven und Passiven der SNB-Bilanz. Sie zeigt sich solidarisch mit der SNB-Direktion und dem Schweizer Bundesrat, welche links und rechts der SNB-Bilanz ebenfalls verwechseln. Schade, dass man nicht den Mut hat, der SNB und dem Bundesrat zu wiedersprechen und einfach deren Irrtümer nachplaudert.

 

Zweitens:

Die St. Galler Kantonalbank schreibt:

«Da es für die SNB nicht möglich ist, mehrere Hundert Milliarden Franken am Devisenmarkt zurückzukaufen, ohne eine neuerliche Aufwertungsfantasie für den Franken zu entfachen, werden ihr die Devisenreserven noch sehr lange erhalten bleiben. Sie dürften durch zusätzlich notwendige Interventionen künftig weiter zunehmen, wie die Erfahrung der letzten Jahre zeigt.»

Diese Passage verdeutlicht das Dilemma der SNB und damit der ganzen Schweiz:

Ein Ausstieg aus den Devisenanlagen der SNB ist nicht mehr möglich.

Was bedeutet das? Wir haben bald eine Billion Devisen und können diese nicht mehr verkaufen. Jeder Schweizer besitzt damit für über 100'000 Franken Devisen, die unverkäuflich geworden sind.

 

Drittens:

Die St. Galler Kantonalbank schreibt:

«Ein Teil der Obligationen ist jedoch in Anleihen mit einer tieferen Bonität oder mit einer langen Restlaufzeit angelegt. Auf diesen kann sowohl in US-Dollar als auch in Euro ein ansehnlicher Ertrag erzielt werden.»

Wirklich?

Dass darauf auch ein ansehnlicher Verlust entstehen kann verschweigt die Kantonalbank.

 

Viertens:

Die St. Galler Kantonalbank schreibt:

«Die Aktien dürften in Umfeld der wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Rezession aber weiter an Wert gewinnen.»

Wirklich?

Dass eine weiter Korrektur kommen könnte blendet die St. Galler Kantonalbank ebenfalls aus.

 

Fünftens:

Zitat:

«Es «kostet» ja nichts.»

Diesen Irrtum hat SNB-Chef Jordan selber in die Welt gesetzt mit seinem Märchen von der «Geldschöpfung aus dem Nichts».

Die SNB hat uns in eine Devisenfalle geführt. Es wird Zeit, die SNB-Geldpolitik etwas kritischer zu hinterfragen.

Marc Meyer, SNB-Beobachter 21.9.2020

Hat die SNB ein Problem mit Frauen? Replik auf Kolumne im BLick #Aufbruch mit Patrizia Laeri

Frau Laeri, was ist für Sie wichtiger: Muss der Notenbankpräsident / die Notenbankpräsidentin eine Frau oder ein Mann sein oder muss er oder sie links und rechts der SNB-Bilanz unterscheiden können?

Sehr geehrte, liebe Frau Laeri

 

Eigentlich wollte ich Sie vor einigen Monaten fragen, ob Sie mit mir ein Interview führen möchten auf CNN Money Switzerland - nun ist aber alles - für mich unterwartet - anders gekommen.

 

Ich hätte mit Ihnen gerne öffentlich darüber gesprochen, wie es möglich sein kann, dass unsere SNB ihre fast eine Billion Schulden als Vermögen deklarieren kann und behauptet, sie könne "Geld aus dem Nichts drucken" und nicht eine einzige Zeitung hinterfragt.

 

Sogar unser Bundesrat behauptet allen Ernstes, unsere SNB könne nicht illiquide werden in Franken und gibt damit zu verstehen, dass er ebenfalls links und rechts der SNB-Bilanz miteinander verwechselt (siehe Antwort des Bundesrates auf Motion Kaufmann). 

 

Was ist für Sie wichtiger Frau Laeri:

Muss der SNB-Präsident eine Frau sein oder muss er oder sie links und rechts der SNB-Bilanz unterscheiden können?

 

Eine Antwort von Ihnen irgendwo würde mich freuen.

 

Freundliche Grüsse

 

SNB-Beobachter

Meyer Marc, Dr. rer. pol., 15.9.2020

Die Tesla-Taktik offenbart die riskante Wette der Schweizer - Replik auf Artikel in Welt.DE

Auch in Deutschland beginnt man langsam, das hochriskante Geschäftsmodell der SNB zu hinterfragen

Der Bericht von Welt.De ist allerdings etwas einseitig. Er fokussiert allein auf den grossen Tagesverlust von Tesla von 20 Prozent vergangene Woche.

 

Die Geldpolitik einer Zentralbank gilt es jedoch, langfristig zu beurteilen: Aber in einer langristigen Beurteilung schneidet die SNB noch katastrophaler ab. 

 

Zuerst einmal muss man sich die Frage stellen, ob es denn die Aufgabe der SNB sei, in ausländische Aktien zu investieren? Wie denn bitte soll der Kauf von Tesla-Aktien die Schweizer Exportindustrie unterstützen? 

 

Die SNB kaufte ja im vergangenen Jahrzehnt für hunderte Milliarden Franken Aktien im Ausland vor allem in Dollars und Euros. Damit unterstützt sie die Unternehmen im Ausland und die ausländischen Staaten. 

 

DIe SNB verstösst also ganz klar gegen die Schweizerische Bundesverfassung. Dieser Schaden - massiver Kapitalexport zulasten der Schweiz und zugunsten des Auslandes - ist noch viel schwerwiegender als der Tagesverlust von Tesla. 

 

Kommt hinzu, dass die SNB ihre ausländischen Devisen, investiert in Aktien und Staatsobligationen, nicht mehr los wird. Die SNB muss kaufen und kaufen und kaufen, um den Euro zu stützen.

 

Hört sie auf mit den Zukäufen, muss sie mit schweren Verlusten auf ihrem Protefeuille rechnen. Die SNB hat sich in einen Sackgasse hineinmanövriert, aus der sie nicht mehr herausfindet. 

 

Tesla ist nur ein kleines Mosaiksteinchen in diesem SNB-Desaster. 

 

SNB-Beobachter

Marc Meyer, Dr. rer. pol. 14.9.2020

 

 

SNB-Geld für alle Fälle - Replik auf Artikel in der FuW vom 31. 8. 2020

Die SNB missachtet Fundament der Rechnungslegung «Standard Swiss GAAP FER»

Das Fundament der Rechnungslegung «Standard Swiss GAAP FER» ist der Ausdruck «True & Fair». «True & Fair View» als Fundament bedeutet u.a., dass das Vermögen nicht höher bilanziert wird, als dieses veräussert werden kann (Niederstwertprinzip).

Die FuW schreibt, die SNB führe ihre Buchhaltung seit 1996 gemäss dem Standard Swiss GAAP FER. Damals habe diese Einführung zur Auflösung von «Stillen Reserven» geführt.

Seit Einführung des Mindestkurses stützt die SNB Euro und Dollar mit hunderten von Milliarden. Gemäss Aussagen von SNB-Chef Jordan würde der Euros «ganz woanders» notieren ohne Interventionen der SNB.

Wo würde er notieren? Möglicherweise 10 - 20 Prozent tiefer? Angenommen, der Franken notierte im Schnitt 15 Prozent höher als ohne Interventionen der SNB.

Dies würde bedeuten, dass die Devisen in der Bilanz der SNB um 15 Prozent überbewertet sind. Die SNB hätte effektiv «Stille Verluste» von über 120 Milliarden.

Die Überbewertung der Devisen durch die SNB ist somit ganz klar ein Verstoss gegen das Fundament von GAAP FER.

Die Konklusion daraus ist, dass die SNB 15 Prozent weniger Vermögen in ihrer Bilanz hätte, als sie ausweist.

Mit anderen Worten:

Das Eigenkapital der SNB ist bereits fast weg.

Die SNB hält sich nur noch mit Bilanztricks über Wasser. Ein «Notplan» für den Fall von negativem Eigenkapital, wie ihn die FuW vorschlägt wird immer dringlicher.

 

SNB-Beobachter

Marc Meyer, 9.2.2020

SNB-Geld für alle Fälle / Replik auf Artikel in der FuW vom 31.8.2020 (Teil V)

«Mit dem Notfallplan weiss dann der Steuerzahler, dass er das Risiko trägt.» Wie bitte?

Die FuW titelt:

 

Zitat: 

 

«Mit dem Notfallplan weiss dann der Steuerzahler, dass er das Risiko trägt.»

 

Zitat Ende

 

Auch hier widerspricht die FuW der SNB diametral und übernimmt meine seit Jahren vorbegrachte Argumentation, dass der Steuerzahler für das Risiko der SNB haftet.

 

SNB-Chef Jordan bestreitet dies: In einem Fernseh-Interview sagte er ganz klar, die Steuerzahler würden kein Risiko tragen bezüglich der SNB.

 

Die SNB begründet dies mit ihrem Notenmonopol: Dank diesem könne die SNB nie illiquide werden in Franken. Deshalb gehe die SNB auch nie Konkurs und der Stuerzahler trage somit kein Risiko.

 

Bedenklich ist, dass der Schweizerische Bundesrat diesen Irrtum der SNB übernommen hat (siehe Antwort des Bundesrates auf die Motion Kaufmann).

 

Die SNB behauptet also, die Stuerzahler tragen kein Risiko bezüglich der SNB und die FuW ist nun auf meine seit Jahren vorgetragene Argumentation eingeschwenkt, die Steuerzahler tragen das Risko für die SNB.

 

Es wäre an der Zeit dass die SNB dem Schweizervolk eindlich reinen Wein einschenkt.

 

Oder braucht es dazu erst einen Notfallplan, den die FuW fordert, bis auch die SNB das zugibt?

 

Marc Meyer, SNB-Beobachter

8.8.2020

 

SNB-Geld für alle Fälle - Replik auf den Artikel in der FuW  vom 30.8.2020 (Teil IV)

Die SNB versteckt sich hinter der Zentralbank Tschechiens

(Teil IV)

Die Schweiz ist weltberühmt für Schokolade, Käse und Banken – und jetzt nimmt sich unsere Schweizerische Nationalbank die Zentralbanken von Ländern wie Chile und Tschechien als Vorbild? Ja die SNB versteckt sich gar hinter diesen.

Zitat aus dem Artikel der Finanz und Wirtschaft:

«Mit negativem Eigenkapital lässt sich die Geldpolitik zwar genauso führen – das haben die Zentralbanken in Chile, Israel und Tschechien gezeigt – …»

Zitat Ende

Diese Argumentation ist nicht «auf dem Mist der FuW» gewachsen sondern die FuW hat abgeschrieben von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auch dort wird diese Mär verbreitet.

Betrachten wir die Zentralbank von Tschechien:

 

Erstens:

Die Beträge bei der Tschechischen Zentralbank waren minim im Vergleich zur heutigen SNB. Es ging um wenige Prozente des Ausmasses der SNB.

 

Zweitens:

Da Tschechien Jahrzehnte lang kommunistisch war, ist davon auszugehen, dass die Kreditgeber der tschechischen Zentralbank v.a. staatlicher Herkunft waren. Wertberichtigungen auf deren Zentralbankguthaben konnten so einfacher überbrückt werden, da es sich um Staatsvermögen handelte.

Das ist nicht vergleichbar mit der Situation in der Schweiz, wo private Banken, welche an der Börse kotiert sind, die Kreditgeber der SNB sind.

 

Drittens:

Nach der Wende vom Kommunismus zur Marktwirtschaft konnte Tschechien viele staatseigene Betriebe und Immobilien an ausländische Investoren verkaufen. Der resultierende Erlös wurde der Zentralbank gutgeschrieben. Auch dies ist bei der SNB in keiner Weise der Fall.

Negatives Eigenkapital der Tschechischen Zentralbank in Millionenhöhe konnte so einfach reduziert werden.

Es ist also im höchsten Mass irreführend und gefährlich, die tschechische Zentralbank als Vorbild für die SNB zu nehmen.

Negatives Eigenkapital der SNB wird zu einer Wertberichtigung der Guthaben der Banken bei der SNB führen. Das kann den Kunkurs von Grossbanken in der Schweiz bedeuten.

Auch hier sollte die SNB umdenken und die FuW genauer recherchieren und nicht einfach aller Welt deren Irrtümer abschreiben.

Marc Meyer, Dr. rer. pol.

7.9.2020

SNB-Geld für alle Fälle - Replik auf FuW Artikel vom 31.8.2020 (Teil III)

Verheerender Irrtum von SNB-Chef Jordan - verwechselt Eigen- und Fremdkapital

SNB-Chef Jordan verwechselt Eigen- und Fremdkapital der SNB

Teil III

Drittens:

Die FuW legt ihren Finger in eine Eiterwunde der SNB.

Sie schreibt:

Zitat:

«Sowieso stärkt Gelddrucken nicht das Eigenkapital»

Zitat Ende

Auch mit diesem Satz widerspricht die FuW dem SNB-Chef diametral und übernimmt meine Argumentation. Ich argumentierte immer, Geld (Notenbankgeld) stelle Fremdkapital der SNB dar – nicht Eigenkapital (siehe meine Dissertation «Geld – eine Obligation der Notenbank», 1998, Universität Bremen).

In seinem Grundsatzreferat vor der Volkswirtschaftlich – Statistischen Gesellschaft Basel sagte SNB-Chef Jordan Folgendes:

Zitat Jordan:

«Zum Wiederaufbau von Eigenkapital braucht es – nicht anders als bei privaten Unternehmen – Gewinne. Denn mit „Geld drucken“ kann Eigenkapital, wie gesagt, nicht nachhaltig aufgestockt werden.» (Braucht die Nationalbank Eigenkapital? (siehe SNB-Chef Jordan vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel, S. 13))

Zitat Ende

Jordan setzt also «Gewinne» und «Geld drucken» einander gleich. Er sagt also deutlich, dass Eigenkapital durch «Geld drucken» aufgebaut werden kann – dass es dazu aber auch Gewinne braucht, ansonsten »Geld drucken» nicht «nachhaltig» sei.

Dies belegt schwarz auf weiss, dass der SNB-Chef das Kerngeschäft der SNB nicht verstanden hat. Jordan verwechselt Fremd- und Eigenkapital der SNB.

An anderer Stelle im Referat sagt Jordan, die SNB könne durch «Geld drucken» «Liquidität» «aus dem Nichts schaffen». Liquidität wäre Vermögen der SNB. Könnte die SNB tatsächlich Vermögen «aus dem Nichts schaffen» - also ohne irgendwelche Verpflichtung – so wäre dies eine Verlängerung der Aktivseite der SNB-Bilanz.

Würde die Aktivseite der SNB-Bilanz verlängert ohne zusätzliches Fremdkapital auf der Passivseite, so würde bei einer Geldemission Eigenkapital der SNB entstehen.

Warum?

Weil die Passivseite nur aus Eigen- und Fremdkapital bestehen kann. Verlängert sich die Passivseite bei unverändertem Fremdkapital («aus dem Nichts»), so folgt daraus zwingend, dass Eigenkapital entstünde.

Auch dies belegt, dass SNB-Chef Jordan Geld (Notenbankgeld, d.h. Banknoten und Giroguthaben der Banken bei der SNB) als Eigenkapital der SNB betrachtet. Das ist aber falsch – Notenbankgeld ist Fremdkapital der SNB – eine Schuld der SNB.

Ferner behauptet Jordan, die SNB müsse ihre ausstehende Geldmenge nie zurückzahlen (seit Aufhebung des Goldstandards) (siehe Grundsatzreferat von SNB-Jordan «Wie Geld durch die Zentralbank und das Bankensystem geschaffen wird)» vor der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Zürich).

Nur Eigenkapital muss nie zurückbezahlt werden, wie Jordan behauptet. Auch hier meint Jordan also, von der Notenbank emittiertes Geld stelle Eigenkapital der SNB dar.

Dieser Irrtum von Jordan (und anderen Zentralbankern wie z.B. Axel Weber oder Jens Weidmann u.a.) zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Geldtheorie und Geldpolitik der vergangenen Jahrzehnte hindurch.

Für die Schweiz ist dieser Irrtum besonders gravierend, weil SNB-Jordan basierend darauf fast bald eine Billion Schulden aufgetürmt hat und meint, es handle sich dabei um Vermögen («Liquidität» bzw. «Devisenreserven der SNB» – was notabene auch Eigenkapital der SNB wäre).

Irrtum reiht sich an Irrtum.

In diese Kategorie von Irrtümern reiht sich nahtlos auch die sogenannte "Seigniorage" ein: Es wird von den Zentralbankern behauptet, bei einer Geldemission erziele die Zentralbank einen Gewinn im Ausmass des emittierten Geldes abzüglich der Druckkosten. 

Wenn also die SNB eine 1000er Note emittieren, deren Druckkosten 30 Rappen betragen, so erziele die SNB einen Gewinn von 999.70 Franken. Auch das ist Unfug, weil die SNB bei Emission zugleich eine Schuld von CHF 1'000 eingeht.

Auch bei der sogenannten "Seigniorage" entsteht Fremdkapital der SNB und keinesfalls Eigenkapital, wie die Zentralbanken behaupten.

Die FuW ist also auch bezüglich meiner Kritik, bei Notenbankgeld handle es sich nicht um Eigen- sondern um Fremdkapital der SNB auf meine Argumentation umgeschwenkt.

Ich fordere die FuW auch hier auf, ihre Analyse und Berichterstattung seriös zu betreiben und diesen verheerenden Irrtum der SNB weiterhin zu verfolgen und richtigzustellen:

«Mit Geld drucken kann die SNB allfällig negatives Eigenkapital nicht wieder aufstocken, wie die SNB meint.»

Nein - die Steuerzahler werden die SNB rekapitalisieren müssen - entgegen anderslautenden Behauptungen der SNB.

Deshalb stimme ich mit der FuW vollkommen überein, dass nun endlich ein "Notplan" ausgearbeitet werden muss, wie im Falle von negativen Eigenkapital bei der SNB vorzugehen sei.

Die SNB muss in diesem Fall ihre Bilanz deponieren oder die Steuerzahler werden sie rekapitalisieren müssen.

Besonders peinlich und irreführend ist, dass sogar der Bundesrat der Irrlehre der SNB gefolgt ist und behauptet, die SNB könne aufgrund des Notenmonopols nicht illiquide werden in Franken (siehe Antwort Bundesrat auf Motion Kaufmann).

Auch aus dieser Argumentation des Bundesrates ginge hervor, dass die SNB durch Drucken von Banknoten eigene Liquidität schaffen könne – das würde bedeuten, dass bei einer Geldemission Eigenkapital der SNB entstünde.

Das Parlament hat damals den Irrtum des Bundesrates auch nicht erkannt.

Es ist also ein vollkommenes Umdenken notwendig: Nicht nur bei der SNB, sondern auch beim Bundesrat und beim Parlament. Bundesrat und Parlament sind gefordert.

Durch Geldschöpfung entsteht nicht Eigen-, sondern Fremdkapital der SNB.

Gut, dass die FuW nun endlich wieder auf meine Argumenation eingeschwenkt ist (nachdem ich das bereits vor über 20 Jahren in zwei ganzseitigen Artikeln in der FuW geschrieben hatte; «Die SNB-Investitionspolitik ist zu überdenken, 31. Jan. 1996 und «Wie ein SNB-Musterportefeuille aussehen müsste», Juni 1996).

Ich frage mich, ob die FuW überhaupt die Tragweite dessen erkannt hat, dass sie nun unserem Notenbankpräsidenten ebenfalls widerspricht und schreibt, dass bei einer Geldemission das Eigenkapital der SNB nicht steigt.

 

SNB-Beobachter

Marc Meyer, 3.9.2020

SNB-Geld für alle Fälle - Replik auf Artikel in der FuW vom 31.8.2020 (Teil II)

Die FuW schreibt der SNB deren Unfug ab

Teil II

Zweitens:

Die FuW im Fahrwasser der SNB-Irrlehre

Die FuW schreibt:

Zitat:

«Ein Bilanzverlust lässt sich nicht direkt mit frisch gedrucktem Geld ausgleichen. Die Notenpresse stellt zwar sicher, dass die SNB immer in der Lage ist, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, sie geht also nie in Konkurs, ...

Zitat Ende

In diesem Abschnitt gerät die FuW wieder ins Fahrwasser der Irrlehre der SNB: «Einer Verpflichtung nachkommen» bedeutet, diese zu vermindern, zu verkleinern oder abzubauen usw. Die Verpflichtungen werden rechts in der Bilanz aufgeführt.

Um also eine Verpflichtung rechts in der Bilanz abzubauen bzw. um die rechte Seite der Bilanz verringern zu können, muss auch die linke Seite der Bilanz analog verringert werden.

Den Verpflichtungen auf der Passivseite nachkommen kann man also nur, wenn man auf der Aktivseite entsprechendes Vermögen besitzt, das man analog verringern kann.

Druckt die SNB jedoch Geld, so verringert sich aber keineswegs die Aktivseite der Bilanz, sondern es verlängert dies im Gegenteil die Passivseite der Bilanz. Mit anderen Worten:

Die SNB kann ihren Verpflichtungen in keiner Weise nachkommen durch Geld drucken, wie das die SNB und FuW behaupten. Denn durch Geld drucken vergrössert sie im Gegenteil ihre Verpflichtungen.

Die Behauptung von SNB-Chef Jordan (an diversen Vorträgen vor Volkswirtschaftlichen Gesellschaften), die SNB können durch Geld drucken ihren Verpflichtungen jederzeit nachkommen ist also vollkommener buchhalterischer Unfug.

Und es ist bedenklich, dass eine Wirtschaftszeitung auf diesen Irrtum von SNB-Chef Jordan hereinfällt und diesen ebenfalls kolportiert.

Die Konklusion ist, dass die SNB sehr wohl Konkurs gehen kann.

 

SNB-Beobachter

Marc Meyer, 2.9.2020

SNB-Geld für alle Fälle  Replik auf Artikel in der FuW vom 31.8.2020 (Teil I)

Replik auf Artikel in der Finanz und Wirtschaft vom 31. August 2020

Auch die Finanz und Wirtschaft argumentiert teilweise immer noch im Sumpf der SNB-Irrlehre - doch stellt sie sich  diametral gegen die Argumentation von SNB-Jordan

Der Artikel in der Finanz und Wirtschaft verdeutlicht ein gewisses Umdenken bezüglich Geldtheorie und Geldpolitik der SNB. Im Zentrum basiert der Artikel aber immer noch auf einer irrigen Geldtheorie, auf welcher die Geldpolitik der SNB aufgebaut ist. Diese Geldpolitik der SNB stellt für die Wirtschaft der Schweiz und sogar für die politische Unabhängigkeit unseres Landes eine grosse Gefahr dar.

Die Irrtümer im FuW Artikel leiten die Politiker erneut in die Irre.

Deshalb will ich diese hier richtigstellen. Gerne möchte ich anschliessend den Artikel chronologisch analysieren in verschiedenen zentralen Punkten. Aus Zeitgründen wird es mir nur möglich sein, in Teilen auf den Artikel einzugehen.

 

Teil I:

Erstens:

Bereits im ersten Absatz des FuW-Artikel kommen wir auf eine unüberbrückbare Differenz zwischen der Argumentation der SNB und meiner seit über zwei Jahrzehnten vorgetragenen Kritik zu sprechen; wobei – und das ist das Interessante – die FuW erstmals meiner Argumentation folgt und der Argumentation Jordan widerspricht.

Ich argumentierte immer, im Falle von negativem Eigenkapital der SNB müssten die Steuerzahler die SNB rekapitalisieren.

SNB-Chef Jordan hingegen sagte in einem Fernseh-Interview, die Steuerzahler hätten bezüglich der SNB nichts zu befürchten.

In der Amtszeit Hildebrand/Jordan hat die SNB ihre Bilanzsumme um rund 700 Milliarden Franken (!) ausgedehnt. Aber nicht ein einziges Mal haben weder Hildebrand noch Jordan erwähnt, dass die Schweizer Steuerzahler das Risiko für die Schulden der SNB tragen.

Das Wort «Schulden der SNB (Zentralbank) ») wurde übrigens weltweit das erste Mal in der Politik verwendet in der Motion den SVP-Nationalrat Kaufmann («Verschuldungslimite für die SNB»).

Zuvor hatte ich unzählige Male über viele Jahre hinweg darauf hingewiesen, dass die SNB bei der Emission von Geld (Geldschöpfung) Schulden auf sich lade – Staatsschulden genau genommen, welche zu den Gesamtschulden von Bund, Kantonen und Gemeinden zu addieren seien. Die SNB akkumulierte fast eine Billion Schulden trotz in der Verfassung festgeschriebener Schuldenbremse.)

Die FuW schreibt:

Zitat:

«Wer dann wie viel an die SNB zurückzahlt, muss vorab geregelt sein.»

Zitat Ende.

Der Artikel ist hier nicht genau. Der Autor schreibt, dass man vorab regeln sollte, wer dann wieviel an die SNB zurückzahlt, wenn das Eigenkapital der SNB aufgebraucht sei. Wenn das Eigenkapital der SNB aufgebraucht aber noch nicht negativ ist, muss die SNB noch nicht durch die Steuerzahler rekapitalisiert werden. Erst wenn dieses negativ werden sollte.

Diese Gefahr besteht tatsächlich, weil SNB-Chef Jordan gesagt hat, die SNB würde im Falle von negativem Eigenkapital ihre Bilanz nicht hinterlegen. Begründung: Die SNB könne in diesem Fall Geld drucken und so das negative Eigenkapital der SNB wieder aufbauen.

Es besteht also in der Tat die Gefahr, dass der Wert des Vermögens der SNB bei Erreichen von Null Eigenkapital weiter fällt, weil die SNB ihre Bilanz nicht hinterlegt.

Selbst der Bundesrat hatte die irrige Argumentation der SNB übernommen und behauptete in seiner Antwort auf die Motion Kaufmann, die SNB könne aufgrund des Noten-Monopols nicht illiquide werden in Franken.

Die Argumentation des Bundesrates würde bedeuten, dass das Eigenkapital der SNB nicht negativ werden könne.

Die FuW argumentiert jetzt also vollkommen neu, wenn sie schreibt, es müsse geregelt werden (in einem Notfallplan), wer der SNB wieviel zurückzahlt. Die FuW unterstellt jetzt also auch, man müsse der SNB «zurückzahlen».

Es ist das erste Mal, dass ich das irgendwo in der Presse weltweit lese.

Der Satz: «der Zentralbank zurückzahlen» ist ein absolutes Novum weltweit. Dieser widerspricht ganz klar der Argumentation von SNB-Chef Jordan, die Steuerzahler werden die SNB mich rekapitalisieren müssen.

SNB-Chef Jordan soll nun endlich einmal dem Schweizer Volk reinen Wein einschenken und zugeben, dass es im Falle von negativem Eigenkapital die SNB rekapitalisieren müsse.

Ich fordere hier auch die FuW auf, ihre Recherche seriös zu betreiben und ihre Argumentation jener von SNB-Chef Jordan gegenüberstellen und zur Sprache zu bringen, weiter zu verfolgen.

Die FuW doppelt dann gleich nach mit dem Satz:

«Doch solch ein Notfallplan fehlt. Je begehrlicher die Politik, desto ¬wichtiger ist neben der Gewinn-ausschüttung eine Einzahlungsregel für Bund und Kantone.»

SNB-Chef Jordan behauptet also, es seien im Falle von negativem Eigenkapital keine Einzahlungen von Bund und Kantonen notwendig.

Die FuW hat nun aber meine Argumentation übernommen und spricht von einem «Notfallplan» bezüglich «Einzahlungen von Bund und Kantonen» an die SNB. Ein frappanter Widerspruch, der widersprüchlicher nicht sein könnte.

Und dabei geht es um eine offene Schuld der SNB von bald einer Billion.

Ende Teil I

Replik auf Artikel in der Sonntagszeitung vom 24. August 2020:

Die SNB kauft und kauft und kauft

Was sind Covid-19-Kredite? Die SNB ist lediglich «Zahlstelle»

Replik auf Artikel in der Sonntagszeitung vom 24. August 2020:

Die SNB kauft und kauft und kauft

Teil III:

 

Im Artikel steht folgender Satz: «Die Nationalbank stellt den Banken für die vom Bund garantierten Covid-Kredite Liquidität als gedeckte Darlehen zur Verfügung.»

Dieser Satz enthält ein gefährliches Missverständnis, welches suggeriert, dass die SNB den Banken ein Darlehen gewähre, das für diese Liquidität (Notenbankgeld) darstelle. Die Banken gäben dann diese Darlehen an die Unternehmen weiter, so dass diese Liquidität von den Banken erhielten.

Es liegt hier eine Vermischung von Aktiven und Passiven der SNB vor: Die Darlehen der SNB (Aktiven) werden irrtümlicherweise als «Liquidität» bzw. als Notenbankgeld (Passivum) interpretiert.

Was geschieht genau?

Um das zu verstehen, soll hier kurz nochmals die Geldschöpfung durch das Bankensystem erklärt werden in Anlehnung an meine Argumentation auf Inside Paradeplatz «Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung» (inkl. Nachträge), (29. September 2013) die dann von der Bank of England übernommen wurde im April 2014 (Quartely).

Wie entsteht also Geld?

Beispiel:

Jemand will ein Haus kaufen. Er geht zur Bank und gibt das Haus der Bank als Pfand für einen Hypothekarkredit. Die Bank schreibt dem Kreditnehmer den Betrag auf dessen Konto bei der Bank gut. Es ist also Geld entstanden aufgrund eines gegenseitigen Kredites: Die Bank gewährt dem Kunden einen Hypothekarkredit und dieser gewährt der Bank einen Kredit, solange das Geld auf seinem Bankkonto liegt. Tätigt er damit eine Zahlung, so gewährt der Zahlungsempfänger der Bank einen Kredit usw.

 

Ein anderes Beispiel:

Ein Unternehmer legt der Bank einen Businessplan vor. Ist dieser vielversprechend, so gewährt sie dem Unternehmer einen Betriebskredit. Die Bank schreibt dem Unternehmer das Geld auf dessen Konto bei der Bank gut. Auch hier sind wiederum zwei Kredite entstanden: Die Bank gewährt dem Unternehmer einen Betriebskredit und der Unternehmer gewährt der Bank einen Kredit in Form eines Guthabens auf seinem Bankkonto. Es ist Geld entstanden aufgrund eines guten Businessplanes.

 

Ein weiteres Beispiel:

Eine Privatperson möchte einen Kleinkredit (Privatkredit), um in die Ferien zu verreisen. Um diesen Kredit zu erhalten muss die Privatperson über ein sicheres Einkommen verfügen. Das wird geprüft. Ist dies der Fall, so kriegt sie den Privatkredit. Die Bank gewährt dem Kunden den Privatkredit und schreibt ihr das Geld auf deren Konto bei der Bank gut.

Auch hier handelt es sich um zwei gegeneinander fliessende Kredite: Die Bank gewährt dem Kunden einen Kleinkredit und der Kunde gewährt der Bank einen Kredit, solange der das Geld auf dem Bankkonto liegen lässt.

Es gibt also verschiedene Möglichkeiten, wie Geld durch das Bankensystem entstehen kann. Auf einem Bankkonto kann eine Gutschrift entstehen, weil ein Kunde der Bank etwas verkauft oder weil ein Kunde einen Kredit erhält. Das kann ein Kredit gegen eine Sicherheit wie ein Haus sein oder gegen einen guten und erfolgversprechenden Businessplan oder gegen den zukünftigen Lohn.

Entscheidend ist:

Die «Liquidität» - also das Vermögen des Kunden – entsteht durch einen realen Wert, der bereits existiert (z.B. Haus) oder der mit grosser Sicherheit erarbeitet werden wird (Businessplan oder zukünftiger Lohn).

Im Falle der Covid-19 Kredite entsteht die «Liquidität» also wie folgt:

Ein Unternehmen geht zu seiner Bank und erklärt, dass es einen guten Geschäftsgang habe, der jetzt nur wegen Covie-19 eingeschränkt sei; aber man könne davon ausgehen, dass das Unternehmen bald wieder floriere und den Kredit zurückzahlen können (ein vereinfachter Businessplan also).

Die Bank gewährt dem Unternehmen also kurzfristig einen Überbrückungskredit. Im Gegenzug schreibt die Bank dem Unternehmen den Betrag auf dessen Konto bei der Bank gut. Auch hier sind nun wiederum zwei gegeneinander fliessende Kredite entstanden.

Die Bank gewährt dem Unternehmen einen Kredit und das Unternehmen gewährt der Bank einen Kredit, solange es das Geld auf dem Konto der Bank liegen lässt. Veranlasst das Unternehmen eine Zahlung, so gewährt der Zahlungsempfänger der Bank den Kredit.

Wichtig ist also, Folgendes festzuhalten:

Die «Liquidität» ist nicht das Darlehen der Bank an das Unternehmen, sondern umgekehrt die Gutschrift der Bank für die hinterlegte Sicherheit (Businessplan). Der Businessplan stellt zukünftiges Einkommen und Vermögen in Aussicht. Mit diesem Vermögen kann das Unternehmen aber keine Rechnungen zahlen, weil es nicht liquide ist. Niemand akzeptiert einen Businessplan als Zahlung.

Erst dadurch, dass die Bank dieses Vermögen als Sicherheit erhält (mögliche Pfändung von Vermögen des Unternehmens) und einen Betriebskredit gewährt, kann die Bank dem Unternehmen eine Gutschrift auf sein Konto bei der Bank überweisen.

Diese Gutschrift ist dann die Liquidität des Unternehmens.

Hätten alle Unternehmen ausschliesslich ein Konto bei der UBS, so könnten sämtliche Zahlungen getätigt werden durch Konto-Übertragungen auf der Passivseite der UBS-Bilanz.

 

Beispiel:

Zahlt Unternehmen A einen Betrag an Unternehmen B, so gibt Unternehmen A der UBS den Auftrag, von ihrem Konto auf das Konto von Unternehmen B zu überweisen. Da es nun aber in der Schweiz nicht nur die UBS gibt, sondern auch noch andere Banken, muss die Zentralbank als Zahlungsstelle dienen:

Das geht so: Alle Banken besitzen ein Konto bei der SNB. Sie verkaufen nun der SNB ihre Covid-19 Kredite. Dadurch erhalten sie auf ihrem Girokonto bei der SNB den entsprechenden Betrag gutgeschrieben. Die Banken besitzen jetzt also keine Covid-19 Kredite mehr, sondern die besitzen Guthaben bei der SNB und die SNB besitzt die Covid-19 Kredite.

Will nun ein Unternehmen A eine Zahlung überweisen an Unternehmen B, so gibt es seiner Hausbank den Auftrag, diese Zahlung auszuführen. Die Bank von Unternehmen A gibt nur ihrerseits der SNB den Auftrag, von ihrem Guthaben bei der SNB den entsprechenden Betrag auf das Konto der Bank des Empfängers zu überweisen. Dort angekommen wird dieser Betrag dann dem Unternehmen B gutgeschrieben.

Die SNB ist also einzig und allein als Zahlungsstelle eingeschaltet, weil sie das Risiko für einen allfälligen Kreditausfall bei einem Unternehmen auf den Bund und damit auf die Steuerzahler abgewälzt hat.

Der obige Satz: «Die Nationalbank stellt den Banken für die vom Bund garantierten Covid-Kredite Liquidität als gedeckte Darlehen zur Verfügung.» Ist also irreführend.

Er ist irreführend, weil er suggeriert, dass die Nationalbank den Banken Darlehen gewähre, welche diese an die Unternehmen weitergäben. Korrekt müsste der Satz wie folgt formuliert werden:

Die Unternehmen treten ihre zukünftigen Gewinne und Unternehmensvermögen als Pfand an die Banken ab und erhalten dafür einen Überbrückungskredit. Dadurch erhalten die Unternehmen Liquide Mittel auf ihren Konti bei den Banken gutgeschrieben.

Die Banken ihrerseits verkaufen nun ihre Überbrückungskredite, die sie an die Unternehmen gewährt haben, der SNB und erhalten dafür liquide Mittel auf ihren Girokonti bei der SNB gutgeschrieben. Damit können die Unternehmen nun Zahlungen an andere Unternehmen mit anderen Bankverbindungen tätigen.

Es ist also keineswegs Vermögen bei der SNB entstanden, das über die Banken an die Unternehmen gelangt, sondern umgekehrt: Die Unternehmen werden voraussichtlich einen zukünftigen Gewinn erwirtschaften. Den verpfänden Sie samt Vermögenswerte an die Bank und erhalten dadurch eine Gutschrift. Diese ist Geld.

Da die Banken ihrerseits die gewährten Überbrückungskredite an die SNB verkaufen, entsteht Notenbankgeld, womit Interbank-Zahlungen möglich werden. Aus Businessplänen, die nicht handelbar sind, entsteht somit Geld für die Unternehmen, mit denen diese Zahlungen tätigen können.

Richtig müsste der obige Satz also heissen:

«Die Nationalbank stellt den Banken für die vom Bund garantierten Covid-Kredite Liquidität als Gegenleistung oder als Gegenbuchung für gedeckte Darlehen zur Verfügung.»

Der Satz dürfte nicht lauten:

«Liquidität als gedeckte Darlehen», sondern «Liquidität als Gegenbuchung für gedeckte Darlehen». Die Darlehen sind nicht die Liquidität. Die Darlehen (bzw. die notwendigen Sicherheiten dafür) sind die Voraussetzungen dafür, dass die SNB und die Banken Guthaben gutschreiben können, die dann ihrerseits liquide sind.

Die Darlehen der SNB sind aber nicht die Liquidität der Banken bzw. Unternehmen. Umgekehrt: Die zukünftige Wertschöpfung der Unternehmen (bzw. Garantie des Bundes, zukünftige Steuereinnahmen) ermöglicht Darlehen durch die Banken und die SNB, welche als Gegenbuchung für die Gewährung von Bankgutschriften sind. Diese stellen dann liquide Mittel der Unternehmen dar.

Es ist sehr wichtig, das zu unterscheiden, weil andernfalls suggeriert wird, die Darlehen der SNB seien die Liquidität der Banken bzw. der Unternehmen.

Die Vermischung von links und rechts der Bilanz ist hauptschuldig an den Irrtümern in der Geldtheorie.

Dieser Satz müsste in der Sonntagszeitung also richtiggestellt werden.

SNB-Beobachter

Marc Meyer, Dr. 26.8.2020

Die SNB kauft und kauft und kauft (Replik auf Artikel in der Sonntagszeitung vom 23.8.2020)

Herr Jordan: Treten Sie zurück!

Teil II

Gerne möchte ich hier nochmals kurz erläutern, woher denn «das viele Geld stammt», womit die SNB Euros und Dollars kauft.

In der Presse wird immer wieder der sehr irreführende Satz gebraucht, die Zentralbanken oder hier die SNB würden «Geld drucken». Auch SNB-Chef Jordan bedient sich dieses irreführenden Ausdruckes.

Der Ausdruck ist deshalb irreführend, weil suggeriert wird, dass die SNB durch Geld drucken eigene Liquidität bzw. eigenes Vermögen schaffe, womit sie dann im Aktivtausch Devisen kaufen könne.

SNB-Jordan suggeriert diesen Irrtum nicht nur, sondern er behauptet diesen Irrtum sogar wortwörtlich. Er behauptet, die SNB könne durch «Geld drucken» die benötigte Liquidität schaffen, um ihren Verbindlichkeiten immer und überall vollumfänglich nachzukommen (siehe Vortrag Jordan vor Volkswirtschaftlich-Statistische Gesellschaft, Basel).

Er behauptet also, die SNB könne durch «Geld drucken» liquides Vermögen (Liquidität) «aus dem Nichts schaffen» und damit ihren «Verbindlichkeiten nachkommen», d.h. ihre Verbindlichkeiten verringern.

Die Argumentation von Jordan beweist, dass er - unser Nationalbankpräsident - nicht versteht, was Geldschöpfung ist.

Jordan meint, wie er es von seinem Doktorvater Baltensperger gelernt hat, die SNB können «ohne Limite Geld (Franken) drucken und damit Euros kaufen».

Jordan hat nicht begriffen, dass die SNB ihre Devisen kauft durch Eingehen einer Schuld gegenüber den Banken; und diese Schuld muss die SNB jederzeit zurückzahlen können in Form eines an sie gerichteten Zahlungsauftrages, den sie ausführen muss.

Fällt das Vermögen der SNB unter Schulden der SNB, d.h. unter ausstehende Geldmenge, so ist die SNB zahlungsunfähig und damit konkurs.

Die Frage stellt sich also:

Weshalb sind die Banken bereit, der SNB dermassen hohe Kredite zu gewährleisten? Bald sind es eine Billion.

Folgende Erklärungen sind möglich:

Erstens:

Die Risk-Managements der Banken sind selber irregeführt durch die Behauptung der SNB, diese könne nicht illiquide werden und bei negativem Eigenkapital weiterarbeiten. Naiv glauben sie der SNB.

Zweitens:

Die Banken meinen, dass sie abgesichert seien durch die Steuerzahler bzw. den Bund, der die SNB im Falle von negativem Eigenkapital rekapitalisieren wird. Sie gehen davon aus, dass kommende Generationen für die Schulden des Bundes aufkommen werden, welche dieser wird eingehen müssen bei einer Rekapitalisierung der SNB.

Drittens:

Die Banken rechnen mit einem markanten Abschlag von Dollar und Euro, was ihnen einen grossen Devisenkursgewinn einbringen wird, da sie die Gegenposition der SNB einnehmen. Sie hoffen dann, als erste die Gewinne zu realisieren und auszusteigen, bevor das Eigenkapital der SNB negativ wird.

Zusammenfassend möchte ich folgendes festhalten:

Die SNB kauft und kauft und kauft – aber sie kauft auf Kredit. Sie «macht» Staatsschulden, entgegen der Bundesverfassung. Die SNB verstösst gegen die Schuldenbremse.

Das kommt im Artikel in der Sonntagszeitung leider nicht zum Ausdruck.

Marc Meyer, 25.8.2020

Die SNB kauft und kauft und kauft - Replik auf Artikel in der Sonntagszeitung vom 23.8.2020

SNB kauft und kauft und kauft

 

Herr Jordan - gehen Sie!

Replik auf Artikel in der Sonntagszeitung vom 23. August 2020 Von Marc Meyer, Dr. rer. pol., Riehen

“Die Nationalbank kauft und kauft und kauft»

Die SNB verrät die Schweiz! Herr Jordan: Ich fordere Sie auf – gehen Sie!

 

Teil I

Korrekt sollte der Titel in der Sonntagzeitung lauten: Die SNB verkauft und verkauft und verkauft. Was verkauft sie? Den Franken – und damit die Schweiz. Ihr erklärtes Ziel ist es ja, den Franken zu schwächen – ein klarer Verstoss gegen die Schweizer Bundesverfassung.

Gemäss Bundesverfassung sollte die Geldpolitik der SNB im Gesamtinteresse der Schweiz sein. Aber ihre Geldpolitik ist vielmehr im Gesamtinteresse des Auslandes. Oder wie soll der Kauf von US-Aktien im Interesse der Schweiz sein. Die SNB konnte das noch nie erklären.

Kann die SNB den Schweizer Export ankurbeln mit dem Kauf von US-Aktien? Die SNB betreibt eine Schildbürger-Geldpolitik: Mit dem Kauf von Euros und Dollars will sie den Franken schwächen bzw. die ausländischen Währungen stärken.

Das ist relativ gesehen dasselbe. Dazu muss sie jene Volkswirtschaften stärken in Relation zur Schweiz. Das tut sie, indem sie fast eine Billion Kapital von der Schweiz dorthin exportiert. Eine Währung ist ja das Resultat der Stärke einer Volkswirtschaft.

Wenn dann die ausländischen Volkswirtschaften aufgrund der Schweizer Investitionen stärker werden, werden auch deren Währungen fester. Und wenn die Ausländer eine festere Währung besitzen, so werden sie vermehrt in der Schweiz nachfragen. Das komme dann den Schweizer Exporteuren zugute.

Dümmer geht’s nicht mehr. Aber Dummheit kann man ja bekanntlich – das wissen wir genau seit dem Fall Swissair – nicht bestrafen.

Der Titel sagt eigentlich schon alles:

Irgendeinmal ist Ende der Fahnenstange. Und was passiert, wenn die SNB nicht mehr kauft bzw. verkauft? Die SNB allein treibt den Franken runter und was passiert wenn sie damit aufhört?

Klar doch: Der Franken steigt, bzw. ihr Portfolio wird an Wert verlieren - massiv – denn es geht bald um eine Billion – über 100'000 Franken pro Schweizerin und Schweizer.

Wie lange kann man gegen den Strom schwimmen? Irgendeinmal verlassen einen die Kräfte und dann wird man mit dem Strom weggespült. So wird es der Schweizerischen Nationalbank (SNB) früher oder später ergehen.

Weshalb hat sich die SNB auf dieses Kräftemessen gegen den Strom eingelassen?

Die Antwort ist klar: Die SNB meinte (und redet sich immer noch ein), sie könne «Geld aus dem Nichts drucken».

Der Spiritus Rector des Mindestkurses und Doktorvater von SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan, Prof. Dr. Ernst Baltensperger, behauptete kurz vor Einführung des Mindestkurses in der NZZ vom 24. August 2011, die «SNB habe keine Limiten, den Franken zu schwächen», denn die SNB könne «unbeschränkt Franken drucken» und damit Euros kaufen.

Der «Doyen der Geldpolitik», wie er von der NZZ anbiedernd bezeichnet wird, zeigt damit, dass er nichts – aber auch gar nichts – von Geldtheorie und Geldpolitik versteht.

Besonders bedenklich ist, dass dieser Herr Jahrzehnte lang Leiter des SNB-Studienzentrums Gerzensee war und auch Chefredaktor der «Schweizerischen Zeitschrift für Volkswirtschaft und Statistik». In dieser Funktion gelang es ihm, sämtliche Kritik an der herrschenden Geldtheorie zu unterbinden und seine Irrlehren zu verbreiten.

Sein Musterschüler Thomas Jordan lernte diese Irrlehren auswendig, was ihm den Weg zum Präsidium der SNB verhalf. Baltensperger brachte seinen Musterschüler Jordan in Position um nun von geldpolitisch höchster Warte aus die alten, undurchdachten Irrlehren zu verbreiten.

Baltensperger und Jordan sind wissenschaftlich auf demselben tiefen Niveau stehen geblieben wie SP-Bodenmann, der - ebenfalls in der NZZ – argumentierte, die SNB solle «Franken drucken, bis den Ausländern die Ohren wackelten» (Originalzitat in der NZZ, der einflussreichsten Wirtschaftszeitung der Schweiz nota bene).

Was haben die Herren Baltensperger, Jordan und Bodenmann nicht verstanden?

Sie verwechseln Vermögen und Schulden. Die Herren interpretieren Geld – Notenbankgeld (Banknoten und Guthaben der Banken bei der SNB) als Vermögen der SNB: Mit Franken sollen Euros gekauft werden. Das wäre in der Fachsprache ausgedrückt ein Aktivtausch. D.h. mit Franken, die man in seinem Vermögen hat, sollen Euros gekauft werden.

Ein Beispiel: Ein Leser kauft mit Bargeld, das er besitzt, ein Fahrrad. Das ist ein Aktivtausch: Anstatt Banknoten besitzt er jetzt auf der Aktivseite seines Vermögens ein Fahrrad.

Kauft der Leser hingegen das Fahrrad auf Rechnung, so ist das eine Bilanzverlängerung. D.h. der Leser besitzt jetzt ein Fahrrad und zudem noch eine Schuld, die er früher oder später begleichen muss – je nach Zahlungsmodalität.

Wenn die SNB Euros kauft, so tut sie das nicht mit einem Aktivtausch, sondern sie tut das durch Bilanzverlängerung. D.h. die SNB kauft die Euros auf Kredit. Die SNB hat jetzt eine Schuld.

Ein Beispiel: Wenn ein Leser 1000 Euro auf sein UBS-Bankkonto einbezahlt, so schreibt ihm die UBS bei einem Kurs von 1.20 den Betrag von 1'200 Franken gut. Die UBS hat jetzt gegenüber dem Leser eine Schuld von 1'200 Franken.

Der Leser kann jederzeit mit diesem Geld eine Zahlung veranlassen; selbst wenn diese eine Zahlung an eine andere Bank wie z.B. die CS ist, was zu einer Bilanzverkürzung beim zahlenden Institut (UBS) führen würde.

Genauso bei der SNB: Angenommen die UBS verkaufe der SNB eine Milliarde Euro beim Kurs von 1.2. Die SNB schreibt demzufolge der UBS 1.2 Milliarden Franken auf deren Konto bei der SNB gut.

Mit anderen Worten: Die SNB schuldet der UBS jetzt 1.2 Milliarden Franken. Die UBS hat jederzeit das Recht, mit diesen 1.2 Milliarden Franken eine Zahlung zu tätigen, selbst wenn diese Zahlung bei einem Devisengeschäft zu einer Bilanzverkürzung bei der SNB führt, weil der Zahlungsempfänger eine Bank im Euroraum ist. Kann die SNB das nicht, weil der Euro zwischenzeitlich gefallen ist, so ist die SNB Konkurs.

(Ich habe einen solchen Fall detailliert beschrieben im Beitrag «Gravierende Irrtümer bezüglich Aufhebung des Goldstandards – grobfahrlässige, aus der Luft gegriffene Behauptungen von SNB-Chef Jordan», 6. Juni 2020, weiter unten)

Die Behauptung von SNB-Jordan, die SNB könne seit Abschaffung des Goldstandards nicht mehr Konkurs gehen ist dümmlich und naiv: Die Abschaffung des Goldstandards bedeutete lediglich, dass Geld auch gegen andere Vermögenswerte als Gold emittiert werden kann und dass die SNB keine Geschäfte mit Privatkunden tätigt.

Davon aber abzuleiten, eine Zentralbank könne nicht konkurs gehen, wie Jordan das meint, ist dümmlich und naiv.

Und dass er, Jordan, eine Schuldposition zu Lasten der Schweiz von bald einer Billion aufgrund einer solchen Irrlehre aufgebaut hat, ist grobfahrlässig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der an Harvard studiert hat nicht langsam begreifen sollte, dass zwischen einem Vermögens-Franken und einem Schuld-Franken zu unterscheiden ist.

Deshalb gehen die Devisenkäufe der SNB in Richtung Landesverrat.

Die SNB sitzt in der Devisenfalle. Das kann soweit kommen, dass die Schweiz den Euro wird einführen müssen. Wollen wir das? Darf das SNB-Jordan in die Wege leiten ohne Volksabstimmung? Bewusst gegen den Willen des Schweizer Volkes?

Zusammenfassend möchte ich das bisher Gesagte wie folgt formulieren:

Die SNB kauft und kauft und kauft Devisen – weil sie den Unterschied zwischen Vermögen und Schulden nicht begriffen hat und die SNB sich weigert, ihren Irrtum einzugestehen.

Und nun zu weiteren Aussagen in obigem Artikel:

Die SNB hat in diesem Jahr schon 114 Milliarden Franken Schulden gemacht bei den Banken. Die Formulierung der SNB lautet, sie habe den Banken «gutgeschrieben».

Richtig: D.h. zu gut Deutsch: Die SNB hat für 114 Milliarden Franken Schulden gemacht.

Zieht man die 10 Milliarden Franken ab, welche auf Covid-19 Kredite entfallen, so sind das über 100 Milliarden in 33 Wochen - macht über 3 Milliarden pro Woche.

Wieviel kostet der Kampfjet, über den das Schweizervolk abstimmen wird? Richtig: 6 Milliarden.

Unser Herr Jordan gibt also in zwei Wochen soviel aus für Euros und Dollars wie das Schweizer Volk in einer Volksabstimmung für Kampfjets entscheiden darf. Und niemand hinterfragt das «Unternehmen Jordan».

Dieses erinnert an das «Unternehmen Bruggisser», das auch niemand hinterfragen durfte. Doch – einer wagte es – Christopher Chandiramani – und der musste einen Tag später gehen; genauso wie ich, als ich argumentierte, die Geldpolitik der SNB basiere auf einer irrigen Geldtheorie (die Bank of England stahl später Teile meiner Argumentation).

Es ist höchste Zeit in der Schweiz, den Sumpf im Umfeld v.a. der NZZ (öffentliche Public Relation der SNB) auszutrocknen.

Bemerkenswert im Artikel in der Sonntagzeitung ist auch, dass daraus hervorgeht, dass die SNB in der Corona-Krise rund zehnmal mehr ausgab für den Kauf von US-Aktien als für Covid-19-Kredite.

Soll das der Auftrag an die SNB sein gemäss Bundesverfassung? Echt?

Die SNB hat die Schweiz in eine Devisen-Falle hineinmanövriert, aus der sie nicht mehr herauskommt.

Zurzeit kann sich die SNB noch hinter dem Anstieg im US-Aktienmarkt verstecken. Dort macht sie munter mit unter dem Motto "me too" - "me too". Sie läuft hinterher - will sich auch sonnen im Erfolg von Jeff Bezos, Mark Zuckerberg & Co.

Aber nochmals: Ist das der Auftrag an die SNB gemäss Bundesverfassung? Kaum!

Von US-Präsident Trump hat sie kaum etwas zu befürchten, solange die SNB hilft, die US-Aktien hochzutreiben. Vor den Wahlen sind haussierende Aktienmärkte immer gut. 

Viel eher sollte sich die SNB daran machen, Erfolgsgeschichten, wie sie in den USA möglich sind, hierzulande  aber leider nicht - hier ebenfalls möglich zu machen. Das kann sie mit Investitionen hierzulande - aber nicht mit Investitionen in Auslandaktien.

Und die SNB soll endlich damit aufhören, den wirtschaftswissenschaftlichen Fortschritt in unserem Lande zu torpedieren!

Ich fordere alle SNB-Verantwortlichen auf – SNB-Bankrat und SNB-Direktion – zurückzutreten. Begründung: Sie verstehen entweder ihr Kerngeschäft nicht oder aber sie verraten absichtlich die Schweiz.

Soviel Dummheit – wie sie bei der SNB angewandt wird – ist kaum vorstellbar.

Marc Meyer, 24.8.2020

SNB mit "blauem Auge" davongekommen - aber das Problem ist nicht gelöst

Die Gewinne der SNB basieren auf den Devisenkäufen der SNB selber

SNB-Zwischenbericht:

Mit einem «blauen Auge davongekommen» - aber das Problem ist nicht gelöst

Für das erste Halbjahr 2020 weist die Schweizerische Nationalbank einen Gewinn von 0.8 Milliarden Franken aus. Nach dem ersten, miserablen Quartal erholten sich der US-Aktienmarkt wieder und auch das Gold, so dass die Verluste des ersten Quartals wieder ausgeglichen werden konnten.

Erschreckendes offenbart die Bilanz der SNB:

Die Devisenanlagen kletterten in einem halben Jahr um 69 Milliarden auf 863 Milliarden Franken; und dies, obwohl beide Leitwährungen, Dollar und Euro in diesem Halbjahr gegenüber dem Franken gefallen sind.

Würde die SNB nicht ständig neue Devisen kaufen und deren Kurse stützen, so wären ihre Kursverluste auf Devisen einiges höher. Der Gewinn der SNB ist also ein Resultat der Devisenkäufe der SNB selber.

Ein Exit aus den Devisen rückt in immer weitere Ferne und scheint nicht mehr möglich. Das Problem ist nicht gelöst.

Was heisst das: Es bedeutet, dass die SNB in Zukunft immer mehr Devisen wird kaufen müssen, um den Wert ihrer Devisenanlagen nicht einbrechen zu lassen. Würde sie im Gegenteil sogar Devisen verkaufen, wäre mit starken Abschlägen zu rechnen.

Allein im Juli hat der Dollar über 5 Prozent eingebüsst, was bereits wieder einen zweistelligen Wertverlust bei der SNB bedeutet.

Die SNB steht da mit dem Rücken zur Wand.

Geholfen haben ihr auch die Anleihenskäufe der Zentralbanken weltweit, was die Kurse der Obligationen hochtrieb.

Zu vermerken gilt auch, dass die gewaltigen Auslandinvestitionen der SNB der Schweizer Wirtschaft kaum helfen. Wie soll der Kauf von US-Aktien die Schweizer Wirtschaft ankurbeln?

Interessant ist der Posten «Gedeckte Darlehen» in der Bilanz der SNB. Das sind die sogenannten Covid-19 Kredite der SNB. Die SNB hat also in diesem Halbjahr über sieben Mal mehr ausgegeben für den Kauf von Devisen als für Kredite im Inland. Zudem sind diese Kredite im Inland garantiert durch den Bund – die Auslandanlagen besitzen keine Garantie in irgendwelcher Form.

Marc Meyer, 31.7.2020

Ein Staatsfonds wäre ein doppelter Verstoss gegen die Bundesverfassung

Replik auf Kommentar in "Oeknomenstimme" (ETH, KOF)

Zitat auf Oekonomenstimme:

 

«Ausgehend von Herrn Niepelts Beitrag und des norwegischen Beispiels erscheint mir die Idee eines der SNB angegliederten, aber autonom von der SNB geführten Staatsfonds bedenkenswert. Das wäre auch ordnungspolitisch sauberer als die jetzige Lösung.»

 

Erstens:

Nein.

Das wäre ordnungspolitisch ganz und gar nicht «sauberer als die jetzige Lösung».

Warum nicht?

Heute liegt das Risiko der immensen und hochriskanten Devisenanlagen der SNB primär bei der SNB und ihren Kreditgebern, den Geschäftsbanken. Allfällig negatives Eigenkapital der SNB würde sich eins zu eins auf die Geschäftsbanken übertragen. Dadurch würden deren Aktienkurse stark fallen. Die Aktionäre der Banken würden also als erste bluten bei negativem Eigenkapital der SNB.

Anschliessend kämen die Bankeinleger zur Kasse. Und erst nachher die Steuerzahler, d.h. alle Schweizerinnen und Schweizer. Würde die SNB einen Teil ihres Portefeuilles jedoch in einen Staatsfonds auslagern, so würde das Risiko der Banken gleich auf die Schultern der Steuerzahler überwälzt. Das wäre im Sinne der Banken, die einen grossen Teil ihres SNB-Risikos mit einem Schlag los wären. Aber es wäre keineswegs im Sinne der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler und damit keineswegs im Gesamtinteresse des Landes, wie es in der Bundeverfassung verankert ist.

Die Ausgliederung eines Teils des SNB-Vermögens in einen Staatsfonds wäre also ein Verstoss gegen die Bundesverfassung, weil dadurch das SNB-Risiko der Banken (ihre Aktionäre, Einleger, Löhne) auf die Gesamtheit der Steuerzahler überwälzt würde.

 

Zweitens:

Ein weiterer Verstoss gegen die Bundesverfassung wäre, dass die öffentliche Hand die Devisenanlagen der SNB nur mit einer schweren Verschuldung finanzieren könnte.

Das widerspricht der Schuldenbremse in der Bundesverfassung.

Die Schuldenbremse ist dazu da, die Verschuldung des Staates für staatliche Investitionen in der Schweiz zu bremsen. Wie viel mehr ist sie dazu da Verschuldung zwecks Auslandfinanzierung zu unterbinden?

 

Drittens:

Wie kann man nur den Staatsfonds von Norwegen mit der SNB vergleichen? Der Staatsfonds von Norwegen ist mit Eigenkapital finanziert. Die Devisenanalgen der SNB sind mit Fremdkapital finanziert.

Marc Meyer

Führt die SNB einen Kampf gegen das eigene Volk?

Kopie meines Kommentars in "Oekonomenstimme" (ETH, KOF) zu SNB-Niepels Artikel "Der ewige Kampf der SNB..."

Erstens:

Gemäss Bundesverfassung hat die SNB eine Geldpolitik zu betreiben im Gesamtinteresse des Landes. Was im Gesamtinteresse des Landes ist, kann einzig und allein das Parlament bestimmen.

Parlament vereinigen sich sämtlich wirtschaftlichen Interessen und werden dort auch diskutiert. Es wäre eine Anmassung der Zentralbank, dem Parlament die Qualifikation abzusprechen, das Gesamtinteresse des Landes zu erkennen und fördern zu wollen. werden vor allem in Diktaturen missbraucht – nicht in gut funktionierenden Demokratien.

Beim sogenannten « Frankenrütli» wurde der legitimierte politische Entscheidungsfindungsprozess ausgehebelt. Die «Unabhängigkeit» der SNB ist also bereits schwer vorbelastet. Die Geldpolitik liegt seither nicht mehr im Gesamtinteresse der Schweiz sondern überwiegend im Interesse der Exportwirtschaft.

 

Zweitens:

Das Wort «Kampf» des Vorstehers des SNB-Studienzentrums Gerzensee ist verstörend. Führt die SNB einen «Kampf»? Gegen das Schweizer Volk und ihre gewählten Vertreter?

 

Drittens:

Niepelt spricht von Mitteln, welche die SNB nicht mehr zur Erfüllung ihres Auftrags benötigt. Gibt es solche Mittel, welche die SNB nicht mehr gebraucht? Eine Definition (Eingrenzung) wäre interessant. Um ihre emittierte Geldmenge zu sichern benötigt die SNB m.E. all ihre Mittel.

 

Viertens:

Niepelt spricht vom Gewinn der SNB ohne die «Stillen Verluste» der SNB zu erwähnen. Bevor über eine Verteilung des «SNB-Gewinns» verhandelt wird, sollte eine Diskussion stattfinden, wie hoch denn der tatsächliche Gewinn der SNB ist – nicht der ausgewiesene.

Zur Erinnerung:

Die SNB schwächt ja gemäss eigenen Aussagen den Franken. Die SNB sollte in die Diskussion einbringen, wie hoch der Franken ihrer Ansicht nach ohne SNB-Interventionen stünde. SNB-Chef Jordan äusserte sich ja diesbezüglich vage.

Haben die SNB-Interventionen nicht bewirkt, dass der Franken sich abschwächte, so wären die Devisen der SNB korrekt bewertet. Die SNB müsste sich dann aber die Frage gefallen lassen, weshalb sie fast eine Billion Devisen kauft, mit grossem Risiko aber ohne Wirkung.

Haben die Interventionen eine Wirkung, z.B. eine Abwertung des Frankens um 20 Prozent so wären die Devisen der SNB entsprechend zu hoch bewertet und die SNB hätte gar keinen Gewinn zu verteilen.

Hinzu kommen die möglicherwiese überbewerteten Aktien- und Obligationenbestände der SNB aufgrund der Kursmanipulation der SNB (und anderer Zentralbanken).

 

Fünftens:

Dass die Bilanz der SNB integriert ist innerhalb der Schweizer Volkswirtschaft und deshalb Ausschüttungen der SNB aggregiert keinen Einfluss auf das Gesamtvermögen und die Gesamtschulden der Schweiz haben, trifft zu.

Vor diesem Hintergrund darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass auch die Schweiz eine hohe aggregierte Verschuldung hat; denn zu den Gesamtschulden der Schweiz (Bund, Kantone, Gemeinden) von über 200 Milliarden sind die Schulden der SNB von fast 800 Milliarden zu addieren.

Die aggregierten Schulden der Schweiz belaufen sich somit auf rund eine Billion. Sie betragen damit rund 140 Prozent des BIP (rund 700 Milliarden). Die Schweiz gehört damit zu den am Höchsten verschuldeten Ländern der Erde hinter Japan und Griechenland aber höher verschuldet als Italien, und weit höher verschuldet als die USA oder gar Deutschland.

Was der Autor zudem übersieht ist, dass die SNB praktisch sämtliches Vermögen (ausser Gold und die neuen Covid-19 Kredite) im Ausland anlegt, wo es die ausländischen Volkswirtschaften ankurbelt. Ausschüttungen der SNB hätten zur Folge, dass die Investitionsquote der SNB im Inland anstiegen und so die Schweizer Volkswirtschaft ankurbeln könnten, was ihre Auslandinvestitionen nur indirekt tun, wenn überhaupt (wie sollen beispielsweise US-Aktienkäufe die Schweizer Wirtschaft ankurbeln?).

Es handelt sich hier um einen ähnlichen Artikel, wie bereits in www.SNB-Beobachter.ch pubiliziert.

Marc Meyer

Replik zu "Unabhängigkeit der Nationalbank" 

Die SNB führt einen "Zweifronten-Krieg". An beiden Fronten wird sie unweigerlich verlieren.

«Unabhängigkeit der Nationalbank» Replik auf den Artikel von Dirk Niepelt, SNB, in der Finanz und Wirtschaft

Der Oekonom Prof. Dr. Dirk Niepelt vom SNB-Studienzentrum Gerzensee trifft im letzten Satz seines Artikels «Unabhängigkeit der SNB» in der FuW vom 27. Juli 2020 den Nagel auf den Kopf.

Er schreibt:

«Und am besten verlässt sie (die SNB, Anm. d. V.) sich in ihrem Kampf nicht auf Gesetze, sondern überzeugt durch ihren Leistungsausweis und Erklärungen.»

Und genau hier liegt der Schwachpunkt der SNB:

Sie kann nicht überzeugen – weder durch ihren Leistungsausweis noch durch ihre Erklärungen».

Zum Leistungsausweis:

Niepelt übersieht dass sein Chef, SNB-Jordan, vor wenigen Woche erklärte, der Franken würde ohne Interventionen der SNB seit der Corona-Krise ganz woanders notieren. Es ist ja das erklärte Ziel der SNB, den Franken zu schwächen bzw. ihre Devisen zu stützen.

Es stellt sich also die Frage: Wie hoch würde der Franken höher notieren ohne SNB-Interventionen? 20 Prozent höher? Das würde bedeuten, dass die SNB ihre Devisenanlagen um 20 Prozent überbewertet und das würde heissen, dass die SNB gar kein Eigenkapital mehr hätte, welches es zu verteilen gäbe.

Der Erfolgsausweis der SNB basiert also zu einem grossen Teil oder ganz auf der Überbewertung ihres Vermögens (nicht nach internationalen Bewertungsstandards).

Damit ist der Erfolgsausweis der SNB also vollkommen enttäuschend und keineswegs überzeugend.

 

Zu den Erklärungen der SNB:

Hier liegt ein weiterer zentraler Schwachpunkt der SNB. Sie erklärt, sie habe ein grosses Eigenkapital, basierend auf hohen Gewinnen, welche jedoch gar nicht einer korrekten Bewertung entsprechen. Die SNB ist nicht fähig oder willens, ihre «stillen Verluste» zu kommentieren.

Schon immer war die SNB schwach in ihren Erklärungen:

So behauptete sie beispielsweise, sie können «unbeschränkt» Geld drucken und damit «unbeschränkt» Euros kaufen.

Wir haben am 15. Januar 2015 gesehen, dass die SNB Erklärungen der SNB in keiner Weise den Tatsachen entsprechen.

Oder die SNB behauptete, sie können nicht «illiquide werden in Franken», obwohl die Franken in der Bilanz der SNB keine liquiden Mittel der SNB , sondern im Gegenteil Schulden der SNB darstellt. Sogar der Bundesrat fiel auf den Irrtum der SNB herein. Irrlehre der SNB reiht sich an Irrlehre.

SNB überzeugt also weder in Bezug auf ihren Leistungsausweis noch in Bezug auf ihre Erklärungen.

Um ihr Manko an Glaubwürdigkeit zu kompensieren, pochte die SNB bisher immer auf ihre Unabhängigkeit.

Aber irgendeinmal merkt es jeder: Die SNB ist vollends unglaubwürdig.

Niepelt muss deswegen nicht erstaunt sein, wenn er sich über die Heftigkeit wundert, mit welcher nun Forderungen an die SNB gerichtet werden.

Vollends störend ist, dass der SNB-Professor von einem "Kampf" der SNB spricht. Gegen wen? Gegen das eigene Volk und dessen Vertreter.

DIe SNB sollte keinen "Kampf" führen, sondern im Gegenteil fürsorgliche Veantwortung übernehmen.

Die SNB führt auch einen Kampf auf den Devisenmärkten gegen die wichtigsten Währungen der Welt. 

Die SNB führt quasi einen "Zweifronten-Krieg": Gegen das eigene Volk und gegen die weltweiten Devisenmärkte. Beide wird sie zweifelsfrei verlieren.

Niepelt übersieht auch, dass die SNB ihre Ausschüttungen nur auf Druck von aussen anpasste. In den 90er Jahren wandte ich mich an die GV der SNB in Bern, um zu erreichen, dass die SNB mehr als 5 Mio pro Jahr an Bund und Kantone ablieferte, wie das jahrzehntelang der Fall gewesen war.

Störend ist, dass Niepelt als SNB-Angestellter von einem Teil der SNB-Bilanz spricht, welchen die SNB nicht zur Ausübung ihrer Geldpolitik benötige. Das wäre, als würde ein Fourier in der Schweizer Armee von Geldern sprechen, welche er nicht für die Versorgung der Truppe benötige.

Niepelt übersieht, dass die Geldpolitik der SNB nicht nur von der Passivseite der SNB-Bilanz ausgeht, sondern auch von ihrer Aktivseite. Daraus folgt, dass die SNB jeden Rappen zur Ausübung ihrer Geldpolitik benötigt, insbesondere schon deshalb, weil ihr Eigenkapital massiv zu hoch ausgewiesen ist.

Er argumentiert, da die SNB gewinnbringender wirtschafte als der Staat, sollte die SNB nicht Eigenkapital an den Staat überweisen.

Er argumentiert auch: «Bei der SNB verhält es sich ähnlich. Behält sie ihren Gewinn ein, so wird er investiert und verzinst und trägt somit zu einer Stärkung des Eigenkapitals bei, das den Eigentümern in Zukunft zugutekommt.»

Was Niepelt übersieht ist, dass die SNB ihre überbewerteten Devisen und die daraus resultierenden Gewinne praktisch ausschliesslich im Ausland reinvestiert. Sie kommen damit dem Ausland zugute anstatt der Schweiz.

Jede Forderung nach mehr Ausschüttungen der SNB hat den grossen Vorteil, dass diese zu einer höheren Investitionsquote in der Schweiz und damit zu mehr Arbeitsplätzen in der Schweiz führen würde. Bezüglich der Unabhängigkeit der SNB verkennt Niepelt auch, dass diese in diktatorischen Staaten am meisten gefährdet ist und nicht in einer gut funktionierenden Demokratie.

Je breiter die Diskussion über die Zentralbank geführt wird, desto geringer ist die Gefahr, dass diese für Partikularinteressen missbraucht wird.

Die SNB beispielsweise dient fast ausschliesslich den Partikularinteressen der Exporteure, was eine Folge des geldpolitisch und politisch unglückseligen «Frankenrütli» war.

Dass das mit ein Grund ist, weshalb die Forderungen gegenüber der SNB immer heftiger werden, übersieht Niepelt ebenfalls.

Marc Meyer

Das Parlament muss bei der Verwendung des SNB-Vermögens mitreden können

In der Zeitschrift "Oekonomenstimme" der ETH, KOF geht die Diskussion im die Verwendung des SNB-Vermögens weiter,

@»ISLM» 

Richtig.

Hier bin ich ganz bei Ihnen: «Das Argument, die Politik könnte in ihrer Verwendung den finanziellen Spielraum nicht sachgerecht … nutzen und dürfe deshalb nicht die Gelegenheit erhalten, darüber zu entscheiden, ist aus demokratietheoretischer Sicht zumindest fragwürdig.»

Vollkommen einverstanden: Das wäre aus «demokratietheoretischer Sicht» wirklich «fragwürdig». Dem Parlament die Fähigkeit abzusprechen, sachgerecht zu entscheiden, wenn es um die Verwendung des SNB-Vermögens gehe ist, aus «demokratietheoretischer Sicht», höchst fragwürdig.

Genauso ist es fragwürdig, einem Dreierdirektorium die Kompetenz zu erteilen, alleine über die Investition von fast einer Billion SNB-Vermögen, sprich Vermögen der Schweiz, zu entscheiden.

Die SNB braucht dringend Leitplanken durch die Politik, wie viel sich die SNB verschulden darf und wie das so aufgenommene Kapital zu investieren sei – alleine im Interesse der Exportindustrie oder aber auch im Interesse anderer Bereiche der Schweiz?

In einer Demokratie kann es keine «unabhängige» Zentralbank geben.

Was im Gesamtinteresse des Landes ist, wie es die Bundesverfassung vorschreibt, kann einzig und allein das Parlament als gesamtes entscheiden – nicht ein Dreierkollegium hinter verschlossenen Türen, wo niemand auch nur die geringste Ahnung hat, wie die Entscheide zustande kommen.

Zudem durch ein SNB-Direktorium, welches erwiesenermassen Aktiv- und Passivseite der SNB-Bilanz miteinander verwechselt.

Es geht nicht darum, dem SNB-Direktorium in das Tagesgeschäft dreinzureden – aber es geht darum: Der SNB Leitplanken zu setzten.

Es kann und darf nicht sein, dass an einem «Frankenrütli» die legitimierte politische Entscheidungsfindung innert weniger Stunden ausgehebelt wird und ein Mindestkurs eingeführt wird, der zu 100'000 Franken Schulden pro Einwohner führt; oder der zur Einführung von Minuszinsen führt.

Die SNB ist in einer Devisenfalle, aus der sie nicht mehr herausfindet – weil die politische Meinungsbildung ausgehebelt wurde.

Dabei will ich nicht behaupten, dass die Politiker sattelfest sind in Geldtheorie – nein – sie sind das ganz und gar nicht.

Die Antwort des Bundesrates auf die Motion Kaufmann (Verschuldungslimite der SNB) hat das ganz klar gezeigt. Weder der Bundesrat noch das Parlament verstanden das Geschäft und übernahmen die unsinnige Behauptung der SNB, diese könne nicht illiquide werden in Franken, weil sie selber Franken drucken könne.

Aber man hätte die Problematik wenigstens öffentlich diskutieren können und so den Widersprüchen der SNB auf die Schliche kommen können.

In diesem Sinne bin ich also ganz klar wie Sie der Ansicht, dass das Parlament inskünftig bei der Verwendung des SNB-Vermögens mitzureden hat.

Danke für Ihren Hinweis.

Marc Meyer

Die SNB arbeitet nicht für die Schweiz

SNB zieht nicht am gleichen Strick wie der Staat

In der wissenschaftlichen Zeitschrift "Oekonomenstimme" der ETH Zürich (KOF), ist man der Meinung, es sei deutlich, dass SNB-Chef Jordan den Vorschlag von KOF-Leiter und ETH-Professor Jan-Egbert Sturm, die SNB zur Finanzierung der ALV beizuziehen, ablehne.

Man bezieht sich auf eine Rede Jordans in der vergangenen Woche vor dem IMF in Washington.

 

Meine  Replik in Oekonomenstimme habe ich hier nochmals gepostet.

 

Zitat meiner Replik auf den Kommentator ISLM in Oekonomenstimme:

 

(Es geht um zentrale Aussagen von SNB-Chef Jordan vor dem IMF, die von mir einzeln analysiert werden).

 

«Das ist doch sehr deutlich, oder?»

 

Was ist deutlich?

Nichts ist deutlich in den Aussagen von Jordan.

Erstens:

"Monetary and fiscal policy in Switzerland have complemented each other well to cushion the economic consequences of the coronavirus pandemic.”

Wie haben Geld- und Fiskalpolitik sich gegenseitig ergänzt?

Die SNB hat ein Vielfaches der Coronakredite in US-Aktien investiert, um ihre US-Aktienquote aufrecht zu erhalten. Ist das der Auftrag an die SNB gemäss Bundesverfassung? Sie hat zudem in ausländische Staatsanleihen investiert. Ihre spärlichen Investitionen im Inland (Corona-Kredite) hat sie zudem nur gegen die Sicherheit einer Staatsgarantie gewährt.

Demgegenüber hat sie bei ihren Auslandinvestitionen keine Garantie von niemandem. Verluste dort kommen dem Ausland zugute. Von einer Ergänzung von Geld- und Fiskalpolitik während der Corona-Krise kann keine Rede sein.

Das behauptet nur Jordan.

Tatsächlich übernimmt die SNB bei den sogenannten «Corona-Krediten» zudem nur die Funktion einer Zahlungsstelle ein – nicht aber die Stellung eines «Lenders of last resort», wie sie sich auch brüstet.

Bei ihren Auslandinvestitionen agiert die SNB jedoch als «Lender of last resort». Im Ausland gewährt sie Kredite – nicht im Inland. Auslandkredite zu gewähren ist aber nicht der Auftrag an die SNB gemäss Bundesverfassung.

 

Zweitens:

“However, the experience with coronavirus in particular also illustrates the importance of a clear division of roles between monetary and fiscal policy.”

Wie hat sich, insbesondere im Zusammenhang mit der Corona-Krise gezeigt, dass Geld- und Fiskalpolitik voneinander zu trennen ist?

Es ist dies einfach eine Behauptung Jordans ohne Begründung.

 

Drittens: “Monetary policy is not a panacea”.

Die SNB investiert fast hundertmal mehr im Ausland als in der Schweiz. Ich denke nicht, dass man da in irgendeiner Form von «Selbstbedienungsladen SNB» sprechen kann.

 

Viertens:

“It must not take fiscal and structural policy decisions.”

Bei diesem Satz muss man sich fragen, ob SNB-Chef Jordan überhaupt weiss, was der Unterschied zwischen Fiskal- und Geldpolitik ist. Wie denn soll die SNB fiskalpolitische Entscheidungen treffen?

Fiskalpolitik nennt sich die Politik des Staates, Steuern zu erheben und das Geld zugunsten des Landes zu investieren und auszugeben. Wie aber soll die SNB «fiskalpolitische Entscheide» treffen? Die SNB hat keine Steuerhoheit. Demzufolge ist und war auch nie die Rede davon, die SNB müsse Entscheide punkto Steuererhebung treffen («fiscal policy decisions»).

Jordans Aussage macht keinen Sinn.

Dann zur Aussage:

Die SNB muss keine strukturpolitischen Entscheide fällen.

Seit Jahrzehnten macht die SNB nichts anderes, als in die strukturelle Entwicklung der Schweizer Wirtschaft hineinzupfuschen: Mit hunderten Milliarden Franken investiert sie in Devisen und will damit die Exportindustrie ankurbeln.

Damit unterstützt sie schwache Exporteure, welche von den Marktkräften nicht eliminiert werden können. Das verschlechtert die gesamtwirtschaftliche Produktivität der Schweiz und es hemmt die gesunde Entwicklung des Marktes.

Hätte die SNB seit ihrem Bestehen 1907 ausschliesslich Strukturpolitik betrieben wie heute, so wäre die Schweiz ein verarmter Bauernstaat, bestehend nur aus Kleinbauern.

Jordan hat Recht, wenn er sagt, die SNB dürfe keine Strukturpolitik betreiben. Nur: Dann soll er sich auch daran halten. Die SNB macht ja nichts anderes mehr als Strukturpolitik.

 

Fünftens:

«Responsibility for these policy areas must remain with the government, even in the event of a crisis such as the coronavirus pandemic."

Ja richtig und nochmals:

Dann soll sich die SNB aus der Strukturpolitik raushalten.

 

Und zum Schluss noch dies:

Geld- und Fiskalpolitik sollten zumindest am gleichen Strick ziehen. Aber nicht einmal das tut die SNB.

Worin besteht der Unterschied zwischen Geld- und Fiskalpolitik? Er besteht darin, dass bei der Fiskalpolitik der Staat seine Investitionsprojekte durch Steuererhebung finanziert. Im Gegensatz dazu finanziert die SNB (oder auch die übrigen Zentralbanken) ihre Investitionen durch Kredite der Banken. Die Banken finanzieren die Geldpolitik der SNB – sie sind die Kapitalgeber.

Nun zur Vermögensseite:

Die Gelder, welche der Staat durch Steuern erhebt, investiert dieser zugunsten der eigenen Wirtschaft; d.h. er investiert diese im eigenen Land.

Nicht so die SNB:

Die Gelder, welche die SNB bei den Geschäftsbanken aufnimmt und welche diese wiederum bei den Sparern der Schweiz aufnehmen, investiert die SNB keineswegs im Inland wie der Staat, sondern sie investiert diese zu fast hundert Prozent im Ausland (Gold nicht miteingerechnet).

Man stelle sich vor, der Staat erhebe Steuern und finanziere damit Infrastruktur oder Armee des Auslandes. Unvorstellbar. Aber genau das tut die SNB.

Die SNB versteht also einerseits nicht den Unterschied zwischen Geld- und Fiskalpolitik und sie zieht zudem nicht am gleichen Strick wie der Staat bei dessen Fiskalpolitik.

Die SNB zieht in die entgegengesetzte Richtung und kurbelt mit ihren Auslandinvestitionen die ausländischen Volkswirtschaften, Konkurrenten der Schweizer Volkswirtschaft an.¨

Marc Meyer

P.S. Meine anfänglichen Kritikpunkte zum ersten Beitrag von Herrn Jan-Egbert Sturm et. al. stehen zudem immer noch.

Politik bezüglich der Kommentare

Es werden nur noch Kommentare mit dem korrekten Namen des Kommentators veröffentlicht; zudem werden nur Kommentare veröffentlicht, welche sich auf das Thema beziehen und nicht persönlich beleidigend sind.

Sehr verehrte Leserinnen und Leser

 

Nun wurde ich angefragt, ob ich alle Kommentare veröffentliche oder selektiv Kommentare aussuche.

Bis anhin habe ich zwei oder drei Kommentare nicht veröffentlicht. Der Grund war der, dass diese sich nicht auf das Kernthema "SNB" bezogen, sondern sich mit anderen Problemkreisen auseinandersetzten oder rein polemisch waren, ohne ein einziges fachliches Argument.

Inskünftig möchte ich die Kommentare so handhaben:

 

Erstens:

Es werden nur Kommentare berücksichtigt, die mit dem eigenen persönlichen Namen unterschrieben sind.  Der Name muss auch aus der email-Adresse hervorgehen.

Der Grund ist der: Es geht mir nicht darum, möglichst viele "Klicks" zu erreichen, sodern um eine konstruktive Diskussion zur SNB-Geldpolitik. 

Wir sind erwachsene Menschen und wer etwas zu sagen oder schreiben hat, der soll auch dazu stehen.

Zu oft ist es passiert, dass Trolle sich einmischten (vor allem auf Inside Paradeplatz) und die Diskussion torpedierten. Wenn sie dann fachlich widerlegt waren, änderten sie einfach ihr Pseudonym oder es wurde versucht, den Eindruck zu erwecken, dass viele Kommentatoren die Irrlehre der SNB unterstützten.

Solche Kommentare sind nicht redlich  und ich habe keine Zeit, mich damit auseinanderzusetzen.

 

Zweitens:

Zudem müssen sich die Kommentare auf das Thema SNB beziehen.

 

Drittens:

Repliken:

Nach wie vor bin ich sehr froh und dankbar um Hinweise auf Medienberichte bezüglich der SNB, zu denen ich Stellung beziehen kann.

Bisher habe ich solche Hinweise persönlich nochmals verdankt. Auf diese nochmalige Verdankung werde ich inskünftig verzichten. 

 

Ich hoffe, die Leserschaft hat Verständnis für diese "Kommentar-Politik".

 

Freundliche Grüsse

Marc Meyer

 

 

 

 

 

 

SP-Bodenmann über die SNB – ein Salto mortale – leider zu spät

Replik auf Artikel in Weltwoche von Peter Bodenmann: «Die prallen Euter endlich melken»

Endlich:

Steter Tropfen höhlt den Stein.

Jahrzehntelang versuchte ich, der SNB klarzumachen, dass ihre Geldpolitik auf einem Irrtum in der Geldtheorie basiert: Sie kurbelt nicht jene Wirtschaft, in deren Währung sie sich verschuldet (Schweiz / Schweizerfranken), sondern dort, wo sie investiert (USA, Eurozone).

Die SNB investierte bis zu den Corona-Krediten zu rund 99 Prozent im Ausland anstatt in der Schweiz.

Damit verstösst die SNB ganz klar gegen die Bundesverfassung und geht zudem ein immenses und höchst gefährliches Währungsrisiko ein.

Peter Bodenmann war einer jener Politiker, der die Auslandinvestitionen der SNB mit seiner Unbedarftheit sträflich in die Irre leitete. Bei Einführung des Mindestkurses schrieb er in der NZZ:

«Die SNB solle Franken drucken, bis den Ausländern die Ohren wackeln».

Damit wollte er den Franken schwächen.

Was Bodenmann nicht verstand (und höchst wahrscheinlich immer noch nicht versteht), ist, dass «Franken drucken» bedeutet, dass die SNB sich in Franken verschuldet. Und mit diesen angeblich «gedruckten» Franken soll die SNB dann Euros und Dollars kaufen – d.h. im Ausland investieren.

Es war als SP-Bodenmann selbst, der mitbeteiligt war, als die SNB auf ihren Irrweg des Mindestkurses eingewiesen wurde.

Resultat:

Bald 1 Billion Devisenanlagen (nicht Reserven!). Die SNB sitzt in der Devisenfalle.

nun macht Bodenmann einen Salto mortale:

Er beschwert sich darüber, dass «Jordan» «20 Prozent in Amazon, Apple & Co. investiere anstatt in den ökologischen Umbau der Schweiz».

Mit dem Wort «ökologisch» will Bodenmann noch Unterstützung aus dem «grünen Lager» holen.

Richtig:

Bodenmann unterstützt jetzt plötzlich ein ganz zentrales Anliegen: Um die Schweizer Wirtschaft anzukurbeln muss die SNB in der Schweiz investieren – nicht im Ausland.

Es ist genau das, wofür ich seit Jahren eintrete. Mit den Aber-Milliarden der SNB, die jetzt im Ausland investiert sind, hätte man viel Gutes in der Schweiz tun können. Umwelttechnisch, verkehrstechnisch, schulungstechnisch und und und.

Beispielsweise hätte man eine Swiss-Metro bauen können, welche die Umwelt stark entlastet hätte. Aber die SNB stellte sich auf «taub».

Jetzt baut ein 40-jähriger Sudafrikaner, Elon Musk, eine solche Bahn.

Er kann es. Die Schweiz konnte es nicht.

Das hätte Arbeitsplätze geschaffen und «know how».

Bodenmann beschwert sich auch, dass die SNB ein Vielfaches ihrer Covid-Kredite in US-Aktien investiere.

Bodenmann scheint also sogar den SNB-Beobachter zu lesen oder jemand, der hier mitliest, hat ihm das gesteckt.

Nur: Was nützen jetzt noch die guten Vorschläge von SP-Bodenmann? Sie kommen spät. Sehr spät.

Und Bodenmann selber ist ja einer jener, welche die SNB in die Irre geleitet haben – weil er – wie SNB-Jordan - eine Bilanz nicht lesen kann.

Marc Meyer, 10.7.2020

Bezüglich SNB: Professor Lengwiler hat nichts gelernt

Replik auf Artikel in der Weltwoche: Yvan Lengwiler und die 45-Milliarden-Franken-Frage

Professor Yvan Lengwiler hat nichts gelernt - nach den Schmeicheleinheiten folgen die Irrtümer:

Zuerst möchte ich erneut Leser und Kommentator Walter Roth danken für den Hinweis auf diesen Artikel in der Weltwoche.

Gerne wiederhole ich meine Bitte an die Leserschaft, mich auf irreführende Artikel in den Medien bezüglich SNB aufmerksam zu machen, damit ich hier darauf eingehen kann.

Fast die erste Hälfte des Beitrags über Professor Yvan Lengwiler befasst sich mit Schmeicheleien gegenüber Lengwiler:

«einer der brillantesten Wissenschaftler der Geldpolitik»,

«einer der prickelndsten intellektuellen Erscheinungen der Geldpolitik»,

«ein hochmoderner Denker»,

«dem von seinem Habitus her etwas Klassisches anhaftet»,

«ein inspirierender Gesprächspartner»,

«vielseitig interessierter»

«sehr fähiger Wirtschaftswissenschafter»

«wählt Worte mit Bedacht»

«sorgfältig abwägender Wirtschaftswissenschafter»

«mit reichem Fundus an theoretischem Wissen»

«schöpft aus reicher praktischer Erfahrung»

usw.

 

Anschliessend werden die Stationen von Lengwilers Werdegang aufgeführt:

«Doktorat in St. Gallen»

«sieben Jahre volkswirtschaftliche Forschung SNB»

«lehrt Nationalökonomie mit dem Schwerpunkt Finanzmärkte am Wirtschaftswissenschaftlichen Zentrum der Universität Basel»

"Verwaltungsrat der Finanzmarktaufsicht (FINMA)"

«wichtige Beiträge zur Entschärfung der Finanzkrise»

«Stiftungsrat des SNB-Studienzentrums Gerzensee»

«Mandate bei Pensionskassen»

 

Nach dem Durchlesen dieser Lobeshymne ist ein Schelm, der es wagt, Lengwiler zu hinterfragen, geschweige denn zu kritisieren oder gar zu widerlegen.

Man wird den Verdacht nicht los:

Wird da jemand als neuer SNB-Bankrat oder gar als neues Mitglied des Direktoriums der Nationalbank aufgebaut? Oder einfach ein "neuer Experte" bei der "Weltwoche"?

Nach dieser Lobeshymne, welche schon fast eher in Richtung Lobhudelei geht, suchen wir nach spärlicher wissenschaftlicher Argumentation von Lengwiler.

Und da wird es mager - um nicht zu sagen armselig:

Es wird altmodisch, überholt, längstens widerlegt, unverbesserlich, unbelehrbar, oberflächlich und am Schluss sogar verheerend.

Lengwiler bringt im Wesentlichen nur zwei Argumente zur SNB vor:

Erstens:

Man müsse sprechen über die Ausschüttungsreserve der SNB von 45 Milliarden Franken «die die SNB nicht für die Geldpolitik braucht». Damit sollen die Corona-Schulden des Bundes zweckgebunden abgebaut werden.

 

Zweitens:

«Konkret schwebt Lengwiler einer Rosskur vor: Die Nationalbank sollte ihr Inflationsziel von derzeit 0 – 2 Prozent auf klare 2 Prozent anheben und ankündigen, dass sie den Franken jährlich um ca. 0.5 Prozent schwächen werde, bis dieses Ziel erreicht sei. Das würde bedeuten, dass wir in wirtschaftlich guten Zeiten einen Zinssatz von vielleicht 3 Prozent und eine Inflation von 2 Prozent hätten.»

Anschliessend gehe ich auf diese zwei Punkte ein:

 

Zu «Erstens»:

Die Idee, dass die SNB die Corona-Schulden des Bundes bezahlt, ist nicht neu. Wenn ich mich korrekt erinnere, war es bereits Bundesrat Ueli Maurer, der dies vorgeschlagen hat.

 

Dazu gibt es m.E. drei Bemerkungen:

a) Der Vorschlag, Gelder der SNB für die Begleichung der Corona-Schulden des Bundes zu bezahlen hat den grossen Vorteil, dass die SNB Investitionen im Ausland abbauen und in der Schweiz investieren würde. Das entspräche dem Willen unserer Bundesverfassung.

Oder aber die SNB finanziert die Schulden des Bundes mit zusätzlichen Krediten der Banken (Giroguthaben der Banken bei der SNB). Auch in diesem Fall würde der Anteil der SNB-Inlandinvestitionen in Relation zu ihren Auslandanlagen zunehmen.

Zur Erinnerung:

Bisher (ohne die neuen Covid-19 Kredite) waren die Auslandinvestitionen der SNB fast hundert Mal grösser als die Inlandinvestitionen der SNB. Damit verstösst die SNB ganz eindeutig gegen ihren Auftrag gemäss Bundesverfassung: Im «Gesamtinteresse des Landes».

 

b) Die Geldpolitik der SNB basiert nicht nur auf der Passivseite der SNB-Bilanz, wovon Lengwiler ausgeht. Das Vermögen der SNB ist ebenso wichtig für die Geldpolitik. Deshalb ist Lengwilers Behauptung, die SNB brauche die 45 Milliarden Ausschüttungsreserve nicht für die Geldpolitik, ein Irrtum.

Dieser Irrtum basiert auf der einseitigen monetaristischen Lehre. Lengwiler ist ja gemäss Artikel ein grosser Anhänger des Monetaristen Milton Friedman.

Die Monetaristen fokussieren einzig und allein auf die Geldmenge der Zentralbank, also auf deren Passivseite und verwechseln diese mit der Aktivseite (habe ich schon anderweitig oft erklärt).

Von dieser Bewunderung von Irrlehrer Friedman kommt die abstruse Behauptung Lengwilers, die SNB brauche diese 45 Milliarden Ausschüttungsreserve nicht für ihre Geldpolitik.

 

c) Lengwiler hat auch nicht erkannt, dass die Devisenanlagen der SNB stark überbewertet sind. SNB-Chef Jordan hat ja deutlich gesagt, dass der Franken «ganz woanders notieren würde ohne SNB-Interventionen».

Damit hat Jordan auch eindeutig gesagt, dass die Devisenanlagen der SNB überbewertet sind.

Damit hat Jordan auch eindeutig gesagt, dass die SNB viel geringere Reserven oder gar keine Reserven mehr hat («ganz woanders»).

Wer lesen kann der lese.

Daraus folgt, dass die SNB gar keine Reserven hat, wenn man von einer Überbewertung von 20 Prozent ausgeht.

Daraus wiederum folgt, dass die SNB gar nicht über eine Ausschüttungsreserve verfügt, wie Lengwyler irrigerweise meint.

Es macht bedenklich, dass von einem ehemaligen Verwaltungsrat der Finma und einem Mitarbeiter in der Forschungsabteilung der SNB und aktuellem Stiftungsrat des SNB-Studienzentrums Gerzensee eine solche Oberflächlichkeit ausgeht.

Haben die Schweizer Steuerzahler von den von ihnen bezahlten Forschern keine bessere Analyse verdient?

 

Ich komme nun zu Punkt zwei:

Lengwiler will, dass die SNB ihr Inflationsziel von 0-2 Prozent auf 2 Prozent anhebt.

Was soll das?

Aufgrund der Irrlehre von Friedman meint Lengwiler, eine Inflation von 2 Prozent sei besser als eine Inflation von null Prozent.

Das ist eine Illusion:

Fallen die Preise wegen einer Vergünstigung der Produktionspreise, so bedeutet das nicht eine steigende, sondern eine fallende Arbeitslosigkeit. Man kann also keineswegs behaupten, 2 Prozent Inflation seien besser als null Inflation.

Wer ist nicht froh, wenn die Preise weniger stark oder gar nicht steigen?

Auch ist es eine Illusion zu meinen, die SNB könnte allein mit einem Inflationsziel – ohne entsprechende Investitionen – die Inflation und die Zinsen bewegen.

Verheerend ist dann der Vorschlag Lengwilers, die SNB müsse ankündigen, sie würde den Franken jährlich um 0.5 Prozent schwächen, um die Inflation anzuheben.

Dies zeigt, dass Lengwiler aus dem heutigen Dilemma der SNB nichts – aber auch gar nichts – gelernt hat.

Vor bald zehn Jahren stand ein gewisser Phillip Hildebrand, damals SNB-Präsident, vor die Presse und behauptete, dass die SNB den Mindestkurs bei 1.20 mit unbeschränkten Mitteln durchsetzen werden.

Und wo stehen wir heute:

Der Euro notiert bei 1.05 und die SNB hat bald 1 Billion Devisen. Das ist Lengwiler offenbar entgangen.

Lengwiler will nun, dass die SNB noch mehr Devisen kauft  - noch mehr - noch mehr.

Kopflos.

Die grösste Gefahr für die Schweizer Volkswirtschaft geht von den masslosen und immer weiter steigenden Devisenbeständen der SNB aus – und geht von uneinsichtigen, verblendeten Wirtschaftsprofessoren im Umfeld der SNB aus.

Anstatt darüber zu streiten, wie man angebliche «Gewinne» der SNB verteilt, die bei korrekter Bewertung des SNB-Vermögens gar nicht existieren, würden sich Lengwiler & Co. lieber damit auseinandersetzen, wie die SNB ihre masslosen Devisen loswird.

Dass nun Lengwiler daherkommt und vorschlägt, die SNB solle noch mehr Devisen kaufen und den heutigen Frankenkurs jährlich 0.5 Prozent nach unten anpassen, zeugt davon, dass Lengwiler nichts aus dem Devisendebakel der SNB gelernt hat.

Er hat dieses offenbar noch nicht einmal erkannt - oder noch schlimmer: Er verdrängt es.

Marc Meyer, 2.7.2020 .

Economiesuisse / Avenir Suisse - liederlich und schludrig wie die SNB selbst

Replik auf Artikel in der «Weltwoche»: «Finger weg von den Tresoren»

Economiesuisse / Avenir Suisse – liederlich und schludrig wie die SNB selbst

Zuerst möchte ich Leser und Kommentator Herrn Walter Roth dafür danken, dass er mich auf den obigen Artikel in der "Weltwoche" aufmerksam gemacht hat.

Ich bitte die Leserschaft, mich auf irreführende Artikel bezüglich SNB in den Medien aufmerksam zu machen, damit ich hier korrigierend in die Diskussion eingreifen kann.

Ich habe nun also die Zeitschrift «Weltwoche» gekauft und dafür fast 10 Franken am Kiosk bezahlt:

Für dieses Geld hätte ich erwarten dürfen, dass ich etwas Vernünftiges zu lesen bekomme. Aber nein: In der Weltwoche darf man offenbar etwas hineinschreiben, auch wenn man gar nichts versteht, von dem, worüber man schreibt.

Und Chefredaktor / Verleger / SVP-Nationalrat Roger Köppel versteht offenbar auch nicht viel vom Thema, dass er sowas wie diesen Artikel zulässt.

Die Liederlichkeit und Schludrigkeit, mit der ein ehemaliger Chefökonom von Economiesuisse das wichtige Thema «Gewinnverwendung der SNB» angeht, ist identisch mit der Liederlichkeit und Schludrigkeit der SNB selber.

Ebenso liederlich und schludrig argumentieren die verschiedenen Professoren, welche Economiesuisse zitiert und die sich mit «neuen» Vorschlägen bezüglich Gewinnausschüttung der SNB profilieren möchten.

Geschrieben wurde der Artikel "Finger weg von den Tresoren" in der letzten Ausgabe der "Weltwoche" vom ehemaligen Chefökonomen der Economiesuisse, Rudolf Walser.

Dieser bezieht sich wiederum auf ein Buch von "Avenir Suisse", dem "Think Tank" der Schweiz unter dem Titel: "Ideen für die Schweiz" von 2013. Die Schludrigkeit und Liederlichkeit kommt mitunter also auch vom Schweizer "Think Tank".

Ich werde nun die Irren und Wirren im Aufsatz von Economiesuisse / Avenir Suisse unter dem Titel «Finger weg von den Tresoren» Punkt für Punkt (7 Punkte) aufzeigen.

 

Erstens:

Irreführend ist bereits der Untertitel. Der lautet: «Die 900 Milliarden Franken in der Bilanz der Nationalbank erzeugen gefährliche Begehrlichkeiten.»

Dieser Titel ist nichts anderes als Effekthascherei von Economiesuisse und Weltwoche. Er giesst zusätzliches Oel ins Feuer, um noch mehr Begehrlichkeiten gegenüber der SNB zu wecken.

Wer nur ein Mindestmass an buchhalterischen Erkenntnissen besitzt, weiss, dass die Bilanzsumme alleine keine Begehrlichkeiten wecken kann.

Warum nicht?

Weil vom Vermögen zuerst die Schulden abgezogen werden müssen. Daraus ergibt sich dann das Eigenkapital. Und Begehrlichkeiten können nur basierend auf dem Eigenkapital geweckt werden.

Das Eigenkapital der SNB beträgt momentan noch knapp 140 Milliarden, nachdem es vor einem halben Jahr noch 180 Milliarden betrug. Wenn schon, müssten diese 140 Milliarden Begehrlichkeiten wecken – nicht 900 Milliarden.

 

Zweitens:

In einem halben Jahr hat die SNB also 40 Milliarden Eigenkapital verloren. Geht das so weiter, so ist dieses Eigenkapital bald ganz weg.

Aber noch viel gravierender:

Gemäss Aussagen von SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan, würde der Franken ohne Devisenmarkt-Interventionen «ganz woanders stehen». Jordan kann nur vermuten. Auch wir können nur vermuten. Wo stünde der Franken? 15 Prozent höher oder 20 Prozent höher?

Würde er 20 Prozent höher notieren, so würde das bedeuten, dass die Devisenanlagen der SNB im Wert von gegenwärtig 830 Milliarden Franken um über 160 Milliarden Franken zu hoch bewertet sind.

Daraus wiederum folgt, dass die SNB schon jetzt gar kein Eigenkapital mehr besitzt, würde sie ihre Devisenanlagen korrekt, d.h. in Übereinstimmung mit den internationalen Bewertungsvorschriften, bilanzieren.

Es gibt also gar nichts zu verteilen bei der SNB – sie hat de facto schon jetzt kein Eigenkapital mehr.

Wäre die SNB klug, so würde sie das hervorstreichen. Aber die SNB ist eben nicht klug. Sie ist unklug.

Sie streicht ihre Gewinne regelmässig heraus: Bei Verlusten meldet sie «Buchverluste» - bei Gewinnen sind es immer «echte» Gewinne.

Zudem hätte die SNB schon jetzt ein grosses Problem mit der Politik, wenn sie zugäbe, dass ihre Gewinne und ihr Eigenkapital gar nicht einer korrekten Bewertung entsprechen, sondern auf einer Überbewertung ihrer Devisenanlagen basieren.

Wie ein Kind, das seinen Eltern schlechte Noten verheimlicht, genauso verheimlicht die SNB ihre missliche finanzielle Lage den Politikern und dem Volk.

 

Drittens:

Wie nicht anders zu erwarten, ist man auch bei Economiesuisse unfähig, zwischen «Währungsanlagen» und "Währungsreserven" zu unterscheiden. Es wird von 900 Milliarden «Währungsreserven» geschrieben.

Reserven sind Eigenkapital. Die SNB besitzt aber nicht 900 Milliarden Eigenkapital. Sie besitzt im Gegenteil fast soviel Fremdkapital.

Genau mit solchen Verwechslungen heizt die SNB die Jagd auf ihre «hohen Reserven» selber an.

Und Economiesuisse – liederlich und schludrig wie die SNB - kolportiert deren Irreführung.

 

Viertens:

Economiesuisse möchte, dass die Vereinbarungen zwischen der SNB und dem Finanzdepartement nicht mehr ständig, wie seit 1998, neu angepasst werden müssen.

Genau war es so:

Im Jahre 1996 trat ich vor die GV der SNB-Aktionäre in Bern. Über Jahrzehnte hinweg hatte die SNB knapp 5 Millionen pro Jahr an die Kantone abgeliefert. Ich argumentierte, die SNB müsse ihre Geldmenge marktgerecht verzinsen und forderte von der SNB über 1 Milliarde pro Jahr.

Meine Forderung wurde in Bern gehört und fortan musste die SNB über eine Milliarde abliefern.

Konklusion:

Die SNB reagiert nur auf Druck von aussen. Anstatt pro-aktiv die Ausschüttungen anzugehen, reagiert die SNB nur auf Druck von aussen. Folgerichtig will nun die Politik höhere Ausschüttungen von der SNB angesichts der massiv gestiegenen Bilanzsumme.

Die SNB ist selber schuld am Druck, der auf sie zukommt.

 

Fünftens:

Nun möchten sich vor allem Wirtschaftsprofessoren aus dem näheren Umfeld der SNB profilieren mit Vorschlägen aller Art, wie der «SNB-Gewinn» (der gar keiner ist), verteilt werden kann.

Peinlich ist, wie diese Professoren argumentieren:

So behauptete beispielsweise der ETH-Professor und KOF-Leiter Prof. Jan-Egbert Sturm, das Eigenkapital der SNB würde wurde durch Geld drucken erhöht.

Er wiederholt damit denselben Unfug, wie SNB-Präsident Prof. Dr. Thomas Jordan.

Es ist einfach unsäglich, dass solche Banausen unser Land in den wirtschaftlichen Abgrund reissen dürfen – und das unter dem Schutz des Deckmantels «Unabhängigkeit».

 

Sechstens:

Die «Economiesuisse» / "Avenir Suisse" meint nun, das «Ei des Kolumbus» gefunden zu haben und schlägt folgendes vor:

Zitat:

«Massgebend für die Gewinnermittlung und -verteilung sind deshalb ausschliesslich das Vertrauen und die Stabilität des Frankens…»

Wie bitte?

Wie kann die Gewinnverteilung der SNB ausschliesslich auf dem Vertrauen und auf der Stabilität des Frankens bemessen werden?

Bin ich irre oder ist Economiesuisse / "Avenir Suisse" irre?

Wie kann ein konkreter Frankenbetrag (Gewinnverteilung) berechnet werden basierend auf subjektivem «Vertrauen»?

Das ist vollkommener Unfug, den die Economiesuisse / Avenir Suisse da schreibt:

Wie kann «Vertrauen» in den Franken als Berechnungsgrundlage für die Gewinnverteilung herangezogen werden?

Allenfalls könnte man den Kurs des Frankens als Berechnungsgrundlage heranziehen. Suggeriert wird dabei, dass bei grossem Vertrauen in den Franken dessen Kurs hoch und die Gewinnverteilung demzufolge hoch sei.

Die Economiesuisse verwechselt dabei, dass bei hohem Vertrauen in den Franken und demzufolge bei hohem Frankenkurs die SNB weniger Gewinn wenn nicht gar einen Verlust ausweist. Die SNB müsste demzufolge höhere Gewinne ausschütten, je höher ihre Verluste sind.

Unfug. Nicht wahr?

Solche Argumente sind eine Blamage für die Economiesuisse / Avenir Suisse. Aber sie reihen sich nahtlos in die Irrlehre der SNB und ihrer Professorenschaft ein.

Der Unfug von Economiesuisse / Avenir Suisse geht weiter:

Neben dem Vertrauen in den Franken soll auch dessen Stabilität massgebend für die Gewinnverteilung sein:

Also wenn der Franken stabil ist, gibt das eine höhere oder tiefere Gewinnausschüttung der SNB?

Und wenn dabei die Aktien und Obligationen im Portefeuille der SNB fallen?

Weiter:

Massgebend für die Gewinnverteilung der SNB sei auch ein «robustes Eigenkapital».

Ich nehme an, bei «robustem Eigenkapital» sind die Gewinnausschüttungen der SNB höher? Economiesuisse / Avenier Suisse verwechseln hier also eine Frankenstärke mit einer Frankenschwäche:

Das Eigenkapital der SNB wird bei schwachem Franken robuster – nicht bei starkem Franken. Was jetzt? Schüttet die SNB mehr Gewinne aus bei starkem oder schwachem Franken?

Abermals weiter:

Massgebend für die Gewinnverteilung sei die Kompetenz der SNB und deren Unabhängigkeit:

Also bei hoher Kompetenz schüttet sie gar keine Gewinne aus? Bzw. 5 Mio pro Jahr wie früher - ohne Druck? Und bei welcher "Kompetenz" schüttet sie wieviel aus?

Irrtum reiht sich an Irrtum bzw. Illusion an Illusion. 

Aber das sind wir uns ja gewohnt von der SNB und den Befürwortern ihrer Devisenkäufe.

Da sieht man auch, wie liederlich und schludrig der Dachverband der Schweizer Wirtschaft, Economiesuisse, und die "Denkfabrik" der Schweiz "Avenir Suisse" arbeiten.

Es ist dies das liederliche und schludrige Umfeld, in der sich die Schweizerische Nationalbank wohl fühlt. Hier ist sie unter ihresgleichen.

Jetzt legt Economiesuisse wieder Wert auf die «Unabhängigkeit» der SNB,  verschweigt aber, dass Economiesuisse selbst eine der treibenden Kräfte war beim sogenannten «Frankenrütli», welches die Unabhängigkeit der SNB mit Füssen trat.

In dessen Anschluss erteilte der Bundesrat ja der SNB den Auftrag, am Devisenmarkt zu intervenieren. 

 

Siebtens:

Economiesuisse / Avenier Suisse schreiben weiter:

Zitat:

«Wichtig ist zudem, dass nur realisierte Gewinne ausgeschüttet werden dürfen».

Was heisst das?

Ein realisierter Gewinn beispielsweise auf US-Aktien (Index) liegt vor, wenn die SNB US-Aktien (Index) in Dollar bewertet zu einem höheren Kurs verkauft, als sie diese eingekauft hat.

Die SNB müsste also ihren Anteil an US-Aktien und Dollars abbauen. Die SNB müsste also zur Spekulantin am US-Aktienmarkt werden: Sie müsste bei Hochs verkaufen und dann wieder bei tieferen Kursen einsteigen, um Gewinne zu realisieren und an Bund und Kantone abzuliefern.

Das ist aber nie und nimmer die Aufgabe der SNB gemäss Bundesverfassung.

Alles zudem auf Risiko der Steuerzahler.

Wollte sie Gewinne auf dem Dollar oder Euro realisieren (letzterer z.B. ist allerdings seit Beginn der SNB-Stützungskäufe von 1.45 auf 1.05 gefallen; also keine Gewinne), so müsste sie die Euro nach dem Gewinn verkaufen, um Gewinne zu realisieren.

Wie will sie aber Euros verkaufen und gleichzeitig diesen stützen?

Das ganze ist zudem ein Unsinn: Wie will die SNB Gewinne auf Euros realisieren, wenn dieser kontinuierlich fällt. Zudem verkauft die SNB ja keine Euros, sondern kauft endlos dazu.

Seit 10 Jahren steigen die Devisenanlagen der SNB kontinuierlich.

Was bei der SNB fehlt, ist aber eine Exit-Strategie: Wie kommt die SNB aus ihren Devisen heraus?

Auch dieser Teil der Economiesuisse / Avenir Suisse-Argumentation ist nicht durchdacht.

 

Konklusion:

Anstatt sich über die Verwendung von fiktiven Gewinnen der SNB zu streiten, sollte sich die Politik lieber damit auseinandersetzten, ob und wie sich die SNB noch aus ihrer Devisenfalle befreien kann.

Dazu muss sie sich zuerst aus dem Würgegriff der Exportindustrie befreien.

Economiesuisse ist massgeblich beteiligt an diesem Würgegriff.

Die akuten Fragen sind:

Was geschieht im Falle von negativem Eigenkapital der SNB?

Werden die Steuerzahler die SNB rekapitalisieren?

Oder lässt man die kreditgebenden Geschäftsbanken Konkurs gehen?

Oder führt man den Euro zu einem schlechten Umwechslungskurs ein?

Wollen wir überhaupt den Euro?

Wollen wir gar den EU-Beitritt?

Die SNB geht in diese Richtung.

Diesbezüglich muss in der Politik diskutiert werden.

Marc Meyer, 1.7.2020

SNB selber ist Ursache für sinkende Profitabilität der Banken

Replik auf heutigen Artikel in finews / Bankiervereinigung / SNB

SNB ist Ursache für die sinkende Profitabilität der Banken 

Die SNB schreibt, die Banken seien dank den aufgebauten Kapitalpuffern seit der Finanzkrise «krisenfest».

Die SNB zeigt sich jedoch beunruhigt über die «sinkende Profitabilität» der Banken.

Was die SNB übersieht ist folgendes:

Erstens:

Der Aufbau von Eigenkapital führt ex definitione zu einer geringeren Rendite auf dem Kapital. Der Aufbau des Kapitalpuffers ist demzufolge mitschuldig an der sinkenden Profitabilität der Banken.

 

Zweitens:

Die Belastung der Banken durch Minuszinsen auf ihren Guthaben bei der SNB vermindern die Profitabilität der Banken ebenso. Die Minuszinsen sind also ebenfalls mitverantwortlich für die sinkende Profitabilität der Banken.

 

Drittens:

Mit ihrem gewaltigen Klumpenrisiko stellt die SNB selber die grösste Risikoquelle für den Finanzplatz Schweiz dar. Sollten die Märkte weiter korrigieren und das Eigenkapital der SNB wird negativ, so würde sich dieses negative Eigenkapital eins zu eins auf die kreditgebenden Geschäftsbanken übertragen.

Die SNB verschweigt also in ihrem Bericht zur Finanzstabilität, dass sie selber eines der grössten Risiken für die Geschäftsbanken darstellt.

Die SNB pocht ja immer wieder auf ihre «Unabhängigkeit» und verwechselt diese mit «Unfehlbarkeit».

Resultat: Die Medien kolportieren die irreführenden Aussagen der SNB immer wieder ohne eigene Reflexion.

Weder "finews" noch die Schweizerische Bankvereinigung gehen der Problematik der SNB auf den Grund.

Das soll hier auf diesem Blog korrigiert werden.

Marc Meyer, 25.6.2020

Replik auf SNB-Schützenhilfe im Blick

SNB muss sich aus dem Würgegriff der Exportindustrie befreien

 

Heute unterstützt die Boulevardzeitung Blick die NZZ, welche man getrost als externe Public Relations Abteilung der SNB bezeichnen darf.

 

Es geht darum, die SNB zu unterstützen in deren Kampf um "Unabhängikeit".

 

Zitiert wird SNB-Vizepräsident Zurbrügg:

 

Zitat aus dem "Blick":

 

Mit diesen scharfen Worten warnte SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg (60) in der «Neuen Zürcher Zeitung» vor der Einmischung der Politik in die Angelegenheiten der Währungshüter:

 

«Wenn wir beginnen, die SNB-Gewinnausschüttungen mit Spezialwünschen oder Zweckbindungen zu verknüpfen, erhalten diese Gewinne eine politische Bedeutung, die sie nicht haben sollten»,

 

erklärte er.

 

Analysieren wir doch einmal ganz genau:

 

Erstens:

Den Auftrag, am Devisenmarkt zu intervenieren erhielt die SNB vom Wirtschaftsausschuss des Bundesrates höchst persönlich (getarnt als "Überbringung des Wunsches der Wirtschaft" an die SNB; siehe sogenanntes "Frankenrütli" , Artikel in der NZZ im September 2011).

 

Der Bundesratsausschuss bestand damals aus den Bundesrätinnen / Bundesrat

Schneider-Ammann, Widmer-Schlumpf, Leuthard.

 

Damals lobte die NZZ diese Auftragserteilung des Bundesrates (unter Druck der Export-Lobby) an die SNB als "Frankenrütli".

 

Heute fordert die NZZ scheinheilig die Unabhängigkeit der SNB. Damals lobte sie diese in einer viel schwerwiegenderen geldpolitischen Massnahme.

 

 

Zweitens:

 

Zurbrügg verwehrt sich dagegen, dass die Gewinne der SNB mit Spezialwünschen verknüpft werden und so eine politische Verknüpfung erhalten.

 

Zurbrügg übersieht, dass es bei den masslosen Devisenkäufen der SNB ebenfalls um die "Spezialwünsche" des Exportindustrie und des Tourismus ging.

 

Nicht nur die Gewinne, sondern das gesamte Vermögen der SNB von fast einer Billion stehen im Dienste einzig und allein der Exportindustrie.

 

Der ganze restliche Teil der Schweiz leidet unter diesen Devisenkäufen. 

 

Ich denke, andere Teile der Bevölkerung (z.B. AHV, ALV) haben auch ein Anrecht, von der SNB berücksichtigt zu werden. Oder nicht?

 

Das "übersieht" Zurbrügg.

 

In der Bundesverfassung steht ja im Auftrag an die SNB geschrieben "im Gesamtinteresse des Landes".

 

Also die SNB muss sich zwingend aus dem Würgegriff der Exportindustrie befreien.

 

Marc Meyer , 23.6.2020

Grundsätzliches zur Unabhängigkeit der SNB (und der Zentralbanken allgemein)

Die SNB ist selber schuld, dass alle von ihrem "Gewinn" wollen, der gar keiner ist.

Die SNB betont immer wieder ihre Unabhängigkeit.

Auch die Politiker und die SNB-freundlichen Medien (insbesondere das staatseigene Fernsehen sowie die NZZ, externe Public Relations Abteilung der SNB, aber auch die Finanz und Wirtschaft u.a.) beschwören unablässig die Unabhängigkeit der SNB.

Diese vielbeschworene Unabhängigkeit der SNB ist jedoch nichts anderes als eine Farce.

Das hat man deutlich gesehen beim sogenannten «Frankenrütli».

Gemäss Pressemitteilung der NZZ berief damals im August 2011 der Bundesrat ein «geheimes Treffen» ein mit den «Spitzen der Wirtschaft» und einigen Oekonomie-Professoren.

Dieses geheime Treffen stilisierte die NZZ dann zum sogenannten «Frankenrütli» hoch. Im Anschluss an dieses «Frankenrütli» überbrachte dann der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates der SNB den «Wunsch der Wirtschaft», am Devisenmarkt zu intervenieren.

Der Rest ist Geschichte: Einführung des Euro-Mindestkurses und Beginn einer Aufblähung der SNB-Bilanz sondergleichen: Die SNB nahm für jeden Schweizer rund hunderttausend Franken Schulden auf, um damit Devisen (Euros und Dollars) zu kaufen.

Bald haben wir eine Billion Devisen, grösstenteils mit Schulden finanziert, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Punkto «Unabhängigkeit» der SNB ist dazu folgendes zu sagen:

Erstens:

Der Bundesrat wählt das Direktorium der SNB. Wenn nun dieser Bundesrat diesem Direktorium «den Wunsch der Wirtschaft überbring», so kann man ehrlicherweise sagen: Der Bundesrat erteilte der SNB den Auftrag, am Devisenmarkt zu intervenieren.

Zweitens:

Interesse an diesem Mindestkurs haben die Exportindustrie und der Tourismus. Alle anderen Bereiche der Wirtschaft müssen dafür bezahlen, sei es mit höheren Importpreisen, Negativzinsen oder Übernahme des gewaltigen Risikos, welches die SNB mit ihren masslosen Devisenbergen eingeht.

Die sogenannte «Unabhängigkeit der SNB» wurde schon damals mit Füssen getreten.

Grundsätzlich gilt Folgendes:

In einer gesunden Demokratie, wo offen über die Finanzen debattiert wird, ist eine Zentralbank nicht gefährdet.

Das «Frankenrütli» war bereits ein erster Missbrauch der Schweizerischen Nationalbank aufgrund der Export-Lobby bis in den Bundesrat hinein. Wo waren damals jene Stimmen, die heute lauthals die Unabhängigkeit der SNB betonen? Sie blieben stumm.

Missbräuche der Zentralbank fanden bisher immer in Diktaturen oder im Zusammenhang mit der Finanzierung von Kriegen / Kriegsschulden statt. Missbräuche können auch stattfinden, wenn in einer Demokratie eine Lobby die Macht über die SNB an sich reisst, wie das die Export-Lobby im Jahre 2011 getan hat.

In einer gesunden Demokratie, wo sich das Volk ein Mitspracherecht bei der Erhebung der Steuern erkämpft hat, kann und soll das Volk auch über die Verwendung der SNB-«Gewinne» mitreden können.

In einer Demokratie kann es keinen wirtschaftlichen Bereich geben, der nicht zur Debatte stehen kann.

Insofern ist es korrekt, dass jetzt diverse Vorschläge zustande gekommen sind, wie die SNB-Gewinne zu verwenden sind und dass diese diskutiert werden. Diese ganze öffentliche Diskussion wird helfen, dass weitere Bevölkerungsschichten und Politiker sich mit der SNB auseinandersetzen und lernen, wie eine Zentralbank überhaupt funktioniert.

Dieses öffentliche Verständnis bezüglich einer Zentralbank fehlt gänzlich.

Auch unser Parlament versteht in keiner Weise, wie die SNB funktioniert. Ein Buchhaltungskurs für das ganze Parlament ist von Nöten.

Als beispielsweise der Bundesrat die Motion SVP-Kaufmann beantwortete, behauptete er, die SNB könne nicht illiquide werden, da sie SNB ihre eigene Liquidität aufgrund des Notenmonopols selber herstellen könne.

Das Parlament hat diese Antwort kopfnickend angenommen. Bundesrat und Parlament haben damit zu erkennen gegeben, dass sie keine Ahnung haben, wie die SNB funktioniert.

Der SNB-Chef hat schon so viele Irrtümer in Umlauf gesetzt (basierend auf der herrschenden Geldtheorie), dass alle konfus sind.

Ich sehe es als meine Aufgabe an, hier mit diesem Blog Aufklärungsarbeit zu leisten.

Dass nun alle Politiker plötzlich sich mit dem Gewinn der SNB auseinandersetzen liegt an der Fehlinformation durch die SNB selber.

Die SNB ist selber Schuld.

Da ist z.B. einmal der Ausdruck «Gewinn»:

Wenn die SNB einen Verlust erleidet, so benennt sie diesen «Buchverlust». Liegt jedoch ein Gewinn vor, so nennt das die SNB einen realen «Gewinn». Sie hat es nötig, sich zu profilieren.

Die SNB verschweigt, dass sie selber den Wert ihrer Devisen und Wertschriften in die Höhe treibt. SNB-Jordan hat zwar betont, dass der Franken «ganz woanders notieren würde» ohne SNB-Interventionen.

Die Konsequenzen daraus hat er jedoch verschwiegen oder selber nicht erkannt.

Wo läge der Franken ohne SNB-Interventionen? 15 Prozent höher?

Dies würde bedeuten, dass die Devisen der SNB 15 Prozent zu hoch bewertet sind. Daraus würde folgen, dass die SNB gar keinen Gewinn bzw. Reserven hat, den / die das Parlament verteilen kann.

Aber die SNB ist eben nicht so klug.

Sie verkauft die Bewertungsgewinne auf dem gestützten Euro als realen «Gewinn». Sie brüstet sich mit einem «Gewinn», der in Tat und Wahrheit gar keiner ist.

Und da sie ihre Devisenanlagen überbewertet, ist die logische Konsequenz, dass die Politiker davon wollen. Es ist ja schliesslich auch der Steuerzahler, welcher das Risiko der immensen Gratisoption trägt, welche die SNB den Exporteuren verschenkt.

Würde die SNB betonen, dass sie gar keine Gewinne und somit keine Reserven hat, sondern «stille Verluste», so gäbe es auch nichts zu verteilen.

Aber immer wieder plaudern die SNB und die Medien von immensen SNB-"Devisenreserven", die gar keine sind. 

Ein weiterer Fehler der SNB ist, dass sie ihre «Gewinne» ausschliesslich im Ausland reinvestiert. Die Schweizer sehen nie etwas von den riesigen Vermögenswerten der SNB im Ausland.

Sollten der Euro oder der Dollar einmal richtig einbrechen, so ist dieses riesige Vermögen im Ausland teilweise verloren. Wenn hingegen jetzt Teile von diesem Vermögen ins Inland zurückgeführt werden, wie es das Parlament will für die Finanzierung der AHV oder ALV, so wäre wenigstens dieser Teil gerettet.

Wir sehen:

Es ist gut, dass über die Gewinnverwendung der SNB diskutiert wird. So findet hoffentlich ein Lerneffekt statt.

Damals, im Jahre 1996, lieferte die geizige SNB total knapp 5 Mio an die Kantone ab. Ich trat vor die GV der SNB und forderte 2 Milliarden. Ich verlor darauf meine Stelle als Stratege bei der UBS aber die SNB musste fortan 2 Milliarden abliefern.

Die SNB reagiert leider nur auf politischen Druck. Deshalb fordere ich politischen Druck auf die SNB – nur so lernt diese.

Und in einer gesunden Demokratie hat eine Notenbank nichts zu befürchten – solange sie korrekt informiert, was die SNB nicht tut, und solange sie die Bundesverfassung einhält, was die SNB mit ihren ausschliesslichen Auslandanlagen ebenfalls nicht tut.

Marc Meyer, 22.6.2020

SNB verkauft schon wieder alle für dumm

Einführung und Abbau der Minuszinsen verkauft SNB-Jordan beide Male als "Lockerung der Geldpolitik"

Seit SNB-Chef Jordan die Minuszinsen auf den Einlagen der Banken bei der SNB einführte, verkaufte er dies stets als "Lockerung der Geldpolitik".

Aufgrund der harrschen Kritik der Banken baute er die Minuszinsen schrittweise wieder ab. Er tat dies nicht, indem er den Minussatz verringerte, sondern indem er den Freibetrag der Banken erhöhte.

Das bedeutet, dass die Banken nur noch auf einem kleineren Betrag Minuszinsen zahlen müssen. Per Saldo müssen die Banken also auf ihren gesamten Guthaben bei der SNB weniger Zinsen entrichten. Das kommt einer Reduzierung der Minuszinsen bzw. einer Anhebung des Zinssatzes auf den gesamten Guthaben der Banken gleich (weniger tief im Minus).

SNB-Chef Jordan verkaufte also die Einführung der Minuszinsen als "Lockerung der Geldpolitik" und den schrittweisen Abbau der Minuszinsen verkauft er ebenfalls als "Lockerung der Geldpolitik".

SNB-Chef Jordan verkauft einmal mehr die ganze Schweiz für dumm.

Marc Meyer

SNB will noch mehr Devisen kaufen - kein Ende des Irrwegs

SNB-Chef Jordan verwechselt expansive und kontraktive Geldpolitik

Seit einem Jahrzehnt kauft die SNB nun masslos Devisen. Bald haben wir eine Billion davon. 100'000 pro Kopf der Bevölkerung.

Und was prognostizierte der SNB-Chef in seiner heutigen vierteljährlichen Lagebeurteilung? 

Natürlich. Die SNB will noch mehr Devisen kaufen. So soll die Schweizer WIrtschaft stabilisiert werden.

Wie aber ums Himmels Willen soll der Kauf beispielsweise von US-Aktien die Schweizer Wirtschaft stabilisieren?

SNB-Chef Jordan muss einem Leid tun: Er hat sich vollkommen verrant und findet den Ausweg nicht mehr.

Exit-Strategie aus den masslosen Devisenanlagen? Fehlanzeige.

Jordan argumentierte in seiner heutigen vierteljährlichen Lagebeurteilung, die SNB betreibe eine "expansive Geldpolitik", um die Auswirkungen der Corona-Krise zu bewältigen.

Diese "expansive Geldpolitik" bestehe aus den Interventionen, dem Negativzins und den Covid-19 Krediten, wovon die SNB insgesamt rund 10 Milliarden gewährt habe (gegen Sicherheit des Bundes).

Bemerkt Jordan denn seine Widersprüche wirklich nicht?

Der Negativzins, den Banken auf ihren Guthaben bei der SNB zu bezahlen haben, belastet die Volkswirtschaft  und kurbelt diese nicht an, wie eine expansive Geldpolitik suggeriert.

Und die Devisenkäufe (gegen 100 Milliarden seit Beginn der Corona-Krise), u.a. Käufe von US-Aktien, sind ebenfalls im Gegenteil kontraktiv und nicht expansiv. Sie stellen einen Kapitalexport aus der Schweiz ins Ausland dar.

Jordan verwechselt das alles.

Und viel wichtiger wäre es, vom SNB-Chef einmal zu erfahren, wie er den Ausstieg aus den immensen Devisenanlagen sieht.

 

Marc Meyer, 18.6.2020

Flucht der Professorenschaft aus der Diskussion

Anschauungsunterricht: Wie die Wirtschaftsprofessoren vor der Diskussion flüchten

 

too much

 

geschrieben von GeorgQuaas am 18. Jun. 2020, 12:45[ antworten ]

 

Sie haben die Gelegenheit genutzt, Ihre Kritik darzustellen. Nur kann ich sie leider nicht nachvollziehen. Vor allem, weil mir die Belege für Ihre Behauptungen fehlen. Vermutlich haben Sie diese anderweitig niedergelegt. Ein Blick in die Materialien der SNB zeigt mir, dass Repo-Geschäfte bei der SNB kaum noch eine Rolle spielen. Diese hatte ich bei meiner Bemerkung zu These 4 unterstellt.

Ansonsten sehe ich keinen Anhaltspunkt, weder im Geschäftsbericht noch im Vortrag zur Geldschöpfung, der Ihre Kritik ansatzweise bestätigen würde, so dass man dem nachgehen müsste. Insofern halte ich weitere Diskussionen für nutzlos. Ich bitte um Verständnis! Aber die meisten Ökonomen sind zur Zeit mit Corona und den wirtschäftlichen Folgeschäden beschäftigt. Geldtheoretische Diskussionen müssen erst einmal warten.

 

 

Flucht durch die Hintertür

geschrieben von Marc.Meyer am 18. Jun. 2020, 14:09[ antworten ]

 

Schade Herr Quaas

Das ist mager.

Verständnis habe ich keines für Sie. Aber machen Sie's gut.

Trotzdem.

Freundliche Grüsse

Marc Meyer

 

 

Flucht durch die Hintertür

 

geschrieben von Marc.Meyer am 18. Jun. 2020, 14:27[ antworten ]

 

 

Addendum

 

Sorry Herr Quaas

Wenn ich sage, ich habe kein Verständnis für Sie, so bezieht sich das nicht auf Ihre Person. Ich beziehe das alleine auf Ihre Flucht aus der Diskussion - ohne Argumente - ohne nichts.

Freundliche Grüsse

Marc Meyer

 

Verstecken hinter Corona

geschrieben von Marc.Meyer am 18. Jun. 2020, 15:06[ antworten ]

Sehr verehrte Leserschaft

Herr Quaas unterstellt hier der Leserschaft, dass sich diese lieber mit Corona und den Folgeschäden auseinandersetzte bzw. lieber hinter Corona verstecke als sich mit Geldtheorie auseinanderzusetzen.

So möchte er die Büchse der Pandora schnellstens wieder schliessen.

Ich denke, dass die Corona-Folgeschäden der Zentralbanken infolge deren masslosen Verschuldung aufgrund der Corona-Krise noch verstärkt werden.

Also wer sich mit den Folgeschäden der Corona-Krise auseinandersetzten will, der muss sich auch mit den Irrlehren der Zentralbanken und deren Folgeschäden auseinandersetzen.

Das gilt in besonderem Masse für die SNB.

Ich empfehle deshalb den Oekonomen, sich mit den Verwechslungen von links und rechts der Zentralbankbilanz bzw. mit der Verwechslung von Eigen- und Fremdkapital bzw. mit der Verwechslung einer Verlängerung und Verkürzung der Zentralbankbilanz, wie sie die Herren Sturm, Jordan und Weidmann begehen, seriös auseinanderzusetzen.

Eine Flucht vor und aus der Diskussion ist nicht die Lösung.

Ich bin gespannt auf neue Wortmeldungen.

Freundliche Grüsse Marc Meyer.

Ausführliche Begründung, weshalb die SNB konkurs gehen kann -

Die Irrlehren der Zentralbanker gefährden den Frieden in Europa

Meine sieben Thesen zum Konkurs von Notenbanken auf "Oekonomenstimme"

Unlauteres Diskussionsverhalten - die Universitäten sind zu Marionetten der Zentralbanken verkommen

geschrieben von Marc.Meyer am 9. Jun. 2020, 12:11[ antworten ]

Heute vor einer Woche habe ich hier sieben Argumente in die Diskussion gebracht, welche dem einführenden Artikel, der herrschenden Lehre in der Oekonomie, der Argumentation von SNB-Chef Thomas Jordan und dem Bundesrat sowie den Zentralbankern weltweit diametral zuwiderlaufen.

Erstens:

Klassische Geldschöpfung führt nicht zu einer Verkürzung der SNB-Bilanz oder unveränderter Bilanzlänge, sondern zu einer Verlängerung der SNB-Bilanz.

Zweitens:

Klassische Geldschöpfung führt nicht zu einer Zunahme des Eigenkapitals der SNB, sondern im Gegenteil zu einer Zunahme des Fremdkapitals der SNB.

Drittens:

Das Vermögen der SNB entspricht nicht dem Grundsatz von «true and fair», weil die SNB gemäss eigenen Angaben den Wert ihrer Devisenanlagen stützt. Diese sind somit überbewertet. Die SNB sitzt auf immensen «stillen Verlusten» (wie auch andere Zentralbanken weltweit auf überbewerteten Obligationenbeständen).

Viertens:

Die SNB muss ihre Schulden zurückzahlen, wenn eine Bank ihr Guthaben bei der SNB zurückfordert bzw. als Zahlungsmittel verwenden will. Sie muss das «Auf Sicht», also sofort auf Verlangen tun. Das ist auch seit Abschaffung des «Goldstandards» so – entgegen anderslautender Behauptung von SNB-Jordan.

Fünftens:

Die SNB (und keine Zentralbank) kann ihre eigenen Schulden (Verbindlichkeiten) begleichen bzw. abbauen mit der Emission von Geld (eigene Liquidität schaffen; siehe Jordan / Bundesrat). Das emittierte Geld selber ist die Verbindlichkeit.

Sechstens:

Eine Zentralbank kann somit zahlungsunfähig werden.

Siebtens:

Eine Zentralbank kann konkurs gehen. Es handelt sich hier um sieben Irrtümer in der Geldtheorie, welche dringend der Korrektur bedürfen. Sie sind verantwortlich für die unverantwortlich hohen Devisenanlagen der SNB (fast CHF 100'000 pro Einwohner). Diese können der Schweizer Volkswirtschaft gefährlich werden.

Obwohl es sich um Punkte handelt, die diskutiert werden müssen, herrscht hier Funkstille.

Ich beurteile dies als unlauteres Verhalten in der wissenschaftlichen Diskussion.

Ich werde «totgeschwiegen».

So war das bereits bei meiner Argumentation, es gibt keinen Geldmultiplikator («Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung», Inside Paradeplatz, September 2013) was dann die Bank of England wenige Monate nach mir übernahm (Money creation in a modern economy; April 2014) und seither Allgemeinwissen darstellt.

Die SNB nahm dann in der Folge ihre Irrlehre (mit der Multiplikator-Theorie) von ihrer Home Page («Ökonomenstimme» und SNB haben ja eine enge Verflechtung); und «Ökonomenstimme» tolerierte das Weglassen der ursprünglichen Literatur.

Obwohl «Ökonomenstimme» Lauterkeit bei der Literaturangabe auf ihre Fahne schreibt. Meine Damen und Herrn von «Ökonomenstimme»: Das ist unlauteres Diskussionsverhalten.

Totschweigen – und dann warten, bis eine Zentralbank die Irrtümer in der Geldtheorie ändert (so geschehen bei der «Bank of England»).

Die Universitäten sind zu Marionetten der Zentralbanken geworden.

Macht doch einfach etwas anderes, als eine «wissenschaftliche» Zeitschrift zu publizieren, welche die Diskussion abwürgt und dann die korrigierte Argumentation unlauter anderer Autorenschaft (den Zentralbanken) zuspricht.

Marc Meyer, 9.6.2020

Kürzlich wies ich hier auf die dilettantische Argumentation der ETH / KOF hin im Artikel "Was kann die SNB noch tun?" Nachfolgend einige Ausschnitte aus der Diskussion auf Oekonomenstimme

Kommentar von Prof. Dr. Georg Quaas, Professor für Volkswirtschaftslehre, Universität Leipzig

@Marc Meyer geschrieben von GeorgQuaas am 16. Jun. 2020, 18:58[ antworten ]

Sehr geehrter Herr Meyer,

Sie sind nicht der einzige, der totgeschwiegen wird.

Das Gefühl kenne ich, aber man muss sich selber auch nicht allzu wichtig nehmen. Wenn eben einige Leute lieber im Irrtum leben wollen... Man kann niemand zu Einsichten zwingen, die er oder sie – aus welchen Gründen auch immer – nicht haben will.

Leider haben Sie an den heißen Debatten hier auf Ökonomenstimme zur MMT nicht teilgenommen, jedenfalls erinnere ich mich nicht an bedeutende Interventionen Ihrerseits.

Könnte es sein, Sie kennen diese Debatten nicht einmal? Das vermute ich wegen der folgenden etwas voreiligen Behauptung: „…es gibt keinen Geldmultiplikator…“ Was es nicht gibt, ist die dem Geldmultiplikator angedichtete ursachliche Wirkung auf die Geldschöpfung der Geschäftsbanken.

In der ernst zu nehmenden Literatur wird diese mechanische Interpretation seit langem abgelehnt. Ich verweise mal auf W. Poole: Optimal Choice of Monetary Policy Instruments in a Simple Stochastic Macro Model, in: The Quarterly Journal of Economics, 84. Jg. (1970), H. 2, S. 215. und natürlich generell auf die Lucas-Kritik.

Das Komische daran ist, dass es hauptsächlich die Banker waren, die diesen Unsinn geglaubt und vertreten haben. Und jetzt schimpfen sie auf die Geldtheorie, die sie selber jahrelang missverstanden haben.

Leider erwecken auch einige Lehrbuchautoren diesen Eindruck, das kann man nicht leugnen. Das kommt davon, wenn man unbedingt den Praktikern zu Munde redet. Ich habe aber ein paar Fragen zu ihren sieben Thesen.

These 1: einverstanden.

These 2: Geldschöpfung einer Zentralbank bedeutet, dass auf der Aktivseite ein Zuwachs an Wertpapieren steht, der das geschöpfte Geld (mindestens) ausgleicht. Zumindest ist das bei der SNB so. Ich finde, es wäre hier richtiger zu sagen: Geldschöpfung als solche ändert nichts am Eigenkapital der Bank.

These 3 ist mir zu abstrakt argumentiert. Die SNB kauft Devisen, um den Wert der eigenen Währung zu senken, die Geldmenge zu erhöhen etc. - m.a.W. sie kauft Euro, Dollar etc. billig ein. Ich vermute mal, dass die SNB diese Devisen wieder verkauft, wenn die eigene Währung gestützt werden muss, also wenn ihr eigenes Geld billig zurückzukaufen ist. Ist dieser Fall Ihrer Meinung nach irreal? Insgesamt macht die SNB dabei jedenfalls ein Bombengeschäft!

These 4: Die Schulden der SNB sind die Wertpapiere, die sie für die Geldschöpfung bekommen hat. Natürlich muss sie diese jederzeit auf Verlangen zurückgeben! Aber das kann sie ja auch. Was sollte dem entgegenstehen? Und Devisen? Muss sie nicht herausgeben, wenn sie nicht will.

These 5: einverstanden.

These 6: Im Prinzip, ja. Aber so einfach ist es nicht, und vor allem: Das folgt nicht aus der These 5. –

Aber es wäre Ihre Aufgabe, die Bedingungen anzugeben, unter denen eine Zentralbank „krachen“ geht.

7: wie 6.

Mit freundlichen Grüßen G.Q.

Meine Replik

Sehr geehrter Herr Quaas

Besten Dank für Ihre Antwort und bitte entschuldigen Sie die etwas verspätete Antwort. Ich dachte nicht mehr, dass mir jemand antwortet und habe Ihren Text nur zufällig noch gesehen.

Es geht nicht darum, sich wichtig zu nehmen. Es geht darum, dass wir Ökonomen uns endlich einmal unserer enormen Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit bewusst werden und Ökonomie seriös betreiben.

Die Grobfahrlässigkeit, mit der Ökonomie an den Universitäten und bei den Zentralbanken betrieben wird, ist nicht zu überbieten.

Sie schreiben: «…Wenn eben einige Leute lieber im Irrtum leben wollen... Man kann niemand zu Einsichten zwingen.» Da muss ich Ihnen leider bereits ein erstes Mal widersprechen: Es handelt sich eben nicht um «einige Leute…im Irrtum» und es geht nicht um «zwingen».

Bei den «einigen Leuten» handelt es sich beispielsweise um den Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Prof. Dr. Thomas Jordan, der in 10 Jahren fast 100'000 Schulden pro Kopf der Bevölkerung gemacht hat aufgrund seiner Verwechslung von Vermögen und Schulden der SNB.

Oder es geht um Prof. Dr. Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, Präsident der BIZ und Mitglied des EZB-Rates, der beinahe Präsident der EZB geworden wäre – auch er verwechselt links und rechts der Zentralbankbilanz und behauptet, eine Zentralbank könne «schuldtilgendes» Geld emittieren.

«Schuldtilgendes Geld» wäre ein Aktivum der Deutschen Bundesbank – kein Passivum. Weidmann verwechselt also ebenso links und rechts.

Jens Weidmann vertritt damit eine barocke Geldschöpfungstheorie, welche auf Mephisto in Goethes Faust basiert – fern jeder buchhalterischen Analyse.

Und zum Wort «zwingen»:

Es geht nicht darum, diese Zentralbanker zu zwingen, endlich einmal die Bilanz der Zentralbank korrekt zu analysieren und zu interpretieren.

Aber es geht darum, dass der demokratische Wille in einer dermassen wichtigen Sache zum Ausdruck kommen kann. Die Zentralbanken würgen jede Diskussion ab mit dem Hinweis, sie seien «unabhängig». Sie missbrauchen ihre Unabhängigkeit und interpretieren diese als «Unfehlbarkeit».

Wir müssen uns der Tragweite geldpolitischer Entscheide bewusst werden:

In der Schweiz hat die Verschuldung der Schweizerischen Nationalbank mittlerweile wie bereits erwähnt fast 100'000 Franken pro Einwohner erreicht, ohne dass dies hinterfragt werden darf. Die SNB und die Medien blocken jede Diskussion ab.

In Europa müssen wir uns Folgendes bewusst sein:

Der Kontinent soll durch eine einheitliche Währung aneinandergebunden werden, um zukünftigen Kriege, wie sie leider stattgefunden haben, entgegenzuwirken. Wie aber kann eine Geldpolitik Länder aneinander schmieden, wenn die zugrundliegende Geldtheorie fundamentale Irrtümer beinhaltet – und wenn die Zentralbanken von Professoren geführt werden, welche links und rechts der eigenen Zentralbank-Bilanz miteinander verwechseln und sich dabei selber noch für unfehlbar halten?

Scheitern der europäischen Geldpolitik ist damit programmiert. Damit wird der Friede in Europa (und auch der Welt) gefährdet.

Es geht also nicht um meine Person, sondern es geht darum, dass Geldtheorie endlich öffentlich diskutiert werden kann und dass die Diskussion von den Zentralbanken nicht mehr unterdrückt wird.

Replik Fortsetzung

@Georg Quaas Teil II geschrieben von Marc.Meyer am 17. Jun. 2020, 21:27[ antworten ]

Teil II:

Zum Geldmultiplikator:

Der entscheidende Punkt bei der Widerlegung des Geldmultiplikators ist der, dass Geld kein Aktivkredit der Zentralbank ist, der weiter ausgeliehen werden kann. Geld ist im Gegenteil ein Passivdarlehen der Geldemittentin, welches nicht ausgeliehen werden kann.

Der Geldmultiplikator unterstellt aber, dass Geld ein Aktivdarlehen der Geldemittentin sei – aber das trifft keineswegs zu.

Beweis: Geld ist ein Passivum der Zentralbank – kein Aktivum. Ich habe bereits in meinem Buch «Arbeitslosigkeit – die grosse Verantwortung der Wirtschaftswissenschaft» (1993) auf diese Verwechslung aufmerksam gemacht. Weiter wies allein schon der Titel meiner Dissertation an der Universität Bremen (1998) auf diesen fundamentalen Irrtum hin («Geld – eine Obligation der Notenbank»).

In meinem Beitrag,

«Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung» auf Inside Paradeplatz (September 2013) bewies ich abermals mit Buchungssätzen, dass es keinen Geldmultiplikator geben kann.

Ich habe noch nirgends einen Artikel gesehen, der vor mir auf diesen fundamentalen Irrtum hingewiesen hätte. Und dabei handelt es sich nicht irgend um ein Randthema der Geltheorie und Geldpolitik, sondern um den Kern.

In den Nachträgen zu jener Diskussion zeigte ich auch mit Buchungssätzen, dass die Banken nicht das Geld der Sparer sammeln, sondern dass bei jedem Kredit neues Geld entsteht, unabhängig davon, ob vorher ein anderer Kunde eine Einzahlung getätigt hat oder nicht. Es handle sich um völlig verschiedene Geschäfte.

Ich habe auch noch nie gesehen, dass jemand vor mir auf die zentrale Bedeutung von Buchungssätzen auf die Geldtheorie hinwies (Dirk Ehnts hat es dann auf Oekonomenstimme nach mir auch getan – auch ohne Hinweis auf meine Arbeiten.)

Vier Monate später (April 2014) argumentierte die Bank of England genau wie ich, ohne Hinweis auf meine Arbeiten.

Die Schweizerische Nationalbank beispielsweise hatte die irrige Geldmultiplikator-Theorie auf ihrer Home Page. Im Anschluss an den Artikel der Bank of England nahm sie die irrige Multiplikatortheorie und Geldschöpfungstheorie der Banken stillschweigend von ihrer Home Page.

In seinem Vortrag vor der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Zürich unter dem Titel: «Wie Geld durch die Zentralbank und das Bankensystem geschaffen wird» (2018) erklärte dann SNB-Chef Jordan die neue Geldschöpfung durch die Banken mit Verweis auf den Artikel der Bank of England und ohne Hinweis auf meine Arbeiten, obwohl er bestens darüber informiert war.

Auch verschwieg Jordan, dass die SNB jahrelang eine Irrlehre vertreten hatte.

Auch «Oekonomenstimme», welche enge Verflechtungen zur SNB hat, hielt es nicht für nötig, dass die nachfolgende Diskussion zum Thema (z.B. durch Dirk Ehnts) mit den korrekten Literaturangaben versehen wurde, obwohl ich Oekonomenstimme darauf hinwies.

Ich möchte in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass Plagiate bei Schülern und Studenten schwer bestraft werden, und bin der Ansicht, dass auch Zentralbanken und Professoren sich an korrekte Literaturhinweise halten sollten.

Es geht mir dabei nicht so sehr um die Anerkennung meiner persönlichen Arbeiten, sondern es geht mir vor allem darum, dass die vermeintliche «Unfehlbarkeit» der Zentralbanken endlich gebrochen wird.

Und selbst wenn die Zentralbanken irgendwo einen Text ausgraben sollten, der

a) vor mir genau aufzeigt hat, dass es keinen Geldmultiplikator geben kann, weil Geld kein Aktivkredit, sondern ein Passivkredit der Zentralbank ist, und der

b) zeigt, dass die Banken Geld emittieren, ohne dass sie vorher von der Zentralbank oder von einem anderen Marktteilnehmer einen Kredit erhalten haben,

so müssten Sie sich erklären können, warum sie dann die irrige Geldschöpfung mit dem Multiplikator vertraten und nie auf den Irrtum hinweisen – bis ich diesen aufdeckte.

Die Zentralbanken haben eine unheimliche Dominanz in der Geldtheorie erlangt und sind verantwortlich dafür, dass offensichtliche Irrlehren sich über Jahrzehnte hinweg unangefochten halten können – zum Nachteil der Bevölkerung.

Das muss ein Ende nehmen.

@GeorgQuaas Teil III geschrieben von Marc.Meyer am 17. Jun. 2020, 21:32[ antworten ]

Meine Replik Fortsetzung

Teil III

Zu den Thesen:

These 1:

Sie sind mit mir einverstanden, dass eine klassische Geldschöpfung nicht zu einer Verkürzung der Zentralbankbilanz führt, sondern zu einer Verlängerung derselben.

Ich weiss nicht: Sie sind sich der Tragweite dieser These bewusst?

Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, beispielsweise behauptet, die Deutsche Bundesbank emittiere «schuldtilgendes» Geld.

Bei einer Schuldtilgung wird die Bilanz verkürzt. Schöpft eine Zentralbank jedoch Geld, so wird deren Bilanz verlängert.

Es ist dies ganz klar der Beweis, dass Weidmann irrt. Und Weidmann ist ja nicht «irgendeiner», sondern der Präsident der Deutschen Bundesbank.

Dasselbe gilt für Thomas Jordan, Chef der Schweizerischen Nationalbank. Er behauptet, die SNB könne Geld drucken und damit ihre Schulden vermindern («Ihre Verpflichtungen immer und überall nachkommen»).

Den eigenen Verpflichtungen nachkommen bzw. die eigenen Schulden abbauen wäre eine Verkürzung der SNB-Bilanz. Bei einer Geldemission durch die SNB wird aber die SNB-Bilanz verlängert. Ihre Schulden steigen.

Auch Jordan verwechselt somit links und rechts der Zentralbankbilanz.

Es geht hier nicht einmal darum, zu zeigen, dass die Präsidenten der Zentralbanken die Bilanz ihrer Zentralbanken offensichtlich nicht lesen können, sondern es geht um viel mehr:

Es geht darum, zu zeigen, dass die Zentralbanken weltweit im Zuge ihrer «Lockerungen» und Kaufprogrammen (u.a. PEPP der EZB) in eine Schuldenfalle geraten aus der sie kaum mehr herausfinden werden.

Im Falle der SNB ist die Lage besonders dramatisch, aufgrund ihrer Auslandanalgen und ihrer schieren Grösse.

 

These 2:

Geldschöpfung führt zu einer Zunahme des Fremdkapitals der emittierenden Zentralbank. Bei unverändertem Eigenkapital bedeutet das eine Abnehme der Eigenkapitalquote und damit eine Erhöhung des Risikos.

Meine Replik (Fortsetzung)

@GeorgQuaas Teil IV geschrieben von Marc.Meyer am 17. Jun. 2020, 21:33[ antworten ]

Teil IV:

These 3:

Sie schreiben: «sie kauft Euro, Dollar etc. billig ein.»

Nein.

Die SNB kauft Euros und Dollars teuer ein. Die SNB hatte ja sogar einen Mindestkurs zum Euro bei 1.20. D.h. sie kauft Euros teurer ein, als der Marktpreis.

Ein Mindestkurs bedeutet, dass die SNB immer Euros zu 1.20 einkauft, wenn dieser unter diese Marke zu fallen droht. Das bedeutet, dass sie die Euros teuer einkauft.

Seit Aufgabe des Mindestkurses hat sie ständig den Euro gestützt, damit sich dieser langsamer abwertete.

Man stelle sich vor: In den ersten Wochen der Corona-Krise kaufte die SNB für fast 100 Milliarden Franken Devisen (v.a. Euros), um diesen zu stützen. Da sind die «Rettungsschirme» der EZB gerade «Peanuts» dagegen in Relation zur Bevölkerungszahl.

Zudem erfolgen die Investitionen der SNB im Ausland und nicht im eigenen Währungsraum wie beispielsweise beim PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) der EZB und kommen somit dem Ausland zugute anstatt dem Inland (das nur am Rande erwähnt).

Sie schreiben zudem:

Insgesamt macht die SNB dabei jedenfalls ein Bombengeschäft!»

Das sehe ich ganz anders:

SNB-Chef Jordan sagte im Zusammenhang mit den Deviseninterventionen der SNB kürzlich, der Franken würde «ganz woanders» notieren, ohne Deviseninterventionen der SNB.

Wo stünde Franken ohne SNB-Interventionen? Wir können nur schätzen. Nehmen wir an, der Franken stünde 15 Prozent höher. Das würde heissen, dass die Devisenanlagen der SNB um 15 Prozent überbewertet sind.

Bei Devisenanlagen von 800 Milliarden Franken bedeutet das, dass das Vermögen der SNB um 120 Milliarden zu hoch ausgewiesen wird.

Bei den «Gewinnen der SNB handelt es sich somit um «fake-profits».

Nach dem Verlust von 40 Milliarden im Q1 2020 würde das bedeuten, dass das Eigenkapital der SNB praktisch weg ist.

Die SNB begann mit ihren Euro-Stützungskäufen im Jahre 2010 als der Euro noch bei 1.45 zum Franken notierte. Seither fiel die Gemeinschaftswährung auf 1.05. Das ist keineswegs ein Bombengeschäft.

Dasselbe gilt für ihre Dollar-Anlagen. Der Greenbacks notierte bei Freigabe der Wechselkurse 1973 bei 4.3 Franken. Heute stehen wir bei 0.96 Franken.

Aufgrund des massiven Handelsbilanzüberschusses der Schweiz ist mit einer weiteren Erstarkung des Frankens zu rechnen. D.h. die SNB wird mit grosser Wahrscheinlichkeit weitere Verluste verbuchen müssen.

Kommt hinzu, dass die Investitionen der SNB in den US-Aktienmarkt hochriskant sind. Wer weiss, ob eine 2. Corona-Welle kommt. Auch die SNB weiss es nicht und spekuliert darauf, dass keine kommt. So kaufte sie in der Corona-Krise mehr US-Aktien als sie in der Schweiz Corona-Kredite vergab. Das ist nicht der Auftrag an die SNB gemäss Verfassung.

Auch die europäischen Zentralbanken treiben mit ihren Wertschriftenkäufen die Kurse der Anleihen hoch (und verhindern deren Einbruch; z.B. Italien). Auch sie sitzen somit auf manipulierten Gewinnen und manipulieren diese weiter.

Ihre Argumentation, die SNB mache mit ihren Investitionen ein «Bombengeschäft» sehe ich also aus einer ganz anderen Optik.

Sie schreiben auch: «Ich vermute mal, dass die SNB diese Devisen wieder verkauft, wenn die eigene Währung gestützt werden muss…» Auch das sehe ich ganz anders:

Einführung des Mindestkurses vor rund 10 Jahren hat die SNB kontinuierlich Euros dazugekauft. Würde sie Euros verkaufen, so würde dieser gegen den Franken einbrechen und die SNB müsste voraussichtlich gewaltige Verluste verbuchen.

Es ist auch kaum anzunehmen, dass die SNB den Franken stützen muss.

Warum denn? Die Exportüberschüsse der Schweiz eilen von Rekord zu Rekord.

Sie schreiben:

«Die Schulden der SNB sind die Wertpapiere, die sie für die Geldschöpfung bekommen hat.»

Nein.

Die Wertpapiere, welche die SNB als Gegenbuchung für ihre Geldemission in ihr Vermögen aufgenommen hat, stellen das Vermögen der SNB dar – nicht Schulden der SNB.

Die Schulden der Zentralbank bestehen aus der emittierten Geldmenge.

Die Wertpapiere, welche die SNB aufgrund ihrer Geldemission erworben hat, sind in Euro denominiert – es sind dies ihre Devisenanlagen. Diese Wertschriften muss sie auf Verlangen zurückgeben – damit muss sie auch ihre Devisen zurückgeben. Das bestätigen Sie ja selber.

Ihre Argumentation, die SNB müsse ihre Wertschriften zurückgeben, aber nicht ihre Devisen, ist jedoch ein Widerspruch in sich selber: Denn die Devisen der SNB sind in Wertschriften angelegt bzw. die Devisen und Wertschriften der SNB sind derselbe Posten auf der Vermögensseite der SNB-Bilanz.

Ihre Aussage, die SNB müsse ihre Wertpapiere zurückgeben, nicht aber ihre Devisen ist ein Widerspruch, da die Wertschriften und die Devisen der SNB dasselbe sind.

Meine Replik (Fortsetzung)

These 5:

Ja.

Aus dieser These geht hervor, dass eine Zentralbank ihre eigenen Schulden nicht mit Geld bezahlen bzw. abbauen kann, das aus eigener Emission stammt.

Die Behauptungen der Zentralbankchefs, Zentralbanken würden «schuldtilgendes Geld» oder «eigene Liquidität» bzw. eigenes Vermögen schaffen durch Drucken von Geld ist damit widerlegt.

Das hat zur Folge, dass die Schulden einer Zentralbank nur getilgt werden können durch Erträge auf ihren Wertschriften, durch Wertschriftengewinne, negative Passivzinsen oder eben durch Rekapitalisierung durch die Steuerzahler (ev. über Emission von Staatsanleihen, für welche die Steuerzahler haften).

Meine Replik (Fortsetzung)

@GeorgQuaas Teil VI geschrieben von Marc.Meyer am 17. Jun. 2020, 21:44[ antworten ]

These 6:

In einer freien Marktwirtschaft (nicht Kommunismus) wird das Eigentum der Bürger durch den Staat garantiert. In diesem rechtlichen Umfeld kann eine Zentralbank die Geschäftsbanken nicht enteignen. D.h. eine Geschäftsbank darf der Zentralbank jederzeit einen Zahlungsauftrag erteilen, basierend auf dem Guthaben, welches die Geschäftsbanken bei der Zentralbank besitzt.

Die Zentralbank kann den Geschäftsbanken nicht sagen, sie würde gegen Geld nur Geld geben – denn das wäre eine Enteignung der Geschäftsbanken durch die Zentralbank.

Die diesbezügliche Behauptung von SNB-Chef Jordan wäre kommunistisch.

Ein einfaches Beispiel zum Beginn:

Angenommen, Herr Quaas bringe Euro 10’000 in Banknoten auf die Deutsche Bank. Diese schreibt ihm 10'000 Euro auf seinem Konto bei der Deutschen Bank gut.

Nun will er wieder 10'000 Euro in Banknoten beziehen. Er geht an den Bankschalter und verlangt 10'000 Euro in Banknoten für sein Guthaben. Die Deutsche Bank gibt ihm diese Banknoten ohne Widerrede. Sie schuldet Herrn Quaas ja 10'000 Euro. Und diese Schulden muss sie auch bezahlen – auf Sicht – d.h. sofort auf Verlangen.

Nach Auslieferung der 10'000 Euro in Banknoten kann die Deutsche Bank das Guthaben von Herrn Quaas wieder löschen. Die Schuld gegenüber Quaas ist damit beglichen.

Angenommen, Herr Quaas verkaufe der Deutschen Bank 1 Kg Gold zu Euro 40'000.-. Die Bank schreibt ihm Euro 40'000 gut.

Nun falle der Goldpreis um 20 Prozent auf 32'000 pro Kg. Mit seinen 40'000 Euro kann Herr Quaas jetzt 1.2 Kg Gold von der Deutschen Bank beziehen.

Wenn dies das einzige Geschäft der Deutschen Bank war (ceteris paribus), so kann die Deutsche Bank nicht 1.2 Kg Gold liefern. Sie besitzt ja nur 1 Kg Gold. Die Deutsche Bank ist damit zahlungsunfähig und konkurs.

Angenommen, die SNB suche 1 Milliarde Euros.

Die Deutsche Bank besitze ein Guthaben von 1 Milliarde Euros bei der Deutschen Bundesbank und sei bereit, diese der SNB zum Kurs von 1.2 zum Franken zu verkaufen.

Die Deutsche Bank erteilt also der Deutschen Bundesbank den Auftrag, von ihrem Konto bei der Deutschen Bundesbank 1 Milliarden Euro auf das Konto der SNB bei der Deutschen Bundebank zu überweisen.

Das tut die Deutsche Bundesbank und die SNB besitzt nun 1 Milliarde Euro auf ihrem Konto bei der Deutschen Bundesbank. Im Gegenzug muss die SNB der Deutschen Bank auf deren Konto bei der SNB 1.2 Milliarden Franken gutschreiben.

Die SNB besitzt jetzt also 1 Milliarden Euro (korrigiert aufgrund des Hinweises von Herrn Jonas Hügli) bei der Deutschen Bundesbank und die Deutsche Bank besitzt jetzt 1.2 Milliarden Franken bei der SNB.

Nun falle der Euro auf eins zu eins zum Franken. Die Deutsche Bank wolle ihren Gewinn realisieren und ihre 1.2 Milliarden Franken in 1.2 Milliarden Euros umtauschen. Sie hat ein Guthaben bei der SNB von 1.2 Milliarden Franken und gibt dieser den Auftrag, den Gegenwert von ihren 1.2 Milliarden Franken in Euros umzutauschen und somit 1.2 Milliarden Euros auf ihr Konto bei der Deutschen Bundesbank zu überweisen.

Im Gegenzug soll die SNB das Guthaben der Deutschen Bank bei der SNB von 1.2 Milliarden Franken löschen.

Die SNB hat nun ein Problem:

Sie kann der Deutschen Bundesbank nicht den Auftrag erteilen, von ihrem Konto bei der Deutschen Bundesbank 1.2 Milliarden auf das Konto der Deutschen Bank bei der Deutschen Bundesbank zu überweisen, denn sie besitzt nur 1 Milliarden Euro bei der Deutschen Bundesbank (Annahme einziges Geschäft, ceteris paribus).

Die SNB ist zahlungsunfähig und Konkurs. Die SNB muss durch die Schweizer Steuerzahler rekapitalisiert werden.

Oder würde die Deutsche Bank hinnehmen, dass sie ihre Gewinne auf dem Franken nicht realisieren kann, weil sich die Schweizer Nationalbank weigert, ihr Euros auszuliefern, so dass sie ihr Guthaben bei der SNB nie mehr abziehen kann?

Ich denke kaum.

Die SNB kann nun nicht «eigene Liquidität» drucken, wie sie behauptet, da die SNB keine Euros drucken kann. Die «Liquidität» der SNB bzw. die liquiden Mittel der SNB bestehen nicht aus ihren Passiven Franken, sondern aus ihren aktiven Euros.

Damit ist gezeigt, dass auch Zentralbanken konkurs gehen können. Sie können nicht «eigene Liquidität» drucken.

Die Zentralbanker weltweit irren.

Überlegungen treffen zu im Falle der europäischen Zentralbanken, sollten die Kurse der Staatsanleihen im Portefeuille der Zentralbanken (z.B. italienische, griechische Staatsanleihen) unter Wert der ausstehenden Geldmenge der Zentralbanken fallen.

Die Geschäftsbanken müssten dann ihre Guthaben bei der Zentralbank wertberichtigen.

Arbeiten Zentralbanken mit negativem Eigenkapital weiter und hinterlegen ihre Bilanz nicht, so überträgt sich das negative Eigenkapital der Zentralbank auf die Geschäftsbanken.

Diese können dann anstelle der Zentralbanken Konkurs gehen – je nachdem wie viel Kredit sie der Zentralbank gewährt haben.

Es bleibt nur noch die Rekapitalisierung der Zentralbanken durch die Steuerzahler oder eine Währungsreform.

Ausführliche Replik in der Diskussion auf ETH-Oekonomenstimme; die Irrlehren der Zentralbankchefs gefährden den Frieden in Europa

Sehr verehrte Leserinnen und Leser

Kürzlich informierte ich Sie hier über die dilettantische Argument der ETH / KOF (Prof. Dr. Jan-Egbert Sturm, Berater des Bundesrates) in ihrem / seinem Vorschlag, die SNB-Gewinne sollten der ALV Arbeitslosenkasse zukommen. 

Nach längerer Anlaufzeit erhielt ich nun doch noch Reaktionen auf meinen Kommentar.

Die Diskussion finden Sie auf 

Blog: Oekonomenstimme 

Suchbegriff: ALV 

Titel: Was kann die SNB noch tun?

Kommentare.

 

Freundliche Grüsse

Marc Meyer

Gravierende Irrtümer bezüglich Aufhebung des Goldstandards – grobfahrlässige, aus der Luft gegriffene  Behauptungen von SNB-Chef Jordan

Was war der Goldstandard und was hat dessen Aufhebung bewirkt bzw. eben nicht bewirkt?

Wir müssen unterscheiden zwischen der Geldschöpfung der Zentralbank und der Geldschöpfung der Geschäftsbanken.

Es gab gravierende Missverständnisse, was die Geldschöpfung der Geschäftsbanken angeht und es bestehen immer noch gravierende Missverständnisse, was die Geldschöpfung durch eine Zentralbank angeht.

Schauen wir nochmal kurz auf die korrigierte Geldschöpfung der Banken zurück, um dann nachher die Geldschöpfung durch die Zentralbank zu analysieren und zu eruieren, welche Konsequenzen sich daraus ergeben.

Bis im Jahre 2013 wurde ja in den Lehrbüchern die Meinung vertreten, Geld sei ein Kredit der Notenbank an die Geschäftsbanken und diese gäben dann diesen von der Zentralbank gewährten Kredit weiter an die Wirtschaft.

Dabei entstehe ein sogenannter Geldmultiplikator: Gewähre die Zentralbank (ZB) einer Geschäftsbank (GB) einen Kredit von beispielsweise 100 Mio, so könne die GB daraus einen weiteren Kredit von 90 Mio gewähren (bei einem Mindestreservesatz von 10 % usw.)

Auch wurde behauptet, eine GB sammle das Geld der Sparer und leihe dieses dann an einen weiteren Kunden aus, so dass abermals ein Geldmultiplikator entstehe.

Seit meinem ersten Buch, «Arbeitslosigkeit – die grosse Verantwortung der Volkswirtschaftslehre» (1993) argumentierte ich ja aber im Gegenteil, Geld könne gar kein Kredit der ZB an eine GB sein, da Geld auf der Passivseite der ZB verbucht würde. Ein gewährter Kredit wäre aber ein Aktivdarlehen. Das ist ein Widerspruch.

Im Jahre 2013 bewies ich mit Buchungssätzen, dass diese behauptete Geldschöpfung der Banken nicht stimmt. Bei jedem neuen Kredit entsteht neues Geld (siehe Inside Paradeplatz, «Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung, 25. September 2013).

Aus diesem Grund könne es gar keinen Geldmultiplikator geben.

Vier Monate später wiederholte die Bank of England genau diese meine Argumentation. Seither wird die Theorie der Geldschöpfung durch die GB neu geschrieben.

Im Mai 2017 schrieb ich einen Beitrag auf Inside Paradeplatz «Wie entsteht Geld? Nicht so wie uns Thomas Jordan weismachen will.»

Wenige Monate später hielt SNB-Chef Jordan einen Vortrag vor der Volkswirtschaftliche Gesellschaft Zürich, mit dem Titel.

«Wie Geld durch die Zentralbank und das Bankensystem geschaffen wird.».

Darin erklärte er die Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken korrekt – nämlich genau so, wie ich diese in meinem Beitrag «Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung» vier Jahre zuvor korrigiert hatte und wie sie dann von der Bank of England übernommen worden war.

Leider zitierte Jordan nur die Bank of England und verschwieg meinen Beitrag, obwohl er mich zuvor einmal «für einen Kaffee» eingeladen hatte und er bestens über meine Arbeiten informiert war.

Jordan verschwieg auch, dass die SBN jahrelang die irrige Geldschöpfung gemäss "Multiplikatortheorie" auf ihrer Home Page hatte und diese dann klammheimlich löschte.

Die Geldschöpfung durch die Zentralbank, um die es in seinem Vortrag in erster Linie ging, erklärte Jordan im Vortrag von insgesamt zwölf geschriebenen Seiten auf knapp fünf Linien:

Jordan sagte:

Zitat:

«Auf die Zentralbanken trifft das Bild des «Geld aus dem Nichts» besser zu. Seit dem Zusammenbruch des Goldstandards kann Zentralbankgeld bei der Zentralbank nicht mehr in Gold eingetauscht werden. Dies bedeutet, dass die Zentralbanken tatsächlich in der Lage sind, einfach «Geld zu drucken», wie es im volkstümlichen Sprachgebrauch heisst. Sie können ihren Verpflichtungen in eigener Währung damit immer und überall nachkommen.»

Zitat Ende

Wie bitte?

Also weil der Goldstandard aufgehoben wurde, könne eine ZB «Geld aus dem Nichts schaffen» bzw. «Geld drucken» und damit ihren Verpflichtungen immer und überall nachkommen?

Der Ausdruck «Geld aus dem Nichts» ist sowieso falsch:

Das wäre buchhalterisch nicht umsetzbar. Das wäre eine einseitige Buchung. Eine Buchung hat aber immer zwei Seiten.

Geld, mit dem man Verbindlichkeiten «nachkommen» bzw. mit dem man Verbindlichkeiten abbauen kann müsste ein Aktivum der SNB sein. Dabei würde auf der Passivseite Eigenkapital entstehen.

Das wäre doppelt falsch:

Erstens

Bei einer Geldschöpfung würde Eigenkapital entstehen. Das stimmt aber nicht – bei Geldschöpfung entsteht Fremdkapital der SNB.

Zweitens:

Geld wäre eine Aktivum der SNB. Das stimmt auch nicht – Geld ist Passivum der SNB.

Man muss sich fragen, wie der SNB-Chef zu solch abstrusen Behauptungen kommt - und niemand widerspricht ihm?

Weiter stellt sich die Frage, was hat das Ganze mit der Aufhebung des Goldstandards zu tun? Was war der Goldstandard?

Beim Goldstandard wurden Goldmünzen (in Gewicht und Nominalbetrag festgelegt) bei der ZB hinterlegt. Dafür erhielt derjenige, der Gold auf die ZB brachte, einen Geldschein – eine Banknote ebenfalls mit einem Nominalbetrag.

Die Banknote gab dann das Recht, eine gewisse Anzahl Goldmünzen mit festgelegtem Gewicht und festgeschriebenem Nominalbetrag bei der ZB zu beziehen.

Im Grunde genommen war damit eine ZB eine Depotbank. Es wurde ein Golddepot bei ihr hinterlegt gegen eine Quittung, womit man das hinterlegte Gold wieder beziehen konnte.

Wo liegt nun das Problem bei dieser Form der Geldschöpfung?

Das Problem besteht darin, dass der Goldpreis über den Nominalwert der Goldmünze steigen kann und der Besitzer einer Banknote somit mehr Gold bei der ZB beziehen kann, als seine Banknote nominal Wert hat.

Ich erinnere mich:

In meiner Jugendzeit bestanden die Franken-Münzen aus Silber. Als der enthaltene Silberpreis über den Wert der Münze stieg, verschwanden die Münzen aus dem Verkehr, weil besonders schlaue Marktteilnehmer die Münzen einschmolzen und dafür mehr Geld bekamen, als die Münzen wert waren.

So war das beim Gold:

Angenommen ein Goldvreneli sei 10 Gramm und sei 10 Franken wert gewesen. Ein Kg Gold in Goldvreneli hätte somit 1000 Franken gekostet. Wenn nun der Preis für ein Kg Gold auf 50'000 Franken steigt, so kann die SNB nicht für eine Banknote von 1'000 Franken ein KG Gold im Wert von CHF 50'000 liefern.

Das ist logisch.

Aus diesem Grund musste der Goldstandard aufgehoben werden, weil die ZB mehr Gold hätte liefern müssen für eine Banknote, als diese nominal Wert war.

Daraus aber zu schliessen, dass die SNB überhaupt nichts mehr liefern muss und deshalb so viel Schulden machen kann, wie sie will, ist ein Trugschluss. Aufgrund dieses Trugschlusses hat unsere SNB nun rund 700 Milliarden Schulden bei den Banken gemacht und behauptet, sie müsse diese nie mehr zurückzahlen.

Die Argumentation von SNB-Chef Jordan, wonach die SNB «Geld aus dem Nichts» schöpfen könne und damit sämtliche ihre Verbindlichkeiten abbauen könne, ist irrwitzig.

Die Verbindlichkeiten der SNB bestehen ja gerade aus den von ihr emittierten Banknoten und den Giroguthaben der Banken bei der SNB. Will die SNB diese Schulden abbauen, so kann sie nicht noch mehr Schulden machen.

Oder anders formuliert:

Die SNB kann die Passivseite ihrer Bilanz nicht verkürzen, indem sie diese verlängert.

Einfach nur unglaublich, welche Märchen der Notenbankchef der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft und der Öffentlichkeit auftischt – und diese applaudieren.

Unglaublich.

Bei den Guthaben der Banken bei der SNB handelt es sich um Sichtverbindlichkeiten der SNB gegenüber den GB. Die GB können damit also jederzeit den geschuldeten Betrag zurückfordern bzw. eine Zahlung veranlassen.

Der Sinn von Geld ist ja, dass man damit etwas kaufen kann – etwas anderes als Geld.

Wenn also SNB-Chef Jordan behauptet, die SNB würde gegen Geld nur Geld geben, so würde das heissen, dass die SNB ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen will.

Angenommen, ein Leser bringe 10'000 Euro in Banknoten auf die UBS. Diese schreibt ihm CHF 12'000 auf seinem Konto gut. Die UBS hat jetzt eine Schuld gegenüber dem Leser und umgekehrt hat dieser ein Guthaben bei der UBS.

«Gutschreiben» bedeutet nicht eine Schuld abbauen, wie SNB-Jordan das interpretiert, sondern im Gegenteil eine Schuld eingehen bzw. aufnehmen.

Angenommen, der Leser wolle eine Stunde später sein Franken-Guthaben bei der UBS von CHF 12'000 wieder in Euro-Banknoten umwechseln. Darf das die UBS verweigern?

Nein.

Die UBS muss die Banknoten liefern. Sie gibt dem Leser die 10'000 in Euro-Scheinen wieder zurück und löscht dessen Guthaben bei ihr.

Genau so auch im Verhältnis der SNB zu den GB, die bei ihr ein Konto haben:

Angenommen, die SNB wolle 1 Milliarden Euros kaufen. Die Deutsche Bank ist bereit, diese der SNB zu verkaufen – und zwar in Form von Buchgeld.

Die Deutsche Bank besitze ein Guthaben von 1 Milliarde Euro bei der Deutschen Bundesbank. Sie erteilt der Deutschen Bundesbank den Auftrag, von ihrem Konto bei der Bundesbank 1 Milliarde Euro auf das Konto der SNB bei der Deutschen Bundesbank zu überweisen bzw. umzubuchen. Das tut die Deutsche Bundesbank.

Nun besitzt die SNB 1 Milliarde Euro auf ihrem Konto bei der Deutschen Bundesbank.

Als Bezahlung muss sie im Gegenzug der Deutschen Bank auf deren Konto bei der SNB 1.2 Milliarden Franken gutschreiben (Kurs 1.2:1).

Die Deutsche Bank besitzt nun 1.2 Milliarden Franken bei der SNB und die SNB 1 Milliarde Euro bei der Deutschen Bundesbank.

Will nun die Deutsche Bank wieder Euros kaufen, so kann sie diese mit ihrem Franken-Guthaben bei der SNB bezahlen. Die SNB kann das Guthaben der Deutschen Bank bei ihr im Betrag von 1.2 Milliarden Franken löschen, muss dafür aber im Gegenzug der Deutschen Bundesbank den Auftrag erteilen, ihr Guthaben von 1 Milliarden Euro auf das Konto der Deutschen Bank bei der Bundesbank zu übertragen.

Jetzt ist alles wieder wie zuvor. Das alles stellt kein Problem dar, solange der Wechselkurs unverändert bleibt.

Angenommen aber, der Kurs Franken / Euro falle zwischen Kauf und Verkauf von Euro von 1.2 auf eins zu eins.

Der Leser, der bei der UBS ein Guthaben von CHF 12'000 hat, fordert von der UBS deshalb 12'000 Euros in Euro-Scheinen. Die UBS hat aber nur 10'000 Euro in Scheinen. Die UBS ist Konkurs (wenn sie nur dieses Geschäft hat).

Genauso im Verhältnis Deutsche Bank – SNB:

Damit die SNB das Guthaben der Deutschen Bank im Betrag von 1.2 Milliarden Franken löschen kann, muss sie der Deutschen Bank 1.2 Milliarden Euros liefern. D.h. die SNB muss der Deutschen Bundesbank den Auftrag erteilen, 1.2 Milliarden Euros von ihrem Konto auf das Konto der Deutschen Bank bei der Deutschen Bundesbank überweisen.

Das Problem ist aber:

Die SNB besitzt auf ihrem Konto bei der Deutschen Bundesbank nur 1 Milliarde Euro (Annahme einziges Geschäft). Die SNB kann deshalb die Euros nicht liefern und ist Konkurs.

Die Deutsche Bundesbank kann der Deutschen Bank nicht 1.2 Milliarden vom Konto der SNB übertragen, weil diese dort nur 1 Milliarde Euro besitzt.

SNB-Chef Jordan bestreitet ja nicht, dass die SNB ihre Schulden begleichen muss. Er sagt ja: «Sie (die ZB, Anm.d.V.) können ihren Verpflichtungen in eigener Währung damit immer und überall nachkommen.»

Die SNB kann ihrer Verpflichtung jedoch nur nachkommen, bzw. die SNB kann ihre Schulden nur abbauen, wenn sie entsprechende Vermögenswerte liefert. Die SNB kann aber keine Euros drucken.

Fällt also das Vermögen der SNB unter Wert ihrer ausstehenden Verpflichtung, d.h. unter Wert ihrer ausstehenden Geldmenge, so besitzt die SNB nicht genügend Vermögen, um damit ihre Schulden in Franken begleichen zu können.

Die Behauptung von SNB-Chef Jordan, aufgrund des Goldstandards könne die SNB «Geld aus dem Nichts schaffen», bzw. «Geld drucken und damit all ihren Verpflichtungen immer und überall nachkommen» ist ein verhängnisvoller Irrtum.

Es ist ein aus der Luft gegriffener Unsinn.

Verhängnisvoll deshalb, weil die SNB mittlerweile gegen 700 Milliarden Schulden in Form von Sichtverbindlichkeiten der Banken aufgetürmt hat und meint, sie könne diese begleichen, indem sie noch mehr Sichtverbindlichkeiten eingeht bzw. indem sie noch mehr Schulden macht.

Falls aufgrund einer weiteren Krise der Wert der Devisenanlagen (Währungs-, Schuldner- und Zinsrisiko) der SNB erneut fallen sollte und das Eigenkapital der SNB negativ würde, wäre die SNB zahlungsunfähig und Konkurs.

In der Schweiz sollte man sich mit diesem Szenario auseinandersetzen. Man sollte sich nicht mehr täuschen lassen durch die irrigen Behauptungen von SNB-Chef Jordan und stattdessen der Realität ins Auge sehen.

Marc Meyer, 13.6.2020

 

Ehrenlose Schweizerische Nationalbank (SNB)

Fremdschämen für SNB und insbesondere SNB-Chef Jordan - vertuscht eigene Irrlehre auf SNB Home Page - verdreht Urheberschaft

Teil I

Zusammenfassung:

Jahrzehntelang vertraten die Zentralbanken eine irrige Geldtheorie (z.T. heute noch).

Die SNB hatte auf ihrer Homepage eine falsche Geldtheorie (Geldmultiplikator) – unterstützt auch durch das staatliche Schweizer Fernsehen (steckt mit SNB unter derselben Decke – vertuscht auch).

Über viele Jahre hinweg versuchte ich, die SNB auf den Irrtum aufmerksam zu machen. Vergeblich. Es kostete mich u.a. meine 10-jährige Arbeitsstelle bei UBS als Markt-Stratege.

Auf Inside Paradeplatz (2013) widerlegte ich die herrschende Lehre von der Geldschöpfung mit Buchungssätzen und forderte SNB-Bankratspräsident Jean Studer auf, seinen Einfluss geltend zu machen und dafür besorgt zu sein, dass die SNB ihre Irrlehre von ihrer Home Page nehme.

Vier Monate später übernahm die Bank of England genau meine Argumentation ohne Zitatangabe.

Daraufhin nahm die SNB ihre Irrlehre von der Multiplikator-Theorie stillschweigend von ihrer Home Page (von unseren Medien natürlich unbemerkt).

Und dann war sich Prof. Dr. Thomas Jordan, Präsident des SNB-Direktoriums, nicht zu schade, um an seinem Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Zürich genau auf jenen Artikel der Bank of England hinzuweisen, der meine Argumentation übernommen hatte.

Dieser war dann auch die Grundlage seiner neuen Argumentation, wie Geld entstehe - diametral entgegen der Irrlehre auf SNB-Home Page (mittlerweise gelöscht).

Dass die SNB Jahre lang eine konträre irrige Theorie der Geldschöpfung auf ihrer Home Page hatte (Geld als Aktivdarlehen der SNB) verschweigt Jordan.

Zudem verdreht Jordan die Urheberschaft:

Der Artikel der Bank of England bedient sich genau der Argumentation, die ich 4 Monate vorher auf Inside Paradeplatz mit Buchungssätzen bewiesen hatte – nicht umgekehrt.

Zitat Jordan (in einer Fussnote übrigens):

«Die Bank of England und die Deutsche Bundesbank publizierten aktuelle Darstellungen, die in Presse und Wirtschaftsblogs eine beachtliche Resonanz gefunden haben. Siehe M. McLeay, A. Radia und R. Thomas (2014), Money Creation in the Modern Economy, Bank of England Quarterly Bulletin, Q1, S. 14–27; Deutsche Bundesbank (2017), Die Rolle von Banken, Nichtbanken und Zentralbank im Geldschöpfungsprozess, Monatsbericht, April, S. 15–36.»

Dass ich jahrelang versucht hatte, der SNB genau diese Argumentation klarzumachen, welche die Bank of England dann vortrug, verschwieg Jordan.

Jordan will Kritik mundtot machen.

Ich werde nun eine ausführliche Argumentation liefern und dann einen Anhang mit Zitaten von mir, der Bank of England und aus dem Vortrag von SNB-Jordan, die belegen, was ich hier schreibe.

 

 

Ehrenlose SNB Teil II Ausführliche Argumentation

Bis ins Jahr 2013 wurde in der Volkswirtschaftslehre (Geldtheorie) die sogenannte «Multiplikator-Theorie» gelehrt. Auch die SNB hatte diese Theorie auf ihrer Home page. Es wurde beispielsweise wie folgt argumentiert:

Beispiel 1

«Ein Frau (Kunde eins) bringt CHF 20'000.- auf die Bank. Die Bank kann von diesen CHF 20'000 einen Anteil von z.B. 18'000 an Kunde zwei weiter ausleihen (Investitionsquote von 90 Prozent; 10 Prozent Mindestreservesatz). Diese 18'000 gelangen nach einer neuen Investition von Kunde zwei wieder auf eine Bank. Die davon wieder 90 Prozent weiter ausleiht usw.

Eine ursprüngliche Investition von 20'000 führe zu Investitionen von insgesamt 200'000 Franken (20'000 plus 18'000 plus 16'200 usw. = 200'000.-).

 

Beispiel 2

Eine Zentralbank «lockert die Geldpolitik» bzw. vergrössert die Geldmenge (was bedeuten sollte, dass die SNB den Banken mehr Kredite günstig zur Verfügung stellt; Geld wird bei dieser Argumentation irrtümlich als Aktivum der emittierenden Zentralbank interpretiert). Das von der SNB erhaltene Geld würden die Banken weiter ausleihen (z.B. wieder 90 Prozent bei Mindestreserve von 10 Prozent ) usw.

Das führe zu einer Vergrösserung der Geldmenge um das Zehnfache.

 

Beispiel 3

Die Banken sammeln das Geld der Sparer und leihen es weiter aus an die Kunden, die Kapital aufnehmen bei der Bank.

In zahlreichen Vorträgen, Artikeln und Büchern widerlegte ich diese Argumentation. Ich zeigte, dass die Geldtheorie fundamentale Irrtümer aufweist. Geld ist kein Kredit der Zentralbank an die Wirtschaft, sondern umgekehrt eine Kreditaufnahme bei der Wirtschaft.

Die Geldmultiplikator-Theorie war somit falsch. Die ganze Geldpolitik der SNB basiert auf diesem Irrtum.

Ich machte die SNB viele Male auf ihre Irrtümer aufmerksam.

Vergeblich. Mein Vorstoss kostete mich sogar meine 10-jährige Stelle als UBS-Stratege (ich argumentierte immer als Privatmann).

Ich hatte ein persönliches Gespräch mit SNB-Chef Thomas Jordan in dessen Büro, nachdem er mich an der GV öffentlich zu einem Kaffee eingeladen hatte und mir dann ein kaltes Glas Wasser gab. Die SNB stellte sich immer quer – wollte nicht verstehen.

Mit Buchungssätzen widerlegte ich die irrige Geldtheorie auf Inside Paradeplatz endgültig (Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung», 25. September 2013).

Ich schrieb u.a. in den nachträglichen Kommentaren an den damaligen SNB-Bankrats-Präsidenten Jean Studer: Zitat:

«Und hält man sich vor Augen, dass diese angebliche „multiple Geldschöpfung“ seit Jahrzehnten von den Zentralbanken und Wirtschaftswissenschaftern weltweit behauptet und von den Medien unbedarft kolportiert wird, so ist das einfach nur noch eine Blamage für die Zentralbanken und die Wirtschaftswissenschafter.

Ich bitte Herrn Jean Studer, Präsident des Bankrates der Schweizerischen Nationalbank, dass er seinen Einfluss bei der SNB geltend macht und solche Fehlinformationen der SNB unterbindet. Jean Studer trägt die Verantwortung der SNB gegenüber der Schweizer Öffentlichkeit!»

Zitat Ende

Und was geschah dann? Siehe da!

Vier Monate nach meinem Beitrag auf Inside Paradeplatz publizierten drei junge Oekonomen der Bank of England, den Artikel «Money creation in a modern economy».

Darin argumentierten Sie:

- Die Banken sammeln nicht das Geld der Sparer, um es weiter auszuleihen.

- Bei jedem neuen Kredit entsteht neues Geld.

- Für die Entstehung von Geld braucht es somit nicht die Zentralbank.

- Es gibt keinen Geldmultiplikator.

- Geld ist nicht ein Kredit, der weiter ausgeliehen werden kann, sondern eine Schuld, die nicht ausgeliehen werden kann.

Das ist alles genau das, was ich Jahre zuvor und insbesondere 4 Monate vor dem Artikel der Bank of England auf Inside Paradeplatz geschrieben hatte.

Diese Argumentation wurde anschliessend von allen Zentralbanken und auch vom IWF übernommen. Sie stellt heute Allgemeinwissen dar.

An seinem Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Zürich «Wie Geld durch das Bankensystem und die Zentralbank geschaffen wird» erklärte dann der SNB-Chef Thomas Jordan: (Diesen Vortrag hielt Jordan übrigens wenige Monate, nachdem ich auf Inside Paradeplatz einen Artikel geschrieben hatte:

«Wie entsteht Geld? Nicht so wie uns SNB-Chef Jordan weismachen will».

 

Zitate von SNB-Chef Jordan am Vortrag vor der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Zürich:

"Wie entsteht das Buchgeld bei den Geschäftsbanken?

Wie entsteht nun das Buchgeld bei den Geschäftsbanken, d.h. die Kundeneinlagen in Franken? Die Schaffung des Buchgeldes durch die Banken ist im heutigen Finanzsystem eng mit der Kreditvergabe der Banken verknüpft. Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, schreibt sie dem Kreditnehmer den entsprechenden Betrag als Einlage auf seinem Konto gut. Dadurch nehmen auf der Aktivseite der Bankbilanz die Kredite und auf der Passivseite die Kundeneinlagen zu."

Diese Argumentation von SNB-Chef Jordan entspricht haargenau meiner Argumentation, die dann von der Bank of England übernommen und von Jordan zitiert wurde.

Bei mir hatte Jordan diese abgelehnt – von der Bank of England musste er sie akzeptieren.

Ehrenlose SNB Teil III (Anhang)

Anhang mit Zitaten von meinen Argumentationen auf Inside Paradeplatz, von der SNB-Home Page, von SNB-Chef Jordan, von der Bank of England

Anschliessend poste ich hier einige Zitate von der Home Page der SNB, aus meinen Beiträgen auf dem Blog Inside Paradeplatz sowie aus dem «Quarterly der Bank of England».

Die Zitate von der Home Page der SNB sind nicht mehr abrufbar auf der Home Page der SNB. Die SNB hat diese gelöscht, um sie zu vertuschen.

Allerdings hatte ich einige davon kopiert in meinen Kommentaren auf Inside Paradeplatz (allein das ist unseriös von der SNB – sie verschweigt die Irrlehre, die sie auf ihrer Home Page hatte.

Zitate Home Page SNB (von meinen Kopien auf Inside Paradeplatz übernommen):

 

Inside Paradeplatz Marc Meyer, Dr. 26. Oktober 2013 / 22:30 Nachtrag VI

Auf der Homepage der SNB wird auch das Ammenmärchen der sogenannten „multiplen Geldschöpfung“ erzählt: Unter dem Titel: „Die Welt der Nationalbank“ http://www.snb.ch/d/welt/portrait/banks/4.html behauptet die SNB:

„Banken sammeln Geld von den Sparern und leihen es an Kreditnehmer aus. Durch diese Kreditvermittlung schaffen die Banken neues Geld. Banken sind deshalb «Geldschöpfer».

Wie das vor sich geht, zeigt ein einfaches Beispiel. Nehmen wir an, ein Sparer zahlt 20’000 Franken in Noten auf sein Konto bei der Bank ein. Die Menge des Geldes, das in der Wirtschaft vorhanden ist, verändert sich durch diese Einlage nicht. Zwar sind die Noten nicht mehr im Umlauf, sondern im Tresor der Bank. Der Sparer erhält dafür aber eine Gutschrift von 20’000 Franken auf seinem Konto.

Das Geld untätig im Tresor liegen zu lassen bringt der Bank nichts ein. Warum soll sie es nicht gegen Zinsen ausleihen?

Ein Unternehmer braucht Geld für eine Computeranlage. Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut. Hat sich die Geldmenge dadurch verändert?

Der Sparer hat noch immer 20’000 Franken auf seinem Konto. Der Unternehmer verfügt als Kreditnehmer über 16’000 Franken. Die Geldmenge hat also um 16’000 Franken zugenommen.

Wenn nun der Unternehmer mit den 16’000 Franken Computer kauft und der Computerhändler den erhaltenen Barbetrag bei seiner Bank einbezahlt, wird diese wiederum einen Teil davon als Kredit ausleihen.

Dies führt abermals zu einem Anstieg der Geldmenge; die Geldschöpfung geht weiter.“

Ende Zitate SNB-Home Page (Übernommen von meinen Kopien auf Inside Paradeplatz, da SNB Irrlehre heimlich gelöscht hat).

 

Überprüft man die Behauptung der SNB mit einigen einfachen Buchungssätzen, so wird sofort klar, dass unsere Schweizerische Nationalbank (SNB) offensichtlich nicht im Geringsten versteht, wovon sie spricht:

…………………………………. Konklusion:

Diese einfachen Buchungssätze widerlegen die sogenannte „multiple Geldschöpfung“ auf einfachste Weise. Und hält man sich vor Augen, dass diese angebliche „multiple Geldschöpfung“ seit Jahrzehnten von den Zentralbanken und Wirtschaftswissenschaftern weltweit behauptet und von den Medien unbedarft kolportiert wird, so ist das einfach nur noch eine Blamage für die Zentralbanken und die Wirtschaftswissenschafter.

Ich bitte Herrn Jean Studer, Präsident des Bankrates der Schweizerischen Nationalbank, dass er seinen Einfluss bei der SNB geltend macht und solche Fehlinformationen der SNB unterbindet.

Jean Studer trägt die Verantwortung der SNB gegenüber der Schweizer Öffentlichkeit!

Zumindest sollte er eine Gegendarstellung z.B. auf der Seite „iconomix“ ermöglichen.

Es geht nicht an, dass die SNB solche Irrtümer verbreitet und damit Generationen von Studenten und Politiker irreführt und verdirbt. Gravierend ist, dass die SNB nicht nur unglaubliche Irrlehren verbreitet, sondern dass sie sich zudem auch noch anmasst, jede Gegendarstellung nach Möglichkeit mit Repression zu unterbinden!

 

Marc Meyer, Dr. 2. Oktober 2013 / 21:04 … Zusätzliche Erläuterung zum Nachtrag I

Bezüglich Film 1 in SF-Sendung „ECO“ von Reto Lipp vom 19.12.2012:

Eine Frau bringe 10‘000 Franken in Banknoten auf die Bank. Von diesen 10‘000 Franken Bargeld gebe die Bank 7‘000 Franken weiter an einen Handwerker in Form von Buchgeld.

Ergo, so folgert der Film, sei die Geldmenge um 7‘000 Franken gestiegen und betrage nun 17‘000 Franken (Bargeld und Buchgeld zusammen) usw. Das sei der sogenannte „Geldschöpfungs-Multiplikator“.

Warum das nicht zutrifft, zeigt folgende Analyse:

Wenn die Frau 10‘000 Franken auf die Bank bringt, so lautet der entsprechende Buchungssatz bei der Bank:

„Kassa“ an „Guthaben von Kunden“ 10‘000.

Wenn die Bank nun dem Handwerker einen Kredit von 7‘000 Franken in Form von Buchgeld gewähren will, so müsste sie einen entsprechenden Betrag in Form von Buchgeld auf der Aktivseite ihrer Bilanz verbucht haben.

Die Bank hat aber auf ihrer Aktivseite einzig und allein den Posten Kassa 10‘000 verbucht. Sie kann also nicht buchen: Aktivdarlehen an was? Sie hat auf der Aktivseite keinen Posten, den sie im Buchungssatz bei der Buchung des Kredits an den Handwerker auf der rechten Seite des Buchungssatzes verbuchen könnte.

Des Rätsels Lösung ist folgende:

Wenn der Handwerker von der Bank einen Kredit in Buchgeld möchte, so hat das gar nichts zu tun mit der Einzahlung der Frau.

Das sind zwei vollkommen verschiedene Geschäfte:

Wenn der Handwerker einen Kredit von der Bank beantragt, so muss er zuerst einen Betriebskredit aufnehmen. Dafür muss er eine Sicherheit bringen. Möglicherweise ein Grundpfand. Wenn die Bank dem Handwerker einen Kredit gewährt, so verbucht die Bank auf der Aktivseite ihrer Bilanz diesen „Betriebskredit“ möglicherweise unter dem Kontennamen „Betriebskredit an Kunden“.

Auf der Passivseite der Bankenbilanz erhöhen sich die „Guthaben von Kunden“.

Die Bank investiert also in das Unternehmen des Handwerkers in Form von Fremdkapital. D.h. die Bank gewährt einerseits dem Unternehmen einen Betriebskredit von 7‘000 Franken und sie schreibt dem Unternehmen des Handwerkers den Betrag auf dessen Konto bei der Bank gut – in Form von Buchgeld.

Wie bereits gesagt: Der Kredit an den Handwerker ist in keiner Weise von der Bareinlage der Frau abhängig. Es sind zwei vollkommen verschiedenen Geschäfte.

Deshalb kann man auch nicht argumentieren und behaupten:

Die Frau bringe 10‘000 Bargeld auf die Bank und davon gewähre die Bank einem Handwerker ein Darlehen in Form von Buchgeld. Die 10‘000 Franken der Frau dienen auch nicht in irgendeiner Weise als Sicherheit für den Kredit des Handwerkers.

Diese „Geldschöpfungsmultiplikator-Theorie“ ergibt nicht den geringsten Sinn.

Zudem wird aus obigen Überlegungen auch deutlich, dass die Bank den Handwerkern einen Kredit in Form von Buchgeld gewähren kann, ohne dass die Zentralbank vorher irgendwem irgendeinen Bargeldbetrag ausbezahlt hätte.

Die Argumentation von Brunetti: “Die Basis der zusätzlichen Geldschöpfung der Geschäftsbanken ist aber immer der von der Zentralbank zur Verfügung gestellte Betrag.” (vgl. Brunetti a.a.O. S. 166) gehört demnach auch in die Kategorie „Ammenmärchen“.

Die Notenbank kommt erst dann ins Spiel, wenn sich ein Kunde von der Geschäftsbank Bargeld auszahlen lässt. Würde der Handwerker im obigen Beispiel sich den Betriebskredit in Banknoten auszahlen lassen, so lautete der Buchungssatz: „Betriebskredit an Kunden“ an „Kasse“ 7‘000.

In diesem Fall gingen von den 10 Tausendernoten der Frau deren 7 an den Handwerker. Die Bank hätte somit nur noch 3 Tausendernoten und der Handwerker deren 7. Das ergibt zusammen 10 Tausendernoten. Von „wunderbarer Geldvermehrung“ der Banken bzw. von „Geldschöpfungsmultiplikator“ kann keine Rede sein!

Konklusion:

Auch die Geschäftsbanken können, genauso wie die Zentralbank, nur dann Geld emittieren, wenn die Wirtschaft entsprechendes Vermögen erwirtschaftet. In diesen Beispiel ist es ein Betrieb, der eine Maschine im Wert von 7‘000 Franken herstellt.

Herr Lipp ich bitte Sie: korrigieren Sie Ihre haarsträubend falschen Filme. Besten Dank Marc Meyer

Marc Meyer, Dr. 6. Oktober 2013 / 15:56 Nachtrag V

Im Verlaufe der Kommentare ist am Rande eine Frage aufgetaucht, die ich hier beantworten möchte. Es geht um die sogenannte „multiple Giralgeldschöpfung“ durch das Bankensystem, welche m.E. genauso wie die vermeintliche „Geldschöpfung“ durch die Notenbank ins Reich der Fabeln gehört. Auslöser war in Nachtrag I (weiter unten) meine Kritik an zwei Filmen, die Reto Lipp in der Sendung ECO vom Schweizer Fernsehen ausstrahlte.

http://www.srf.ch/player/tv/eco/video/geldschoepfung-1?id=e16bcfca-7968-471c-bc77-f90a1d4d6bb8

In Film II behauptet Lipp, die Zentralbank (SNB) würde der Wirtschaft bei der angeblichen „Geldschöpfung“ Geld in Form eines Kredits zu einem bestimmten Zinssatz (Leitzins) gewähren.

Das wäre dann ein Aktivzins der SNB an die Geschäftsbanken. In Tat und Wahrheit handelt es sich bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB aber umgekehrt um Kredite, welche das Bankensystem der SNB gewähren.

Beweis:

Die Giroguthaben der Banken bei der SNB werden auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht. Gegen diese meine Kritik an der Geldschöpfung wurden von den Kommentatoren keine Einwände vorgebracht.

Mehr Verwirrung scheint die angebliche „multiple Geldschöpfung“ durch das Bankensystem zu schaffen. Im Film I von Reto Lipp wird behauptet, wenn z.B. eine Frau CHF 10‘000 auf die Bank in Form von Bargeld bringe, so können die Bank damit einen weiteren Kredit von CHF 7‘000 in Form von Buchgeld an Handwerker weitergeben.

Das sei „Geldschöpfung“.

Aus einer Geldmenge von 10‘000 sei nun eine Geldmenge von total 17‘000 entstanden usw.

Dagegen wende ich ein, dass der Kredit an die Handwerker nichts mit der vorherigen Einzahlung der Frau zu tun habe. Die Gewährung des Kredits an die Handwerker sei unabhängig von der Bareinzahlung durch die Frau.

Konklusion:

Auch die sogenannte „multiple Giralgeldschöpfung„ trifft nicht zu.

Diese letztere Argumentation möchte ich nachfolgend detailliert aufzeigen. Ich tue das anhand von Kontenführung mit entsprechenden Buchungssätzen. Nur so ist eine exakte Analyse der Zahlungsvorgänge möglich. Ich lade also die Leserinnen und Leser ein, mit mir Papier und Bleistift zur Hand zu nehmen: Wir werden alle Buchungen in Bezug auf ein einfaches Beispiel miteinander durchgehen und am Ende die Konten saldieren.

Resultat:

Wir werden sehen, dass es keine „multiple Giralgeldschöpfung“ gibt.

Sodann schrieb ich in meinem Artikel "Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung"

"Dass dieser sogenannte Geldschöpfungsmultiplikator nichts anderes als ein weiteres Ammenmärchen ist, zeigen folgende Überlegungen. Erstens: Wenn die SNB die Geldmenge um 10‘000 Franken ausdehnt, so gewährt sie der Bank A nicht einen Kredit von 10‘000 Franken, sondern sie nimmt bei der Bank A einen Kredit von 10‘000 Franken auf."

Allein diese Argumentation widerlegt die ganze damalige Geldtheorie: Geld ist gar kein Darlehen, das wieter ausgeliehen werden kann, sondern ein Schuld. 

Das übernahm die Bank of England auch: "..a liability of the bank, not an asset that could be lent out."

Diesen Satz gab es zuvor nirgends in der Literatur vorher. Jedanfalls konnte mir noch nie jemand das Gegeteil beweisen - auch die Bank of England nicht.

 

Und nun zu den Zitaten der Bank of England in ihrem Artikel "Money creation in a modern economy"

Zitate aus dem Artikel der Bank of England (Money creation in a modern economy, April 2014)

“Money creation in practice differs from some popular misconceptions — banks do not act simply as intermediaries, lending out deposits that savers place with them, and nor do they ‘multiply up’ central bank money to create new loans and deposits”

“The reality of how money is created today differs from the description found in some economics textbooks:

• Rather than banks receiving deposits when households save and then lending them out, bank lending creates deposits.

• In normal times, the central bank does not fix the amount of money in circulation, nor is central bank money ‘multiplied up’ into more loans and deposits.”

“One common misconception is that banks act simply as intermediaries, lending out the deposits that savers place with them”

“Another common misconception is that the central bank determines the quantity of loans and deposits in the economy by controlling the quantity of central bank money — the so-called ‘money multiplier’ approach.”

“So they are a liability of the bank, not an asset that could be lent out.”

Marc Meyer, 12.6.2020

Die Universitäten sind zu Marionetten der Zentralbanken verkommen

Die ETH-Zeitschrift "Ökonomenstimme" schweigt Irrtümer tot

Sehr verehrte Leserinnen und Leser

Vor einer Woche habe ich auf der ETH-Zeitschrift "Ökonomenstimme" auf schwerwiegende Irrtümer in der Geldpolitik hingewiesen.

Seither herrscht Funkstille.

Die ETH würgt die Diskussion ab.

Nachfolgend poste ich hier eine Kope meiner Zuschrift an "Ökonomenstimme.

 

Unlauteres Diskussionsverhalten – die Universitäten sind zu Marionetten der Zentralbanken verkommen

Heute vor einer Woche habe ich hier sieben Argumente in die Diskussion gebracht, welche dem einführenden Artikel, der herrschenden Lehre in der Oekonomie, der Argumentation von SNB-Chef Thomas Jordan und dem Bundesrat sowie den Zentralbankern weltweit diametral zuwiderlaufen.

Erstens:

Klassische Geldschöpfung führt nicht zu einer Verkürzung der SNB-Bilanz oder unveränderter Bilanzlänge, sondern zu einer Verlängerung der SNB-Bilanz.

Zweitens:

Klassische Geldschöpfung führt nicht zu einer Zunahme des Eigenkapitals der SNB, sondern im Gegenteil zu einer Zunahme des Fremdkapitals der SNB.

Drittens:

Das Vermögen der SNB entspricht nicht dem Grundsatz von «true and fair», weil die SNB gemäss eigenen Angaben den Wert ihrer Devisenanlagen stützt. Diese sind somit überbewertet. Die SNB sitzt auf immensen «stillen Verlusten» (wie auch andere Zentralbanken weltweit auf überbewerteten Obligationenbeständen).

Viertens:

Die SNB muss ihre Schulden zurückzahlen, wenn eine Bank ihr Guthaben bei der SNB zurückfordert bzw. als Zahlungsmittel verwenden will. Sie muss das «Auf Sicht», also sofort auf Verlangen tun. Das ist auch seit Abschaffung des «Goldstandards» so – entgegen anderslautender Behauptung von SNB-Jordan.

Fünftens:

Die SNB (und keine Zentralbank) kann ihre eigenen Schulden (Verbindlichkeiten) begleichen bzw. abbauen mit der Emission von Geld (eigene Liquidität schaffen; siehe Jordan / Bundesrat). Das emittierte Geld selber ist die Verbindlichkeit.

Sechstens:

Eine Zentralbank kann somit zahlungsunfähig werden.

Siebtens:

Eine Zentralbank kann konkurs gehen.

 

Es handelt sich hier um sieben Irrtümer in der Geldtheorie, welche dringend der Korrektur bedürfen. Sie sind verantwortlich für die unverantwortlich hohen Devisenanlagen der SNB (fast CHF 100'000 pro Einwohner). Diese können der Schweizer Volkswirtschaft gefährlich werden.

Obwohl es sich um Punkte handelt, die diskutiert werden müssen, herrscht hier Funkstille.

Ich beurteile dies als unlauteres Verhalten in der wissenschaftlichen Diskussion.

Ich werde «totgeschwiegen».

So war das bereits bei meiner Argumentation, es gäbe keinen Geldmultiplikator («Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung», Inside Paradeplatz, September 2013) was dann die Bank of England wenige Monate nach mir übernahm (Money creation in a modern economy; April 2014) und seither Allgemeinwissen darstellt.

Die SNB nahm dann in der Folge ihre Irrlehre (mit der Multiplikator-Theorie) von ihrer Home Page («Ökonomenstimme» und SNB haben ja eine enge Verflechtung); und «Ökonomenstimme» tolerierte in der darauffolgenden Diskussion das Weglassen der ursprünglichen Literatur von mir.

Obwohl «Ökonomenstimme» Lauterkeit bei der Literaturangabe auf ihre Fahne schreibt.

Meine Damen und Herrn von «Ökonomenstimme»:

Das ist unlauteres Diskussionsverhalten. Totschweigen – und dann warten, bis eine Zentralbank die Irrtümer in der Geldtheorie ändert (so geschehen bei der «Bank of England»).

Die Universitäten sind zu Marionetten der Zentralbanken geworden.

Macht doch einfach etwas anderes, als eine «wissenschaftliche» Zeitschrift zu publizieren, welche die Diskussion abwürgt und dann die korrigierte Argumentation unlauter anderer Autorenschaft (den Zentralbanken) zuspricht.

Marc Meyer, 9.6.2020

 

Replik auf Vorschlag in der NZZ von Prof. Dr. Reto Föllmi, HSG vom 4.6.2020

«Corona-Schulden – die SNB ist nicht das Schlaraffenland»

 

Die SNB schuldet der Schweiz 80 Milliarden pro Jahr

Den Vorschlag aus dem ETH-Lager (Prof. Dr. Jan-Egbert Sturm), Erträge aus den «Währungsreserven» der SNB direkt in die ALV umzuleiten, findet Föllmi «keine gute Idee».

Bereits in der Einführung zu seinem Gegenvorschlag zeigt auch Föllmi, dass er nicht unterscheiden kann zwischen links und rechts der SNB-Bilanz.

Jan-Egbert Sturm verwechselte in seinem Vorschlag Eigen- und Fremdkapital der SNB sowie eine Verlängerung und eine Verkürzung der SNB-Bilanz (kommentiert weiter unten).

Föllmi führt nun fort mit dem konfusen Argumentieren der Ökonomie-Professoren und verwechselt Devisenanlagen und Devisenreserven.

Immer wieder muss ich richtigstellen: Bei den Devisen der SNB handelt es sich nicht um «Devisenreserven» der SNB, denn diese wären Eigenkapital der SNB. Nein, es handelt sich um Devisenanlagen der SNB, die mit Fremdkapital finanziert wurden.

Aber die Ökonomie-Professoren sind offenbar nicht lernfähig und geistig zu wenig flexibel, um ihren Irrtum einzusehen oder zuzugeben - Professoren-Titel hin oder her.

Mich erstaunt, dass sich die Oekonomie-Studenten solche Irrlehren immer wieder gefallen lassen.

Föllmi weist sämtliche bisherigen «Begehrlichkeiten» bezüglich der angeblichen «Währungsreserven» der SNB in die Schranken und zaubert eine neue Begehrlichkeit aus dem Hut:

Das Geld soll dazu dienen, die Steuern zu reduzieren. Das sei die einzige Möglichkeit, damit diese «Währungsreserven» nicht aufgrund des Einflusses von Lobbyisten Partikularinteressen bedienen, sondern an eine möglichst breite Gruppe ausgeschüttet werden, die «nicht im politischen Prozess instrumentalisierbar» sei.

Was Föllmi ganz übersieht ist folgendes:

Die riesigen Devisenanlagen der SNB sind eine Folge der «Begehrlichkeiten» der Exportindustrie. Dieser Wirtschaftszweig, der durch Lobbyisten bis in den Bundesrat starken Einfluss hat (siehe «Frankenrütli»), hat durchgesetzt, dass die SNB praktisch ausschliesslich der Exportindustrie zudient.

Die wahnwitzigen und immer weiter wachsenden Devisenanlagen der SNB basieren einzig und allein auf den Begehrlichkeiten von Exportindustrie und Tourismus.

Wenn Föllmi also will, dass Partikular-Interessen ihren Einfluss auf die SNB verlieren, so muss er sich dafür einsetzen, dass die Begehrlichkeit der Exportindustrie, den Franken zu schwächen, endlich aufhören.

Mit anderen Worten:

Die SNB muss zuerst ihre Devisenanalgen reduzieren. Das kann sie aber kaum mehr, weil der Euro dadurch fiele und die tatsächlichen Reserven der SNB – ihr Eigenkapital – wie Schnee an der Sommersonne wegschmelzen würden. Es gäbe dann gar keine «Erträge aus Devisenreserven» mehr zu verteilen.

Föllmis Vorschlag wird somit zur Makulatur, weil nicht durchgedacht. Aber solche Oberflächlichkeiten sind wir uns ja von den Oekonomie-Professoren bis zur Genüge gewohnt.

Wo ich Föllmi Recht gebe ist, dass die SNB mit Ausschüttungen von 2 – 4 Milliarden p.a. bei einem Portefeuille von 800 Milliarden Franken bald nicht mehr bei den Politikern durchkommen wird:

Bis in die 90er-Jahre bezahlte die SNB an die Kantone lediglich knapp 5 Mio Franken. Damals, im Jahre 1996, trat ich vor die GV der SNB-Aktionäre in Bern und forderte, die SNB müsse ihre ausstehende Geldmenge marktgerecht verzinsen. Ich kam damals auf einer Forderung gegenüber der SNB von 1 – 2 Milliarden.

Das war damals «ketzerisch» und kostete mich meine 10-jährige Stelle als Markt-Stratege bei der UBS.

In der Folge musste die SNB jedoch 2 Milliarden ausschütten.

Seither hat sich viel verändert:

Die Zinsen sind von damals rund 4 Prozent auf unter null gesunken womit sich die Zinsforderung gegenüber der SNB erübrigt.

Was aber zu Buche schlägt ist die Put-Option der SNB auf dem Euro, welche die SNB am Devisenmarkt offeriert bzw. verschenkt:

Beim Mindestkurs von 1.20 lag die Euro-Put-Option bei 1.20. Eine solche Option ist weit mehr als 10 Prozent p.a. wert. Das Risiko trägt der Schweizer Steuerzahler. Heute gibt die SNB keinen offiziellen Mindestkurs mehr an – aber sie stützt den Euro weiterhin, was man als «weiche Option» bezeichnen könnte.

Bewertet man eine solche «weiche» Option, so darf man dafür gut und gerne 10 Prozent p.a. einsetzen. Nimmt man als Betrag 800 Milliarden (die SNB will ja den Franken schwächen); wäre dies dann eine Call-Option auf dem Franken gegen Devisen, so ergibt dies einen Betrag von 80 Milliarden Franken p.a.

Mit anderen Worten:

Die SNB verschenkt den Exporteuren jährlich eine Call-Option auf den Franken im Wert von rund 80 Milliarden Franken. Das Risiko trägt der Schweizer Steuerzahler.

Die Konklusion daraus ist:

Die SNB muss der Schweizer Bevölkerung jährlich rund 80 Milliarden Franken ausschütten, um das Risiko des Steuerzahlers abzudecken. Wir reden also nicht mehr von 2 oder 4 oder 16 Milliarden – wir reden von 80 Milliarden Ausschüttungen der SNB an die Schweiz.

Damit kann man gut und gerne die ALV und AHV unterstützen.

Dies hätte zudem den Vorteil, dass die SNB ihre Gewinne nicht mehr immer nur im Ausland reinvestiert, wo sie der Schweiz überhaupt nichts bringen.

Marc Meyer, 8.6.2020 h.

Replik auf NZZ-Artikel von heute 5.6.2020:

 

«Der Franken verliert an Wert. Doch auf eine Fortsetzung des Euro-Höhenflugs ist kein Verlass» 

Die SNB ist eine sinkende Titanic

Liest man den Artikel in der NZZ genau durch, so kann man nur zu einem Schluss kommen:

Die SNB ist zum Scheitern verurteilt.

Warum?

Hintergrund des NZZ-Artikels ist der Anstieg des Euros insbesondere gegen den Dollar in den vergangenen drei Wochen. Es ist also eine Dollar-Schwäche. Denn der Dollar ist in dieser Zeit auch gegen den Franken gefallen.

Die Unruhen in den USA im Zusammenhang mit der Tötung eines Afro-Amerikaners durch einen Polizisten drücken den Greenback.

Zudem hat die EZB gestern eine Erhöhung ihres PEPP-Programms (Pandemic Emergency Purchase Programme) um 600 auf 1375 Milliarden auf bekanntgeben. Das verlieh dem Euro mächtig Auftrieb.

Die NZZ schreibt, es bestünden sehr viele Begehrlichkeiten bezüglich der Milliarden der SNB. Man wolle diese einsetzen zugunsten der AHV, oder für den Abbau der Corona-Schulden oder Unterstützung Arbeitslosenkasse usw.

Diese Begehrlichkeiten seien «heuchlerisch» weil man die Unabhängigkeit der SNB dennoch nicht in Frage stelle. 

Was die NZZ übersieht: Die SNB bedient seit über 10 Jahren ausschliesslich die Begehrlichkeiten der Exportindustrie. Die SNB hat sich ausschliesslich der Unterstützung der Exportindustrie verschrieben.

Dass der Mindestkurs auf Druck der Exporteure zustande kam («Frankenrütli») «übersieht» die «objektive» NZZ.

Heuchlerisch ist hier nur die NZZ, welche dieses Fankenrütli damals glorifizierte (Siehe NZZ das «Frankenrütli») .

Immer wieder betont die NZZ in ihrem heutigen Artikel, der Euro-Anstieg der letzten Tage sei nicht nachhaltig. Es handle sich um ein «Strohfeuer».

Also was ist die Konklusion?

Es gibt nur eine Konklusion: Diese Konklusion ist, dass der Euro wieder fallen und die SNB immer mehr Euros kaufen wird.

Die SNB ist somit zu einer Titanic geworden, die sich immer mehr um mehr mit Wasser füllt.

Marc Meyer, 5.6.2020

ETH verwechselt Eigenkapital und Fremdkapital der SNB

Schludrige Analyse an der ETH

Vergange Woche wurde in den Schweizer Medien der Vorschlag von ETH-Professor und KOF-Direktor Jan Egbert Sturm breitgeschlagen, die SNB solle die Arbeitslosenversicherung mit einem einmaligen Beitrag unterstützen.

Wie gewohnt in Sachen SNB hinterfragten die Medien den Vorschlag nicht, sondern kolportierten einfach die Behauptungen der Professorenschaft.

Der Vorschlag von Sturm basiert auf dessen Artikel in der Zeitschrift "Ökonomenstimme" der ETH. Dort verwechselt Sturm Eigenkapital und Fremdkapital der SNB. Er behauptet, Devisenkäufe der SNB führten zu steigendem Eigenkapital der SNB.

https://www.oekonomenstimme.org/artikel/2020/05/was-kann-die-snb-noch-tun/

Auch verwechselt er eine Verlängerung der SNB-Bilanz mit einer Verkürzung der SNB-Bilanz respektive mit einer unveränderten Länge der SNB-Bilanz.

Es wird einfach alles in einen Topf geschmissen und miteinander verwechselt. Ich habe vor wenigen Tagen hier weiter unten darauf hingewiesen. Auch habe ich einen Kommentar auf Ökonomenstimme geschrieben, um auf die diversen Irrtümer aufmerksam zu machen.

Nun ist eine Anmtwort von der ETH eingetroffen. Allerdings nicht von Jan Egbert Sturm selber, sondern von einem seiner "Indianer", Herrn Kaufmann, einem Mitverfasser.

Der weicht aus und verdreht nun die Sachlage: Eigenkapital der SNB würde entstehen, wenn die Aktien und Devisen steigen, welche die SNB gekauft hat. 

Ja. Das ist ein entscheidender Unterschied. Und dass bei einer Geldemission das Fremdkapital der SNB steigt - das verschweigt die ETH. 

Die ETH verschweigt auch, dass die Devisen der SNB überbewertet sind gemäss Aussagen von SNB-CHef Jordan ("der Franken würde ohne SNB-Interventionen ganz woanders stehen").

Die ETH veschweigt auch, dass das Eigenkapital der SNB gestiegen ist wegen den Minuszinsen auf der Passivseite ihrer Bilanz.

Alles in allem: Eine liederliche Antwort der ETH auf einen liederlichen Beitrag des ETH-Professors Jan-Egbert Sturm. Der steht in der Verantwortung bezüglich der Qualität der ETH-Forschung. 

Erst recht bedenklich wird es, wenn man bedenkt, dass Sturm ökonomischer Berater am sogenannten "Franken-Rütli" war, an dem der Bundesrat und die Spitze der Schweizer Wirtschaft beschlossen, der SNB den "Wunsch der Wirtschaft" zu überbringen, am Devisenmarkt zu intervenieren.

Ich poste die Replik der ETH sowie meine erneute Replik gleich unten.

Marc Meyer, 2.6.2020

 

Nicht überfordert aber es ist gerade Prüfungszeit

Das ist die Replik der ETH (Herr Kaufmann) auf meinen Kommentar

Lieber Herr Meier

Hier meine Reaktion:

1) In einem ersten Schritt führt eine Devisenmarktintervention zu einer Bilanzverlängerung, ohne das Eigenkapital zu erhöhen. Da die SNB dann aber viel mehr Aktiven hat, und diese einen Ertrag abwerfen, hat dies zu einem Anstieg des Eigenkapitals, respektive, der Ausschüttungsreserve geführt. Die geschaffenen Franken sind gratis, solange keine Inflation entsteht. Auf der Aktivseite befinden sich aber Anleihen und Aktien die Ertrag abwerfen, zumindest solange der Franken nicht zu stark aufwertet. Ohne Devisenmarktinterventionen, und somit Ausweitung der Bilanz, wäre das Eigenkapital sicher nicht so stark gestiegen.

2) Die Bilanz verkürzt sich nur wenn sie Aktiven verkaufen würde. Ansonsten würde einfach ein Passivtausch erfolgen. Die SNB könnte die Ausschüttungsreserven in neue Noten umwandeln und diese dann der ALV vorbeibringen. Natürlich könnte sie dies auch elektronisch machen. Wenn die ALV kein Girokonto hat, könnte die SNB diesen Passivtausch über den Bund oder eine Bank abwickeln.

Ich hoffe meine Antwort genügt ihnen auch :-)

Freundliche Grüsse Daniel Kaufmann

ETH, KOF, Ökonomenstimme begeht "Kapitalfehler" im wahrsten Sinn des Wortes- verwechselt Eigen- und Fremdkapital der SNB

Meine Replik auf Kapitalfehler der ETH

Lieber Herr Kaufmann

Ihre Antwort ist ungenügend.

Sie gehen nicht auf meine Kritikpunkte ein und versuchen, Ihre und Herr Sturms Fehlargumentation zu vertuschen.

Punkt eins:

Im ursprünglichen Text steht: «Diese Interventionen haben zu einer starken Ausweitung der Bilanz der SNB und zu einem Anstieg des Eigenkapitals geführt.»

Jetzt schreiben Sie: «Da die SNB dann aber viel mehr Aktiven hat, und diese einen Ertrag abwerfen, hat dies zu einem Anstieg des Eigenkapitals, … geführt.»

Das sind unterschiedliche Aussagen, die Sie hier zur Deckungsgleichheit bringen möchten. In der ersten Aussage schreiben Sie und Herr Sturm, die Interventionen hätten zu einem Anstieg des Eigenkapitals geführt. In der zweiten Aussage ist das gestiegene Eigenkapital eine Folge von zusätzlichen Aktiven der SNB, die einen Ertrag abwerfen.

Dieser Ertrag ist eine Folge der Minuszinsen auf der Passivseite der SNB-Bilanz, der gefallenen Zinsen (steigende Obligationenkurse), der gestiegenen Aktienkurse und Goldpreises.

Sie unterschlagen, dass die Interventionen selber zu einem Anstieg des Fremdkapitals der SNB führen, denn die SNB finanziert ihre Devisenkäufe mit kurzfristigen Sichtguthaben der Banken bei der SNB – das ist Fremdkapital der SNB - nicht Eigenkapital.

Ich lege grossen Wert auf diese Unterscheidung, weil SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan, Notenbankgeld ja diverse Male als Eigenkapital der SNB interpretiert und auch explizit bezeichnet hat.

Dieser Grundlagenirrtum ist verantwortlich dafür, dass die SNB immer mehr Devisen anhäuft und meint, sie könne ihre Verbindlichkeiten dereinst begleichen indem sie «Geld druckt» und so ihr Eigenkapital wieder aufstockt. Dieser Grundlagenirrtum kann fatal werden für die SNB und die Schweizer Volkswirtschaft.

Das Eigenkapital der SNB ist v.a. deshalb gestiegen, weil die SNB den Euro stützt. SNB-Chef Jordan behauptet, der Franken würde ohne Interventionen viel höher notieren. Angenommen ca. 15 Prozent: Das Eigenkapital der SNB wäre 120 Milliarden geringer und somit praktisch weg. Die SNB Konkurs.

 

Auch kauft die SNB insbesondere US-Aktien, was zu überbewerteten Kursen und SNB-Aktiven führt. Zudem senken die SNB und die Zentralbanken weltweit die Zinsen senken und treiben so ihr Obligationenportefeuille in die Höhe.

 

Die Gewinne der SNB sind manipuliert. Die SNB bewertet nicht nach dem Grundprinzip «fair and true».

Zudem ignorieren Sie, dass Devisen, Aktienmärkte und Obligationenmärkte auch fallen können, was das Eigenkapital der Zentralbanken vermindert.

Ich fasse zusammen: Die Interventionen der SNB führen zu einem Anstieg des Fremdkapitals der SNB – nicht des Eigenkapitals. Das Eigenkapital der SNB ist nur da, weil die SNB ihr eigenes Portefeuille ständig stützt durch weitere Zukäufe von Devisen, Aktien und Obligationen.

Das Eigenkapital der SNB basiert nicht auf «true and fair». Die SNB besitzt gewaltige «stille Verluste». (Das gilt auch für die meisten übrigen Zentralbanken weltweit).

 

Punkt zwei:

Sie schreiben:

«Die geschaffenen Franken sind gratis…»

Nein. Wären Sie gratis, so würde bei der Emission von Franken Eigenkapital der SNB entstehen. Sie und Herr Sturm wiederholen erneut den Irrtum, bei einer Geldemission entstünde Eigenkapital der SNB.

Nochmals:

Es entsteht bei der Geldemission nicht Eigenkapital, sondern Fremdkapital der SNB. Gemäss Bilanz der SNB handelt es sich sogar um «Verbindlichkeiten auf Sicht». Es handelt sich um Fremdkapital, welches die SNB auf Sicht – d.h. sofort – auf Verlangen zurückzahlen muss.

Ein von der SNB emittierter Franken ist also keineswegs gratis – er wird finanziert mit einer Schuld, die auf Sicht zurückzuzahlen ist.

 

Punkt drei:

Klassische Geldschöpfung bedeutet eine Verlängerung der SNB-Bilanz. Eine Gewinnausschüttung oder eine einmalige Zahlung kann erfolgen durch Passivtausch (unveränderte Bilanzlänge) oder durch Bilanzverkürzung.

In Ihrem ursprünglichen Text vermischen Sie und Herr Sturm all diese Möglichkeiten.

Es bleibt dabei:

Ihr Beitrag, den Sie zusammen mit den Herren Sturm, Rathke und Gersbach verfasst haben, beinhaltet «Kapitalfehler» im wahrsten Sinne des Wortes: Sie verwechseln Eigen- und Fremdkapital der SNB und zudem vermischen Sie eine Verlängerung der SNB-Bilanz, eine Verkürzung der SNB-Bilanz sowie eine unverändert lange SNB-Bilanz.

Ihr Text genügt mir also keineswegs, wie Sie mir mit einem «Smilie» schmackhaft machen wollen. Es ist und bleibt ein liederlicher Beitrag, der irreführend ist. Ihre Replik bestätigt diese «Qualifikation.¨

Es ist bedauerlich, dass an der ETH, KOF, Ökonomenstimme nicht höhere Ansprüche an die eigene Qualität gestellt werden.

Mit freundlichen Grüssen Marc Meyer

P. S. Freundliche Grüsse auch an Herrn Sturm. Weshalb meldet er sich nicht selber? Ist ihm die Unterscheidung zwischen Eigen- und Fremdkapital der SNB zu unwichtig?

Starke Wirtschaft, starke Währung - schwache Wirtschaft, schwache Währung

Die Euro-Käufe der SNB stärken den Euro nicht nachhaltig

Eine Währung repräsentiert die Wirtschaft der eigenen Volkswirtschaft. Der Wert jeder Wertschrift ergibt sich aus dem Vermögen, welches dieser Wertschrift gegenübersteht

Der Wert einer Aktie beispielsweise ergibt sich aus dem inneren Wert des Unternehmens. Wird die Aktie durch spekulative Investoren nach oben getrieben, so dass deren Kurswert höher ist als ihr innerer Wert, so handelt es sich um eine spekulative Blase, die früher oder später platzt.

Bei einer Währung ist dies dasselbe: Ihr innerer Wert ergibt sich aus dem Wert des Vermögens, welches die Volkswirtschaft besitzt. Eine starke Volkswirtschaft wird deshalb eine starke Währung besitzen und umgekehrt.

Wird nun eine Währung künstlich gestützt, indem eine andere Volkswirtschaft diese aufkauft, so wird damit lediglich ein Strohfeuer entfacht. Der Kurs mag steigen oder nicht weiter fallen – aber entscheidend ist und bleibt die Stärke der Volkswirtschaft.

Wenn also die SNB Euros kauft, um dessen Kurs zu stützen, so ist das nicht nachhaltig:

Der Abwärtstrend des Euros mag dadurch temporär gebremst werden – aber eine nachhaltige Stärkung des Euro ist das nicht.

Die SNB investiert die Euros wohl in Staatsanleihen und Aktien der Eurozone. Die SNB ist sogar der grösste Kreditgeber Deutschlands. Damit stärkt die SNB die deutsche Volkswirtschaft, was zu einer Erstarkung des Euros beiträgt. Das ist aber nicht der Auftrag an die SNB gemäss Bundesverfassung.

Es ist vermessen von der Schweiz, die europäischen Volkswirtschaften nachhaltig stärken zu wollen, damit der Euro fester wird und dann die Europäer mehr in der Schweiz einkaufen.

Will die SNB etwas Gutes tun für die Schweizer Volkswirtschaft, so muss sie direkt hierzulande investieren.

Sie muss nicht im Ausland investieren und dessen Wirtschaft stärken, so dass das Ausland dann wieder in der Schweiz einkauft und den Franken stärkt.

Die SNB beisst sich so wie eine Katze in den eigenen Schwanz.

Die Geldpolitik der SNB mit ihren masslosen Devisenkäufen macht so keinen Sinn.

Marc Meyer, 29.5.2020

Ist der Franken überbewertet?

Die SNB verwechselt - was man nur verwechseln kann

Gemäss Medienberichten habe gestern SNB-Chef Thomas Jordan erneut bekräftigt, der Franken sei überbewertet.

Richtig:

Gestern ist der Euro gegen Franken von knapp unter 1.06 auf knapp unter 1.07 gestiegen respektive der Franken entsprechend gefallen.

Dabei dürfen wir aber nicht das Währungs-Gesamtbild aus den Augen verlieren:

Der Euro ist gestern auch gegen Dollar fast um gleichviel gestiegen. Dieser Anstieg von Euro gegen Dollar hat den Anstieg des Euro zum Franken erst ermöglicht. Es ist also nicht der Franken gefallen, sondern der Dollar ist gegen Euro gefallen; und das hat sich auf den Wechselkurs Franken / Euro entsprechend ausgewirkt.

Und nicht vergessen: Es werden pro Tag gegen 5 Billionen Dollars weltweit gehandelt. Es ist also vermessen, zu meinen, die SNB könne die weltweite Währungsentwicklung steuern.

Und nun zur Frage: Ist der Franken überbewertet?

Die SNB behauptete das schon vor 10 Jahren beim Kurs von 1.45. Seither hat sie bald eine Billion Kredite aufgenommen, um dagegenzuhalten. Vergeblich:

Der Franken war immer unterbewertet und ist seither nur gestiegen (ausser gestern für einen Tag wieder einmal nicht).

Worauf basiert die SNB ihre Behauptung, der Franken wie überbewertet? Auf der sogenannten Theorie der Kaufkraftparität: Die besagt, wenn die Preise für Güter in einem Land höher seien als in einem anderen, so sei die Währung des Landes mit den hohen Preisen überbewertet.

Hinter dieser Theorie verbirgt sich ein schwerwiegender Überlegungsfehler: Eine schwache Währung führt zu hohen Preisen – nicht eine starke. Ergo ist der Franken unterbewertet.

Auch muss man sich im Klaren sein, dass die Preise in der Schweiz steigen und damit auch der Franken, weil die Nachfrage nach Schweizer Gütern (Sach-, Investitions- und Finanzgüter) hoch ist.

Genau das wollen wir ja. Investitionen ins Land zu bringen – das ist die Absicht jeder Handelskammer – nur die SNB tut das Gegenteil und vertreibt Investitionen aus der Schweiz.

Jordan stellt deswegen in Aussicht, dass die SNB noch mehr Devisen kaufen würde.

Mit dem Kauf von Devisen kurbelt die SNB die ausländischen Volkswirtschaften an. Das ist aber nicht der Auftrag der SNB.

Erneut betonte Jordan, dass die SNB die Zinsen möglicherweise noch tiefer in den Minusbereich drücken könnte. Das sei – so meint Jordan – eine «Lockerung der Geldpolitik».

Das Gegenteil trifft zu:

Da es sich um Passivzinsen der SNB handelt, bedeutet das, dass die SNB die Wirtschaft mit tieferen Negativzinsen noch mehr belastet. Noch weiter in den Negativbereich fallende Zinsen auf der Passivseite der SNB haben denselben Effekt wie steigende Zinsen auf der Aktivseite der SNB-Bilanz.

Die Negativzinsen der SNB sind somit nicht eine Lockerung der SNB-Geldpolitik, wie SNB-Chef Jordan behauptet, sondern im Gegenteil eine Straffung der SNB-Geldpolitik.

Die SNB stellt also eine Straffung der Geldpolitik in Aussicht – und das in der Corona-Krise – und sie verkauft das Ganze als «Lockerung» der Geldpolitik.

Marc Meyer, 28.5.2020

Soll die SNB die ALV finanzieren?

Es gibt zwei Varianten - diese dürfen nicht miteinander verwechselt werden und sind zu überprüfen

In «Ökonomenstimme» haben KOF-Direktor und ETH-Professor Jan-Egbert Sturm et al. vergangene Woche den Vorschlag unterbreitet, die SNB solle der ALV-Ausgleichskasse einen einmaligen Beitrag überweisen, um deren Defizit aufgrund der Kurzarbeitslosigkeit im Zusammenhang mit Covid-19 abzufedern.

Der frühere SNB-Präsident Jean-Pierre Roth hat dann in der Folge in der Sonntagspresse davor gewarnt: Eine «Übertragung» von der SNB an den ALV-Ausgleichfonds bedeute eine «Ausdehnung der Liquidität» bzw. eine «Gewinnausschüttung» der SNB und führe zu einer «Geldschöpfung».

(siehe Beiträge unten)

Was ist von diesem Vorschlag zu halten?

Zuerst einmal ist festzuhalten, dass sowohl die die Argumentation von Sturm als auch jene von Roth dilettantisch sind. Sie ignorieren sämtliche Regeln der Doppelten Buchhaltung.

Beide Argumentationen verwirren nur und leisten weder in die eine noch andere Richtung einen konstruktiven Diskussionsbeitrag.

Um zu analysieren, ob eine einmalige Überweisung von der SNB an die ALV-Ausgleichskasse einen Sinn macht, und ob dies einer Geldschöpfung gleichkommt, was zu verhindern sei, sollten wir uns erst einmal klar darüber werden, wovon überhaupt gesprochen wird.

Würde es sich um eine «Geldschöpfung» durch die SNB handeln, wie Roth sagt, so wäre dies eine Bilanzverlängerung bei der SNB: Die Passivseite der SNB-Bilanz würde verlängert um «Geld» («Geldschöpfung»).

In diesem Fall würde der ALV-Ausgleichskasse ein Konto bei der SNB eröffnet (wenn sie nicht schon eines hat) und darauf der betreffende Betrag gutgeschrieben. Die SNB hätte somit also eine Schuld gegenüber der ALV. Die ALV ihrerseits hätte ein Guthaben bei der SNB, mit dem sie Zahlungen vornehmen könnte.

Die SNB kann aber rein buchhalterisch keinen Betrag auf einem ihrer Passivkonten gutschreiben, wenn sie dafür im Gegenzug nicht einen entsprechenden Vermögenswert erhielte.

In diesem Fall wäre das beispielsweise ein «Kredit an die ALV-Ausgleichskasse».

Man muss sich das so vorstellen:

Das wäre, wie wenn eine Bank einem Unternehmen einen Betriebskredit gewährt und dem Unternehmen im Gegenzug den entsprechenden Geldbetrag auf dem Konto des Unternehmens bei der Bank gutschriebe.

Oder wie wenn eine Bank einem Privatmann einen Hypothekarkredit gewährt, den sie auf der Aktivseite ihrer Bilanz verbucht und dafür im Gegenzug dem Privatmann den Betrag auf dessen Konto bei der Bank gutschreibt.

Wenn also Sturm und Roth von einer Finanzierung der ALV-Ausgleichskasse sprechen, welche einer Geldschöpfung gleichkommt, so wäre das ein Kredit der SNB an die ALV, den diese in befristeter Zeit der SNB wieder zurückzahlen müsste.

Sturm spricht ja in seinem Argumentarium wiederholt von einem «befristeten Beitrag». Da aber sowohl Sturm als auch Roth die Finanzierung der ALV durch die SNB auch als «Beitrag» bzw. Gewinnausschüttung bezeichnen, verwechseln sie einen Kredit der SNB an die ALV mit einer einmaligen Auszahlung, welche einer Gewinnausschüttung an die ALV gleichkommt.

Die ALV hätte dann keine Schuld gegenüber der SNB.

Das hingegen wäre dann eine Verkürzung der SNB-Bilanz im Gegensatz zu einer Verlängerung der SNB-Bilanz bei einem Kredit, dem eine Geldschöpfung zugrunde liegt.

Wir haben also zwei Varianten, wie die SNB die ALV-Ausgleichskasse finanzieren könnte.

A) Ein befristeter Kredit der SNB an die ALV, der zurückzuzahlen ist

B) Eine einmalige Übertragung von der SNB an die ALV (ähnlich einer Gewinnausschüttung). Die ALV muss der SNB nichts zurückzahlen.

Sturm und Roth vermischen diese beiden Möglichkeiten und wissen offenbar selber nicht, welche sie nun meinen.

A) Was wäre von einem Kredit der SNB an die ALV zu halten? (Verlängerung der SNB-Bilanz)

Wie ich immer wieder betone, gewährt die SNB mit ihren 800 Milliarden Devisenanlagen Kredite ans Ausland und unterstützt dabei die ausländischen Volkswirtschaften.

Das ist erstens nicht ihr Auftrag gemäss Bundesverfassung und macht volkswirtschaftlich keinen Sinn. Im Gegensatz dazu gewährt sie in der Schweiz nur ca. 10 Milliarden Kredite aufgrund der neuen Covid-19 Kredite.

Das ist störend.

Die SNB ist dazu da, der Schweizer Volkswirtschaft Kredite zu gewähren – nicht den ausländischen. Von daher gesehen, wäre ein Kredit der SNB an die ALV begrüssenswert.

Dabei sollte dieser Kredit aber ohne Garantie des Bundes sein.

Ob der ALV damit allerdings längerfristig geholfen ist, müsste geprüft werden. Da die ALV ihren Kredit von der SNB zurückzahlen müsste, käme eine stärkere Belastung auf die ALV in den kommenden Jahren zu.

B) Was ist von einer einmaligen Zahlung der SNB an die ALV zu halten (Verkürzung der SNB-Bilanz)

Auch in diesem Fall, käme Vermögen der SNB endlich der Schweiz zugute und nicht immer dem Ausland, wie das jetzt der Fall ist.

Wenn die SNB bis heute Gewinne im Ausland erwirtschaftete (z.B. aufgrund von steigenden Aktienkursen beim Dow Jones, was gar nicht ihr Auftrag ist), so reinvestiert sie diese Gewinne überwiegend immer wieder im Ausland.

Die Gewinne der SNB werden nicht realisiert und kommen der Schweiz nicht zugute. Sie bleiben im Ausland.

Die Gewinnausschüttungen an Bund und Kantone finanziert die SNB ja zu einem grossen Teil durch ihre Negativzinsen in der Schweiz.

Es besteht also die Gefahr, dass bei einer grösseren Krise, welche das Eigenkapital der SNB wegfrisst, die Schweiz vollkommen leer ausgeht, da die Gewinne der SNB im Ausland immer wieder im Ausland reinvestiert werden. Auch das macht volkswirtschaftlich keinen Sinn.

Von daher wäre es sinnvoller, einmal einen Gewinn mitzunehmen und zu realisieren und an die ALV zu überweisen anstatt im Ausland zu verspielen.

Allerdings würde dies zu einer Verminderung des Eigenkapitals der SNB führen und die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit der SNB vergrössern und beschleunigen.

Letztlich müssen wir uns fragen:

Was ist gefährlicher:

Eine Zahlungsunfähigkeit der SNB oder der ALV?

Beide Varianten müssen exakt durchgedacht werden.

Keinesfalls darf man dilettantisch diese beiden Varianten miteinander vermischen, wie das Sturm und Roth tun. Damit verwirren sie nur und berauben die Diskussion eines brauchbaren Fundaments.

Marc Meyer, 26.5.2020

Wirre Argumentation von ETH / KOF bezüglich Finanzierung ALV durch die SNB

Replik auf Beitrag von Prof. Dr. Jan-Egbert Sturm, ETH / Leiter KOF in "Oekonomenstimme", 17.5.2020 "Was kann die SNB noch tun?"

ETH-Prof. Dr. Jan-Egbert Sturm Et al. propagieren in der ETH-Zeitschrift "Ökonomenstimme" eine Finanzierung des ALV-Defizits durch die SNB.

Obwohl ich einem einmaligen Beitrag der SNB in der Schweiz positiver gegenüberstehe als den masslosen Devisenkäufen der SNB, die dem Ausland zugutekommen, ist der Beitrag der ETH-Professoren dermassen dilettantisch und mit Irrtümern versehen, dass er nur verwirrt, anstatt weiterhilft.

Ich habe soeben folgenden Kommentar in Oekonomenstimme gepostet, den ich auch hier veröffentlichen möchte. 

Ich bin gespannt, ob sich eine Diskussion ergibt oder ob die Oekonomen einfach weiterschlafen - und mit ihnen Bundesrat und Parlament.

Hier mein Kommentar in Oekonomenstimme

 

Zitate:

«Diese Interventionen (Devisenkäufe, Anm. d. V.) haben zu einer starken Ausweitung der Bilanz der SNB und zu einem Anstieg des Eigenkapitals geführt.»

«Die SNB trägt mit einem zeitlich und mengenmässig klar begrenzten und einmaligen Beitrag in den Ausgleichsfonds der ALV dazu bei, dass sich die Defizite dieses Fonds weniger stark anhäufen. Dabei bestimmt die SNB die Höhe des Beitrags, und definiert, über welchen Zeitraum sie die Unterstützung verteilen möchte.»...

...

«…finanziert die SNB… ein einmaliges Defizit des ALV Ausgleichsfonds»

...

«…könnte dies als ein Dammbruch für wiederholte Akte der Geldschöpfung…gesehen werden.»

Ende Zitate

 

Meine Replik:

Erstens:

Devisenkäufe der SNB führen nicht zu steigendem Eigenkapital der SNB, sondern zu steigendem Fremdkapital der SNB. (Bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB handelt es sich um Sichtverbindlichkeiten, d.h. kurzfristiges Fremdkapital der SNB).

Zweitens:

Bei einer Finanzierung des Defizites des ALV-Ausgleichfonds durch die SNB mit einem «Beitrag», der als «Unterstützung» «verteilt» wird, würde die SNB-Bilanz verkürzt (wie bei einer einmaligen Gewinnausschüttung).

Bei einer Geldschöpfung hingegen würde die SNB-Bilanz verlängert.

Hier werden also eine Verlängerung der SNB-Bilanz und eine Verkürzung derselben einander gleichgesetzt und miteinander verwechselt.

Die Argumentation der Verfasser übersieht grundlegende Erkenntnisse der Bilanzanalyse.

Marc Meyer, 25.5.2020

Ex-SNB-Roth beweist: Die Notenbanker verstehen nicht, wovon sie sprechen

Einmal mehr schwarz auf weiss: Die Zentralbanker verstehen ihr Kerngeschäft nicht

Jean-Pierre Roth war Präsident des SNB-Direktoriums vor Thomas Jordan und Phillip Hildebrand. 

In seine Zeit (2010) fallen die ersten massiven Käufe von Euros durch die SNB beim damaligen Kurs von 1.45.

Allerdings dürfte der damalige Vize Phillip Hildebrand der Treiber hinter diesen Käufen gewesen sein.

Am Wochenende lehnte Roth in der Presse eine Hilfe der SNB zur Tilgung der Corona-Kosten ab: Eine Gewinnausschüttung der SNB führe zu einer "Geldschöpfung" der SNB. Eine "Übertragung" sei eine "Ausdehnung der Liquidität".

Roth übersieht dabei folgendes: Bei einer "Gewinnausschüttung" wird die Bilanz der SNB verkürzt - bei einer "Geldschöpfung" jedoch verlängert. 

Beides ist das Gegenteil voneinander.

Damit beweist auch Roth einmal mehr, dass er nicht versteht, wovon der spricht.

Marc Meyer, 25.5.2020

 

 

SNB - ein Fass ohne Boden

SNB: Jeden Tag eine Milliarde ans Ausland

Seit Ausbruch der Corona-Krise hat die SNB den Franken erfolgreich geschwächt. Der Euro fiel nicht unter die Marke von 1.05.

Auch wenn es das SNB-Direktorium abstreitet: Die SNB verteidigt seit knapp 3 Monaten die Marke von 1.05. Dafür hat die SNB bisher schätzungsweise 70 Milliarden Franken ausgegeben.

Wie viel Gutes könnte man mit solchen Beträgen in der Schweiz finanzieren? Grosse Infrastrukturprojekte beispielsweise, welche unserer ganzen Nation Arbeit bringen würden.

Aber nein.

Die SNB ist einer Illusion verfallen:

Mit Investitionen im Ausland will die SNB die ausländischen Volkswirtschaften ankurbeln, damit deren Währung im Vergleich zum Franken steigt. Wenn dann Euro und Dollar gegenüber dem Franken steigen, weil die SNB deren Volkswirtschaften gestärkt hat, hofft die SNB, werden dann mehr Schweizer Güter aus dem Ausland nachgefragt.

Kurz:

Die SNB stärkt nicht die eigene Volkswirtschaft direkt – sie stärkt die ausländischen Volkswirtschaften und hofft dann, dass diese dann ihrerseits die Schweizer Volkswirtschaft stärken, indem sie mit ihrer erhöhten Kaufkraft vermehrt Güter in der Schweiz kauft.

Eine absurdere Geldpolitik als sie unsere SNB betreibt, ist kaum vorstellbar.

Vergangene Woche hat die SNB erneut Schulden bei den Banken gemacht:

Die Giroguthaben der Banken bei der SNB sind um 5.6 Milliarden Franken auf 596.6 Milliarden Franken gestiegen. Ein geringer Teil davon dürfte auf Covid-19 Kredite entfallen. Schätzungsweise hat die SNB aber fast jeden Tag 1 Milliarden Franken ausgegeben, um Euro und Dollar zu stützen.

Übrigens:

Was soll die Geheimniskrämerei der SNB? Warum gibt sie nicht gleich bekannt, wie viel davon auf Devisenkäufe und wieviel auf Covid-19 Kredite entfallen? Das Schweizer Volk wird je letztlich die Suppe der SNB auslöffeln müssen.

Und erneut wird irreführend informiert: «Die SNB schreibe den Banken den Betrag auf deren Konto bei der SNB gut». Damit wird suggeriert, dass die SNB ihre Schuld gegenüber den Banken aus dem Kauf der Devisen bezahlt hat – womit die Schuld der SNB gegenüber den Banken abgetragen sei.

Das Gegenteil trifft zu: «Gutschreiben» bedeutet: Eine Schuld eingehen – nicht abbauen.

Also: 1 Milliarde Schulden hat die SNB allein letzte Woche wieder «gemacht», um den Euro zu stützen – und die ganz Schweiz sieht tatenlos zu.

Wenn ein Kampfflugzeug für die Armee beschafft werden soll, so wird jahrelang wegen 3 Milliarden gestritten – und am Schluss wird der Kauf abgelehnt – zu teuer.

Hier bei der SNB wird in einer Woche fast doppelt so viel ausgegeben, um den Franken zu schwächen – nicht zu stärken – nota bene. Den Franken schwächen heisst: Die Schweiz schwächen.

Unsere SNB ist von allen guten Geistern verlassen.

Marc Meyer, 25.5.2020

Die SNB steht auf verlorenem Posten

Wer nicht an die SNB "glaubt" ist ein "böser" Bube

Vergangene Woche reduzierte die UBS ihr Währungsziel für Euro / Franken von 1.08 auf 1.04. Das Wirtschaftsmagazin "Cash" schrieb darauf, die UBS würde der SNB "in den Rücken fallen".

So weit sind wir schon: Wer nicht an die Beschwörungsformeln der SNB "glaubt", der Franken sei überbewertet, der wird als "böser Bube" oder gar Verräter hingestellt - und das von den Medien nota bene. 

Aus dem Chart Euro / Franken der letzten Wochen geht klar hervor, dass die SNB die Marke von 1.05 vehement verteidigt. Die SNB dürfte seit Ausbruch der Corona-Krise schätzungsweise bis gegen 70 Milliarden für Euro- und Dollarkäufe ausgegeben haben.

Wie lange kann sie dies noch?

Die USA haben der Schweiz gedroht, diese als "Währungsmanipulator" zu brandmarken, falls sie mehr als 2 Prozent des BIP für die Schwächung des Frankens ausgibt. 

Seit Jahresbeginn dürfte die SNB schätzungsweise bereits 10 Prozent vom BIP dafür ausgegeben haben. Solange die SNB ihre Devisenanlagen vornehmlich in US-Aktien investiert und damit Donald's Lieblingskind unterstützt, dürfte US-Präsident Donald Trump noch "ein Auge zudrücken". 

Sollten die Aktien jedoch in einen Bärenmarkt übergehen, so könnten sich die SNB und die Schweiz plötzlich in einer unangenehmen Situation sehen. Die USA haben die Schweiz in den vergangenen Jahren auch schon in die Knie gezwungen (siehe Bankgeheimnis, Strafen usw.).

Vergangenes Jahr verbuchte die Schweiz einen Handelsbilanzüberschuss von gegen 40 Milliarden Franken. Das ist enorm. Unsere Exportindustrie benötigt also gar keine Subventionen der SNB in Form von Devisenkäufen.

Und es ist logisch: Diese Handelsbilanzüberschüsse führen zu einem stärkeren Franken, weil die Schweizer Güter in Franken bezahlt werden müssen.

Die SNB ist wie eine Katze, die sich in den eigenen Schwanz beissen will: Je mehr sie den Franken schwächt, desto mehr wird die Schweiz exportieren und desto mehr steigt der Franken.

Einfach nur unglaublich, was die SNB da tut.

Nach den Marken Euro / Franken bei 1.45, 1.20, 1.10 wird sie demnächst auch ihre inoffizielle Marke von 1.05 preisgeben müssen. Eins zu eins wird das nächste Ziel sein - trotz der Interventionen der SNB von bald 1 Billion Franken.

Die SNB hat sich dermassen verrant, dass eine Umkehr gar nicht mehr möglich ist. 

Wo geht die Reise hin?

Die SNB wird weiter Devisen kaufen. Aber irgendeinmal wird Ende der Fahnenstange sein: Euro und Dollar werden weiter nach unten tendieren und wenn dann noch die Zinsen zu steigen beginnen und / oder der Aktienmarkt erneut korrigiert - dann ist die SNB zahlungsunfähig.

SNB-CHef Jordan und der Bundesrat behaupten zwar, die SNB könne nicht zahlungsunfähig werden, weil sie aufgrund des Notenmonopols iher eigene Liquidität schaffen könne.

Das ist jedoch eine Irrlehre und verdeutlicht nur, dass weder die SNB noch der Bundesrat verstehen, wovon sie sprechen.

Sorry ist so - Notenbankgeld der SNB ist eben keine "Liquidität" der SNB.

Jahrelang habe ich dem SNB-Direktorium geraten, es solle doch bitte einen Buchhaltungskurs besuchen. Ich habe sogar gratis-Lektionen angeboten.

Leider vergeblich - jetzt ist es zu spät.

Die SNB will Buchhaltung "the hard way" erlernen. 

Bezahlen wrid das Schweizervolk.

Marc Meyer, 21. 5. 2020

Seit Beginn der Krise gab die SNB  siebenmal mehr Kapital aus für Devisenkäufe als für Covid-19 Kredite

SNB hat Orientierung verloren

Seit Beginn der Corona-Krise haben die Guthaben der Banken bei der  SNB gemäss Schätzungen der UBS um 80 Milliarden zugenommen. 

Die von der SNB-gewährten Covid-19 Kredite betragen gemäss Aussagen von SNB-Direktionsmitglied Maechler in der NZZ rund 10 Milliarden Franken.

Daraus lässt sich ableiten, dass die SNB seit Beginn der Krise rund siebenmal mehr Kapital aufgenommen hat um Euro und Dollar zu stärken, anstatt die Schweizer Wirtschaft.

Damit verstösst die SNB ganz klar gegen die Bundesverfassung, gemäss welcher sie eine Geldpolitik im Gesamtinteresse des Landes führen sollte.

Insgesamt über 800 Milliarden Auslandinvestitionen stehen nun also rund 10 Milliarden Investitionen in unser eigenes Land gegenüber in Form von Covid-19 Krediten.

Das ist etwas mehr als ein Prozent.

Dabei gilt es festzuhalten, dass die Covid-19 Kredite erst noch durch den Bund (Steuerzahler) garantiert werden. Demgegenüber  nimmt die SNB bei ihren Auslandinvestitionen ein gefährliches Wechselkurs-, Schuldner-, und Zinsrisiko auf sich.

Unsere SNB hat die Orientierung vollkommen verloren.

Marc Meyer, 20.5.2020

 

 

SNB verwechselt Angebot und Nachfrage

SNB hat sich wegen eines Denkfehlers in eine Sackgasse manövriert

In den vergangenen Jahrzehnten ist der Franken gegenüber den wichtigsten Währungen pro Jahr grob gerechnet ca. 2 Prozent gestiegen. Der Dollar fiel seit Aufgabe der festen Wechselkurse 1973 von rund 4.30 Franken auf knapp unter einen Franken. Der Euro von 1.60 bei Lancierung im Jahre 1999 auf 1.05.

In all diesen Jahrzehnten wies die Schweizer Handelsbilanz einen grossen Überschuss auf. Was bedeutet das?

Bei einer Preisveränderung muss man sich immer fragen, welches ist die Ursache dafür? Bei einer grossen Nachfrage nach Gütern steigt die Menge der Güter und deren Preise auch.

Bei einer Verteuerung des Angebots fällt die Gütermenge und die Preise steigen auch.

Ersteres führt zu einer Erstarkung de Wirtschaft, letzteres zu einer Schwächung.

Wenn viele Güter aus der Schweiz nachgefragt werden, so müssen diese in Franken bezahlt werden. D.h. es werden mehr Franken nachgefragt und der Franken steigt. Gleichzeitig steigen aber auch die Exporte und das Bruttoinlandprodukt (BIP; Wertschöpfung).

Wenn also der Franken steigt, so darf das nicht «verteufelt» werden – es ist eine normale Reaktion auf eine erhöhte Nachfrage.

Jeder ist froh, wenn das Wertpapier, das er in Händen hält an Wert gewinnt. Genauso sollten wir froh sein, wenn der Franken, den wir haben, aufgrund einer erhöhten Nachfrage steigt, weil dieser vermehrt nachgefragt wird.

Keinesfalls darf ein Kursanstieg des Frankens aufgrund einer erhöhten Nachfrage verwechselt werden mit einem Kursanstieg aufgrund eines verteuerten Angebots.

Ein Vergleich:

Steigen die Aktien eines Unternehmens wegen einer erhöhten Nachfrage aufgrund der guten Qualität der Titel, so ist das positiv zu werten. Steigen sie jedoch, weil Aktien zurückgekauft werden, um das Angebot zu verknappen, so ist das ein schlechtes Zeichen. Das Unternehmen expandiert nicht, sondern es schrumpft. Es werden Arbeitsplätze verloren gehen.

Genauso mit einer Währung: Schrumpft eine Volkswirtschaft aufgrund einer verschlechterten Produktivität, so ist mit dem Verlust von Arbeitsplätzen zu rechnen. Das Angebot der betreffenden Währung geht zurück; deren Kurs steigt und die Arbeitslosigkeit ebenso. Das ist bei uns in der Schweiz nicht der Fall.

Als im Anschluss an die sogenannte «Finanzkrise» der Franken überdurchschnittlich stieg, war dies auf eine erhöhte Nachfrage nach Schweizer Gütern (auch Investitionsgüter; Finanzgüter) zurückzuführen.

«Save haven» ist also nichts Schlechtes – im Gegenteil – es führt zu einem Nachfrageschub in der Schweiz.

Damals schrien die Exporteure (SWISSMEM usw.) «Zeter und Mordio» und forderten im sogenannten «Frankenrütli» die Einführung eines Mindestkurses durch die SNB. Seither kauft die SNB masslos Devisen, um den Franken zu schwächen, obwohl wir von Exportüberschuss zu Exportüberschuss eilen.

Die SNB kommt dadurch immer tiefer ins Dilemma: Der Franken muss steigen, weil die Güter in Franken gekauft werden und somit auch die Nachfrage nach Franken hoch hält. 

Gemäss Aussagen von SNB-Chef Jordan würde der Franken ohne Interventionen der SNB deutlich höher notieren. D.h. die Devisenanlagen in der Bilanz der SNB sind viel zu hoch bewertet es bestehen hier also immense «stille Verluste».

Die SNB kann ihre Devisen nie mehr verkaufen, sonst explodiert der Franken. Die SNB hat sich in eine Sackgasse manövriert, aus der sie nicht mehr herauskommt, weil sie nicht unterscheiden kann zwischen Angebot und Nachfrage.

Marc Meyer, 18.5.2020 

Unverantwortliche SNB kauft in der Krise masslos US-Aktien

Die SNB hat gemäss Bundesverfassung den Auftrag, eine Geldpolitik im Gesamtinteresse des Landes zu führen.

Was hat die SNB seit Ausbruch der Corona-Krise getan?

Sie hat ihre US-Aktienquote beibehalten. D.h. sie hat gleich viel Schulden gemacht, um Aktien in den USA zu kaufen, wie sie dort auf ihren Aktienbeständen verloren hat.

Das ist absurd.

Der US-Aktiemarkt ist überbewertet. Das haben jetzt alle deutlich gesehen. Infolge der Corona-Krise hat er kräftig korrigiert. 

Wer weiss, ob eine zweite Welle kommt?

Die SNB weiss es genauso wenig. Trotzdem hat sie in grossem Stil erneut Schulden gemacht, und das so aufgenommene Kapital in den USA investiert. 

Das kann nie und nimmer die Aufgabe an die SNB per Bundesverfassung sein.

Die SNB konnte noch nie erklären, wie sie z.B. mit dem Kauf von US-Hanfaktien die Schweizer Wirtschaft ankurbelt. 

Die SNB hat nun nicht nur das Problem, dass sie ein grosses Risiko besitzt, falls der Dollar weiter fällt, was seit 40 Jahren der Fall ist  - sie hat ein immer grösser werdendes Risiko, falls die US-Aktien noch weiter fallen.

Und zudem: Mit ihren Käufen von US-Aktien unterstützt sie die Schweizer Wirtschaft in keiner Weise. 

Marc Meyer, 18.5.2020

 

SNB lässt Schweiz im Stich

Replik auf Interview von SNB-Mächler in der NZZ: "Das würde die Geldpolitik konterkarieren"

Meine Replik

Was würde die SNB-Geldpolitik «konterkarieren» bzw. hintertreiben oder durchkreuzen?

Eine einmalige Sonderausschüttung der SNB, um die Kosten der Corona-Krise der Schweiz mittragen zu helfen - das würde die SNB-Geldpolitik hintertreiben – so Frau Mächler.

Ja. Da hat Frau Mächler, die Frau im Direktorium der SNB, Recht.

Warum?

Die SNB tut nichts, um der Schweizer Wirtschaft zu helfen. Die SNB investiert über 800 Milliarden Franken im Ausland und unterstützt damit die ausländischen Volkswirtschaften.

Da hat es keinen zusätzlichen Platz für eine Hilfe an die Schweiz. Das würde die Geldpolitik der SNB konterkarieren.

Die SNB hat bisher seit Ausbruch der Krise gemäss Mächler ca. 10 Milliarden Franken Covid-19 Kredite gewährt. Das sind Kredite, um den Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten einen Vorschuss zu geben, den sie später wieder zurückzahlen müssen.

Diese Kredite sind also keineswegs vergleichbar mit einer Gewinnausschüttung.

Zudem nimmt die SNB mit diesen Covid-19 Krediten keinerlei Risiko auf sich. Die Kredite sind garantiert durch den Bund – will heissen durch die Steuerzahler.

Auch haben die Covid-19 Kredite kein Wechselkursrisiko wie die an das Ausland gewährten Kredite in Form von Devisenanlagen.

Allfällige Kreditausfälle bei den Covid-19 Krediten würden zudem die Kaufkraft in der Schweiz erhalten. Bei Verlusten auf ihren Auslandkrediten ist die Kaufkraft aber ans Ausland verloren.

Es ist stossend:

Seit Ausbruch der Corona-Krise hat die SNB über ihre Devisenkäufe schätzungsweise fünfmal mehr Kapital ins Ausland abgeführt als in Covid-19 Kredite, obwohl die Vorteile von Covid-19 Krediten in der Schweiz augenfällig sind.

Gemäss Mächler hat die SNB seit Jahresbeginn ca. 8 Prozent des Bruttoinlandproduktes der Schweiz in Devisenanlagen investiert – das ist eine Gewährung von über 50 Milliarden Kapital and das Ausland – notabene ohne Garantie des Bundes.

SNB-Mächler gibt zu, die SNB habe ihre Aktienquote von 20 Prozent beibehalten. Aus diesem Grund habe sie massiv Aktien in den USA zugekauft, nachdem deren Kurse eingebrochen waren.

Mächler stellt diese Aktienquote dar, als sei sie in Stein gemeisselt.

Wer hat der SNB den Auftrag erteilt, sie müsse eine konstante Aktienquote von 20 Prozent haben? Das ist eine Aufgabe, welche sich die SNB selbst ausgedacht hat. Mit der Bundesverfassung ist der Kauf von US-Aktien nie und nimmer kompatibel.

Die SNB kauft beispielweise Aktien des US-Online-Bücherhändlers Amazon und begründet das wie folgt:

Wenn ein Schweizer Bücherladen seine Bücher schlechter verkaufen könne, weil Amazon günstiger anbiete, so müsse die SNB den Dollar stützen, damit die Bücher von Amazon wieder teurer werden. So hat das jüngst ein Dozent vom SNB-Studienzentrum Gerzensee klar gemacht.

Das erinnert an die Schildbürger von Utopia. Die hätten eine solche Geldpolitik betrieben.

Mit anderen Worten:

Wenn wir in einen Bärmarkt kommen, so wird die SNB einfach endlos Aktien zukaufen, damit sie ihre Quote von 20 Prozent beibehält? Und das im überbewerteten US-Aktienmarkt? Ist das Geldpolitik? Kaum.

Die SNB hat sich an der hiesigen Wirtschaft zu orientieren – nicht am US-Aktienmarkt.

Unflexibel ist die SNB auch, wenn es um eine einmalige Sonderausschüttung geht, um die Kosten der Schweiz für die Corona-Krise mittragen zu helfen. Die Ausschüttungsreserve sei genügend betont Mächler.

Das Abkommen mit dem Bund bezüglich der 4 Milliarden datiert von März 2020 – also gerade vor Ausbruch der Corona-Krise. Seither ist einiges passiert und die Kosten der Corona-Krise sind explodiert.

Trotzdem:

Die SNB stellt sich taub. Das geht sie alles nichts an.

Wie bitte?

Die SNB gehört dem Volk.

Die SNB geht monströse Devisengeschäfte ein – kauft und kauft und kauft. Sie garantiert, dass der Euro nicht fällt. Das ist eine Gratisoption, welche sie verschenkt auf Kosten der Steuerzahler.

Vor dreissig Jahren schüttete die SNB pro Jahr ca. 5 Millionen an Bund und Kantone aus. Damals trat ich vor die Generalversammlung der SNB und forderte massiv höhere Ausschüttungen.

Es entstand politischer Druck und die SNB musste in der Folge 2 Milliarden ausschütten. Die SNB reagiert nur auf Druck von aussen.

Ich fordere, dass die SNB sich an den Kosten der Corona-Krise beteiligt - diese mitragen hilft. Die SNB tat bisher nichts für die Corona-Krise. Ihre Covid-19 Kredite werden durch die Steuerzahler garantiert und ihre Auslandinvestitionen helfen dem Ausland – nicht der Schweiz.

Auch jene Kosten tragen die Schweizer Steuerzahler letztlich. Seit Ausbruch der Krise hat sie allein dort fast 40 Milliarden verspielt – auf Kosten von uns allen.

Die NZZ ist quasi die externe «Public Relations Abteilung» der SNB. Sie ist zahnlos und kolportiert jede Absurdität der SNB.

Es ist höchste Zeit, die SNB besser zu überwachen.

Marc Meyer, SNB-Beobachter, 16.5.2020

Soll / darf die SNB schweizerische oder ausländische Staatsanleihen kaufen?

Die SNB sollte vermehrt in Schweizer Staatsobligationen investieren

Es gibt in der Bundesverfassung (BV) und im Nationalbankgesetz keinen Passus, der besagt, die SNB dürfe nicht in Schweizer Anleihen investieren. Gemäss BV muss die SNB im Gesamtinteresse des Landes ihre Geldpolitik betreiben.

Die SNB investiert 1.5 Prozent ihres Portefeuilles in Schweizer Staatsobligationen (Stand 2018 gemäss aktueller Home Page der SNB). Diese hat sie über Offenmarktpolitik erworben. D.h. die SNB muss am «offenen Markt» Staatsobligationen kaufen und nicht aus Emission.

Das hat den Vorteil, dass die SNB zu korrekten Kursen kaufen muss und nicht aus Emission den Staat finanzieren darf.

Andererseits besitzt die SNB Devisenanlagen im Betrag von rund 800 Milliarden Franken. Davon sind rund 100 Milliarden in Aktien angelegt. Der Rest in Obligationen, wovon der Mammut-Anteil wiederum Staatsobligationen ausländischer Staaten betrifft.

Macht das Sinn?

Macht es Sinn, dass die SNB Staatsanleihen ausländischer Staaten in riesigen Mengen kauft – aber keine Anleihen des eigenen Staates?

Nein. Sie machen m.E. keinen Sinn.

Warum soll die SNB die Staatsdefizite ausländischer Staaten finanzieren und darauf noch Minuszinsen bezahlen, wenn sie den Bund und die Kantone rentabler finanzieren kann und die Kaufkraft erst noch der Schweiz zugute kommt?

Ihre masslosen Investitionen in ausländische  Staatsobligationen verstossen gegen ihren Auftrag gemäss Bundesverfassung.

Marc Meyer, 15.5.2020

Replik auf Interview in "Focus online / money online" mit Ökonom Thomas Mayer, vormals Chefökonom Deutsche Bank

Euro: Nach der Krise wird der Wert unseres Geldes erodieren

(Besten Dank an Kommentator Felix Bosshardt, der mich auf dieses Interview aufmerksam machte)

 

Gerne möchte ich auf fünf Punkte des Interviews mit Herrn Mayer eingehen

 

Punkt eins:

Mayer vergleicht die heutige Situation mit dem Lockdown wie jene, als nach dem ersten Weltkrieg französische und belgische Truppen in das Ruhrgebiet einmarschierten, um ihren Forderungen nach Reparationszahlungen aus dem 1. Weltkrieg Nachdruck zu verleihen.

Damals habe Deutschland passiven Widerstand geleistet. Die Arbeiter im Ruhrgebiet legten ihre Arbeit nieder, was als «Ruhrkampf» in die Geschichte einging. Die Regierung habe die Arbeiter mit frisch gedrucktem Geld bezahlt. Das habe zur Hyperinflation geführt.

Hier bin ich mit Mayer nicht ganz einverstanden: 

Die damalige Hyperinflation mit der jetzigen Situation zu vergleichen scheint mir etwas oberflächlich: Der Ruhrkampf kostete rund 4 Milliarden Reichsmark. Die Reparationszahlungen Deutschlands betrugen über 130 Milliarden Reichsmark. Zudem begann die Inflation bereits in den Jahren 1914, also zu Beginn des Krieges.

Ich denke, dass es vor allem der Krieg und dann die Reparationszahlungen waren, welche die Hyperinflation 1923 in Deutschland verursachten – nicht der Lohnausfall der Arbeiter im Ruhrgebiet für einige Monate.

 

Punkt zwei:

Mayer räumt zwar selber ein, dass die Situation nicht ganz so dramatisch sei wie damals. Aber er sagt: «Wenn man die Produktion unterbricht und die Nachfrage durch Geldschöpfung weiter finanziert, ist hinterher eine Konsumentenpreisinflation wahrscheinlich.»

Auch diesbezüglich bin ich mit Mayer nicht ganz einverstanden, zumindest was die Schweiz betrifft. Die Covid-19 Kredite sind ja keine «Geldschöpfung aus dem Nichts», sondern es handelt sich um Kredite, die über die nächsten fünf Jahre zurückbezahlt werden müssen. Das wird den Konsum drosseln und damit eben nicht zu Inflation führen.

 

Punkt drei:

Was Mayer gar nicht in die Diskussion bringt ist die Tatsache, dass im heutigen Bankensystem die Notenbankgeldmenge nicht mehr fast ausschliesslich aus Banknoten besteht, sondern vielmehr aus Guthaben der Banken bei der Zentralbank.

Inflation, ausgelöst durch eine Geldmengenausweitung der Zentralbank wird somit in erster Linie nicht durch einen Preiszerfall bei den Konsumgütern sichtbar, sondern durch Wertminderung der Guthaben der Banken bei der Zentralbank.

Die Banken werden ihre Guthaben bei der Zentralbank demzufolge wertberichtigen müssen. Das kann zum Konkurs von Geschäftsbanken führen.

Zudem ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die Zentralbanken ihren eigenen Konkurs abzuwenden versuchen, indem sie Minuszinsen verlangen.

 

Punkt vier

Einig gehe ich mit Mayer, dass der Euro ein Konstruktionsfehler ist. Er vergleicht die EU-Staaten mit Kollegen, welche in ein Restaurant gehen. Am Ende wird der ganze Rechnungsbetrag durch die Anzahl Kollegen geteilt. In diesem Fall werden alle so viel ausgeben wie möglich, weil ja alle mitzahlen. Betrogen ist derjenige, welcher sparsam ist.

Vor zwanzig Jahren, vor Einführung des Euro schrieb ich in einem Artikel in der Finanz und Wirtschaft:

Die EU-Staaten verhalten sich wie eine Nachbarschaft, die miteinander in Frieden lebt. Dann kommen sie auf die Idee, weil sie es so gut haben zusammen, wollen sie eine gemeinsam Kasse, wo jeder hineintun und nehmen kann, was er will – der Streit ist programmiert.

 

Punkt fünf:

Mayer propagiert ein Vollgeldsystem:

«Man könnte nun eine große Menge Staatsanleihen auf der Bilanz der EZB akkumulieren und sie dann als Deckungsstock für das Giralgeld nehmen.» Ich frage mich, ob Mayer begreift, was er da vorschlägt.

Heute wird Geld gegen einen Realwert aus der Wirtschaft, v.a. der Privatwirtschaft, geschöpft. Eine Bank gewährt beispielsweise einen Kredit gegen die Sicherheit eines Hauses oder Betriebskredites.

Wird alles Geld nur noch gegen eine Staatsanleihe emittiert, so bedeutet das, dass der Staat alles besitzt und dass Geld nur durch Realwerte, die dem Staat gehören, emittiert wird.

Das wäre vollkommener Kommunismus. Es würde sämtliche Anreize vernichten.

Marc Meyer, Ihre SNB-Beobachter, 14.5.2020

Will die SNB ihr eigenes Portefeuille hochtreiben?

Die SNB kauft wie betäubt Marihuana-Aktien in den USA. Ihr Auftrag gemäss Bundesverfassung?

Gemäss Bundesverfassung hat die SNB den Auftrag, eine Geldpolitik im Gesamtinteresse des Landes zu führen.

Tatsächlich fängt sie nun seit Ausbruch der Corona-Krise damit an, in die Schweizer Wirtschaft zu investieren. Es dürften gemäss Presseberichten bisher rund 15 Milliarden sein.

Im Gegesatz dazu investiert die SNB im Ausland über 800 Milliarden und unterstützt damit ausländische Volkswirtschaften.

"Barrons" schreibt: "...The bank (SNB, ANm.d.V.) also dramatically raised its investment in marijuana producer Aurora Cannabis (ACB)...."

Wenn ich so etwas lese, so denke ich, ich sei im falschen Film.

Selbst seit dem Ausbruch der Krise vor ca. 2 Monaten hat die SNB offenbar mehr Schweizer Volksvermögen im Ausland investiert als in der Schweiz selber -  obwohl sie im Ausland die Schweizer Wirtschaft nicht ankurbelt, keine Garantie durch den Schweizer Steuerzahler hat, dafür aber ein hohes Devisen- und Schuldnerrisiko.

Die SNB dürfte gemäss Presseberichten seit Ausbruch der Krise ca. 4 mal mehr im Ausland investiert haben als in der Schweiz selber. Die kommenden Monatszahlen dürften näheren Aufschluss darüber geben.

Was kauft die SNB? 

Sie kauft vor allem US-Aktien in grossem Stil.

Kann sie mit dem Kauf von US-Aktien die Schweizer Wirtschaft ankurbeln? Nein.

Kurbelt sie mit dem Kauf von US-Hanfaktien die Schweizer Wirtschaft an? Nein.

Hilft sie mit dem Kauf von Amazon-Aktien einem Schweizer Bücherladen? Nein.

Unsere SNB scheint von allen guten Geistern verlassen.

Warum denn kauft die SNB  US-Aktien?

Auf den Finanzmärkten weltweit wird behauptet, die SNB kaufe US-Aktien mit "Geld aus dem Nichts". Das fördert die Aktienkurse. Die SNB hat einen Einfluss auf den Markt.

Dasselbe tut sie ja mit bald einer Billion Devisenkäufen. SNB-Chef Jordan gibt dabei offen zu, Dollar und Euro würden ganz woanders notieren ohne Interventionen der SNB.

Das heisst: Mit ihren Käufen von Devisen und Aktien stützt die SNB diese Märkte und damit ihr eigenes Poortefeuille.

Die Bewertung eines Portefeuilles muss den Tatsachen entsprechen ("true and faire"). Das trifft bei der SNB schon lange nicht mehr zu. 

Die Devisenanlagen der SNB dürften gut und gerne 20 Prozent überbewertet sein. 

Mit anderen Worten: Die SNB ist bereits jetzt - korrekt bewertet  -  Konkurs.

Zudem haben die Investitionen der SNB einen üblen Beigeschmack:

Sie erinnern an die Gebrüder Hunt. Diese kauften Silber und "cornerten" den Silbermarkt. D.h. sie trieben den Wert ihres eigenen Silberportefeuilles in die Höhe - und scheiterten kläglich.

Genau das droht der SNB, wenn sie versucht, den Wert ihres eigenen Portefeuilles zu stemmen.

Die SNB gefährdet mit ihrer Masslosigkeit und Unbesonnenheit die ganze Schweizer Wirtschaft. 

Marc Meyer, 14.5.2020

 

 

 

Guter Vorschlag: Mit SNB-Gewinnen Covid-19 Schulden abbauen

Das Problem ist nur: Die SNB macht selber Verluste

Der Vorschlag von Bundesrat Ueli Mauerer ist gut: Mit den SNB-Gewinnen die Covid-19 Schulden abbauen.

Dieser Vorschlag ist gut, weil dadurch endlich einmal die exobitanten Auslandinvestitionen der SNB nicht weiter ausgebaut wärden - das SNB-Vermögen flösse teilweise, um nicht zu sagen tröpfchenweise, der Schweiz zu.

Zudem hat der Vorschlag einen weiteren grossen Haken:

DIe SNB hat im 1. Halbjahr selber fast 40 Milliarden Verlust geschrieben und es besteht eine grosse Wahrscheinlichkeit, dass diese sich noch vergrössern. 

Marc Meyer, 14.5.2020

Was ist von den Covid-19 Krediten zu halten?

Die Covid-19 Kredite beweisen: Die SNB kann sehr wohl in der Schweiz investieren.

Erstens:

Eine Volkswirtschaft ist wie ein fragiles Ökosystem. Sie entwickelt sich ständig wie ein Ökosystem und passt sich kontinuierlich den neuen Gegebenheiten an. Störungen können sich schnell über das ganze System ausbreiten und diesem Schaden.

Genau eine solche Störung ist nun mit dieser «Corona-Krise» eingetreten: Betriebe wurden «von aussen» gezwungen (durch einen externen Effekt in der Fachsprache), ihre Arbeit einzustellen. Wertschöpfung wurde dadurch verunmöglicht.

So ein externer Schock kann unter Umständen gravierende Folgen haben. Man muss sich vorstellen: Das ist wie wenn jemand keine Luft mehr erhält. Das kann tödlich sein, wenn die Situation zu lange andauert. Von daher gesehen sind schnelle Covid-19 Kredite zu begrüssen.

 

Zweitens:

Die Gefahr bei solchen Krediten ist jedoch, dass sie in betrügerischer Weise missbraucht werden.

Leider.

Die Kreditprüfung hat in solchen Fällen somit höchste Priorität. Man dürfte deshalb Kredite für höchstens einen Monat gewähren, um die Löhne und laufenden Rechnungen bezahlen zu können. Nach einem Monat kann der Kredit um einen weiteren Monat verlängert werden usw.

Kredite dürften nur von der eigenen Hausbank gewährt werden. Missbräuche müssen vehement verhindert werden und Sanktionen nach sich ziehen.

Hier zeigt sich, dass der Bund auch in dieser Hinsicht überfordert war. Es ging alles zu schnell. Der Bund war – wie auch beispielsweise bei den Schutzmasken – nicht vorbereitet.

Angesichts der hohen Militärausgaben muss man sich schon fragen, wie es möglich war, dermassen auf dem falschen Fuss erwischt zu werden.

Der wirtschaftliche Schaden sollte bis jetzt jedoch noch nicht allzu gross sein: Der Lockdown dauerte rund 7 Wochen. Früher hatte man im Militär einen WK von fast vier Wochen als Offizier. Da fiel die Arbeit auch aus.

Man könnte den Lockdown als doppeltes Manöver bezeichnen, um die Gefahr eines biologisch geführten Krieges zu überprüfen. Die ganze Welt hat an diesem Manöver teilgenommen.

Die Lehren sind zu ziehen.

Aber umbringen sollte uns dieser Lockdown nicht – es sei denn die Betrügereien seien masslos.

 

Drittens:

Und nun zur Rolle der SNB: Die neuen Covid-19 Kredite der SNB sind die ersten Kredite, welche die SNB an die Schweizer Wirtschaft gewährt. Sie gewährt sie neuerdings sogar an Start-ups.

Allerdings werden sie garantiert durch den Bund.

Man muss sich fragen:

Weshalb brauchte es den Corona-Virus, bis die SNB dazu gebracht werden konnte, der Schweiz Kredite zu vergeben? Bis jetzt hat die SNB für rund 15 Milliarden Franken Covid-19 Kredite auf ihr Buch genommen.

Im Gegensatz dazu gewährt sie dem Ausland über ihre Devisenanlagen aber rund 800 Milliarden Kredite. Also selbst jetzt – nach den Covid-19 Krediten - gewährt die SNB dem Ausland 50x mehr Kredit als dem Inland. Das ist volkswirtschaftlich unsinnig und widerspricht der Bundesverfassung.

Seit dem Lockdown hat die SNB mehr Kredite ans Ausland vergeben über ihre Devisenkäufe als an die Schweiz. 

Das kann es einfach nicht sein.

 

Zudem:

a) Bei ihren Auslandkrediten garantiert niemand. Bei ihren Covid-19-Krediten garantiert der Bund bzw. der Steuerzahler.

b) Ihre Auslandkredite besitzen zudem ein Wechselkursrisiko. Bei ihren Covid-19 Krediten besteht dieses Risiko nicht.

c) Mit ihren Ausland-Krediten kurbelt die SNB die ausländischen Betriebe und Volkswirtschaften an. Mit ihren Covid-19 Krediten die Schweiz und die Schweizer Betriebe.

d) Bei Verlusten auf ihren Auslandanlagen ist die Kaufkraft ans Ausland verloren. Bei allfälligen Verlusten mit ihren Covid-19 Krediten bleibt die Kaufkraft in der Schweiz.

Die Covid-19 Kredite der SNB beweisen, dass die SNB sehr wohl in der Schweiz investieren kann und muss, wenn sie die Schweizer Wirtschaft ankurbeln will. Das hätte sie schon in der Finanzkrise vor 10 Jahren tun können, anstatt 800 Milliarden Devisen aufzutürmen.

Die Covid-19 Kredite beweisen, dass die masslosen Devisenanalgen der SNB volkswirtschaftlich unnütz sind.

Marc Meyer, Ihr SNB-Beobachter, 13.5.2020

Das "Krypto-Valley-Zug" macht sich lächerlich

Wer Bitcoins kauft hat nichts von Geld verstanden

Bitcoins müssen scheitern. Warum?

Ganz einfach: Bitcoins haben keinen inneren Wert.

 

Wird ein Bitcoin geschürft so verbucht der Emittent 

Links beim Vermögen: Bitcoin

Rechts beim Kapital. Eigenkapital

also:

 

Bitcoins / Eigenkapital

 

Vergleich:

Das wäre so, wie wenn jemand im Napf-Gebiet wandern geht und dort ein Goldstücklein findet. Das gehört jetzt ihm.

Er verbucht links auf der Aktivseite seiner Bilanz das Gold als Vermögen und rechts schreibt er Eigenkapital. D.h. das Goldstück gehört ihm.

 

Gold / Eigenkapital

 

Wenn dann der Bitcoin verkauft wird, so verbucht der Schürfer links Schweizerfranken in seiner Kasse und rechts bleibt Eigenkapital. 

 

Kasse / Eigenkapital

 

Der Verkaufserlös aus dem Bitcoin gehört ihm - dem Emittenten. 

Findet jemand anders Gefallen an diesem Bitcoin und meint, dieser habe einen Wert, so kauft er den Bitcoin. Steigt dieser tatsächlich im Wert, so steigt damit auch das Eigenkapital des neuen Besitzers.

Das geht solange, bis Bitcoins aus der Mode kommen, weil es andere Kryptowährungen gibt.  Fällt der Wert von Bitcoins, so fällt auch das Eigenkapital des jeweiligen Besitzers.

Es gibt nichts, das den Wertzerfall aufhalten könnte: Bitcoin hat keinen inneren Wert, wie z.B: Gold als Industrierohstoff oder Schmuck. Es wir tausendfach andere neuere noch bessere Kryptowärhungen (Formeln) geben.

Die Fromel für Bitcoins ist wie eine Formel in Sand geschrieben. 

Ganz anders ist das bei einer Geldemission durch Banken oder die Zentralbank. 

Bankengeld wird emittiert gegen einen realen Gegenwert. Bei Geschäftsbanken beispielsweise für den Gegenwert eines Hauses  und bei Zentralbankgeld für den Gegenwert von Euros, Dollars etc.

Echtes Geld ist also immer Fremdkapital der Geldemittentin. Dieses gibt ein Anrecht auf Auszahlung in einen anderen Vermögenswert.

Die Buchung bei einer echten Geldemission lautet deshalb:

Bei einer Geschäftsbank:

z.B. gewährte Hypothek / Guthaben des Kunden (= Fremdkapital der Bank)

Bei der SNB:

Devisen (Euros, Dollars) / Guthaben der Banken bei der SNB (Fremdkapital der SNB)

Bei Bitcoins wird der Wert durch Eigenkapital immer abgeschöpft beim Verkauf. Der Wert ist damit weggenommen. Bitcoins sind daher "nackt". Sie haben keinen "inneren Wert".

Bei echtem Geld besteht hingegen immer ein innerer Wert aufgrund der Haftung der Geldemittentin für das noch ausstehende Fremdkapital. Die Gedemittentin muss immer einen Zahlungsauftrag des Besitzers ausführen können. Das kann sie nur bei entsprechendem realen Vermögen.

Deshalb ist es so wichtig, dass die SNB in sichere Vermögenswerte investiert und nicht in ständig fallende und überbewertete Euros und Dollars.

Die Stadt Zug und der Bundesrat machen sich lächerlich, wenn sie Bitcoins in Zug fördern wollen und Zug zum sogenannten "Krypto-Valley" machen möchten.

Das schadet nur dem Ansehen von Zug.

Marc Meyer, Ihr SNB-Beobachter, 12.5.2020

 

Wird Geld mit einem "Klick" geschaffen?

Das alte Märchen von der "Geldschöpfung aus dem Nichts - mit einem Klick"

Immer wieder wird behauptet, Geld könne «aus dem Nichts» «mit einem Klick» geschaffen werden. So wird das auch heute wieder auf Inside Paradeplatz behauptet.

Heute, im Zeitalter des Computers wird alles mit einem «Klick» geschaffen.

Auch eine Geburtsurkunde wird mit einem «Klick» geschaffen. Nur: Was steht hinter dem Klick – das ist entscheidend. Bei einer Geburtsurkunde ein Mensch – bei Geld ein realer Gegenwert.

Geld entsteht durch einen gegenseitigen Kredit von einer Geschäftsbank mit einem Kunden, z.B. bei der Gewährung einer Hypothek. Aber Bedingung für die Hypothek ist der Wert eines Hauses, wofür die Bank dem Kunden einen Kredit gewährt.

Dann kann sie dem Kunden ein Guthaben auf dessen Konto gutschreiben, das dem gewährten Kredit entspricht. Das Guthaben des Kunden bei der Bank ist dann umgekehrt auch ein Kredit des Kunden an die Bank.

Dieser Kredit des Kunden ist dann das entstandene Geld - genauso wie der Kredit der Banken an die Zentralbank das entstandene Geld (in diesem Fall Notenbankgeld) darstellt.

Ich habe das detailliert beschrieben mit Buchungssätzen in meinem Beitrag auf Inside Paradeplatz «Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung» im September 2013 (insbesondere in den Nachträgen). Die Bank of England hat dann 4 Monate später meine Theorie übernommen – leider ohne Literaturhinweis.

Meine damaligen Buchungssätze zeigten auf, dass Geld nicht ein Kredit der Bank an den Kunden darstellt, sondern dass im Gegenteil der Kredit des Kunden an die Bank das Geld darstellt.

In Bezug auf die Zentralbank zeigte ich, dass die SNB nicht den Banken und damit indirekt der Wirtschaft einen Kredit gewährt, sondern dass umgekehrt die Banken der SNB einen Kredit gewähren. Dagegen muss die SNB einen realen Wert von den Banken erhalten.Im Falle der SNB sind das Euros oder Dollars.

Konklusion:

Geld entsteht tatsächlich aus einem «Klick». Aber jeder Buchungssatz ist letztlich ein «Klick».

Geld kann aber nur entstehen gegen einen realen Gegenwert, der für den Wert des Geldes garantiert.¨

Geld entsteht aber nicht durch einen «Klick aus dem Nichts» - nur gegen einen realen Wert, der von der Wirtschaft erarbeitet werden muss.

Marc Meyer, Ihr SNB-Beobachter, 12.5.2020

Erst der Virus öffnet der SNB die Augen

Replik auf Meldung von Reuters bezüglich SNB

(Besten Dank an den Kommentator «Questionaire», der mich auf diesen Artikel aufmerksam machte)

 

Schade – aber es brauchte zuerst den Virus, bis sich die SNB dazu bequemte, auch der Schweizer Wirtschaft Kredite zu vergeben.

Die SNB investiert rund 800 Milliarden Franken im Ausland. Jetzt sind es, gemäss einer Meldung von Reuters, bereits 14.7 Milliarden, welche die SNB auch an 123'000 vom Corona-Virus gebeutelte Unternehmen in der Schweiz gewährt.

15 Milliarden – das sind knapp 2 Milliarden von 800 Milliarden. Also - die SNB investiert nun rund 2 Prozent ihres Vermögens in der Schweiz, um der Schweizer Wirtschaft zu helfen.

Das fünfzig-Fache davon, gewährt sie an das Ausland und unterstützt damit das Ausland. Ist das der Auftrag an die SNB gemäss Bundesverfassung? Fünfzig mal mehr Investitionen im Ausland anstatt in der Schweiz – das entspricht sicher nicht dem Auftrag an die SNB gemäss Bundesverfassung.

Die SNB verstösst gegen die Bundesverfassung.

Das sieht man jetzt, wo es allen klar wird, dass die SNB sehr wohl im Inland investieren und hierzulande die Wirtschaft ankurbeln kann – wenn nur genug politischer Druck da ist.

Warum hat die SNB im Gefolgedder "Finanzkrise" nicht die Schweizer Wirtschaft, Exporteure und Toruismus, mit günstigen Krediten versorgt, wie jetzt mit den Covid-18 Krediten , sondern hunderte von Milliarden Kapital ins Ausland abegführt?

Warum hat die SNB der Schweiz die Schlinge mit masslosen Devisenkäufen umgelegt?

Wenn die SNB der Schweizer Wirtschaft Kapital zuführen will, um diese zu unterstützen, so muss sie hierzulande investieren – nicht im Ausland. 

In meinem Artikel auf Inside Paradeplatz «Die SNB erhält Lektion der neuen Stoosbahn» habe ich deutlich gezeigt, dass es Investitionen in die Schweiz sind, welche die Schweizer Wirtschaft ankurbeln – nicht Investitionen im Ausland.

Festzuhalten gilt es dennoch:

Der Bund – und damit die Steuerzahler – garantieren für die von der SNB gewährten Kredite. Die SNB selber geht also in der Schweiz gar kein Risiko ein.

Im Gegensatz dazu geht die SNB bei ihren Auslandinvestitionen jedoch sehr hohe doppelte Risiken ein. Das Währungsrisiko plus das Schuldnerrisiko.

Kommt hinzu, dass bei einem notleidenden Kredit in der Schweiz wenigstens ein Schweizer Unternehmen profitieren würden. Die Kaufkraft bliebe in der Schweiz.

Bei Verlusten auf ihren Devisen und Auslandinvestitionen hingegen profitieren ausländische Unternehmen und Staaten. Die Kaufkraft ist endgültig ans Ausland verloren.

All das übersieht die SNB und es verdeutlicht, wie sinnlos und volkswirtschaftlich unnütz die masslosen Devisenkäufe der SNB sind.

Gemäss Presseberichten hat die SNB in den vergangenen Wochen bis zu 13 Milliarden Franken pro Woche für Devisen ausgegeben. Daraus folgt, dass die SNB auch in den letzten Wochen insgesamt mehr Geld im Ausland angelegt hat, als in der Schweiz für Schweizer Covid-19 Kredite.

All das zeigt, dass die SNB 50 mal mehr tut für das Ausland als für die Schweiz und dass sich diese Schere noch weiter öffnet.

Ich unterstelle der SNB nicht Bösartigkeit – aber ich unterstelle der SNB Unprofessionalität – und ich unterstelle ihr Unbelehrbarkeit und ich unterstelle ihr auch, dass sie Devisen nur noch kauft, um einen gigantischen Verlust auf ihrem Devisenportefeuille hinauszuzögern – zum Schaden der Schweiz.

Aus dem Reuters-Artikel geht auch hervor, dass die SNB neuerdings Kredite auf ihr Buch nimmt, welche von Bund und Kantonen garantiert sind.

Neuerdings gewährt sie sogar Kredite an Start-ups. Schon seit Jahren habe ich das gefordert.

Warum brauchte es zuerst den Corona-Virus, bis die SNB zur Einsicht kam?

Marc Meyer, Ihr SNB-Beobachter, 11.5.2020

Replik auf Cash-Artikel:

"Wird die SNB doch noch überrannt?"- "Cash" propagiert kommunistisches Gedankengut

Muss die UBS ihren Kunden oder der SNB zudienen?

Die Wirtschaftszeitung "Cash" ärgert sich heute über die UBS. Diese falle der SNB in den Rücken.

Warum?

UBS habe ihr Euro-Ziel zum Franken bis September von 1.08 auf 1.04 gesenkt.

Dieses liege tiefer als der heutige Euro-Kurs von 1.05, welchen die SNB seit Wochen mit hohen zweistelligen Miliardenbeträgen verteidigt.

Meine Replik:

Frage:

Muss die UBS ihren Kunden zudienen oder muss die UBS der SNB zudienen?

Darf die UBS ihren Kunden ein falsches Devisen-Ziel angeben, nur um der SNB bei deren Fehlspekulation zu helfen? Müssen die Kunden der UBS der SNB helfen - und so Teile der SNB-Verluste mittragen?

Ich denke nein.

Die UBS ist ihren Kunden verpflichtet und nicht der SNB. 

Zudem: Mit einem Kursziel von 1.04 ist die SNB bestens bedient. 

Viel grösser ist die Gefahr, dass die SNB tatsächlich überrant wird. Dann wäre das nächste Ziel nicht 1.04, sondern eher die Schallmauer von eins zu eins; es sei denn, die SNB verschwende weitere dutzende Milliarden auf dem Weg dorthin.

 

Marc Meyer, ihr origninaler SNB-Beobachter, 11.5.2020

 

P.S. Das Wirtschaftsmagazin "Cash" sollte sich einmal in Klausur begeben und sich überlegen: Propagiert es Kommunismus oder Marktwirtschaft?

SNB-Panikmache und Ablenkung vom wahren Problem

SNB-Panikmache und Ablenkungsmanöver

Zuerst besten Dank an Kommentator «Questionaire» für den Hinweis auf diesen Artikel

Replik auf Artikel in 20Minuten über Aussagen von SNB-Chef Thomas Jordan in Interviews mit der SonntagsZeitung und mit «Tribune de Geneve»

 

SNB-Chef Jordan: «An den Folgen dieser Krise haben wir noch Jahre zu kauen»

 

Punkt eins:

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich weltweit nicht verschlechtert: Es ist kein Krieg ausgebrochen, der unsere Wirtschaft unmittelbar bedroht. Die Energiepreise sind sogar gesunken. Die Infrastruktur ist intakt. Es hat ein grosser Lerneffekt stattgefunden in Bezug auf Computerisierung und Online-Handel.

Schon jetzt von einer Krise zu sprechen wie in den 30-er-Jahren und im zweiten Weltkrieg ist Panikmache. Diese Panikmache erinnert an jene Stimmen, die vor Wochen von Millionen Toten in Europa aufgrund des Corona-Virus sprachen.

 

Punkt zwei:

Die Schweiz war unvorbereitet und die Panikmache verschlimmerte die Situation. Viele Bereiche der Wirtschaft wurden unnötig lahmgelegt. Die Eigenverantwortung der Menschen wurde ausgehebelt.

 

Punkt drei:

Gerade die SNB war unvorbereitet. Sie hat in den letzten 10 Jahren rund 700 Milliarden Devisen gekauft. Damit hat sie die ausländischen Volkswirtschaften und ausländischen Unternehmen unterstützt auf Kosten der Schweiz.

Die SNB  behauptet:

Wenn ein Bücherladen in der Schweiz nicht mehr konkurrenzfähig sei im Vergleich zu Amazon, so müsse sie den Dollar stärken, damit die Bücher von Amazon wieder teurer werden und der Schweizer Bücherladen konkurrenzfähig werde.

Nein.

Der Schweizer Bücherladen muss effizienter werden wie Amazon. Er sollte gescheiter von Amazon lernen als sich von der SNB durchseuchen lassen.

Aber sicher muss die SNB nicht Aktien von Konkurrent Amazon kaufen, um die Konkurrenzfähigkeit des Schweizer Bücherladens zu stärken. Das ist Inkompetenz bei der SNB auf höchster Stufe.

Die SNB hat nun bald fast mit einer Billion Schweizer Staatsschulden das Ausland und die Auslandunternehmen gestärkt. Dabei ist sie zudem ein exorbitantes Wechselkursrisiko eingegangen.

Und hier liegt die grosse Gefahr für die Schweiz. Das verschweigt Jordan.

 

Punkt vier:

Jordan behauptet und brüstet sich:

Zitat:

«Ohne die Geldpolitik der Nationalbank würden wir in der gegenwärtigen Situation einen ganz anderen Franken-Kurs sehen»

Zitat Ende

Also was heisst das?

Wäre der Franken 10 Prozent höher oder gar 20 Prozent? Nehmen wir den Schnitt: 15 Prozent:

Daraus folgt, dass die Devisenanlagen der SNB um 15 Prozent zu hoch bewertet sind. 15 Prozent von 800 Milliarden sind 120 Milliarden. 40 Milliarden hat sie im 1. Quartal verloren. Kommen 120 Milliarden überbewertete Devisen hinzu:

Konklusion:

Die SNB ist schon jetzt de facto konkurs.

Ihr Eigenkapital ist weg. Die SNB ist damit nicht mehr handlungsfähig. Sie muss jetzt ihre Bilanz deponieren, um die Schweizer Wirtschaft vor weiteren Verlusten zu schützen.

Aber was tut die SNB? Sie kauft noch mehr Devisen – noch mehr – noch mehr…

Eine Ende ist nicht abzusehen.

Doch.

Das Ende wird kommen.

Die SNB funktioniert nur noch auf Basis einer Blase - einer Überbewertung: Ihr Vermögen ist überbewertet. Jede Blase basiert auf der Illusion einer Überbewertung. Jede Blase platzt.

Und wie Jordan richtig zugibt:

Die SNB setzt alles daran, den Franken zu schwächen – und trotzdem ist er so stark wie nie. Und gerade wenn Jordan behauptet, die Krise gehe weiter, so heisst das, die Devisenkäufe der SNB gehen weiter – und die SNB ist zum Scheitern verurteilt – wie bisher.

 

Punkt fünf: 

Jordan behauptet, mit den Devisenkäufen würde die SNB die Kreditversorgung der Schweiz sicherstellen.

Das Gegenteil trifft zu:

Die Devisenkäufe bedeuten einen exorbitanten Kapitalexport ins Ausland.

Wenn die SNB Aktien von Amazon kauft, so ist das eine Kreditversorgung in den USA allgemein und von Amazon im Speziellen. Genauso stellen alle Devisenanlagen eine Kreditversorgung des Auslandes durch die Schweiz dar.

 

Punkt sechs:

Jordan behauptet, mit den Negativzinsen die Kreditversorgung in der Schweiz sicherzustellen. Nein. Genau das tut die SNB damit nicht. Eine Kreditversorgung der SNB durch die Schweiz würde bedeuten, dass die SNB in die Schweiz und in Schweizer Unternehmen investiert.

Und was beweist die SNB Bilanz?

Die SNB investiert über 800 Milliarden im Ausland. Die SNB hilft bei der Kreditversorgung des Auslandes.

 

Punkt sieben:

Jordan behauptet, die Negativzinsen seien wie die Devisenkäufe Teil einer «ultralockeren Geldpolitik» der SNB.

Damit beweist Jordan einmal mehr, dass er das Kerngeschäft der SNB nicht versteht:

Die Negativzinsen führen der Schweizer Wirtschaft nicht Kapital zu, sondern sie führen Kapital ab – genauso wie die Devisenkäufe der SNB.

Mit den Negativzinsen entzieht die SNB der Schweizer WIrtschaft Kapital. Negative Passivzinsen der SNB bedeuten nicht eine "Lockerung der SNB-Geldpolitik", sondern im Gegenteil eine "Straffung der Geldpolitik".

Die SNB versteht offensichtlich nicht, wovon sie spricht.

 

Punkt acht:

Erst jetzt, aufgrund des Corona-Virus und auf politischen Druck hin gewährt die SNB mit ihren Covid -19 Krediten der Schweizer Wirtschaft erstmals Kapital. Wieviel hat sie bisher an Covid-19 Krediten auf ihr Buch genommen?

Wie auch immer: Diese werden einen Bruchteil gegenüber ihren Auslandanlagen und Auslandkrediten im Betrabg von 800 Milliarden darstellen.

Schade, dass es einen Virus brauchte, damit die SNB endlich einmal in der Schweiz etwas investiert.

 

Punkt neun:

Mit ihren masslosen Käufen von Aktien und Obligationen hat die SNB die Rallye an den Finanzmärkten entscheidend mitbefeuert. Vor allem auch psychologisch: "Wenn die SNB Geld druckt und Aktien kauft, so können das die anderen Zentralbanken auch"(siehe meinen Beitrag weiter unten zu Artikel in der Financial Times).

Die SNB hat damit wesentlich mitgeholfen bei der Überbewertung der Aktienmärkte - und das ist nun wirkich eine grosse Gefahr für die Weltwirtschaft - wie der grosse Börsencrash.

 

Punkt zehn:

Der Corona-Virus ist deshalb eine grosse Gefahr für die Weltwirtschaft, weil die Finanzmärkte masslos aufgebläht waren - u.a. auch wegen den masslosen und unüberlegten Käufen der SNB.

DIe Zentralbanken - und inbesondere die SNB - sind die grösste Gefahr für die Weltwirtschaft.

Der Virus ist dann lediglich der berühmt "Funken".

 

 

Marc Meyer, Ihr SNB-Beobachter, 10.5.2020

Bundesrat Ueli Maurer viral - Keine Logik im Finanzdepartement

Zurzeit geht ein Video von Bundesrat Ueli Maurer viral, wo dieser emotional erklärt, er habe genug von Corona: Dies sei ein Chance für uns Schweizer. Wir Schweizer sollen zusammenstehen und unser Geld jetzt endlich einmal in der Schweiz ausgeben.

Soweit - so gut.

Nur: Maurer ist als Finanzminister der oberste Aufseher über die SNB. Und was tut die SNB?

Die SNB hört ganz und gar nicht  auf die Stimme ihres obersten Überwachers und investiert praktisch das ganze Volksvermögen im Ausland. 

Für über 800 Milliarden hat die SNB im Ausland eingekauft. Wie gute hätte lediglich ein Bruchteil dieser Investitionen der Schweiz getan?

Und wenn ein Schweizer über die Grenze fährt, um dort die Orangen aus Spanien zum halben Preis einzukaufen als in der Schweiz, so wird das gebrandmarkt.

Das Finanzdepartement übersieht: Mit jedem Franken, den die Schweizerinnen und Schweizer in Euro wechseln und in Europa damit einkaufen, stützen sie den Euro - das ist ja das erklärte Ziel der SNB.

Innerhalb des Finanzdpartementes sollte man einmal die interne Logik überdenken.

Jetzt, angesichts von Covid-19 hat die SNB angefangen Tröpfchenweise in der Schweiz zu investieren - aber es brauchte diesen Virus, um die SNB zu Einsicht zu bringen.

Leider zu spät jetzt für die SNB

Die SNB argumentiert:

Wenn ein Schweizer Bücherladen seine Bücher nicht mehr verkaufen könne, weil Amazon diese günstiger anbieten könne, so müsse die SNB Dollars kaufen und in Amazon-Aktien investieren. Dadurch werde der Schweizer Bücherladen wieder konkurrenzfähig gegenüber Amazon (siehe Betrag unten).

Kurz: Um die Schweizer Wirtshaft zu unterstützen muss die SNB die Konkurrenz der Schweizer Wirtschaft unterstützen.

Logik ist ein Fremdwort im Finanzdepartement - und vor allem bei der SNB.

Merkt Bundesrat Ueli Maurer nicht, dass seine SNB vollkommen zur Narrenbank verkommen ist?

Marc Meyer, ihr originaler SNB-Beobachter, 10.5.2020

 

Was hätte die SNB denn tun sollen?

Was hätte die SNB denn tun sollen

Immer wieder wird mir entgegengehalten: «Was hätte die SNB denn tun sollen?

Dies fragte mich kürzlich wieder die Kommentatorin «Claire» auf Inside Paradeplatz. Ein Dozent vom SNB-Studienzentrum Gerzensee behauptet dort ja, es sei gesetzlicher Auftrag der SNB dass diese den Franken schwäche, wenn ein Schweizer Bücherladen die Bücher nicht so günstig anbieten könne wie Amazon.

Und noch unglaublicher: Die Bücher des Schweizer Bücherladens sollen nur relativ günstiger werden zu den Amazon-Bücher, indem man die Amazon-Bücher verteuert.

Die SNB scheint noch nie etwas von verbesserter Produktivität, Effizienz und Kundenfreundlichkeit gehört zu haben. 

Unerhört.

Einfach unglaublich.

Wenn ein Schweizer Bücherladen seine Bücher nicht so günstig anbieten kann wie Amazon, so bringt es dem Schweizer Bücherladen überhaupt gar nichts, wenn die SNB Amazon-Aktien kauft, wie sie das tut.

(Übrigens, Amazon gehört zu den besten Performern seit Ausbruch der Corona-Krise. Die Amazon-Aktien stehen höher als vor Beginn der Krise. Warum? Weil Amazon mit dem Onlinehandel von dieser Krise profitiert.)

Also was muss der Schweizer Bücherlanden tun, wenn Amazon aus den USA seine Bücher in der Schweiz günstiger anbieten kann als der Schweizer Bücherladen?

Der Schweizer Bücherladen muss sein Konzept grundlegend überdenken – vielleicht bei Amazon in die Schule. Online Handel anbieten. Oder: Die Managementmethoden von Jeff Bezos studieren – auf you tube – da könnte der Schweizer Bücherladen möglicherweise sehr viel lernen.

Das Dümmste:

SNB kauft Amazon-Aktien und unterstützt dabei die Konkurrenz des Schweizer Bücherladens. Und der Schweizer Bücherladen ändert nichts und verlässt sich auf die SNB: Diese wird es richten, indem sie hunderte Milliarden im Ausland investiert – bei der Konkurrenz.

Wenn schon müsste die SNB in der Schweiz in den Bücherladen investieren, damit dieser vom günstigen Geld der SNB profitieren kann – nicht seine Konkurrenz in den USA.

Dass die SNB in der Schweiz Kredite geben kann hat sie jetzt erstmals bewiesen mit den Covid-19 Krediten.

Es brauchte also diesen Virus, um die SNB zu Einsicht zu bringen - aber für die SNB ist das zu spät jetzt.

 

Zusammengefasst:

Am SNB-Studienzentrum Gerzensee behauptet man:

Wenn ein Schweizer Bücherladen seine Bücher nicht mehr so gut verkaufen könne wie Amazon, müsse die SNB Amazon-Aktien kaufen, um die Konkurrenzfähigkeit des Schweizer Bücherladens zu kompensieren.

Die SNB argumentiert und handelt wie die Schildbürger von Utopia. 

Marc Meyer, 10.5.2020

 

Zero hedge macht sich über SNB lustig

Besten Dank an “Questionaire” für den Hinweis auf diesen Text

“…now you know and all you need to replicate the SNB's performance and buy FAAMGs without a care in the world, is your own (legal) printing press to print digital money out of ones and zero and buy anything and everything in the name of preventing the system from collapsing.”

Das ist der Schluss des Artikels in «Zero-hedge» bezüglich der SNB. Er zeigt, dass die SNB international nicht mehr wirklich ernst genommen wird.

Früher habe man einmal einen absurden Witz gemacht: Die Zentralbanken würden in einem Crash einfach Aktien kaufen, um deren Kurse zu stützen. Heute würde das FED Staatsanleihen und gefallene Engel kaufen und man warte nur noch, bis das FED offen Aktien kaufe und das auch noch offen zugebe.

Als Beispiel wird die SNB angeführt:

Diese habe keine Bedenken und würde sogar offen zugeben, dass sie Aktien kaufe. Sie würde irgendwelche Aktien kaufen und dies zu null Kosten, indem sie einfach «Geld drucke».

Die SNB besitze US-Aktien im Wert von fast 100 Milliarden Dollar. Darunter viele FAAMG-Aktien (Facebook, Amazon. Apple, Microsoft, Google).

Meine Replik:

Im Jahre 1996 trat ich vor die Generalversammlung der SNB und propagiert u.a., die SNB solle in Aktien investieren können. Das war damals «ketzerisch» und kostete mich meinen Job als Strategist bei der UBS.

Ich möchte kurz erklären, warum ich für den Kauf von Aktien durch die SNB war:

Schweizerfranken sollten v.a. die Schweizer Wirtschaft repräsentieren.

D.h. sie sollten neben Gold auch durch ein gut und breit diversifiziertes Portefeuille in der Schweiz gesichert sein. Dazu gehören auch Aktien. Auch Auslandaktien wären möglich, wenn die Zentralbank jenes Landes ebenfalls in der Schweiz investiere, um den Kapitalabfluss der SNB ins Ausland auszugleichen.

Damals ging ich aber davon aus, dass das Portefeuille der SNB mit Eigenkapital der SNB finanziert werde.

Was tat die SNB?

Sie kaufte ausnahmslos Ausland-Aktien, welche sie mit Fremdkapital finanzierte. Gegeninvestitionen jener Zentralbanken forderte die SNB nicht. Das alles war «nicht im Sinne des Erfinders», wenn ich das so sagen darf.

Die Ausland-Aktien der SNB kurbeln die Schweizer Wirtschaft in keiner Weise an. Wie soll der Kauf von beispielsweise Hanfaktien in den USA die Schweizer Wirtschaft ankurbeln?

Sie stellen zudem ein exorbitantes Risiko für die SNB und damit die Schweiz dar. Zum Devisenrisiko kommt das Aktienrisiko hinzu.

Zudem muss festgehalten werden: Wenn Zentralbanken die Kurse von Aktien stützen, so führt das zu einer Höherbewertung des Vermögens der SNB und dadurch zu höheren Gewinnen der SNB.

Korrekterweise müsste die SNB ihre Devisenanlagen tiefer bewerten. Damit wäre das Eigenkapital der SNB möglicherweise bereits weg. Und bei negativem Eigenkapital ist die SNB zahlungsunfähig.

Es kann nicht sein, dass Zentralbanken überbewertete Märkte stützen. Das geht in Richtung Kommunismus. Es ist eine Umverteilung von Vermögen. Von den Effizienten hin zu den Ineffizienten.

Zum Schluss noch ein Wort zur Behauptung von Zero-Hedge, die SNB habe Null-Kosten zum Drucken von Geld.

Das ist genau wieder der zentrale Irrtum, den alle Notenbanker machen:

Geld entsteht nicht aus dem Nichts. Um Geld emittieren zu können muss eine Zentralbanken eine Schuld eingehen. Anders geht es nicht. Das Geld selber ist die Schuld.

Es braucht diese Gegenbuchung. Und diese Schuld bleibt bestehen, bis sie bezahlt ist. 

Fällt der Wert des Vermögens der Zentralbank unter Wert der emittierten Geldmenge, so ist diese nicht mehr gedeckt und verliert an Wert. Die Banken müssen in diesem Fall ihre Kredite an die Zentralbank wertberichtigen.

Das kann zum Konkurs der kreditgebenden Banken führen, es sei denn, die Zentralbank werde durch die Steuerzahler vorher rekapitalisiert.

Marc Meyer, 9.6.2020

Pauschale Fehlinformation durch SNB

Sämtliche Medien kolpiertierten gestern und heute die falsche Behauptung der SNB, diese habe bei den Devisenreserven einen Zuwachs von 36 Milliarden auf 800 Miliarden verzeichnet.

Einfach alle plaudern der SNB deren Irrtümer nach.

"Reserven" sind "Eigenkapital". 

Bei den Devisen der SNB handelt es sich aber keineswegs um Eigenkapital der SNB, sondern es handelt sich um Devisenanlagen, die mit FREMDKAPITAL  finanziert werden.

Reserven sind positiv besetzt. Schulden negativ.

Die SNB versteht es immer wieder, durch gezielte Fehlinformationen (oder versteht sie ihr Kern-Geschäft einfach nicht - noch wahrscheinlicher) die Öffentlichkeit in die Irre zu führen - und niemand ist offensichtlich imstande, diese Irreführungen zu durchschauen. 

Die Medien plappern einfach der SNB deren Falschaussagen nach.

Es ist ein entscheidender Unterschied, ob die SNB ihre Devisen mit Eigenkapital finanziert, wie sie behauptet, oder mit Schulden, die sie zurückzahlen muss bzw. für welche die Steuerzahler haften.

 

Marc Meyer, 8.5.2020

SNB macht sich vollkommen zum Narren - hat jetzt internen "Notenbank-Beobachter" - der will neuen Euro-Mindestkurs

Narrentheorie vom SNB-Studienzentrum Gerzensee

Die SNB ist zum totalen Tollhaus verkommen. Sie hat jetzt quasi einen "internen Notenbank-Beobachter". Was der daherschwatzt ist nur noch reine "Narren-Geldpolitik".

Auf Inside Paradeplatz gibt heute Fabio Canetg ein Interview. Er nennt sich "Notenbank-Beobachter" bzw. "SNB-whatcher". Offensichtlich hat ihm meine neue Platform hier unter dem Titel "SNB-Beobachter" so gut gefallen, dass er deren Namen gleich imitiert.

https://insideparadeplatz.ch/videos/20000-franken-pro-sekunde/#comments

Canetg ist Student an der Universität Bern, wo Prof. Thomas Jordan und  dessen Doktorvater Prof. Baltensperger herkommen. Letzterer ist "Spiritus rector" des unglückseligen Mindestkurses, der auf einer Irrlehre beruht.

Auch ist er Tutor am Studienzentrum Gerzensee, der SNB. Er ist also SNB-Interner und kann von daher gar kein SNB-Beobachter sein, da ein Beobachter von ausserhalb kommen muss.

"Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm"  - so kommt nun Canetg daher und propagiert nicht erstaunlich und stupide einen neuen Mindestkurs bei 1.05. Canetg hat offenbar gar nichts gelernt - ausser die Irrlehren seiner wissenschaftlichen Vorfahren zu adaptieren.

Mehr liegt offenbar nicht drin.

Nun zum fachlichen:

Canetg behauptet beispielsweise: Weil Amazon Bücher günstiger verkaufen kann als ein Schweizer Bücherladen, soll die SNB fortfahren, Devisen zu kaufen und so den Franken schwächen. Dadurch würden die Bücherpreise von Amazon auch steigen und der Schweizer Bücherladen sei wieder konkurrenzfähig.

Wir sind im SNB-Narrenhaus angelangt.Canetg beansprucht ja explizit sogar "Narrenfreiheit". 

Meine Replik:

Eine Volkswirtschaft ist nur dann erfolgreich, wenn sie effizient produziert. Wenn also Amazon die Bücher günstiger anbieten kann als ein Schweizer Buchladen, so muss der Schweizer Buchladen Wege finden, um selber günstiger anzubieten. 

Es ist nicht Aufgabe der SNB, Strukturpolitik zu betreiben. Hätte die SNB seit ihrer Gründung im Jahre 1907 Strukturpolitik betrieben, so wäre die Schweiz heute ein verarmter  Bauernstaat.

Es ist das Wesen der Marktwirtschaft, dass ineffiziente Betriebe aus dem Markt verdängt werden.

Canetgs Meinung, es sei Aufgabe der SNB, den Franken zu schwächen, damit die Bücher von Amazon teurer werden ist ein kommunistisches Anliegen - ein grantiertes Einkommen für alle Betriebe auf dem Buckel jener, die effizient produzieren und arbeiten.

Canetg übersieht auch: Wird der Franken schwächer, so werden auch die Bücher-Importe für den Bücherladen teurer. Seine Margen fallen also. D.h. ein schwacher Franken löst das Problem nicht. Es gibt nur eine Möglichkeit: Der Laden muss effizienter werden.

Ferner fordert Canetg einen neuen offiziellen Mindestkurs der SNB bei 1.05. Seit Wochen verteidigt die SNB diesen Kurs tatsächlich inoffiziell. 

Die SNB stützt den Euro seit dem Kurs von 1.45. Und sie hat jede "Schlacht" verloren: Bei 1.45, bei 1.20, bei 1.10 und jetzt geht es um 1.05. Dafür hat sie fast eine Billion Franken Schulden gemacht, für welche die Schweizer Steuerzahler einmal werden geradestehen müssen.

Die masslosen Devisenkäufe der SNB stellen eine potentielle Gefahr für die Schweizer Volkswirtschaft und die Schweiz allgemein dar.

Pro Tag werden 4 Billionen Dollars gehandelt. Der Kurs "Euro / Franken" ist eingebettet im weltweiten Währungsgefüge. Die SNB hat somit keine Chance, einen Mindestkurs erfolgreich durchzusetzen.

Der Wechselkurs hängt auch von der EZB ab und von der FED. Meint die  SNB tatsächlich, sie sei stärker als diese?

Zudem läuft die Schweiz Gefahr, als Währungsmanipulator gebrandmarkt zu werden, was schwerwiegende wirtschaftspolitische Konsequenzen haben könnte.

Die SNB kann bereits jetzt ihre Devisen nicht mehr verkaufen. Wollte sie dies tun, so ist mit riesigen Verlusten zu rechnen. Die SNB und das Schweizer Bankensystem könnten kollabieren.

All das übersieht Canetg naiv.

Es stimmt bedenklich, dass solche "Narrentheorien" am Studienzentrum Gerzensee der SNB gelehrt werden.

Marc Meyer, Ihr orignialer SNB-Beobachter, 7.5.2020

 

P.S. Steht "SNB" neuerdings für "Schweizerische Narren Bank"?

 

Weil ein Buch bei Amazon weniger kostet als im Buchladen soll die SNB eine Billion und mehr ausgeben

Muss Donald Trump unsere SNB stoppen?

SNB-kritischer Artikel in der Financial Times

Heute erschien in der Financial Times ein SNB-kritischer Artikel.

Da ist u.a. folgendes zu lesen:

- Die SNB verliere in den Finanzmärkten ihre Glaubwürdigkeit.

- Die SNB gelte in der Schweiz als heilige Kuh -  “You don’t criticise the SNB.”

- Die USA hätten gedroht, die Schweiz als einen Währungsmanipulator zu brandmarken, falls sie pro Jahr mehr als 2 Prozent ihres BSP für Deviseninterventionen gebrauche. Im ersten Quartal dieses Jahres habe die SNB schätzungsweise bereits über 5.6 Prozent des Schweizer BSP für Devisenkäufe eingesetzt.

- Trotzdem sei der Euro im ersten Quartal 2020 von 1.0850 auf 1.05 gefallen.

- Es werde immer schwieriger werden, die Politik von der SNB fern zu halten angesichts einer Bilanzsumme von 120 Prozent der jährlichen Wertschöpfung.

- Der SNB könne die Kontrolle über den Franken verlieren, falls sie aufgrund äusserer Umstände gezwungen sei, ihre Auslandinvestitionen zu repatriieren. Der Franken könnte dann erst Recht ins Gegenteil umschlagen, von dem was die SNB will.

- Die SNB habe es abgelehnt, zu dem Artikel in der Financial Times Stellung zu nehmen.

Warum erscheinen solche Artikel nicht in den Schweizer Medien?

Die «heilige Kuh» SNB kann unserer Wirtschaft das Genick brechen.

Diese Institution passt ganz und gar nicht in unsere Demokratie.

Stoppt endlich diese SNB!

Marc Meyer, 6.5.2020

Aufruf an Leserinnen und Leser

Bitte machen Sie mich auf SNB-Artikel oder -Medienberichte aufmerksam. Danke.

Verehrte Leserinnen und Leser

 

Darf ich Sie um Folgendes bitten:

 

Wenn Sie irgendwo in den Medien einen Bericht zur SNB sehen, dann bitte machen Sie mich darauf aufmerksam. Ich kann unmöglich sämtliche Medien sichten. 

 

Ich werde dann, wenn möglich, hier darauf eingehen und eine Replik geben.

 

Sie können mich auch auf Texte in englischer Sprache aufmerksam machen. Ev. werde ich auch auf Artikel / Berichte über die FED oder EZB eingehen.

 

Besten Dank und freundliche Grüsse

 

Marc Meyer, 6.6.2020

Undurchsichtiges Gebahren der SNB

In der vergangenen Woche bis zum 1. Mai 2020 stiegen die Sichtguthaben der SNB erneut um 13.1 Milliarden Franken. Bereits die Wochen zuvor seit der Corona-Krise waren ähnliche Zuwächse zu verzeichnen.

Störend ist, dass die SNB eine vollkommen ungenügende Informations-Politik betreibt. Es ist undurchsichtig, weshalb die Sichtguthaben erneut so stark angestiegen sind. 

Es gibt zwei Optionen: 

A) Die SNB hat am Devisenmarkt erneut in Milliardehöhe Devisen gekauft.

B)  Die SNB nimmt erstamls "Covid-Kredite" in ihre Bücher auf. D.h. die SNB gewährt Kredite in der Schweiz, was sie bisher nicht getan hat. 

Möglicherweise ist der enorme Anstieg auf eine Kombination beider Möglichkeiten zurückzuführen.

Bei dermassen hohen Beträgen muss das Schweizervolk darüber informiert werden, was die SNB eigentlich genau tut. Es ist ja das Schweizervolk, welches die Geldpolitik der SNB letztlich ausbaden muss.

Und erneut wird in der Presse kolportiert, die SNB "schreibe den Banken diese Beträge auf deren Konten gut". Dabei wird suggeriert, dass damit die Schuld der SNB gegenüber den Banken beglichen sei.

Das Gegenteil trifft zu:

"Gutschreiben" heisst "eiine Schuld eingehen". Die SNB geht gegenüber den Banken eine Schuld ein. Und diese Schuld muss sie zurückzahlen.

Kann sie das nicht, weil ihr Vermögen unter Wert ihrer Schulden fällt, so werden die Steuerzahler die SNB rekapitalisieren müssen.

Diese Tatsache gehört nun endlich auf den Tisch - auch wenn SNB-Chef Jordan das Gegenteil behauptet, weil der ein vollkommen verklärtes oder irriges Bild einer Zentralbankbilanz hat. Er  behauptet ja stur, die SNB müsse ihre Schulden nie zurückzahlen.

Dieser Irrtum beruht darauf, dass er die Bilanz der SNB nicht lesen kann.

Natürlich muss eine Zentralbank ihre Schulden zurückzahlen. Das geschieht, wenn sie im Auftrag der Geschäftsbank einen Zahlungsauftrag ausführen MUSS.

Bei zu wenig Vermögen kann sie das nicht mehr. Tut sie es doch, so ist das  Bilanz-Fälschung und somit Betrug. Der innere Wert der übrigen Bankguthaben bei der SNB würde dadurch verringert. 

Warum?

Weil diese Guthaben fortan nicht mehr durch das Vermögen der SNB gedeckt wären.

Marc Meyer, 6.5.2020

1.3 Milliarden für Swiss oder SNB - was nützt / schadet mehr?

Wir streiten uns darüber, ob der Bund (Steuerzahler) der deutschen Swiss 1.3 Milliarden Kredit zu 2.5 Prozent geben soll oder nicht. Das wirft hohe Wellen.

Dabei vollkommen übersehen wird, dass die SNB in den letzten Wochen einen solchen Betrag fast täglich ausgegeben hat, um den Euro zu stützen.

Die SNB wird immer noch als "heilige Kuh" betrachtet, die zu kritisieren tabu ist.

Überlegen wir uns: Was nützt / schadet der Schweiz mehr: 1.3 Milliarden Kredit an die deutsche Swiss oder 1.3 Milliarden in deutsche, französische, italienische, spanische, portugiesische, griechische usw. Staatsanleihen?

D.h. also Kredite an die Staaten von Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland, Portugal usw?

Erstens:

Die deutsche Swiss operiert zu einem grossen Teil in der Schweiz und schafft hier Arbeitsplätze am Flughafen.

Investitionen in europäische Staatsanleihen schaffen Arbeitplätze in jenen Ländern, wo die SNB Staatsanleihen kauft.

 

Zweitens:

Die deutsche Swiss zahlt dem Schweizer Steuerzahler einen Zins von 2.5 Prozent in einem Umfeld von Minuszinsen.

Die SNB zahlt auf europäischen Staatsanleihen und Geldmarktanlagen umgekehrt möglicherweise sogar Minuszinsen.

 

Drittens:

Der Kredit an die deutsche Swiss ist in Franken - hat also kein Währungsrisiko. 

Die Kredite an die ausländischen Staaten in Form eines Kaufes von Staatsanleihen sind in Euro - beinhalten zudem also ein beträchtliches Währungsrisiko.

 

Viertens:

Bei der Swiss geht es um einen Totalbetrag von 1.3 Milliarden.

Bei den Devisenkäufen der SNB geht es um bald 1 Billion (!).

 

Fünftens:

Die SNB ist der grösste Kapitalgeber Deutschlands. Wenn der Deutsche Staat dem Lufthansa-Konzern einen Kredit gbit, so wird dieser indirekt auch durch die Schweizer Steuerzahler finanziert.

Die Devisenkäufe der SNB finanzieren also zudem noch defizitäre Unternehmen im Ausland. Dabei verdient der Deutsche Staat noch eine gewaltige Zinsmarge: Die SNB zahlt dem deutschen Staat Minuszinsen und dieser verlangt dann von der Lufthansa einen Zins von fast 10 Prozent.

 

Die Frage, was besser ist, 1.3 Milliarden Kredit für die deutsche Swiss oder für Devisen ist also unschwer zu beantworten.

 

Richtig verstanden:

Die 1.3 Milliarden Kredit an die deutsche Swiss sind ein Trauerspiel sondergleichen - aber sie schaden der Schweiz ungleich weniger als die masslosen Devisenkäufe der SNB, die verharmlost werden (siehe unten Replik auf Interview von Klaus Wellershoff auf Inside Paradeplatz).

Marc Meyer, 5.5.2020

Liederliche Argumentation von Klaus Wellershoff

Heute hat Klaus Wellershoff auf Inside Paradeplatz ein Interview abgeliefert, welches an Liederlichkeit  kaum zu überbieten ist.

Zur Erinnerung: Prof. Dr. Klaus Wellershoff ist Präsident des Geschäftsleitenden Ausschusses der Forschungsgemeinschaft für Nationalökonomie an der Universität St. Gallen (FGN-HSG).

Wellershoff war einer jener Oekonomen, welche bei Einführung des Mindestkurses der SNB von 1.20 im September 2011 prognostizierte, der Euro liege im Dezember 2011 wieder bei 1.30.

Damit stellte er - gemeinsam mit den SNB-Verantwortlichen - einen schönen Gewinn der SNB auf ihren Devisenbeständen in Aussicht. Er gehört somit zu jenen, welche der SNB den Irrweg wiesen, auf dem sich diese seither befindet und nicht mehr herausfindet.

Wellersoff argumentiert im Interview, man müsse sich über die hohen Devisenbestände der SNB keine allzu grossen Gedanken machen. Damit ist er ganz nah bei der SNB.

Seine Argumentation: Die SNB investiere ja ihre Euros in Staatsanleihen von Deutschland und Frankreich - eben deshalb müsse man sich keine allzu grossen Gedanken machen, selbst wenn der Euro einmal aufgelöst würde.

Wie bitte?

Zuerst einmal: Meint Wellershoff tatsächlich, eine Auflösung des Euro würde nicht zu einer massiven Abwertung desselben führen? Im Gegenteil: Sollte der Euro aufgelöst werden, so ist mit einem massiven Abschlag zu rechnen. 

Zudem übersieht Wellershoff, dass die SNB mit ihren Devisenkäufen verschiedene Risiken eingeht:

Erstens: Das Wärhungsrisiko des Euros. Hier ist mit einer Abwertung auf breiter Front zu rechnen.

Zweitens: Das Schuldnerrisiko. Die SNB investiert ihre Euros hauptsächlich in Staatsanleihen - nicht nur deutsche und französische, sondern auch in solche von Südländern. Dies behauptete jedenfalls die SNB, als sie von Standard an Poor's kritisiert wurde.

Wellershoff und die SNB sowie Standard and Poors widersprechen sich also. Wir wissen hier nicht genau, woran wir mit unserer undurchsichtigen SNB sind. Wellershoff plaudert einfach etwas daher, obwohl die SNB das Gegenteil behauptet.

Zudem würde ich selbst für französische Staatsanleihen nicht "die Hand ins Feuer legen". Und für deutsche?

Drittens hat die SNB das Zinsrisiko. Wenn die Zinsen steigen, so ist mit massiven Verlusten auf den Staatsanleihen zu rechnen. Auch das übersieht Wellershoff.

Wellershoff behauptet auch, die Zentralbanken würden Geld drucken und damit den Volkswirtschaften Liquidität zuführen.

Er verwechselt dabei links und rechts der SNB-Bilanz:  Geld drucken geschieht über die Passivseite und Liquidität zuführen über die Aktivseite. Er begeht damit denselben Fehler wie SNB-Chef Jordan.

Der kann rechts und links in der SNB-Bilanz auch nicht unterscheiden. Im Strassenverkehr wäre jemandem der Fahrausweis längstens entzogen, der links und rechts nicht unterscheiden kann - nicht so bei der SNB, wo es um bald 1 Billion geht.

Da die SNB in ausländische Staatsanleihen investiert, führt sie dem Ausland Liquidität zu - nicht der Schweiz. Sie unterstützt damit das Ausland auf Kosten der Schweiz. Damit verstösst die SNB gegen unsere Bundesverfassung.

Auch das übersieht Wellershoff.

Die SNB ist bei weitem die grösste Gefahr für die Schweiz.

Die Argumentation von Wellershoff ist liederlich - und sie zeigt das tiefe wissenschaftliche Niveau der Unversität St. Gallen - wo man getrost Irrlehren verbreitet.

Marc Meyer, 4.5.2020

Die FED-Illusion

Auch die FED versteht ihre Bilanz offensichtlich nicht

Die Massnahmen (social distancing) zur Eindämmung des Corona Virus schaden auch der US-Wirtschaft enorm.

An seiner Pressekonferenz (nach FOMC-meeting) erklärte der Chef der US-Notenbank FED, Jerome Powell, die FED belasse den "Leitzins" in der Spanne zwischen null bis 0.25 Prozent. Er gelobte, sämtliche Instrumente zur Stützung der WIrtschaft zu nutzen.

Die US-Notenbank werde diese "kraftvoll, vorausschauend und aggressiv" einsetzen. 

Tönt gut. Nur:

Offenbar kann auch Jerome Powell, wie alle anderen Notenbanker der Welt auch, die Bilanz seiner Zentralbank nicht lesen. Denn könnte er dies, so würde er erkennen, dass eine Zentralbank die eigene WIrtschaft nicht ankurbeln kann. 

Zentralbanken sind Dienstleister ihrer Volkswirtschaft. Sie haben sicherzustellen, dass der Zahlungsverkehr funktioniert. Aber ankurbeln können sie die Wirtschaft nicht. Das ist auch gar nicht ihre Aufgabe.

Eine Notenbank kann auf der Aktivseite ihrer Bilanz nicht mehr Kapital in die eigene Volkswirtschaft investieren, als sie dieser über ihre Passivseite entnimmt (in einer geschlossenen Volkswirtschaft).

Oder anders formuliert: Sie kann mit der einen Hand der Volkswirtschaft nicht mehr geben, als sie dieser mit der anderen Hand entnimmt.

Will die FED der Volkswirtschaft mehr und günstigere Kredite gewähren, so muss sie dafür bei der Volkswirtschaft mehr Kredite aufnehmen. So einfach.

Was die FED, wie alle anderen Zentralbanken tun, ist Folgendes: Sie investieren dort, wo es den professionellen Investoren zu riskant ist. Diese professionellen Investoren investieren nun ihrerseits in die FED.

DIe professionellen Investoren können auf diese Weise ihre Investitionen absichern, weil die FED oder die Zentralbank nun das Risiko trägt bzw. die Steuerzahler tragen nun das Risiko.

Per Saldo ist das eine Umschichtung des Risikos von den Investoren auf die Steuerzahler. 

Das Resultat ist, dass schlechte Schuldner auf diese Weise zu billigem Kapital kommen. Dadurch bleiben die Zinsen tief. 

Das geht solange gut, bis diese schlechten Schuldner zahlungsunfähig werden. Fällt dann das Eigenkapital der Zentralbanken in den negativen Bereich, so werden sie zahlungsunfähig. 

Auch Zentralbanken können zahlungsunfähig werden, da sie keine eigene Liquidität schaffen können, wie sie selber immer wieder behaupten.

Wenn also Powell behauptet, die US-Notenbank FED könne ohne Beschränkung Geld zur Verfügung stellen, so irrt er. Er kann als Jurist offenbar keine Bilanz lesen. 

Marc Meyer, 30.4.2020

SNB-Sisyphos - so verschwendet die SNB unser Geld

Heute war wieder einmal ein typischer Tag, wie die SNB unser Geld aus dem Fester rausschmeisst. 

Am Morgen intervenierte sie offensichtlich (möglicherweise mit 1 - 2 Milliarden Franken) und es gelang ihr kurzfristig, den Euro hochzutreiben. Aber das Strohfeuer erlosch bald und der Euro war wieder dort, wo er am Morgen bereits war. 

Die SNB behauptet ja, sie könne "unbeschränkt" "Geld aus dem Nichts" schöpfen und den Euro "unbeschränkt" stützen. Die SNB gleicht damit Sisyphos aus der griechischen Sage, der wegen "Gotteslästerung" in der Hölle einen Stein den Berg immer wieder ("unbeschränkt") hinaufstossen musste, der dann wieder runterrollte.

Genauso unsere SNB.

Das oberste Bild unten zeigt den heutigen Tages-Chart

Das mittlere Bild zeigt den Jahres-Chart

Das unterste Bild zeigt den Euro gegen Franken seit Beginn der Stützungskäufe der SNB.

Wie lange schauen wir noch zu, wie unserer SNB dreistellige Milliardebeträge im Devisenmarkt verspielt?

Wie lange noch lassen wir die SNB gewähren?  

Marc Meyer, 28.4.2020

 

 

Die SNB und ihr trügerischer Satz

Immer wieder wird in den Medien im Zusammenhang mit dem Anstieg der Sichtguthaben der SNB folgender trügerischer Satz der SNB kolportiert; so auch heute wieder in der Finanz und Wirtschaft:

 

Dort steht:

 

"Die Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB (SNBN 4890 -1.21%)) sind in der vergangenen Woche so stark gestiegen wie seit 2015 nicht mehr. Die Einlagen von Bund und Banken lagen am 24. April bei 650,7 Mrd. Fr. nach 637,2 Mrd. in der Woche davor, wie die SNB am Dienstag mitteilte. Das ist ein Anstieg um rund 13,5 Mrd. Fr. Auf die Giroguthaben inländischer Banken entfielen Ende letzter Woche 573,9 Mrd. Fr.

 

Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als Indiz dafür, ob die SNB am Devisenmarkt interveniert, um den Franken zu schwächen. Die Zentralbank kauft Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut."

 

Zitat Ende

 

Der letzte Satz dieses Artikels in der Finanz und Wirtschaft ist äusserst trügerisch: "Die Zentralbank kauft Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut."

 

Warum ist dieser Satz trügerisch?

 

Die SNB suggeriert, dass damit die Schuld der SNB gegenüber den Banken getilgt sei. Das Gegenteil trifft aber zu: 

 

"Gutschreiben" bedeutet: "Eine Schuld eingehen". Die Schuld wird grösser.

 

Nachdem die SNB den Banken "gutgeschrieben hat", hat sie eine Schuld gegenüber den Banken. Erst wenn sie diese Schuld wieder abbaut, d.h. wenn sie die Guthaben der Banken wieder reduziert , hat die SNB ihre Schuld gegenüber den Banken beglichen. 

 

Die SNB kann ihre Guthaben rechts in der Bilanz aber nur reduzieren, wenn sie links in der Bilanz über genügend Vermögen verfügt. Bei negativem Eigenkapital kann sie das nicht mehr und die SNB  handlungsunfähig.

 

Und übrigens; Der Anstieg der Guthaben der Banken in der vergangenen Woche könnte auch noch dadurch entstanden sein, indem sie Corona-Kredite der Banken auf ihr Buch genommen hat. Die Finanz und WIrtschaft übersieht das.

 

Marc Meyer, 27.4.2020

Soll geizige SNB unsere AHV bezahlen?

Pro und Kontra

Zuerst einmal: Weshalb bezeichne ich unsere SNB als «geizig»?

Als «geizig» wird bezeichnet, wer materielles Wohl sich selbst vorbehält; nicht bereit ist, davon abzugeben, zu teilen – insbesondere auch dann nicht, wenn der Nutzen des abgegebenen Vermögens für den Empfänger offensichtlich viel grösser ist als der Nutzen für den Geizigen selber.

Trifft das auf unserer SNB zu? Ich denke ja.

Im Militär hiess es: Ein guter Fourier verwendet jeden Rappen für die Truppe. Ein schlechter  Fourier spart das Geld und gibt es am Ende des Dienstes zurück.

Unsere SNB verhält sich wie ein schlechter Fourier: Sie sorgt nicht für das eigene Land. Im Gegenteil: Sie investiert ausschliesslich im Ausland, sorgt also für das Ausland, türmt masslose Reserven auf, die sie wiederum im Ausland reinvestiert.

Für die eigene Volkswirtschaft bleibt somit nichts übrig - es sei denn, man ringe es der SNB ab.

Folgende Begebenheiten verdeutlichen dies:

Über Jahrzehnte hinweg bezahlte die SNB für das ihr gewährte Notenmonopol lediglich wenige Rappen an die Kantone pro Kopf der Bevölkerung. Insgesamt belief sich der jährlich ausgeschüttete Betrag auf knapp 5 Millionen Franken pro Jahr.

Im Jahre 1996 trat ich vor die Generalversammlung der SNB in Bern und löste eine bis heute noch andauernde Diskussion aus: Die SNB soll die von ihr emittierte Geldmenge marktgerecht verzinsen.

Damals betrug der Notenumlauf der SNB rund 35.3 Milliarden Franken und die Giroguthaben der Banken bei der SNB rund ein Zehntel davon (3.7 Milliarden Franken). Beides zusammen ergibt ja die Notenbankgeldmenge (abgesehen von den Giroguthaben der ausländischen Banken, die damals vernachlässigbare 0.15 Milliarden Franken ausmachten).

Ich trat damals also vor die GV der SNB-Aktionäre in Bern und forderte, die SNB soll ihre ausstehende Notenbankgeldmenge marktgerecht verzinsen. Die Notenbankgeldmenge betrug somit zusammengerechnet knapp 40 Milliarden Franken. Bei einer Durchschnittsrendite der Schweizerischen Bundesobligationen von damals rund 4 Prozent ergab das eine Zinsschuld der SNB gegenüber der eigenen Volkswirtschaft von 1.6 Milliarden Franken.

Mit dieser Argumentation trat ich eine Lawine los, welche bis heute zu noch nicht zum Stillstand gekommen ist: Kurz nach meinem Vorstoss musste die SNB ihre Ausschüttungen an Bund und Kantone massiv auf rund 2 Milliarden aufstocken.

Die SNB reagiert nur auf Druck von aussen.

(Ich trat damals noch andere «Lawinen» bezüglich SNB los, die ich gerne ein andermal hier erläutere, Z.B. Kauf von Aktien durch die SNB, Verkauf von Gold, geforderte Inlandinvestitionen usw., wozu ich auch heute noch stehe).

Heute gehen die Forderungen der Politiker und des Volkes noch viel weiter: Die SNB soll ihre Ausschüttungsreserve von über 80 Milliarden dem Schweizer Volk zugutekommen lassen – insbesondere der AHV. Solche Vorstösse sind populär geworden.

Was ist davon zu halten?

Hier möchte ich einige grundlegende Denkanstösse geben.

Zuerst einmal die Frage, weshalb forderte ich damals, die SNB solle ihre ausstehende Geldmenge überhaupt verzinsen?

Der Grund ist folgender: Eine Banknote ist ein Schuldschein der SNB – eine Obligation der SNB (siehe meine Dissertation; «Geld – eine Obligation der Notenbank», Universität Bremen, 1997). Wer eine Banknote in Händen hält, der hat einen Obligationsschein der SNB in Händen.

Oder anders formuliert: Eine Banknote ist ein «Kontoauszug» bei der SNB; kein Namenpapier – aber ein Inhaberpapier. Auf dem Konto erhält der Inhaber in «normalen» Zeiten einen Zins.

Wer eine Banknote besitzt, der gewährt der SNB einen Kredit, genauso wie wenn er sein Geld auf dem Konto hat. Wer eine Banknote von 100 Franken aus dem Bankomat bezieht, der gewährt seinen Kredit nicht mehr seiner Hausbank, sondern der SNB. Er hat also ein Anrecht auf eine Zinsentschädigung von der SNB wie von seiner Hausbank.

Nun hat sich aber in den letzten 20 Jahren sehr viel verändert:

- Die Zinsen sind drastisch gefallen (weshalb, das erkläre ich hier gerne ein andermal)

- War der Anteil der Banknoten damals rund 10 mal höher als die Giroguthaben der Banken, so wurde dieses Verhältnis vollkommen «umgekrempelt»:

Dem Banknotenumlauf von rund 80 Milliarden stehen heute sage und schreibe Guthaben von Banken (In- und Auslandbanken) von fast 600 Milliarden (!) gegenüber. Die Giroguthaben der Banken bei der SNB sind als von 10 Prozent des Notenumlaufs auf fast 800 Prozent gestiegen.

- Die SNB stützt Euro und Dollar, was einer gewaltigen, verschenkten, sehr teuren Währungsoption gleichkommt. Das Risiko trägt das Schweizer Volk.

- Die SNB reinvestiert ihre sämtlichen Gewinne im Ausland, so dass die Schweiz davon nichts hat.

Lassen Sie mich kurz auf diese Punkte im Einzelnen eingehen:

Von den Zinsen her gesehen, ist die SNB den Konsumentinnen und Konsumenten für das Halten von Banknoten her nichts mehr schuldig. Allerdings sind die Preise der Konsumgüter in den letzten Jahren trotz der teilweise rückgängigen Gesamtinflation dennoch leicht gestiegen; eine geringe Entschädigung der Konsumentinnen und Konsumenten durch die SNB liesse sich somit von dieser Seite her immer noch rechtfertigen.

Ähnliches gilt für die Giroguthaben der Banken bei der SNB: Aufgrund der gegenwärtig tiefen Zinsen können auch hier nicht hohe Zinszahlungen von der SNB verlangt werden. Zudem würden diese den Banken zustehen. Diese sind aber sogar bereit, Negativzinsen hinzunehmen, welche sie dann aber ihren Kunden weiterbelasten.

Kommen wir zu den Devisen-Stützungskäufen der SNB. Hier zeigt sich ein vollkommen anderes Bild: Beim Mindestkurs «verschenkte» die SNB den Euro-Verkäufern «Put-Optionen» auf den Euro beim Kurs von 1.20.

Diese "Put-Option" gibt den Verkäufern das Recht, die Euros der SNB zu einem höheren, über dem Markt liegenden  Preis, anzudienen bzw. zu verkaufen.

Später kamen noch Stützungskäufe von Dollar und anderen Devisen hinzu. Nach Aufgabe des Mindestkurses fuhr die SNB fort mit Devisen-Stützungskäufen, was dem Verschenken einer «weichen» Put Option auf insbesondere Euro und Dollar gleichkommt.

Währungsoptionen zu verkaufen ist im freien Markt sehr riskant und deshalb auch sehr teuer. Geht man von einem sehr billigen Preis von 10 Prozent pro Jahr aus, so macht das bei Devisenbeständen von 700 Milliarden Franken 70 Milliarden pro Jahr aus.

Eigentlich müsste man sogar von einer «unbeschränkten» Höhe Devisen ausgehen, da die SNB bzw. deren Chef ja von «unbeschränkten» Devisenkäufen spricht – also Optionen in «unbeschränktem» Mass verschenkt.

Konservativ berechnet schuldet die SNB dem Schweizervolk also eine Ausschüttung von 70 Milliarden Franken pro Jahr für das exorbitante Risiko, das sie aufgrund ihrer Stützungskäufe zu Lasten der Schweiz eingeht.

Und wohlverstanden: Mit einer einmaligen Ausschüttung von 80 Milliarden wäre die Schuld der SNB gegenüber dem Schweizervolk also keineswegs beglichen: Wir sprechen von 70 Milliarden Franken jedes Jahr (p.a.).

Kommen wir zum letzten Punkt: Die SNB hat bisher sämtliche ihre Gewinne im Ausland reinvestiert. Sie hat nie in der Schweiz investiert und hier die Wirtschaft angekurbelt – immer nur im Ausland. Die Schweiz hatte bisher gar nichts von den Gewinnen der SNB.

Erst aufgrund des Corona-Virus bemüht sie sich nun, inländischen Unternehmen erstmals Kredite zu gewähren (Schätzungen zufolge reden wir hier von 15 Milliarden bei einem Portefeuille von 800 Milliarden).

Es brauchte also den Corona-Virus, um die SNB zur Einsicht zu bringen.

Wie gesagt: Die SNB reagiert nur auf Druck von aussen.

Von da her betrachtet wäre es also absolut sinnvoll, wenn die SNB ihre Ausschüttungsreserve von über 80 Milliarden Franken voll und ganz dem Schweizer Volk abgeben müsste.

Die AHV wäre hier eine gute Empfangsadresse. Allerdings – und das haben sich die neuerdings fordernden Politiker offenbar noch gar nicht überlegt: Würde die SNB ihre Ausschüttungsreserve ganz an die AHV abtreten, so hätte das folgenden Effekt:

Das Eigenkapital der SNB würde nochmals um 80 Milliarden reduziert. Nach dem Verlust von rund 40 Milliarden im 1. Quartal 2020 würde das Eigenkapital der SNB somit noch rund 40 Milliarden Franken betragen.

Die SNB dürfte dann also noch ein einziges Mal einen Quartalsverlust von 40 Milliarden ausweisen – dann wäre sie Konkurs. Sie wäre zahlungsunfähig und könnte nicht mehr operieren – ausser mit schummeligen Buchhaltungstricks – wie von der SNB-Führung für diesen Fall in Aussicht gestellt («Geld auf dem Nichts»).

Die SNB müsste dann durch die Steuerzahler rekapitalisiert werden.

Pro oder Contra ganze Ausschüttungsreserve an die AHV?

Ich bin ganz klar dafür: Der Weg der SNB in die Insolvenz ist klar aufgezeigt. Es gibt kein Zurück mehr, weil die SNB keine Einsicht hat und sich nicht von ihrem Irrweg abbringen lässt. Zudem scheint es, dass sie bereits zu weit gegangen ist. Sie kann ihre Devisen nur noch mit grossem Verlust verkaufen.

Der Konkurs der SNB ist programmiert. Bei einem Konkurs der SNB bei negativem Eigenkapital werden deren Gläubiger-Banken zu Recht versuchen, Hand auf das noch vorhandene Vermögen der SNB zu legen.

Das Schweizer Volk wird dann leer ausgehen.

Es wäre also viel gescheiter, die Ausschüttungsreserve der SNB noch frühzeitig aus deren SNB-Bilanz auszugliedern und in die AHV zu überführen. Dort wäre diese vor dem Zugriff der Banken sicher.

Dies würde allerdings auch bedeuten, dass der Konkurs der SNB früher eintritt. Das allerdings wäre kein Nachteil, sondern ein Vorteil:

Die SNB wäre viel früher gezwungen, ihre verlustbringenden Devisenanlagen zu liquidieren, um so ihre Schulden gegenüber den Banken begleichen zu können.

Je länger man zuwartet mit dem Verkauf der SNB-Devisen, desto grösser wird der Schaden für die Schweizer Volkswirtschaft insgesamt.

Die geizige SNB reagiert nur auf Druck von aussen. Deshalb muss die Politik Druck aufsetzen auf die SNB. Nur so kann erreicht werden, dass die Reserven der SNB dem Schweizer Volke zugute kommen.

Je früher desto besser.

Marc Meyer, Dr. rer. pol., SNB-Beobachter, 24. 4 2020

SNB - zum Scheitern verurteilt

 

38.2 Milliarden SNB-Verlust  im 1. Quartal 2020

 

Der Riesenkoloss Schweizerische Nationalbank (SNB) mit einer Bilanzsumme von bald einer Billion versteckt sich hinter einem winzig kleinen Virus.

Ihren Verlust in den ersten drei Monaten dieses Jahres von über 38 Milliarden Franken begründet die SNB mit den Auswirkungen des Corona-Virus auf die Finanzmärkte. So einfach.

Nein. Schuld am Debakel der SNB ist nicht der winzige Virus, sondern die Tatsache, dass die Verantwortlichen der SNB nicht fähig sind, die Bilanz der SNB ordentlich zu lesen.

Mit der Behauptung, die SNB könne «unbeschränkt Geld aus dem Nichts drucken» (u.a. NZZ) und so den Mindestkurs zum Euro von 1.20 Franken durchsetzen, begab sich die SNB auf einen verhängnisvollen Weg in den Abgrund.

Für hunderte Milliarden Franken wurden damals innert Wochen Euros gekauft aufgrund der Behauptung, der Franken sei überbewertet zum Euro, bzw. der Euro unterbewertet zum Franken.

Mit der Illusion, der Euro würde sich bald erholen auf 1.30 folgte die Schweiz unbedarft der SNB. Sowohl Bundesrat als auch Parlament glaubten den schummeligen Bilanzkenntnissen der SNB-Führung.

Die SNB könne «nicht illiquide werden in Franken» kolportierte der Bundesrat die Behauptungen der SNB. Das Parlament hatte offenbar keine Ahnung, wovon überhaupt gesprochen wurde. Kritiklos wurde die Botschaft des Bundesrates an das Parlament akzeptiert. Versteht das heutige «Gretchen-Parlament» mehr?

Hoffen wir es.

Auf diesem Weg befinden wir uns immer noch mit unserer SNB. Der Euro erreichte aber nicht 1.30 zum Franken, wie damals in Aussicht gestellt, sondern wir nähern uns der Schallmauer von eins zu eins (1.0520 heute Morgen). Und dies trotz unablässigen Zukäufen von Devisen (v.a. Euros und Dollars) durch die SNB.

Die Bilanzsumme der SNB hat mittlerweile rund 850'000'000'000 Franken erreicht. Das sind rund 100'000 Franken pro Bürgerin und Bürger (!). Und wohin geht die Reise? Richtung eine Billion. Und dann? 1.5 Billionen. Und dann? Einfach immer weiter? Wenn alles so weiterläuft, wie bisher, ja. Usw.

Aber eben.

Da gibt es auch Stolpersteine auf dem Weg. Fallstricke usw. Die Welt besteht eben nicht nur aus Milch und Honig. Das sehen wir jetzt: Ein klitzekleiner Virus entpuppt sich bereits als riesengrosse Gefahr.

Alles wird in Frage gestellt. Meldung und Gegenmeldung. Es handle sich um die grösste Krise seit dem 2. Weltkrieg einerseits und es sei eine reine Hysterie andererseits. In solchen Zeiten sollte gerade unsere Nationalbank ein Fels in der Brandung sein - Schutz unserer Wirtschaft.

Aber was ist unsere SNB? Ein Ballon, der platzt - mit Gas gefüllt, sobald es ein bisschen heiss wird.

Unsere SNB ist auf Sand gebaut. Sie ist gebaut auf der Illusion, sie könne «Geld aus dem Nichts» schaffen – ähnlich Manna vom Himmel regnen lassen. Diese Behauptung basiert auf schummeligen Buchhaltungstricks, die in Aussicht gestellt werden: Die SNB müsse ihre Schulden nie zurückzahlen.

Weit verfehlt:

Mitnichten muss unsere SNB – wie jede Zentralbank auch – ihre Schulden zurückzahlen. Die rund 700 Milliarden Schulden der SNB lassen sich nicht einfach «unter den Teppich kehren», wie die SNB meint und behauptet.

Wer wird diese Schulden bezahlen? Das Schweizer Volk.

Wie? Das ist noch offen.

Verschiedene Wege zeichnen sich ab: Rekapitalisierung der SNB bei negativem Eigenkapital. Oder Konkurs der kreditgebenden Banken der SNB (UBS, CS, Kantonalbank, PostFinance usw.). Oder massivster Kaufkraftverlust der SNB-Verbindlichkeiten. Oder Einführung des Euro…

Noch sind wir nicht so weit.

Die SNB hat jetzt einen «Schuss vor den Bug» erhalten: 38 Milliarden Franken Verlust. Das sind rund ein Viertel des SNB-Eigenkapitals. Die SNB «verträgt» also nochmals drei solche Quartale. Dann ist sie Konkurs. Dann ist Schluss.

Was im Falle eines Konkurses geschieht – das wurde in unserem Lande bisher noch nie diskutiert. Es gilt immer noch die abstruse Behauptung des SNB-Chefs, die SNB könne nicht Konkurs gehen. Begründung: Sie könne die benötigte «Liquidität» selber schaffen.

Dass die SNB dabei links und rechts der SNB-Bilanz verwechselt, hat man in Bern immer noch nicht zur Kenntnis genommen. Diese unbequeme Wahrheit wird konsequent verdrängt. Sie wird sich deshalb aufdrängen müssen. Früher oder später.

Mit ihren Verlusten auf Fremdwährungsbeständen von 41.2 Milliarden Franken ist die SNB im ersten Quartal noch glimpflich davongekommen. Der Euro hat sich ja seit Ende Dezember 2019 bis Ende März 2020 «nur» rund drei Rappen abgewertet. Von 1.10 auf 1.07.

Beim Schreiben dieses Textes stehen wir bei 1.0515. Und man sieht es dem «Daily-Chart» an, dass die SNB «wie wild» interveniert. Milliarde um Milliarde. Sie will die technische Marke bei 1.05 unbedingt «halten».

Aber sie wird auch diesen Kampf verlieren – wie alle vorherigen: Von 1.45 bis 1.05.

Ähnlich Sisyphos, der gemäss griechischer Sage wegen Gotteslästerung in der Hölle ständig einen Stein den Berg hinaufstossen musste, der dann wieder herunterrollte - genauso muss die SNB Milliarden und Milliarden Euros kaufen, um diesen hinaufzustossen. Aber er rollt immer wieder runter.

«Muss»?

Ja die SNB muss. Warum? Weil sie sich «gottähnlich» anmasst, «Geld aus dem Nichts» «zu schöpfen» - wie der «Schöpfer».

Vergangenes Jahr hat die SNB einen Gewinn von 49 Milliarden erzielt. Heute – in drei Monaten - einen Verlust von 38 Milliarden.

Wo wird die SNB enden? Oben am Berg oder unten?

Marc Meyer, Dr. rer. pol., SNB-Beobachter, 23.4.2020

Absicht dieses Blogs - kontinuierliche Analyse der SNB-Geldpolitik

Verehrte Leserin, verehrter Leser

Volkswirtschaftslehre ist eine junge Wissenschaft. Leider haben sich in den vergangenen zwei Jahrhunderten unzählige, höchst gravierende Irrtümer eingeschlichen. Diese stellen für die Menschheit eine grosse Gefahr dar.

Zur Erinnerung: Der 2. Weltkrieg wurde begünstigt durch Massenarbeitslosigkeit und Hyperinflation. Das sind volkswirtschaftliche Probleme. Der kalte Krieg war begründet durch den Widerspruch von zwei verschiedenen volkswirtschaftlichen Modellen.

Und verschiedene Terror-Regimes in den letzten 100 Jahren bis heute basierten auf dem Kommunismus - einem Wirtschaftssystem als Gegenpol zum Kapitalismus, einem anderen Wirtschaftssystem.

Wir sehen: Volkswirtschaftslehre hat einen ungeheuren Einfluss auf unser Leben auf diesem Erdball. Es ist deshalb zentral, dass  diese Wissenschaft korrekt betrieben wird - nicht "schludrig" - wie das heute der Fall ist.

Volkswirtschaftslehre besteht im Wesentlichen aus Fiskaltheorie und Geldtheorie. 

In beiden Disziplinen gibt es gravierende Irrtümer.

Hier in diesem Blog geht es um die Geldtheorie, welche die Basis der Geldpolitik darstellt. Irrlehren in der Geldtheorie führen zu Irrwegen in der Geldpolitik. 

Als Schweizer Bürger fühle ich mich in besonderem Masse der Schweizerischen Nationalbank (SNB) verpflichtet.  Unsere Zentralbank befindet sich aufgrund verschiedener Irrlehren in der Geldtheorie auf einem verängnisvollen Irrweg:

Seit etwas mehr als 10 Jahren türmt sie masslosen Devisenbestände auf und meint, sie könne damit die weltweiten Devisenmärkte kontrolieren - mit "Geld aus dem Nichts".

Klar: Sie behauptet nur, sie könne den Kurs "Euro / Franken" kontrollieren. Dabei vergisst sie, dass sie nicht über die EZB bestimmen kann. Zudem hat die SNB keinen Einfluss auf den viel mächtigeren Wechselkurs Euro / Dollar und die anderen internationalen Wechselkurse.

Die weltweiten Devisenkurse sind ein riesiges, voneinander abhängiges Geflecht. Sie sind der grösste Markt weltweit überhaupt. Wollte die SNB den Wechselkurs "Euro / Franken" bestimmen, wie sie behauptet, so müsste sie die Wechselkurse weltweit bestimmen können.

Die SNB ist ein kleines Rädchen in der Weltwirtschaft. Sie überschätzt sich masslos.

Das Resultat sind die gewaltigen Devisenberge in ihrer Bilanz, welche sie nicht mehr los wir. Die SNB hat sich hoffnungslos verrant.

Ich habe bereits 1993 ein Buch geschrieben "Arbeitslosigkeit - die grosse Verantwortung der Wirtschaftswissenschaft". Darin zeigte ich das erste Mal, dass Notenbankgeld kein Kredit der SNB an die Wirtschaft darstellt, sondern umgekehrt: Die Wirtschaft gewährt der SNB Kredit.

Ich zeigte der SNB in vielen Zeitungsartikeln, dass ihre Geldpolitik auf einer Irrlehre beruht (siehe z.B. "Die SNB Investitionspolitik ist zu überdenken", Finanz und Wirtschaft,31. Jan. 1996).

Konlusion: Die SNB kurbelt die Wirtschaft nicht an über die Passivseite ihrer Bilanz,  sondern über ihre Aktivseite. Konkret: Will die SNB die Schweizer Wirtschaft ankurbeln, so muss sie in der Schweiz investieren - nicht im Ausland.

Nur: Die SNB betrachtet sich selber als unfehlbar. Bald hat sie eine Billion Schweizer Volksvermögen im Ausland investiert - mit Schweizer Schulden. 

1997 schrieb ich eine Dissertation: "Geld - eine Obligation der Notenbank". Ich zeigte. dass die Geldtheorie eine Irrlehre ist und Aktiven und Passiven der Zentralbank-Bilanz miteinander verwechselt.

Ab dem Jahre 2012 schrieb ich bis heute 77 Artikel zum Thema auf der Internet Platform "Inside Paradeplatz".

Der prominenteste Artikel war "Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung" (September 2013). Darin - und vor allem in den Nachträgen - zeigte ich mit Buchungssätzen, dass Geld ganz anders entsteht, als bisher in den Lehrbüchern über Jahrzehnte hinweg gelehrt.

Es gibt keinen Geldmultiplikator. Bei jedem Kredit entsteht neues Geld durch das Bankensystem - ganz unabhängig von der Zentralbank und von Kundeneinlagen.

Vier Monate später übernahm die Bank of England meine Theorie - ohne Quellenangabe bezüglich meiner Arbeiten notabene. Und die SNB nahm darauf klammheimlich ihre Irrlehre von ihrer Homepage. 

Hier in diesem Blog geht es nun darum, die Geldpolitik der SNB kontinuierlich mit kurzen Beiträgen zu analysieren. 

Damit möchte ich Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser, neue Denkanstösse vermitteln und Ihnen die Gefahr aufzeigen, in welche uns die SNB bringt mit ihrer Irrlehre vom "Geld aus dem Nichts".

Auch eine Zentralbank kann Konkurs gehen. Die SNB bestreitet das mit der Illusion, sie könne unbeschränkt "Liquidität" schaffen. Dabei betrachtet sie das von ihr geschaffene Geld als "Liquidität", bzw. als liquides Vermögen der SNB.

Das ist aber falsch. Liquides Vermögen der SNB wäre ein Aktivum der SNB. Geld - Notenbankgeld - ist aber ein Passivum der SNB. Das zeigt einmal mehr, dass die SNB links und rechts ihrer Bilanz miteinander verwechselt. 

Leider sind Bundesrat und Parlament auf diesen Irrtum der SNB hereingefallen und vertreten die Irrlehre der SNB. Büssen werden das die Schweizer Steuerzahler.

Trotz aller Warnungen kauft die SNB nun weiter massenhaft Devisen, die sie nie mehr wird verkaufen können ohne exorbitante Verluste. Die SNB schaufelt sich so ihr eigenes Grab. Der Konkurs der SNB ist programmiert - oder die SNB wird bei negativem Eigenkapital der SNB rekapitalisiert oder wir führen den Euro ein.

Marc Meyer, Dr. rer. pol, SNB-Beobachter, 22.4.2020